Die Zwerge
- Автор: Хайц Маркус
- Серия: die zwerge #1
- Год: 2003
- Язык: немецкий
- Год: Ullstein Heyne List GmbH & Co. KG
- ISBN: 3-453-87531-1
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
Sie wandten sich gemeinsam zu den Stufen um und hoben ihre Waffen. Tungdil setzte sein Horn an die Lippen und blies zum Angriff.
Das Geborgene Land, das Fünfte Zwergenreich, Giselbart,
im Winter des 6234sten Sonnenzyklus
Djerůn setzte einen Fuß vor den anderen und bildete die Spitze des Ausfalls. Die Zwerge flankierten ihn, dahinter folgten Rodario mit den Fackeln und Furgas, der ihn und die wertvollen Flammen vor den Angriffen der Bogglins beschützte.
Währenddessen setzte sich Andôkai auf den Stufen noch immer gegen den Golem zur Wehr. Die Attacken gaben ihr keine Gelegenheit, den Magus anzugreifen und damit die Wurzel des Übels auszuschalten. »Rasch! Mehr als ein bis zwei Zauber sind mir nicht mehr möglich«, rief sie angestrengt.
»Ich kümmere mich darum«, verkündete Narmora und sprang aus dem Stand auf die Schulter Djerůns, stieß sich ab und flog fünf Schritte durch die Halle, ehe sie auf dem Kopf eines Bogglins landete und sich erneut abdrückte. Sie benutzte die Schädel und Schultern der überrumpelten Feinde wie Trittsteine und überwand so die Distanz zum Zauberer, doch kurz bevor sie ihn erreichte, traf sie ein Dolch in den Unterschenkel. Sie trat fehl und verschwand in der johlenden Menge.
»Narmora!«, schrie Furgas entsetzt und vernachlässigte seine Aufgabe als Bewacher. Die Bestien setzten sofort nach und drangen auf Rodario ein.
»Hinfort!«, schrie er sie an und drosch mit den Fackeln nach ihnen. Kreischend wichen sie vor der Hitze zurück, Funken stoben auf, und die Getroffenen standen augenblicklich in Flammen und taumelten davon. Das Drachenfeuer verbrannte die Kreaturen Tions in Windeseile zu Asche.
Seine Verteidigung verlief erfolgreich, dafür verloschen die Lichtquellen und wurden von den Schwertern der Bogglins zerstört, sodass er plötzlich mit nur einer einzigen Fackel dastand. »Furgas!«, machte er seinen Freund auf seine Lage aufmerksam. »Zu Hilfe!«
Doch Furgas beobachtete voller Sorge die Stelle, an der seine Gefährtin verschwunden war.
»Furgas, verdammt!«
Balyndis scherte aus der Reihe aus und übernahm es, die Bestien auf Abstand zum Schauspieler zu halten.
Plötzlich trat die Halbalbin wie aus dem Nichts hinter dem ersten Leibwächter des Magus hervor und trennte ihm mit einem üblen Hieb ihrer Waffen den Kopf ab. Bevor sich die anderen Orks auf die neue Lage einstellen konnten, starben auch sie.
»Beeindruckend«, kommentierte der Magus wütend und richtete seinen Stab gegen sie, »dennoch nicht gut genug!«
Ein breiter Strahl schoss auf Narmora zu, sie wich zur Seite aus, aber die Energien folgten ihren Bewegungen.
Ehe sie getroffen wurde, prallten sie unvermittelt gegen ein unsichtbares Hindernis und lösten sich auf. Gleich darauf zuckte ein breiter Blitz vom Heiligtum herüber und schlug knisternd in den Mann ein. Das Gleißen endete erst, als der Magus zu einem schmorenden, stinkenden Bündel verbrannt war. Im nächsten Augenblick zerfiel der Golem in Einzelteile. Die schweren Brocken erschlugen Dutzende der Bestien und drei der Oger, die sich nicht mehr in Sicherheit bringen konnten.
Die beiden übrigen Oger hielten inne; schließlich wichen sie aus Angst vor der siegreichen Magierin in die nächste Halle zurück und verschwanden aus ihrer Sicht.
Narmora hob den Arm grüßend in Richtung Andôkais; diese erwiderte die Geste und zog in einer fließenden Bewegung ihr Schwert. Mehr besaß sie nicht mehr, um sich zu verteidigen.
»Na, also. Narmora lebt. Würdest du mir nun bitte wieder zur Hand gehen, oder hast du jemand anderen dazu auserkoren, die Hauptrolle im nächsten Stück zu spielen, und willst mich einen heldenhaften Tod finden lassen?«, sagte Rodario liebenswürdig zu Furgas.
Andôkai stürmte die Stufen des Heiligtums herab; ihre Klinge wütete schrecklich gegen die Feinde.
