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Die Zwerge

Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:

Tapfer bewachen die Zwerge des fünften Stammes den Steinernen Torweg, um das Geborgene Land, in dem Menschen, Zauberer und Elben in Frieden leben, vor den üblen Geschöpfen des Gottes Tion zu schützen. Doch eines Tages reicht die Kraft der Äxte nicht mehr aus: Orks und Oger stürmen in riesigen Horden das Tor. Das Tote Land drängt voran und bringt Siechtum und Tod über die tapferen Zwerge; wer auf seinem Boden stirbt, kehrt als untoter Sklave des Bösen zurück. Und zu allem gesellen sich die Albae, grausame Wesen voller Macht und Heimtücke. Der Steinerne Torweg fällt und mit ihm der letzte Zwerg aus dem Stamm der Fünften.
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
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Die Ausmaße des Sees konnte Tungdil schwer schätzen, aber im Durchmesser betrug die kochende Fläche mindestens viertausend Schritt. Vereinzelt ragten Inseln aus der Lava, und von der Decke hingen bizarre Basaltzapfen, die sich im Lauf der Zyklen durch emporgeschleudertes und abgekühltes Magma gebildet hatten. Sie glommen im Schein des Sees honigfarben.

»Darin soll ein Drache leben können?«, staunte Goїmgar, der von dem Anblick ebenso überwältigt war wie die anderen. »Gut, dass wir nicht mit ihr kämpfen. Was können unsere Waffen gegen ein Wesen ausrichten, das in diesem Inferno herumschwimmt?« Heimlich hoffte er, dass sie einfach untertauchte und sich nicht zeigte.

Djerůn hob sein Schwert und deutete auf einen Punkt etwa eintausend Schritt von ihnen am Ufer entfernt, um Andôkai auf seine Entdeckung aufmerksam zu machen. »Wir müssen uns um Argamas keine Sorgen mehr machen«, sprach sie. »Schaut dorthin.«

Entsetzt erblickten sie die Überreste des gigantischen Gerippes, das der Form nach einem Drachen gehörte.

VII

Das Geborgene Land, das Fünfte Zwergenreich, Giselbart,

im Winter des 6234sten Sonnenzyklus

Ingrimmsch scharrte mit den Stiefeln in den gewaltigen Knochenüberresten herum. Dazwischen lagen gebrochene Pfeilstücke, Lanzen, Speere und kleinere Knochen. »Schweineschnauzen. Sie haben den Drachen getötet. Das muss schon ein paar Zyklen her sein, wenn ich mir das so ansehe.« Abschätzend begutachtete er das Gerippe, und seine Augen spiegelten Wehmut. »Es muss ein guter Kampf gewesen sein.«

Goїmgar zuckte mit den Schultern. »Es hat keinen Sinn! Lasst uns nach Hause gehen. Ich wäre gern bei meinem Stamm, wenn es losgeht und Nôd’onn vor den Toren unseres Reiches steht.«

»Du und kämpfen?«, höhnte Boїndil und prüfte die Festigkeit eines Drachenknochens. Die Rippe hielt seiner Kraft stand.

»Ich möchte bei meinem Volk sein, wenn es zu Ende geht, das ist alles. In der Gemeinschaft eines kampfgierigen Idioten wie dir, eines Hochstaplers und eines untoten Zwerges zu sterben, das will ich nicht.« Er nickte der Schmiedin zu. »Gegen dich habe ich nichts.«

»Und wenn wir die Esse mit einfachem Feuer in Gang setzen?«, meinte Furgas.

Tungdil schaute über die Lava. »Wir haben keine andere Möglichkeit. Wir müssen es versuchen«, sagte er. »Was bleibt uns denn sonst? Ich kehre nicht mit leeren Händen zurück und sehe Nôd’onn bei seinem Krieg einfach nur zu.« Er betrachtete die tänzelnden Flämmchen auf der Lava genauer und wischte sich den frischen Schweiß aus den Augen. Er kannte Feuer aus seiner Esse in allen Farben, doch dieses sah anders aus. »Täusche ich mich, oder brennen die Flammen heller?«, fragte er Balyndis, die sich wie er am besten von allen mit Feuer auskannte.

»Es sieht so aus«, gab sie ihm Recht und verstand, auf was er hinauswollte. Sie nahm eine Fackel, entzündete sie an einer der zuckenden Flammen, und tatsächlich spendete sie mehr Licht als gewöhnlich.

»Narmora, versuche, ob du sie mit deinen Fertigkeiten löschen kannst«, bat Andôkai die Halbalbin.

Die Schwarzhaarige nickte, schloss die Augen und sammelte ihre Konzentration, um sie gleich darauf wieder zu öffnen. Die Fackel brannte noch immer. »Es geht nicht«, gestand sie voller Verwunderung. »Gewöhnliches Feuer...«

»Eben«, lachte die Maga erleichtert. »Tungdil hatte mit seiner Vermutung Recht. Argamas hat dem See etwas von ihrem Drachenbrodem hinterlassen.«

Balyndis gab Tungdil vor überschwänglicher Erleichterung einen Kuss auf die Wange, und er grinste sie verlegen an »Wir haben das, was wir brauchen«, sagte er fest. »Wir entzünden alle Fackeln und gehen zurück. Die Esse wartet darauf, zum Leben erweckt zu werden.« Er ging los und strebte auf den Tunnel zu, aus dem sie gekommen waren.

