Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
1 ... 167 168 169 170 171 172 173 174 175 ... 356
Перейти на страницу:

»Ich habe gehört, Sie wollen demnächst heiraten, Rog. Damit könnten Sie doch eine Extraportion Haggis für die Hochzeit kaufen, oder?«

»Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, wie subtil Sie sind, Edwina?«, wollte er wissen.

»Noch nie.« Sie gluckste noch einmal kurz und wechselte dann abrupt in den Beamtenmodus. »Also gut, dann sehen wir uns Montag in einer Woche beim Vorbereitungstreffen«, und dann legte sie auf.

Er unterdrückte den zwecklosen Impuls, den Hörer auf den Boden zu knallen, und ließ ihn stattdessen auf die Gabel fallen.

Vielleicht war es ja gar keine so schlechte Idee, dachte er dumpf. Ehrlich gesagt, war ihm das Geld egal, doch vielleicht würde ihn die Organisation einer Konferenz ablenken. Er hob den mehrfach zerknüllten Brief auf, der neben dem Telefon lag, und strich ihn glatt. Sein Blick wanderte über die entschuldigenden Zeilen, ohne sie wirklich zu lesen.

Tut mir so leid, hatte sie gesagt. Besondere Einladung zu einer Ingenieurstagung in Sri Lanka (Gott, besuchten denn alle Amerikaner im Sommer irgendwelche Konferenzen?), wichtige Kontakte, Bewerbungsgespräche (Bewerbungsgespräche? Himmel, er hatte es gewusst, sie würde nicht zurückkommen!) – konnte nicht nein sagen. Tut mir wahnsinnig leid. Bis September dann. Ich schreibe Dir. In Liebe.

»Ja, klar«, sagte er. »In Liebe.«

Er knüllte das Blatt wieder zusammen und warf es gegen die Anrichte. Es prallte vom Rand des silbernen Bilderrahmens ab und fiel auf den Teppich.

»Du hättest es mir geradeheraus sagen können«, sagte er laut. »Also hast du einen anderen gefunden; du hattest damals also recht, nicht wahr? Du warst klug und ich der Dumme. Aber konntest du nicht ehrlich sein, du alte Lügnerin?«

Er versuchte, sich so richtig in Wut zu reden; alles, was half, die Leere in seiner Magengrube zu füllen. Doch es funktionierte nicht.

Er ergriff den Silberrahmen mit ihrem Bild und hätte ihn am liebsten in Stücke gebrochen, ihn am liebsten an sein Herz gedrückt. Am Ende stand er einfach nur lange da und sah das Bild an, bevor er es sanft mit dem Gesicht nach unten hinlegte.

»Tut mir so leid«, sagte er. »Ja, mir auch.«

Mai 1971

Die Kisten warteten in der Portiersloge auf ihn, als er am letzten Tag der Konferenz ins College zurückkehrte. Ihm war heiß, er war müde, und er hatte die Nase gründlich voll von allen Amerikanern. Es waren fünf große Holzkisten, die mit bunten, internationalen Frachtaufklebern zugekleistert waren.

»Was ist das denn?« Roger balancierte die Schreibunterlage, die ihm der Paketbote überreicht hatte, in der einen Hand und durchsuchte mit der anderen seine Tasche nach Trinkgeld.

»Na, das weiß ich doch nicht, oder?« Missmutig und verschwitzt von seinem Gang über den Hof zur Portiersloge ließ der Mann die letzte Kiste mit einem Knall auf die anderen fallen. »Alles für dich, Kumpel.«

Roger stupste die obere Kiste probehalber an. Wenn das keine Bücher waren, dann war es Blei. Doch beim Schieben hatte er den Rand eines Briefes gesehen, der an der unteren Kiste festgeklebt war. Mit einigen Schwierigkeiten löste er ihn ab und riss ihn auf.

Du hast mir erzählt, dein Vater hätte gesagt, dass jeder eine Geschichte braucht, stand in der Notiz, die er aus dem Umschlag zog. Dies ist meine. Kannst Du sie zusammen mit Deiner aufbewahren? Weder Begrüßung noch Schluss; nur der Buchstabe »B« war in fetten, eckigen Linien daruntergeschrieben.

Er starrte einen Moment lang auf die Notiz, dann faltete er sie zusammen und steckte sie in seine Brusttasche. Er ging vorsichtig in die Hocke, packte die obere Kiste und hob sie hoch. Himmel, sie wog mindestens dreißig Kilo!

Schwitzend ließ Roger die Kiste auf den Boden seines Wohnzimmers fallen und ging in das winzige Schlafzimmer, wo er in einer Schublade herumkramte. Mit einem Schraubenzieher und einer Bierflasche bewaffnet, kehrte er zurück, um sich mit der Kiste zu befassen. Er versuchte, seine zunehmende Aufregung im Zaum zu halten, doch es gelang ihm nicht. Kannst Du sie zusammen mit Deiner aufbewahren? Schickte ein Mädchen einem Kerl ihren halben Besitz, wenn sie ihn sitzenlassen wollte?

