Der Splitter im Auge Gottes
- Автор: Нивен Ларриё, Пурнель Джерри
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-21532-X
- Переводчик: Yoma Cap
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
Split: Ihr heiratet also, um Kinder auf zuziehen. Wer zieht Kinder auf, die außerhalb einer Ehe geboren werden?
Sally: Dafür gibt es wohltätige Institutionen.
Split: Ich nehme an, dass du nie …
Sally: Nein, natürlich nicht.
Die wirkliche Sally wurde ein bisschen rot, doch ihre Miene blieb grimmig entschlossen.
Split: Wie machst du das? Ich meine nicht, warum, sondern wie?
Sally: Nun — du weißt, dass Männer und Frauen Geschlechtsverkehr haben müssen, damit ein Kind entstehen kann, so wie ihr auch — ich hab’ euch ziemlich genau untersucht …
»Vielleicht nicht genau genug«, kommentierte Hardy.
»Anscheinend nicht«, sagte Sally. »Pscht.«
Split: Pillen? Wie wirken die? Hormone, ja?
Sally: Richtig.
Split: Aber eine anständige Frau nimmt sie nicht?
Sally: Ja.
Split: Wann wirst du heiraten?
Sally: Wenn ich den richtigen Mann finde … Vielleicht habe ich ihn schon gefunden.
Irgend jemand kicherte. Sally schaute sich um und stellte fest, dass Rod geradezu penetrant unbeteiligt dreinsah, dass Hardy sanft lächelte, und dass Renner lachte. Sie warf dem Navigator einen mörderischen Blick zu, aber er weigerte sich leider, zu einem Häufchen Asche zu zerfallen.
Split: Warum heiratest du ihn dann nicht?
Sally: Das ist nicht etwas, in das man sich Hals über Kopf hineinstürzt. ›Jung gefreit, bald bereut.‹ Ich kann heiraten, wann immer ich will. Na ja, innerhalb der nächsten fünf Jahre jedenfalls. Wenn ich bis dahin nicht verheiratet bin, würde man mich als alte Jungfer betrachten.
Split: Was bedeutet das?
Sally: Nun, die Leute würden es sonderbar finden. Was ist, wenn ein Split keine Kinder haben will?
Split: Dann haben wir keinen Geschlechtsverkehr.
Nach ein paar dumpfen Geräuschen erlosch der Bildschirm.
»Die buchstäbliche Wahrheit«, überlegte sie. »›Dann haben wir keinen Geschlechtsverkehrs Haben sie wirklich nicht, aber nicht aus freier Entscheidung.«
»Wirklich?« David Hardy schien unschlüssig zu sein. »Diese Aussage ist im Zusammenhang mit der Frage höchst irreführend …«
»Sie wollte nicht mehr darüber sprechen«, beharrte Sally. »Ganz verständlich. Nur ich habe sie nicht richtig verstanden, das ist alles.«
»Ich habe mein Split nie missverstanden«, sagte Renner. »Manchmal hat es mich nur allzu gut verstanden …«
»Lassen wir das doch.«
»An diesem Tag flogen wir nach Alpha hinunter. Ihr kanntet euch also schon seit Monaten«, überlegte Renner. »Kaplan, was halten Sie davon?«
»Wenn ich Sie recht verstehe, dasselbe wie Sie.«
»Was versuchen Sie eigentlich anzudeuten, Mister Renner? Ich sagte, lassen wir das.«
Mylady Sandra war erzürnt. Rod wappnete sich für das, was jetzt kommen musste: Eis oder Feuer. Oder beides.
»Ich deute es nicht nur an, Sally«, sagte Renner plötzlich entschlossen. »Ich sage es.
Ihr Split hat Sie belogen. Bewusst und vorsätzlich.«
»Unsinn. Sie war verlegen …«
Hardy schüttelte leicht den Kopf. Es war eine kaum wahrnehmbare Bewegung, aber sie brachte Sally zum Verstummen. Sie sah den Priester an. »Ich glaube«, sagte David, »dass ich mich nur an eine Gelegenheit erinnern kann, wo ein Split verlegen war. Es war in diesem Museum. Und alle verhielten sich gleich — nicht wie Ihr Fjunch(klick) jetzt eben, Sally. Es tut mir leid, aber Kevin hat sehr wahrscheinlich recht.«
»Aber aus welchem Grund?« beharrte Sally. »Warum sollte mein — beinahe meine Schwester — warum sollte sie mich anlügen wollen? Darüber?«
Niemand sagte etwas. Sally nickte befriedigt. Sie konnte Kaplan Hardy nicht anfauchen; nicht, dass sie so viel Achtung vor seinem Amt gehabt hätte — sie hatte Achtung vor ihm.
