In den Klauen des Winters
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #9
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «In den Klauen des Winters». Краткое содержание книги:
Ihre Wangen röteten sich, aber ihre Stimme blieb ruhig. »Ich habe gehört, wie Merise Jahar gefragt hat. Er hat zwei Tage gebraucht, um einzuwilligen, und sie hat ihn nicht unter Druck gesetzt. Ich kann nicht für die anderen sprechen, aber wie Cadsuane schon sagte, du kannst sie ja fragen, wenn du willst. Rand, du musst eines wissen, diese Männer hatten Angst, zu deiner ›Schwarzen Burg‹ zurückzukehren.« Ihre Lippen verzogen sich angewidert, als sie diesen Namen aussprach. »Sie hatten Angst, dass man sie beschuldigt, an dem Angriff auf dich teilgenommen zu haben. Wenn sie einfach geflohen wären, hätte man sie als Deserteure gejagt. Soweit ich weiß, lautet dein Befehl doch so, oder? Wo hätten sie sonst hingehen können außer zu den Aes Sedai? Und es ist gut, dass sie es getan haben.« Sie lächelte, als hätte sie gerade etwas Wunderbares gesehen, und ihre Stimme wurde aufgeregt. »Rand, Damer hat eine Methode entdeckt, wie man jemanden von einer Dämpfung Heilen kann! Licht, ich kann dieses Wort aussprechen, ohne dass mir die Zunge erstarrt. Er hat Irgain und Ronaille und Sashalle Geheilt. Sie haben dir die Treue geschworen, genau wie die anderen auch.«
»Was meinst du damit — wie die anderen auch?« »Ich meine, all die Schwestern, die von den Aiel festgehalten wurden. Sogar die Roten.« Sie klang, als könnte sie es noch immer nicht glauben, was durchaus richtig war, aber Unglaube verwandelte sich in Eifer, als sie beide Füße auf den Boden stellte, sich vorbeugte und ihn fixierte. »Jede von ihnen hat den Eid geleistet und die Strafe akzeptiert, die du Nesune und den anderen auferlegt hast, den ersten fünf, die den Schwur geleistet haben. Cadsuane vertraut ihnen nicht. Sie hat nicht erlaubt, dass auch nur eine von ihnen einen Behüter mitbringt. Ich muss zugeben, dass ich zuerst unschlüssig war, aber ich glaube, dass du ihnen vertrauen kannst. Sie haben einen Eid auf dich geschworen. Du weißt, was das für eine Schwester bedeutet. Wir können keinen Eid brechen, Rand. Das ist nicht möglich.«
Sogar die Roten. Es hatte ihn überrascht, als die ersten fünf Gefangenen ihm Gehorsam schworen. Elaida hatte sie geschickt, um ihn zu entfuhren, und sie hatten es auch getan. Er war sich sicher gewesen, dass es damit zu tun hatte, dass er Ta'veren war, aber das hatte nur die Wahrscheinlichkeit geändert, hatte dafür gesorgt, dass das, was nur einmal in einer Million Fälle passierte, "zur Realität wurde. Schwer zu glauben, dass eine Rote auf einen Mann, der die Macht lenken konnte, einen Treueid schwor, ganz egal unter welchen Umständen.
»Rand, du brauchst uns.« Sie stand auf und bewegte sich, als wollte sie auf und ab schreiten, aber dann blieb sie stehen und betrachtete ihn. Ihre Hände glätteten die Röcke, als wäre sie sich nicht bewusst, was sie tat. »Du brauchst die Unterstützung der Aes Sedai. Ohne sie wirst du jede Nation erobern müssen und darin warst du bis jetzt nicht besonders erfolgreich. Du magst ja der Ansicht sein, dass die Rebellion in Cairhien ihr Ende gefunden hat, aber nicht jeder ist davon begeistert, dass Dobraine zu deinem Verwalter ernannt wird. Falls Toram Riatin wieder auftauchen sollte, könnten sich ihm eine Menge Unzufriedener anschließen. So wie wir gehört haben, sitzt Hochlord Darlin gemütlich im Stein und wird als dein Verwalter in Tear angekündigt, aber die Rebellen strömen nicht aus dem Haddon Mirk an seine Seite. Was Andor angeht, wird Elayne Trakand vielleicht verkünden, dass sie dich unterstützt, sobald sie auf dem Thron sitzt, aber sie hat deine Soldaten aus Caemlyn herausmanövriert, und ich trage ein Glöckchen am Hals, wenn sie sie nach einer erfolgreichen Thronbesteigung in Andor bleiben lässt. Die Schwestern können dir helfen. Elayne wird auf uns hören. Die Rebellen in Cairhien und Tear werden zuhören. Die Weiße Burg beendet seit dreitausend Jahren Kriege und Rebellionen. Dir mag der Vertrag missfallen, den Rafela und Merana mit Harine abgeschlossen haben, aber sie haben alles erreicht, was du haben wolltest. Licht, Mann, lass uns dir helfen!«
Rand nickte langsam. Dass ihm die Aes Sedai den Gehorsam schworen war bloß als eine Möglichkeit erschienen, die Menschen mit seiner Macht zu beeindrucken. Die Furcht, dass sie ihn für ihre eigenen Zwecke einspannten, hatte ihn für alles blind gemacht. Er gab das nicht gern zu. Er war ein Narr gewesen.
