Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 155 156 157 158 159 160 161 162 163 ... 424
Перейти на страницу:

»Nun, das kann man den Mäusen kaum verübeln«, bemerkte Mrs. Bug und warf mir einen raschen Blick zu. »Sie gehen schließlich dahin, wo das Essen ist.«

Die Brühe war fast vollständig durch den Musselin gelaufen und hinterließ eine dicke Schicht aus Treibgut. Ich kratzte es ab und löffelte es auf Adsos Tellerchen, dann schöpfte ich eine frische Kelle Brühe.

»Ja, das tun sie«, sagte ich gleichmütig. »Und es tut mir auch leid, aber der Schimmel ist wichtig. Er ist eine Arznei, und ich –«

»Oh, aye! Natürlich ist er das«, versicherte sie mir hastig. »Das weiß ich doch.« Ihre Stimme enthielt nicht den geringsten Sarkasmus, was mich sehr überraschte. Sie zögerte, dann langte sie durch den Schlitz in ihrem Rock in die weiträumige Tasche, die sie darunter trug.

»Es gab einen Mann in Auchterlonie – in dem Dorf, wo wir unser Haus hatten, Arch und ich. Er war ein Carline, unser Johnnie Howlat, und die Leute sind nur mit großem Argwohn zu ihm gegangen – aber sie sind gegangen. Manche bei Tag, um sich Kräuterarzneien zu holen, und manche bei Nacht, um Zaubermittel zu kaufen. Ihr kennt die Sorte doch?« Sie warf mir erneut einen raschen Blick zu, und ich nickte ein wenig unsicher.

Ich kannte die Sorte Mensch, die sie meinte; so mancher Heiler in den Highlands handelte nicht nur mit Medizin, sondern auch mit minderer Magie und verkaufte Liebestränke, Fruchtbarkeitsmittel … Flüche. Etwas Kaltes schlängelte sich über meinen Rücken und verschwand, nicht ohne jedoch ein schwaches Gefühl der Beklommenheit nach sich zu ziehen wie die Schleimspur einer Schnecke.

Ich schluckte, denn in meinem Gedächtnis sah ich den kleinen Strauß dorniger Pflanzen, der so sorgfältig mit rotem und schwarzem Garn zusammengebunden war. Ein eifersüchtiges Mädchen namens Laoghaire hatte ihn unter mein Kopfkissen gelegt – nachdem sie ihn von einer Hexe namens Geillis Duncan erworben hatte. Einer Hexe wie mir.

Worauf mochte Mrs. Bug hinaus wollen? Ich war mir nicht ganz sicher, was das Wort Carline bedeutete, doch ich glaubte, dass es »Hexe« hieß – oder etwas in der Art. Sie betrachtete mich nachdenklich, und ihre übliche Lebhaftigkeit war merklich gedämpft.

»Er war ein schmutziges Männlein, Johnnie Howlat. Er hatte keine Frau, die für ihn sorgte, und seine Kate roch nach fürchterlichen Dingen. Und er auch.« Sie erschauerte plötzlich, trotz des Feuers in ihrem Rücken.

»Manchmal begegnete man ihm, wenn er im Wald oder im Moor auf dem Boden herumstocherte. Dann und wann fand er tote Kreaturen und nahm ihr Fell und ihre Füße mit, ihre Knochen und Zähne für seine Zaubermittel. Er trug einen gammeligen Kittel wie ein Bauer, und manchmal lief er einem über den Weg und trug etwas unter seinem Kittel, der mit Blut – und anderen Dingen – durchtränkt war.«

»Das klingt ja sehr unangenehm«, sagte ich, die Augen fest auf die Flasche gerichtet, während ich erneut das Tuch sauber schabte und einen frischen Löffel Brühe schöpfte. »Aber die Leute sind trotzdem zu ihm gegangen?«

»Es gab sonst niemanden«, sagte sie nur und sah auf. Ihre dunklen Augen blickten unverwandt in die meinen, und ihre Hand bewegte sich langsam und befühlte etwas in ihrer Tasche.

»Zuerst war ich mir nicht sicher«, sagte sie. »Denn Johnnie hatte Dinge wie Graberde und Knochenstaub, Hühnerblut und dergleichen mehr im Haus, aber Ihr –« Sie nickte mir nachdenklich zu, und ihr makelloses Häubchen leuchtete im Feuerschein. »Ihr seid von der reinlichen Sorte.«

»Danke«, sagte ich belustigt und angerührt zugleich. Das war ein großes Kompliment von Mrs. Bug.