Renner dagegen war etwas anderes. »Sie werden es mir mitteilen, wenn Sie eine Antwort auf diese Frage finden, Mister Renner!«
»Klar. Sicher.« Renners Gesichtsausdruck erinnerte sonderbar an Buckman- Bury hätte ihn sofort erkannt. Renner hatte kaum gehört, was sie gesagt hatte.
Sie verließen den prunkvoll geschmückten Festsaal, sobald es ihnen möglich war.
Hinter ihnen spielte ein Orchester in Fantasieuniformen alte Walzer, während die Splits einer scheinbar endlosen Reihe von Menschen vorgestellt wurden. Provinzbarone waren da, Parlamentsmitglieder, Handelsherren, Leute mit Beziehungen im Protokollamt und diverse ungeladene Gäste. Jeder wollte die Splits sehen.
Rod ergriff Sallys Hand, als sie miteinander durch die verlassenen Palastkorridore wanderten. Hinter ihnen verklang ein uralter Walzer.
»Sie haben nur so kurz zu leben, und wir vergeuden ihre Zeit mit — mit so was«, murmelte Sally. »Rod, das ist nicht anständig!«
»Das gehört mit zu ihrer Aufgabe, Liebste. Was hätten sie davon, wenn wir ihnen alle möglichen Abkommen zusagten, aber den Provinzadel nicht bei der Stange halten könnten? Trotz der Unterstützung der Krone ist es besser, das ganze diplomatische Theater mitzuspielen. Für sie wie für uns.«
»Wird wohl so sein.« Sie hielt ihn vor einem Fenster an und lehnte sich gegen seine Schulter. Der Kapuzenmann war jetzt ganz aufgegangen, ein schwarzer Schatten vor den Sternen, und beobachtete sie durch das hohe Bogenfenster. Im Hof unten tanzte ein Springbrunnen. Lange Zeit standen sie so in dem verlassenen Korridor.
»Ich liebe dich«, flüsterte sie. »Wie kannst du es nur mit mir aushalten?« »Das ist nicht schwer.« Er beugte sich hinunter, um sie zu küssen, ließ sie jedoch frei, als sie nicht reagierte.
»Rod, ich schäme mich … wie kann ich mich je bei Kevin entschuldigen?«
»Bei Kevin? Du machst Witze. Hast du je erlebt, dass Renner sich bei jemandem entschuldigt hätte? Vergiss das. Benimm dich so, als wäre nie etwas gewesen, wenn du ihn das nächste mal triffst.«
»Aber er hatte recht — du wusstest es, nicht? Du hast es schon damals gewusst!«
Er zog sie weiter. Ihre Schritte hallten dumpf durch die Gänge. Selbst bei der schwachen Beleuchtung glommen irisierende Farben im Stein der Wände auf, wenn sie sich bewegten. Dann war die Fensterfront zu Ende, der glutrote Blick des Kapuzenmanns fiel nicht mehr herein, und sie hatten die Treppe erreicht.
»Ich habe es vermutet. Nur nach den Berichten und der kurzen Beziehung, die ich zu meinem Split hatte. Als du heute Nachmittag gingst, habe ich noch einiges nachgeprüft.
Sie haben dich tatsächlich angelogen.«
»Aber warum, Rod? Ich verstehe das einfach nicht …« Schweigend stiegen sie noch eine Treppe höher.
»Die Antwort wird dir nicht gefallen«, sagte Rod schließlich, als sie ihr Stockwerk erreichten. »Sie war ein Vermittler. Vermittler vertreten Meister. Er hat ihr befohlen, dich anzulügen.«
»Aber weshalb? Was für einen erdenklichen Grund können sie haben, ihre Unfruchtbarkeit zu verschweigen?«
»Ich wünschte, ich wüsste es.« Besser, ich wüsste es nicht, dachte er. Aber es hatte keinen Sinn, mit Sally darüber zu sprechen, bis er nicht sicher war. »Nimm es nicht so schwer, Liebste. Wir haben sie auch angelogen.« Sie erreichten seine Tür, und er legte seine Hand auf die Ident-Platte. Die Tür schwang auf und gab den Blick auf Kelley frei, der mit geöffnetem Rock in einem Polstersessel hing. Der Infanterist sprang sofort auf, als er sie bemerkte.
»Himmel noch mal, Kelley. Ich hab’ Ihnen doch gesagt, Sie sollten nicht auf mich warten. Geh’n Sie ins Bett.«
»Wichtige Nachricht, Mylord. Senator Fowler will später noch herkommen. Er ersucht Sie, auf ihn zu warten. Wollte sichergehen, dass Sie die Nachricht erhalten, Mylord.«