Himmel in Flammen
- Автор: Хеннен Бернхард
- Серия: Drachenelfen #5
- Год: 2016
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
»Aber sie steht in einer Höhle«, beharrte Bidayn. »Ich wette, du musst in einem finsteren Tunnel leben.«
»Nein!« Wieder lachte Emerelle.
»Magst du mir dein Zimmer denn zeigen?«
Schlagartig wurde die Kleine ernst. Sie sah zu ihrer Mutter. »Ich glaube nicht, dass ich das darf …«
Bidayn lächelte schief. »Ich wusste es. Ihr schlaft doch in einer Höhle, und jetzt schämst du dich, sie mir zu zeigen.«
»Nein«, grummelte Emerelle. »Aber ich glaube nicht, dass Mama erlaubt …«
»Ah! So streng war sie früher auch schon …« Bidayn beugte sich vor. »Aber ich kenne einen Trick. Einen Zauber, der es uns erlaubt, hinauf und wieder zurück zu sein, bevor deine Mutter etwas merkt. Machst du mit?«
Die Kleine sah wieder ängstlich zur Treppe. Der Goldene schwang ausgelassen den Bidenhänder und lobte die Ausgewogenheit der Klinge.
»Ich verspreche dir, mit meinem Trick sind wir schneller wieder zurück, als du ein Glas Wasser austrinken kannst.«
Das Mädchen sah sie mit ihren großen Rehaugen ungläubig an. »Das geht?«
Bidayn legte feierlich ihre Rechte auf ihr Herz. »Das geht. Versprochen! Du musst mir nur deine Hände geben.«
Ohne zu zögern streckte Emerelle ihre Arme nach vorne.
Die Drachenelfe sprach ein Wort der Macht und hob die Kleine auf den Arm. Sie spürte die Macht fließen. Spürte, wie das Weltennetz gegen den widernatürlichen Zauber aufbegehrte. Doch nach Jahren der Übung wusste sie sich und das Kind zu schützen. Ruhig nahm sie den linken Treppenaufgang zur Galerie.
»Schneller!«, flüsterte Emerelle ängstlich. »Du musst schneller sein.«
»Sieh doch mal zu deiner Mutter, Kleines.« Sie hörte das Mädchen erschrocken nach Luft schnappen.
»Was hast du gemacht? Sind sie versteinert?«
Bidayn musste schmunzeln. »Sehen sie denn aus wie Steine? Ihnen geht es gut. Solche Zaubersprüche gibt es nur in Märchen. Nein, die Zeit läuft für uns viel langsamer als für sie. Wenn du lange genug hinschaust, wirst du sehen, dass sie sich noch bewegen. Aber im Moment sind Schnecken im Vergleich zu ihnen schnell wie Falken.«
»Werde ich das auch einmal lernen?«
»Wenn du sehr mutig bist.« Bidayn umrundete die Galerie und trat auf den einzigen Gang, der von dort fortführte. Bei jeder Tür, die sie passierten, ließ sie Emerelle den Namen desjenigen nennen, der dort lebte.
Schließlich erreichten sie Nandalees Zimmer. Erst hier trat sie ein. Es war erstaunlich karg. Eine Matratze für die Kinder, ein schmales Bett für sie. Eine schöne grüne Lacktruhe, die mit Delphinen bemalt war, ein schlichter Tisch, auf dem eine Skulptur aus in warmem Bernsteinlicht erstrahlendem Barinstein stand. Daneben lag ein zerknülltes Tuch. Vermutlich, um den Stein bei Nacht abzudecken. Eine Schale mit Obst, ein paar schlichte Tonbecher und ein Wasserkrug. Das war ja fast schon ärmlich!
Auf Haken an der Wand ruhte Nandalees Bogen. Ein Köcher lehnte neben dem Bett.
»Siehst du, wir wohnen nicht in einer Höhle!«, sagte Emerelle triumphierend.
»Ja, ich habe wohl verloren.« Bidayn drehte sich langsam um die eigene Achse. Sie nahm jedes Detail in sich auf. Dann trat sie an das Fenster und sah kurz zum Hof der Festung hinab.
»Wir sollten wieder gehen«, quengelte Emerelle unruhig. »Mutter wird es sonst bemerken. Wir dürfen …«
Bidayn spürte, wie jemand anderes nach der Macht des magischen Netzes griff. Sie trat vom Fenster zurück, drückte Emerelle fester an sich und beeilte sich, in den Flur zu kommen. Diesmal rannte sie. Kaum dass sie die Galerie erreichte, sah sie Nandalee und den Dunklen. Sie waren nicht ganz so schnell wie sie. Sie würde entkommen. Sie lief bis zur Mitte der Treppe auf der linken Seite und sprach ein Wort der Macht. Ein Ruck durchlief sie. Emerelle auf ihrem Arm keuchte erschrocken auf.
Augenblicklich erschienen der Dunkle und Nandalee bei ihr, während Eleborn und Meliander erstaunt zu der Treppe hinaufsahen, die eben noch leer gewesen war.