Ein Mann, der jedem vertraut, ist ein Narr, sagte Lews Therin, und ein Mann, der niemandem vertraut, ist ein Narr. Wir sind alle Narren, wenn wir lange genug leben. Er klang beinahe wie ein geistig gesunder Mensch.
»Geh zurück nach Cairhien«, sagte er. »Richte Rafela und Merana aus, ich will, dass sie mit den Rebellen in Haddon Mirk sprechen. Sag ihnen, sie sollen auch Bera und Kiruna mitnehmen.« Von Alanna abgesehen waren das die vier anderen, denen er Min zufolge vertrauen konnte. Was hatte sie über die fünf Frauen gesagt, die Cadsuane mitgebracht hatte? Dass jede von ihnen ihm auf ihre Art dienen würde. Das reichte nicht, noch nicht. »Ich will Darlin Sisnera als meinen Statthalter und die von mir erlassenen Gesetze sollen bestehen bleiben. Alles andere können sie bei den Verhandlungen weggeben, solange sie nur die Rebellion beenden. Und danach... was ist?«
Alannas Miene hatte sich verdüstert und sie war wieder auf den Stuhl gesunken. »Es ist nur, dass ich diesen ganzen weiten Weg gereist bin, und du schickst mich sofort wieder weg. Es ist vermutlich besser so, da dieses Mädchen hier ist.« Sie seufzte. »Du hast keine Vorstellung davon, was ich in Cairhien durchgemacht habe, wie ich den Bund nur gerade genug verhüllt habe, um zu verhindern, dass mich das, was ihr beider, treibt, die ganze Nacht wach hält. Das ist viel schwieriger, als ihn vollständig zu verhüllen, aber ich mag es nicht, die Verbindung mit meinen Behütern völlig zu verlieren. Doch zurück nach Cairhien zu gehen wird fast genauso schlimm sein.«
Rand räusperte sich. »Das ist mein Wille.« Über gewisse Dinge sprachen Frauen viel offener als Männer, das hatte er mittlerweile gelernt, aber es war immer noch ein Schock, wenn sie es dann taten. Er hoffte, dass Elayne und Aviendha den Bund verhüllten, wenn er Min liebte. Wenn sie zusammen im Bett lagen, existierte nichts mehr außer ihr, genau wie es bei Elayne gewesen war. Und mit Sicherheit wollte er sich nicht mit Alanna darüber unterhalten. »Möglicherweise bin ich hier fertig, wenn du in Cairhien alles erledigt hast. Wenn ich nicht... wenn nicht, kannst du hierher zurückkehren. Aber du musst von mir fernbleiben, bis ich etwas anderes sage.« Selbst mit dieser Einschränkung blühte in ihr die Freude wieder auf.
»Du wirst mir nicht verraten, mit wem du den Bund eingegangen bist, oder?« Er schüttelte den Kopf und sie seufzte. »Ich sollte jetzt besser gehen.« Sie stand auf, nahm den Umhang und legte ihn sich über den Arm. »Im besten Fall ist Cadsuane nur ungeduldig. Sorilea hat sie ermahnt, wie eine Mutterglucke auf uns aufzupassen, und das tut sie auch. Auf ihre Weise.« An der Tür blieb sie für eine letzte Frage stehen. »Warumbist du hier, Rand? Cadsuane mag es ja egal sein, aber mir nicht. Wenn du willst, behalte ich es für mich. Ich habe es nie geschafft, mich länger als nur ein paar Tage in einem Stedding aufzuhalten. Warum solltest du freiwillig hier bleiben, wo du nicht einmal die Quelle fühlen kannst?«
»Vielleicht ist es für mich nicht so schlimm«, log er. Ihm wurde klar, dass er es ihr hätte sagen können. Er glaubte ihr, dass sie es für sich behalten würde. Aber sie sah ihn als ihr Behüter und sie war eine Grüne. Keine Erklärung konnte sie dazu bringen, dass er sich all dem allein stellte, aber in Far Madding konnte sie sich nicht besser verteidigen als Min, vielleicht sogar noch weniger. »Geh, Alanna. Ich habe genug Zeit verschwendet.«
Sobald sie den Raum verlassen hatte, rutschte er auf dem Bett herum, bis er mit dem Rücken wieder an der Wand lehnte, dann saß er da und spielte mit der Flöte herum. Er dachte nach. Min hatte gesagt, dass er Cadsuane brauchte, aber sie war an ihm lediglich als Kuriosität interessiert. Eine Kuriosität mit schlechten Manieren. Irgendwie musste er ihr Interesse wecken. Aber wie, beim Licht, sollte er das machen?