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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Das passt«, sagte Rod. »Die Splits erzählten Renner, die Vermittler seien eine Kreuzung …«

»Passen Sie auf«, befahl Horowitz. Er aktivierte einen Wandbildschirm und tippte Codebezeichnungen ein. Seltsame Formen wurden sichtbar. Split-Chromosomen sahen aus wie dicht nebeneinander liegende Scheibchen, die von dünnen Streben zusammengehalten wurden. Auf den Scheiben waren Bänder und Streifen zu erkennen — und Sally und Horowitz begannen eine Unterhaltung in einer Sprache, die Rod nicht verstand. Geistesabwesend hörte er eine Weile zu, dann entdeckte er eine Laborgehilfin, die Kaffee machte. Das Mädchen bot ihm mitfühlend eine Tasse an, ein zweiter Assistent kam dazu, und Rod wurde bald um Informationen über die Splits bestürmt. Wieder einmal.

Eine halbe Stunde später verließen sie die Universität. Was immer Horowitz gesagt hatte, Sally war überzeugt.

»Warum bist du so verstört, Liebste?« fragte er. »Horowitz hat recht. Es ist ganz sinnvoll, wenn Vermittler steril sind.« Rod verzog bei dem Gedanken das Gesicht.

Horowitz hatte anzüglich festgestellt, dass die Vermittler unter diesen Umständen sich nicht von Nepotismus beeinflussen lassen würden.

»Aber mein Fjunch(klick) hätte mir das gesagt. Ich bin sicher, dass sie’s getan hätte. Wir haben über Sex und Fortpflanzung gesprochen, und sie sagte …«

»Was?«

»Ich weiß es nicht mehr genau.« Sally holte ihren Taschencomputer hervor und kritzelte Symbole zum Abruf von Informationen auf den Schirm. Das Gerät summte, wechselte dann die Tonhöhe, um anzuzeigen, dass es das Funksystem des Flugwagens benutzte, um Verbindung mit den Datenbanken des Palastes aufzunehmen. »Und ich erinnere mich nicht mehr, wann genau sie es sagte …« Sie schrieb noch etwas. »Ich hätte wirklich ein besseres System von Querverweisen anwenden sollen, als ich das Band eingab.«

»Du wirst es schon finden. Da ist der Palast — nach dem Mittagessen haben wir eine Besprechung mit den Splits. Warum fragst du sie nicht danach?«

Sie grinste.

»Du wirst ja rot.«

Sally kicherte. »Erinnerst du dich, als die kleinen Splits sich damals paarten? Das war der erste Hinweis auf Geschlechtsänderungen in erwachsenen Splits, und ich bin in die Messe gesaust — Dr. Horvath hält mich wohl immer noch für ein sexbesessenes Weib.«

»Soll ich fragen?«

»Wenn ich’s nicht wage. Aber, Rod, mein Fjunch(klick) hätte mich nie angelogen. Nein, bestimmt nicht.«

Sie aßen wieder im Speisesaal für Regierungsbeamte, und Rod bestellte auch diesmal Kaffee mit Brandy. Als er an seiner Tasse nippte, sagte er nachdenklich: »Das hier war von einer Nachricht begleitet …«

»Oh? Hast du mit Mr. Bury gesprochen?«

»Nur, um ihm zu danken. Er ist noch immer … äh … Gast der Admiralität. Nein, die Botschaft war das Geschenk selbst. Er sagte mir, dass er die Möglichkeit hatte, Nachrichten abzuschicken, noch bevor die Lenin in der Umlaufbahn war.«

Sie blickte erschrocken auf. »Du hast recht — warum haben wir das nicht …«

»Zu viel zu tun. Als es mir endlich einfiel, fand ich es nicht wichtig genug für eine Meldung, deshalb habe ich nichts unternommen. Die Frage ist aber, Sally: welche anderen Botschaften hat er abgeschickt, und warum wollte er, dass ich erfahre, dass er es konnte?«

Sie schüttelte den Kopf. »Ich würde lieber die Beweggründe fremder Wesen zu ergründen versuchen als die von Mr. Bury. Er ist ein sehr seltsamer Mann.«

»Stimmt. Aber kein dummer.« Er erhob sich und half Sally auf. »Zeit für die Konferenz.«

Man traf sich in der Splitunterkunft im Palast. Es sollte eine Arbeitsbesprechung werden, und Senator Fowler ging anderweitig seinen politischen Geschäften nach, so dass Rod und Sally nach Belieben Fragen stellen konnten.