»Geschichte, was?«, brummte er. »Museumsreif, so wie du sie eingepackt hast.« Der Inhalt war in zwei Kartons verpackt, die durch eine Lage Holzwolle voneinander getrennt waren. Als er den inneren Karton öffnete, kam eine geheimnisvolle Sammlung von ungleichmäßigen, in Zeitungspapier gewickelten Bündeln und kleineren Kartons zum Vorschein.

Er wählte einen stabilen Schuhkarton und warf einen Blick hinein. Fotografien; alte mit gezahnten Rändern und neuere, hochglänzend und farbig. Der Rand eines großen Studioporträts stand vor, und er zog es heraus.

Es war Claire Randall, fast so, wie er sie das letzte Mal gesehen hatte; warme, ungewöhnliche bernsteinfarbene Augen unter einem Gewirr brauner Seidenlocken, der Hauch eines Lächelns auf dem vollen, sanften Mund. Er schob es in den Karton zurück und kam sich wie ein Mörder vor.

Der Gegenstand, der zwischen den Lagen aus Zeitung zum Vorschein kam, machte der Bezeichnung Flickenpuppe alle Ehre. Ihr aufgemaltes Gesicht war so verblichen, dass nur die Knopfaugen übrig geblieben waren, die leer und herausfordernd vor sich hinstarrten. Ihr Kleid war zerrissen, war aber sorgfältig geflickt worden, der weiche Stoffkörper verfärbt, aber sauber.

Das nächste Bündel förderte einen zerknitterten Mickymaus-Hut zutage, zwischen dessen hochstehenden Ohren immer noch eine winzige rosa Schaumgummischleife befestigt war. Eine billige Spieldose, die »Over the Rainbow« spielte, als er sie öffnete. Ein Stoffhund, dessen Synthetikfell stellenweise durchgescheuert war. Ein ausgeblichenes, rotes Sweatshirt, Männergröße Medium. Es hätte Brianna passen können, doch irgendwie war Roger sich sicher, dass es Franks gewesen war. Ein abgetragener Morgenmantel aus maronenfarbener, gesteppter Seide. Er folgte einer Eingebung und presste ihn an seine Nase. Claire. Ihr Duft ließ sie lebendig vor ihm erstehen, ein schwacher Geruch nach Moschus und grünen Pflanzen, und er ließ das Kleidungsstück erschüttert fallen.

Unter den Alltagsdingen befand sich ein schwererer Schatz.

Drei große, flache Kästen am Boden der Kiste machten den Großteil ihres Gewichtes aus. Jede enthielt ein silbernes Essbesteck, sorgfältig eingeschlagen in graues Antibeschlagtuch. In jedem Kasten lag eine maschinengeschriebene Notiz, auf der die Herkunft und Geschichte des Silbers stand.

Ein versilbertes Besteck aus Frankreich mit Bändelwerk an den Rändern, Herstellerinsignien DG. Erworben 1842 von William S. Randall. Ein altenglisches Muster, George III., erworben 1776 von Edward K. Randall. Ein Rocaillemuster, von Charles Boyton, erworben 1903 von Quentin Lambert Beauchamp, Hochzeitsgeschenk für Franklin Randall und Claire Beauchamp. Das Familiensilber.

Mit wachsender Verwunderung fuhr Roger fort und legte die einzelnen Fundstücke vorsichtig neben sich auf den Boden, die Kunst- und Alltagsgegenstände, die Brianna Randalls Geschichte ausmachten. Geschichte. Himmel, warum hatte sie es so genannt?

Beunruhigung gesellte sich zu seiner Verwunderung, als ihm ein neuer Gedanke kam, und er griff nach dem Deckel und überprüfte den Adressaufkleber. Oxford. Ja, sie hatte sie nach hier geschickt. Warum nach hier, wenn sie doch gewusst hatte – oder davon ausgegangen war –, dass er vorhatte, den ganzen Sommer in Schottland zu verbringen? Das hätte er auch, wenn nicht in letzter Minute diese Konferenz dazwischengekommen wäre – und davon hatte er ihr nichts gesagt.

In der äußersten Ecke steckte ein Schmuckkästchen, ein kleiner, aber schwerer Behälter. Darin befanden sich diverse Ringe. Broschen und Ohrringe. Die Cairngormbrosche, die er ihr zum Geburtstag geschenkt hatte, war da. Halsbänder und -ketten. Zwei Dinge fehlten.

Das Silberarmband, das er ihr geschenkt hatte – und die Perlen ihrer Großmutter.

»Ach du lieber Himmel.« Er sah noch einmal nach, nur um ganz sicherzugehen, schüttete dann das glitzernde Durcheinander aus und verteilte es auf seiner Tagesdecke. Keine Perlen. Ganz sicher keine Kette aus schottischen Barockperlen, durchsetzt mit antiken Goldkügelchen.

1 ... 167 168 169 170 171 172 173 174 175 ... 356
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)