»Herzallerliebst«, kommentierte Rodario. »Ein Glück, dass es hier so warm ist. Meine Tinte läuft herrlich aus der Feder, und dieser Augenblick voller überwältigender Gefühle schreit danach, festgehalten zu werden.« Im Gehen schrieb er weiter. »Furgas, mein lieber Freund und Compagnon, die Dimensionen unseres Abenteuers drohen allmählich den Rahmen eines gewöhnlichen Theaterstückes zu sprengen. Wir könnten bereits vormittags anfangen«, grübelte er. »Doppelter Eintritt, mehr Statisten. Schaffen wir das?«

Furgas betrachtete den Feuersee noch einmal, bevor sie in den Stollen zurückkehrten und sich an den Aufstieg machten. »Den lassen wir weg«, entschied er. »Die Kohle, um die Hitze zu simulieren, wäre zu teuer.«

»Ja, das ist schon besser. Wir sollten sparsam vorgehen. Außerdem, bei dem Gestank würden sich die Spectatores reihenweise übergeben.«

»Es könnte auch an deiner Schauspielkunst liegen«, bemerkte Boїndil trocken und drückte ihm eine Fackel in die Hand. »Nimm das. Du wirst nicht kämpfen müssen und hast die Hand für diesen Ballast frei. Und wehe, du lässt sie verlöschen.«

»Ich schwöre bei allen Windrichtungen, den Göttern und sogar dem Bösen, dass, wenn mir dieses Missgeschick passieren sollte, was wiederum alle Gottheiten und Wesenheiten verhindern mögen, auf der Stelle und sofort, ganz gleich, wo ich mich befinde, der Blitz in dich fahren soll«, sagte er feierlich.

Der Zwerg nickte zufrieden, bis sich ihm der Sinn der gestelzten Worte erschloss. »Sehr lustig«, knurrte er und beließ es dabei, während sich Goїmgar und Rodario ausschütten wollten vor Lachen. »Das Lachen wird euch beiden noch vergehen«, drohte er.

*

Bavragor wurde zunehmend unheimlicher.

Seit dem Betreten des Zwergenreichs sprach er überhaupt nicht mehr, sondern rollte nur noch wild mit seinem Auge. Gelegentlich knurrte und stöhnte er ohne ersichtlichen Grund auf, die Fesseln um seine Handgelenke spannten sich und knirschten gefährlich. Djerůn wachte darüber, dass er niemandem zu nahe kam.

Ingrimmsch beschwerte sich unentwegt, dass sie mit den Fackeln noch leichter und früher von Feinden gesehen werden konnten, aber eine andere Möglichkeit wollte ihnen nicht einfallen.

Er hatte Recht. Die grellen Feuer erhellten die mit Vraccasium, Palandium, Gold- und Silberplatten vertäfelten Gänge, und so sahen sie zwar auf zwanzig Schritt jede kleine Einzelheit, aber ebenso wurden die Bestien auf sie aufmerksam.

Sie müssen geahnt haben, dass wir es brauchen. Tungdil berührte die Platten. Auch auf die Gefahr hin, die Ahnen zu erzürnen, entschied er sich, Stücke davon herauszubrechen und einzustecken. Mit Djerůns Kräften war es ein Leichtes, und bald hatten sie genügend zusammen, um daraus die Intarsien der Axt fertigen zu können. Nur Eisen fehlte ihnen noch. Tungdil betrachtete die Axt, die Lot-Ionan ihm geschenkt hatte. Notfalls werde ich sie einschmelzen.

Nachdem sie lange durch das verlassene Reich der Fünften marschiert waren, gab Boїndil plötzlich das Zeichen zum Anhalten. »Vor uns ist etwas«, begründete er seine Entscheidung, und seine Haltung wurde lauernd. »Ich rieche den Gestank von Bestien, aber Orks sind es keine.«

Tungdil schnupperte und bemerkte die Duftspur, die in der Luft lag. »Sie müssen vor uns sein.« Er blickte zu Narmora, die nur nickte und sich anschickte, den Gang zu erkunden.

»Kommt nur her! Hier steht ein Zwerg, der sich nicht vor euch fürchtet!«, schallte plötzlich eine laute Stimme durch den Gang, dann prallten Waffen und Schilde scheppernd zusammen, und dünne Schreie erklangen. »Ich mag der Letzte sein und euch unterliegen, aber von euch nehme ich sicher vier Dutzend mit. Vraccas ist mit mir!«

Diese Stimme kenne ich, dachte Tungdil, doch bevor es ihm einfiel, kam ihm jemand zuvor.

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