Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Diesmal war der Schlag so unmittelbar, daß er Lucien und dieBaroninbetäubte; beidebefragten sich mit den Augen, als wollte das einebei dem andern eine Hilfe gegen den Angriff suchen; aber die unwiderstehliche Gewalt des Herrn vom Hause siegte, und die Machtbliebdem Gatten.
Glauben Sie indessen nicht, daß ich Sie fortjage, mein lieber Debray, fügte Danglars hinzu, nein, durchaus nicht; infolge eines unvorhergesehenen Umstandes muß ich noch heute eine Unterredung mit derBaronin wünschen; dies kommt so selten vor, daß man mir deshalbnicht grollen darf.
Debray stammelte ein paar Worte und verabschiedete sich.
Es ist unbegreiflich, sagte er, als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, wie leicht diese Ehemänner, die wir so lächerlich finden, den Vorteil über uns erringen!
Als Lucien weggegangen war, nahm Danglars seinen Platz auf dem Sofa ein, schloß das offen gebliebeneBuch und fuhr fort, in einer, wie seine Frau meinte, furchtbar anmaßenden Haltung mit dem Hunde zu spielen. Da jedoch der Hund keine Sympathie für ihn hatte und ihnbeißen wollte, so faßte er ihn am Genick und schleuderte ihn an das andere Ende des Zimmers auf eine Chaiselongue.
Das Tier stieß einen Schrei aus; doch am Orte seinerBestimmung angelangt, kauerte es sich hinter ein Kissen und verhielt sich, erstaunt über diese ungewohnteBehandlung, stumm und regungslos.
Wissen Sie, Herr Danglars, sagte dieBaronin, ohne eine Miene zu verziehen, wissen Sie, daß Sie Fortschritte machen? Gewöhnlich waren Sie nur grob, heute sind Sie roh und unverschämt.
Dies kommt davon, daß ich heute abend in einer schlimmeren Launebin, als gewöhnlich.
Herminie schaute denBankier mit der größten Verachtung an. Sonstbrachten solcheBlicke den stolzenBankier außer sich; doch an diesem Abend schien er kaum darauf zu achten.
Was geht mich Ihre schlimme Laune an? entgegnete dieBaronin, gereizt durch die Unempfindlichkeit ihres Gatten; was habe ich mich darum zubekümmern? Schließen Sie Ihre schlechten Launenbei sich ein, oder verweisen Sie sie in IhreBüros, und da Sie Kommis haben, die Siebezahlen, so lassen Sie an denen Ihre Launen aus.
Nein, versetzte Danglars, Ihre Ratschläge sind verkehrt, und ich werde sie nichtbefolgen. Meine Kommis sind ehrliche Leute, die mir mein Vermögen verdienen und die ich weit unter ihrem Wertebezahle; ich werde mich also nicht gegen sie erzürnen. In Zornbringen mich die, welche meine Mittagsmahle verzehren, meine Pferde zu Tode hetzen und meine Kasse zu Grunde richten.
Und wer sind denn die, welche Ihre Kasse zu Grunde richten? Ichbitte Sie, erklären Sie sich deutlicher.
Oh! seien Sie unbesorgt; spreche ich in Rätseln, so gedenke ich Sie doch nicht lange nach dem Schlüssel suchen zu lassen, versetzte Danglars. Es sind die, welche in einer Stunde 700 000 Franken daraus ziehen.
Ich verstehe Sie nicht, entgegnete dieBaronin, die zugleich die Aufregung ihrer Stimme und die Röte ihres Gesichtes zu verbergen suchte.
Sie verstehen mich im Gegenteil sehr gut, versetzte Danglars; doch wenn Sie in Ihrer Verstellung verharren, so werde ich Ihnen sagen, daß ich 700 000 Franken an den spanischen Papieren verliere.
Ah! was höre ich! rief dieBaronin hohnlächelnd; und mich machen Sie verantwortlich für diesen Verlust? Ist es meine Schuld, daß Sie 700 000 Franken verloren haben?
In jedem Falle ist es nicht die meinige.
Mein Herr, ich habe Ihnen ein für allemal gesagt, Sie sollen nicht von Kassenangelegenheiten mit mir sprechen, erwiderte spitzig dieBaronin; es ist dies eine Sprache, die ich wederbei meinen Eltern nochbei meinem ersten Manne gelernt habe.
Das glaube ichbei Gott wohl, sagte Danglars, weder die einen noch der anderebesaßen einen Sou.
Ein Grund mehr für mich, bei Ihnen das Rotwelsch derBank, das mir hier vom Morgenbis zum Abend die Ohren zerreißt, nicht zu lernen; dieser Klang von Talern, die man wieder und wieder zählt, ist mir verhaßt, und außer dem Tone Ihrer Stimme kenne ich nichts, was mir unangenehmer wäre.