»Verflucht, die feigen Oger verschwinden! Deine Herrin verdirbt mir alles«, ärgerte sich Boїndil und stürzte sich umso wütender auf die flüchtenden Bogglins. »Wenigstens habe ich mit denen meinen Spaß.«
Er rannte ihnen hinterher, ohne auf die Warnungen Tungdils zu achten; die Beile schlugen in die Hälse der Feinde, und er scheuchte sie wie eine Herde Schweine vor sich her. Auf der Schwelle zur anschließenden Halle blieb er wie angewurzelt stehen.
»Was ist? Hat dich die Vernunft ereilt?«, fragte Goїmgar gehässig, während sie zu Ingrimmsch aufschlossen. Dann aber erstarrten auch sie.
»Diese Szene lassen wir auch weg«, raunte Rodario mit trockenem Mund. »Sie gefällt mir nicht.«
Die Ausmaße des Raumes betrugen sicherlich dreitausend Schritt in der Länge und zweitausend in der Breite; die verlassenen Hochöfen, Rampen und Seilzüge, die umherstehenden oder umgestürzten Schlacke- und Roheisenpfannen und die Kohlehalden verrieten, was die Fünften hier einst trieben.
Wo früher Eisen und Stahl entstanden, lagerte nun eine Streitmacht von mindestens eintausend Orks, Bogglins und Trollen, die ihnen den Zugang zur Esse verwehrten.
Schon trafen die in die Flucht geschlagenen Bogglins und Oger auf die ersten Reihen der Bestien und berichteten hastig, was sich in der anderen Halle zugetragen hatte. Ein Ruck lief durch die Masse, die Ersten standen auf und packten grölend ihre Waffen, um sich kampfbereit zu machen.
»Das ist...« Boїndil wusste nicht, was er zu diesem Anblick sagen sollte, und seine Arme mit den Beilen senkten sich kapitulierend. Dieses grauenvolle Heer bedeutete für ihren tapferen Haufen mehr als eine »große Herausforderung«, von der er so gern sprach. Selbst er sah ein, dass es für sie kein Durchkommen gab.
»Könnt Ihr auf die andere Seite schweben und uns mitnehmen, so wie Ihr es bei Goїmgar tatet, um ihn zu retten?«, schlug Tungdil der Maga heiser vor.
»Ich bin vom Gefecht gegen den Golem und den Magus erschöpft, meine Magie ist verbraucht.« Andôkai schaute mit bitterer Miene über die Ungeheuer. »Hätte ich geahnt, was uns erwartet, hätte ich mich vorhin zurückgehalten. Und selbst dann...«
»Lasst uns nach Hause gehen«, bat Goїmgar flehentlich und wandte sich an Gandogar. »Mein König, du bist...«
Tungdil brachte ihn mit einem Blick zum Verstummen. »Wir können nicht gehen. Allenfalls sterben wir bei dem Versuch, unser Ziel zu erreichen«, sagte er, und sein Kopf senkte sich trotzig. »Außer uns kann keiner mehr an diesen Ort vordringen, wir sind das letzte Aufgebot gegen Nôd’onn.«
»Wir bleiben.« Gandogar nickte zu Goїmgars Entsetzen. »Ich stehe euch bei.« Er hob die doppelköpfige Streitaxt.
»Wir sind Zwerge«, setzte Ingrimmsch grollend hinzu, der sich wieder gefangen hatte. Auch er neigte den Kopf, zog ihn zwischen die Schultern und holte tief Luft. »Wir werden niemals aufgeben!«, schrie er den Bestien entgegen, schlug die Axtrücken gegeneinander und ließ das Klirren durch die Erzschmelze fliegen. »Hört ihr das, ihr Scheusale!? Das ist der Laut eures Untergangs.«
Tungdil betete stumm zu Vraccas. »Der Kampf durch die Reihen ist das Einzige, was mir einfällt.« Er schaute in die Gesichter seiner Begleiter. »Vermutlich werden nicht alle von uns auf der anderen Seite der Halle ankommen. Achtet darauf, dass die Richtigen zur Esse gelangen.« Er schaute zu Balyndis. »Ich bin entbehrlich, ich werde mein Leben geben, damit das Geborgene Land mit all seinen Völkern weiterhin hoffen kann.«
Furgas küsste Narmora leidenschaftlich und mit Tränen in den Augen; sie gehörte zu denen, die unter allen Umständen durchkommen mussten. Sie strich ihm zärtlich übers Gesicht.
»Eins zu Hundert«, schätzte Boїndil die Verhältnisse ab. »Es hätte schlimmer kommen können.« Dieses Mal übernahm er es, das Horn zu blasen und ein altes Zwergensignal erschallen zu lassen, das von den Gegnern mit aufforderndem Rufen erwidert wurde. »Wer zuerst auf der anderen Seite ankommt«, knurrte er, »hat gewonnen.«