»Ich bin froh, dass du Mr. Renner für den beratenden Stab vorgeschlagen hast«, meinte Sally zu Rod, als sie den Lift verließen. »Er hat eine … nun, eine so ganz andere Anschauung über die Splits.«

»Anders dürfte das richtige Wort sein.« Rod hatte noch weitere Teilnehmer der Expedition ernannt: Kaplan Hardy, Sinclair und etliche Wissenschaftler. Bis Senator Fowler über Dr. Horvaths Ansuchen um Aufnahme in die Kommission entschieden hatte, konnte man ihn nicht hinzuziehen; der Wissenschaftsminister weigerte sich vielleicht, sich den Kommissionsräten unterzuordnen.

Die Infanterieposten vor den Räumen der Splits nahmen Haltung an und salutierten, als Rod und Sally erschienen. »Siehst du, du machst dir zuviel Sorgen«, sagte Rod und grüßte zurück. »Die Splits haben sich über die Wachen nicht beschwert.«

»Beschwert? Jock sagte mir, der Botschafter freut sich, Wachen bekommen zu haben«, sagte Sally. »Ich glaube, er fürchtet sich ein wenig vor uns.«

Rod zuckte die Achseln. »Sie sehen sich ziemlich viel 3-D an. Weiß Gott, was sie jetzt von der menschlichen Rasse halten.« Sie traten ein und gerieten in eine angeregte Unterhaltung.

»Natürlich habe ich keine direkten Beweise erwartet«, betonte Kaplan Hardy. »Aber obwohl ich keine erwartete, wäre es doch eine angenehme Überraschung gewesen, irgend etwas Konkretes zu finden: heilige Schriften, eine Religion ähnlich wie die unsere, derartige Dinge. Aber erwartet — nein, erwartet habe ich es nicht.«

»Ich frage mich immer noch, was du eigentlich zu finden hofftest«, sagte Charlie. »Ware es meine Aufgabe zu beweisen, dass die Menschen Seelen haben, so wüsste ich nicht, wo beginnen.«

Hardy zuckte die Achseln. »Ich weiß es auch nicht. Aber beginnen wir mit euren religiösen Anschauungen — ihr glaubt, ihr besitzt etwas wie eine unsterbliche Seele.«

»Manche glauben es, manche nicht«, sagte Charlie. »Der Großteil der Meister glaubt es. Wie die Menschen mochten auch die Splits nicht glauben müssen, ihr Leben sei sinnlos. Oder dass sie für alle Ewigkeit ausgelöscht werden könnten. Hallo, Sally, Rod.

Bitte setzt euch doch.«

»Danke.« Rod nickte Jock und Ivan grüßend zu. Der Botschafter erinnerte an eine surrealistische Darstellung einer großen, weißen Angorakatze, wie er da ausgestreckt auf einer Couch ruhte. Der Meister winkte mit der unteren rechten Hand, eine Geste, die, wie Rod gelernt hatte, etwas wie ›ich sehe dich‹ bedeutete. Es gab offensichtlich noch andere Grußformen, aber die waren für Meister, für Ebenbürtige reserviert, nicht für Wesen, die mit Vermittlern Besprechungen abhielten.

Rod schaltete seinen Taschencomputer ein, um die Notizen für die heutige Besprechung abzurufen. Die Information war so codiert, dass er an die offiziellen Punkte der Tagesordnung ebenso erinnert würde wie an die Fragen, die Senator Fowler beantwortet haben wollte, ohne dass die Splits merkten, dass sie überhaupt gestellt worden waren; Fragen wie zum Beispiel die, warum sich die Splits nie nach dem Schicksal der Narren-Sonde erkundigt hatten. Daran brauchte Rod nicht erinnert zu werden; es war ihm genauso rätselhaft wie dem Senator. Andererseits hätte er das Thema nur ungern zur Sprache gebracht, da er dann wohl berichten musste, was er der Sonde angetan hatte.

»Bevor wir beginnen«, sagte Rod. »Das Außenamt ersucht euch, heute Abend an einem Empfang teilzunehmen. Für den Provinzadel und einige Parlamentsabgeordnete.«

Die Splits begannen zu zwitschern. Ivan antwortete. »Es wird uns eine Ehre sein«, sagte Jock förmlich. Ihre Stimme war völlig ausdruckslos.

»Gut. Nun stehen wir wieder vor denselben Problemen, über die wir schon gesprochen haben. Ob ihr eine Gefahr für das Imperium darstellt und welche Auswirkungen eure Technologie auf unsere Wirtschaft haben würde.«

»Sonderbarerweise«, sagte Jock, »beschäftigen uns dieselben Probleme. In umgekehrter Richtung natürlich.«

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