»Abgesehen von dem verschimmelten Brot«, fügte sie hinzu, und ihre Mundwinkel verkniffen sich ein wenig. »Und diesem kleinen Heidenbeutelchen in Eurem Schrank. Aber es stimmt doch, oder? Ihr kennt Euch in Zauberdingen aus, wie Johnnie?«

Ich zögerte, denn ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Die Bilder aus Cranesmuir standen mir plötzlich so lebhaft vor Augen wie schon seit Jahren nicht mehr. Das Letzte, was ich wollte, war, dass Mrs. Bug das Gerücht verbreitete, ich sei eine Carline – manche nannten mich ja schon eine Kräuterhexe. Ich befürchtete zwar keine gesetzliche Verfolgung als Hexe – nicht hier und jetzt. Aber einen Ruf als fähige Heilerin zu haben, war eine Sache; von den Leuten um Hilfe in den anderen Dingen ersucht zu werden, mit denen die Magier handelten …

»Eigentlich nicht«, sagte ich vorsichtig. »Ich weiß einfach nur einiges über Pflanzen. Und über die Heilkunst. Aber ich weiß wirklich nichts über Zaubermittel oder … Zaubersprüche.«

Sie nickte zufrieden, so als hätte ich ihre Vermutungen bestätigt, anstatt sie zu leugnen.

Bevor ich antworten konnte, erklang vom Boden ein Geräusch, als träfe Wasser auf ein heißes Blech, gefolgt von einem lauten Schrei. Jemmy war seines Spielzeugs überdrüssig geworden, hatte es beiseite geworfen und war zu Adsos Tellerchen hinübergekrabbelt, um es zu inspizieren. Die Katze, die keine Lust hatte zu teilen, hatte das Baby angefaucht und ihm einen Schrecken eingejagt. Mit seinem Kreischen wiederum hatte Jemmy Adso unter die Kaminbank gescheucht; nur seine winzige, rosa Nasenspitze und seine zitternden Schnurrhaare lugten aus dem Dunkel hervor.

Ich hob den weinenden Jemmy auf und tröstete ihn, während Mrs. Bug das Abseihen der Brühe übernahm. Sie betrachtete die Gänseabfälle auf dem Teller und fischte einen Beinknochen heraus, an dessen Ende der Knorpel weiß glänzte.

»Hier, Kleiner.« Sie schwenkte ihn einladend unter Jemmys Nase. Er hörte sofort auf zu weinen, griff nach dem Knochen und steckte ihn in den Mund. Mrs. Bug suchte einen kleineren Flügelknochen aus, an dem noch Fleischfasern hingen, und legte ihn auf die Untertasse.

»Und das ist für dich, mein Junge«, sagte sie an die Dunkelheit unter der Bank gerichtet. »Friss dich nur nicht zu voll – heb dir noch etwas Hunger für die Mäuschen auf, aye?«

Sie wandte sich wieder dem Tisch zu und begann, die Knochen in einen flachen Topf zu schaufeln.

»Die röste ich; dann können wir eine Suppe kochen«, sagte sie, die Augen auf ihre Arbeit gerichtet. Ohne ihren Tonfall zu ändern oder aufzublicken, sagte sie dann: »Ich bin einmal bei ihm gewesen, bei Johnnie Howlat.«

»Ach ja?« Ich setzte mich hin, Jemmy auf dem Knie. »Wart Ihr krank?«

»Ich wollte ein Kind.«

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte; ich saß still da und lauschte der Brühe, die durch den Musselin tropfte, während sie die letzten Fleischabfälle sorgfältig in den Topf schabte und diesen zum Herd trug.

»Ich hatte im Lauf eines Jahres vier Stück verloren«, sagte sie mit dem Rücken zu mir. »Man kann es sich nicht vorstellen, wenn man mich jetzt ansieht, aber ich war nicht mehr als Haut und Knochen, bleich wie Käse und flach wie ein Brett.«

Sie stellte den Topf fest in die Kohlen und deckte ihn zu.

»Also habe ich so viel Geld genommen, wie wir entbehren konnten, und bin zu Johnnie Howlat gegangen. Er hat das Geld genommen und einen Topf mit Wasser gefüllt. Ich musste mich auf die eine Seite des Topfes setzen, und er saß auf der anderen, und dann haben wir lange dagesessen; er hat das Wasser angestarrt, und ich habe ihn angestarrt. Schließlich hat er sich ein wenig geschüttelt und ist zur Rückseite seiner Kate gegangen. Es war dunkel, und ich konnte nicht sehen, was er getan hat, aber er hat herumgekramt und gestochert und vor sich hingemurmelt, und schließlich ist er zu mir zurückgekommen und hat mir etwas gegeben.«

Mrs. Bug richtete sich auf und drehte sich um. Sie trat zu mir und legte Jemmy sanft die Hand auf den seidigen Kopf.

»Er hat zu mir gesagt, es sei ein Zaubermittel, das den Eingang meines Leibes verschließen und dafür sorgen würde, dass es bis zur Geburt sicher darin bleibt. Doch er hätte im Wasser etwas gesehen, das er mir sagen müsse. Wenn ich ein lebendes Kind bekäme, würde mein Mann sterben. Er würde mir also das Zaubermittel geben und das Gebet, das dazugehörte – und dann sei es meine Entscheidung, und mehr könne er nicht tun.«

1 ... 155 156 157 158 159 160 161 162 163 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)