Nandalee nahm ihr die Tochter vom Arm. »Alles ist gut«, flüsterte sie. »Sie wird dir nichts tun. Mama ist bei dir. Alles ist gut.«
Für sie aber hatte Nandalee kein einziges Wort. Nicht einmal einen Tadel oder eine Drohung. Von früher wusste sie nur zu gut, was Bidayn wirklich verletzte: Schweigen.
Der Dunkle sah Bidayn an, als wollte er sie zerreißen.
»Bitte«, erklang die Stimme des Goldenen. »Nichts ist geschehen. Kein Grund, sich zu streiten.«
»Ihr geht. Sofort! Und ihr kommt nicht wieder! Ihr seid im Jadegarten nicht mehr willkommen!« Die Worte des Dunklen rollten wie Donner durch die Halle.
Der Goldene winkte Bidayn. »Komm, meine Liebe. Ich hatte immer schon den Verdacht, dass mein Bruder ein recht ungastlicher Geselle ist. Und obendrein neigt er zu zügellosen Wutausbrüchen. Fordern wir ihn also nicht heraus.«
Bidayn stieg aufreizend langsam die Treppe hinab. Sie würde nicht fortlaufen. Die drohenden Blicke des Dunklen folgten ihr.
Der Goldene hob seine Rechte. Auf der offenen Handfläche lagen zwei Ringe. »Ein Geschenk für die beiden Kinder.«
»Was ist das?«, fragte Nandalee schroff. Sie drückte Emerelle immer noch fest an sich.
»Schutz. Wenn sie die Ringe tragen und sie drei Mal um ihren Finger drehen, aktivieren sie den Zauber, den ich in das Gold gewoben habe. Eine unsichtbare Kugel entfaltet sich um sie. Kein Pfeil, keine Klinge und kein böser Zauber können diese Schutzaura durchdringen. Es ist ein gutes Geschenk.«
»Ich beschütze sie«, sagte der Dunkle drohend. »Das genügt!«
Bidayn stand nun neben dem Goldenen, der beschwichtigend die Hände hob. »Natürlich, Bruder. Das tust du. Aber diese Welt kann ein sehr gefährlicher Ort sein. Man weiß nie, wann man Schutz braucht.«
Schwebendes Unheil
Der Dunkle folgte seinem Bruder und dessen Elfe durch das Tor der Alten Veste und sah zu, wie sie ihre Adler bestiegen und davonflogen. Als sie schon hoch am Himmel waren, hörte er Schritte hinter sich.
»Was sollte das? Warum waren die hier?« Nandalee war außer sich. Sie war leichenblass, und tödlicher Zorn funkelte in ihren Augen.
»Die Kinder sind nicht in Gefahr, meine Dame«, versuchte er sie zu beruhigen.
»Und warum hat Bidayn das getan? Warum war sie mit Emerelle fort? Wollte sie uns zeigen, wie leicht sie sich die Kinder holen kann?«
Der Dunkle wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Der Besuch seines Bruders war ihm ein Rätsel. Er war eine Drohung, daran konnte es keinen Zweifel geben, aber welche Absicht steckte dahinter?
»Ich werde noch heute die Kinder nehmen und den Jadegarten verlassen. Hier ist es nicht länger sicher für uns.«
»Und wenn sie genau das erreichen wollten? Diese Reaktion ist zu vorhersehbar, meine Dame. Sie werden sie eingeplant haben. Welcher Ort sollte sicherer sein als der Jadegarten? Denkt an Meliander. Ihr werdet Euch mit ihm nicht so bewegen können, wie Ihr es allein tätet. Wenn Ihr flieht, gewinnt Ihr nicht – im Gegenteil, Ihr gebt die letzten Sicherheiten auf.«
Nandalee ging rastlos auf und ab. Nie hatte er sie so aufgewühlt erlebt. »Aber ich kann doch nicht einfach so tun, als wäre nichts geschehen. Es war eine Drohung. Und dabei wird es nicht bleiben. Als Nächstes folgen Taten. Ich werde nicht warten, bis es so weit ist.«
»Ich glaube, mein Bruder war hier, um seine Brut zu beschnuppern.«
»Seine Brut?«, fuhr sie ihn an. »Was soll das heißen?«
»Das wisst Ihr genauso gut wie ich, meine Dame. Er wollte wissen, ob es vielleicht seine Jungen sind. Er wollte sie nahe bei sich haben. Wollte ihre Aura spüren. Etwas in ihnen finden, das ihm vertraut ist.«
»Nein!« Sie schüttelte entschieden den Kopf.
»Doch, genau so hat er sich verhalten. Und Bidayn war bei ihm, um das Nest auszuspähen. Deshalb hat er Euer Schwert von der Wand genommen, meine Dame. Ihm war klar, dass wir in diesem Augenblick ganz bei ihm sein würden. So hat er seiner Dame Gelegenheit verschafft, Euer Zimmer zu besuchen. Vielleicht solltet Ihr mit den Kindern …« Er zögerte, dachte an den, den er verbarg. »Vielleicht könnte Eleborn Euch in seinem verwunschenen Palast aufnehmen?«