In der Tat, das ist seltsam! Ich glaubte gerade, Sie nähmen den lebhaftesten Anteil an meinen Operationen!
Ich? Wer hat Ihnen eine solche Albernheit vorgeredet?
Sie selbst. Erinnern Sie sich vielleicht, daß Sie im verflossenen Februar zu mir zum ersten Male von den haytischen Papieren sprachen; Sie hatten geträumt, ein Schiff laufe in den Hafen von Havre ein, und dieses Schiffbringe die Nachricht, eine Zahlung, von der man glaubte, sie sei auf die langeBank geschoben, würde wirklich geleistet. Ich traute der Hellseherei Ihres Schlafes, kaufte unter der Hand alle haytischen Schuldscheine, die ich auftreiben konnte, und gewann 400 000 Franken, von denen Ihnen gewissenhaft 100 000 zugestellt wurden. Sie machten damit, was Sie wollten,… das geht mich nichts an.
Im März handelte es sich um eine Eisenbahnkonzession. Drei Gesellschaftenboten gleiche Garantien. Sie sagten mir, Ihr Instinkt — und obgleich Siebehaupten, Sie seien der Spekulation fremd, so glaube ich doch im Gegenteil, daß Ihr Instinkt in gewissen Dingen sehr entwickelt sei — Sie erklärten mir also, Ihr Instinkt sage Ihnen, das Privilegium werde einerbestimmten Gesellschaft erteilt werden. Ich ließ mich auf der Stelle für zwei Drittel der Aktien dieser Gesellschaft einschreiben; das Privilegium wurde ihr wirklichbewilligt, wie Sie gesagt hatten; die Aktien erhielten einen dreifachen Wert, ich gewann eine Million, wovon Ihnen 250 000 Franken als sogenanntes Nadelgeld zukamen. Wie Sie diese 250 000 Franken angewendet haben, geht mich nichts an.
Doch wo wollen Sie denn am Ende mit all dem hinaus, mein Herr? rief dieBaronin, zitternd vor Zorn und Ungeduld.
Geduld, ich komme zum Ziele. Im April speisten Siebei dem Minister zu Mittag, Man plauderte von Spanien, und Siebelauschten ein geheimes Gespräch, in dem von der Austreibung Don Carlos' die Rede war: ich kaufte spanische Fonds, Die Austreibung fand wirklich statt, und ich gewann 600 000 Franken, Von diesen 600 000 Franken erhielten Sie 50 000 Taler; sie gehörten Ihnen; Sie verfügten darüber nach Ihrer Laune, ich verlange keine Rechenschaft von Ihnen, So haben Sie in diesem Jahre 500 000 Livres erhalten.
Nun, und weiter, mein Herr? In der Tat, Sie haben Redensarten…
Sie drücken meine Gedanken aus, und das genügt… Vor drei Tagen sprachen Sie mit Herrn Debray über Politik, und Sie glaubten, aus seinen Worten zu vernehmen, Don Carlos sei nach Spanien zurückgekehrt. Da verkaufe ich meine Rente, die Nachricht verbreitet sich, ein manischer Schrecken ergreift die Leute; ich verkaufe nicht mehr, ich verschenke; am andern Tage findet es sich, daß die Nachricht falsch war, und daß ich 700 000 Franken durch diese falsche Nachricht verloren habe.
Nun?
Nun! da ich Ihnen ein Viertel gebe, wenn ich gewinne, so sind Sie mir auch ein Viertel schuldig, wenn ich verliere; das Viertel von 700 000 Franken macht 175 000 Franken.
Was Sie mir sagen, ist ganz ungereimt, und ich sehe gar nicht ein, warum Sie den Namen Debray mit dieser ganzen Geschichte vermengen.
Weil Sie, wenn Sie etwa die 175 000 Franken, die ich von Ihnen verlange, nicht haben, sie von Ihren Freunden entlehnen werden, zu denen auch Herr Debray gehört.
Pfui! rief dieBaronin.
Oh! keine Gebärden, kein Geschrei, kein modernes Drama, sonst muß ich Ihnenbemerken, daß ich von hier aus sehe, wie Herr Debraybei den 150 000 Franken, die Sie ihm in diesem Jahrebezahlt haben, hohnlächelt und sich sagt, er habe endlich das gefunden, was die geschicktesten Spieler nie zu entdecken vermochten, nämlich ein Roulette, wo man ohne Einsatz gewinnt, und wo man nichts verspielt, wenn man auch verliert.
DieBaronin wurde wütend. Elender, rief sie, wollen Sie sich erdreisten, mir zu sagen, Sie hätten das nicht gewußt, was Sie mir heute zum Vorwurf zu machen wagen?