Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 132 133 134 135 136 137 138 139 140 ... 298
Перейти на страницу:

Und genau dies war geschehen. René sah sich mit einem wahren Aufruhr konfrontiert, und die Matrosen erkannten in René einen Verbündeten; mit dem Ruf: »Der Sekretär des Kommandanten!« und mit lautem Jauchzen begrüßten sie ihn. Ein Beutel in seiner Hand, mit Geldstücken prall gefüllt, stimmte wiederum die Gläubiger milde. René stieg auf einen Tisch und gab mit Zeichen zu verstehen, dass er sprechen wolle.

Auf der Stelle herrschte Ruhe, nein, absolute Stille, so dass man eines der Atome Descartes’ sich hätte bewegen hören können.

»Freunde«, sagte René, »der Kommandant wünscht nicht, dass beim ersten Mal, da er ein Schiff in seiner Heimatstadt ausrüstet, zwischen seinen Matrosen, woher sie auch stammen mögen, und seinen Landsleuten Streit entsteht.«

Und als er mitten unter den Köpfen, die sich ihm zuwendeten, den Kopf Saint-Jeans erblickte, jenes Seemanns, der ihm zum Dank für das Abendessen alles, was er wissen wollte, über Surcouf erzählt hatte, rief er: »Komm her, Saint-Jean!«, und dann, an Matrosen und Gläubiger gleichermaßen gerichtet: »Kennt ihr alle Saint-Jean?«

»Wir kennen ihn«, erwiderten Gläubiger und Matrosen.

»Er ist eine ehrliche Haut, oder?«

»O ja!«, riefen alle Matrosen wie aus einem Mund. »O ja! O ja!«

»Ja«, erwiderten die Juden etwas leiser und weit weniger freudig.

»Ihn will ich beauftragen, Eure Schulden zu begleichen. Er wird jedem Gläubiger fünf Prozent Zinsen bezahlen, egal, wann der Kredit eingeräumt wurde, so dass jene, die Geld für einen Monat oder zwei Wochen oder nur für eine Woche verliehen haben, Zinsen wie für ein ganzes Jahr erhalten.«

Unter den Juden wurde Gemurmel laut.

»Oh, entweder nehmen Sie an, oder Sie lassen es«, sagte René. »Hier ist das Geld« (er hob den Beutel hoch) »hier meine Tasche; wenn ich den Beutel eingesteckt habe, werden Sie ihn nie wiedersehen. Eins, zwei, drei...«

»Wir sind einverstanden!«, riefen die Juden.

»Saint-Jean, zahle die Schulden, und beeile dich; der Kommandant wird langsam ungeduldig.«

Saint-Jean war ein fähiger Buchhalter und ein schneller Rechner; nach einer Viertelstunde war alles erledigt: Der Betrag, den die Juden verlangten und der sich laut ihren Forderungen auf zweiundfünfzigtausend Francs belief, war mit zwanzigtausend Francs abgegolten, und die Juden, die unter ihren ungepflegten Schnurrbärten und über ihren spitzen Bärten lächeln mussten, gaben zu, dass sie nichts dagegen hätten, wenn all ihre Außenstände auf diese Weise eingetrieben würden.

René ließ ihnen eine Gesamtquittung ausstellen, die Saint-Jean aufsetzte, und zahlte ihnen zwanzigtausend Francs unter der Bedingung, dass die Schuldner ihre Freiheit erhielten. Die Türen wurden geöffnet, die Hindernisse aus dem Weg geräumt, und die Matrosen eilten so stürmisch und schnell wie ein Wirbelwind zur Porte de Dinan, um nicht zu spät zu kommen.

Zur Mittagszeit wollte Surcouf in See stechen, und bis dahin blieb nur noch eine Viertelstunde Zeit. Surcoufs Stirn glättete sich, als er seine Mannschaft herbeieilen sah.

»Ha, meiner Treu«, sagte er zu René, »ich weiß zwar, dass Sie es im Zweikampf mit Herkules aufnehmen können, im Pistolenschießen mit Junot, im Fechten mit Saint-Georges und im Trinken mit General Bisson, aber dass Sie in der Diplomatie ein zweiter Talleyrand sind, das wusste ich nicht; wie zum Teufel haben Sie das fertiggebracht?«

»Nun ja, ich habe für sie bezahlt«, erwiderte René gelassen.

»Sie haben für sie bezahlt?«, fragte Surcouf.

»Ja.«

»Und wie viel haben sie bezahlt?«

»Zwanzigtausend Francs, sehr günstig; sie hatten fünfzigtausend verlangt.«

»Zwanzigtausend Francs!«, wiederholte Surcouf.

»Ist es nicht üblich«, sagte René lachend, »dass der Neue zahlt, um seinen Einstand zu feiern?«

»Zweifellos«, sagte Surcouf im Selbstgespräch, »habe ich es mit dem Enkel Peters des Großen zu tun, der wie sein Vorfahre das Matrosengewerbe erlernen will.«

Und mit lauter Stimme wendete er sich an seine Mannschaft: »He! Ihr Hunde, ihr Bankrotteure, ihr denkt vielleicht, dass ihr es mir verdankt, mit heiler Haut den Händen eurer Gläubiger entronnen zu sein, aber da täuscht ihr euch. Wenn die Vorschüsse ausgezahlt sind, das weiß jeder, der mit mir gefahren ist, braucht keiner meiner Matrosen auch nur einen Sou von mir zu erwarten. Nein, euer neuer Kamerad René hat euch ausgelöst, um seinen Einstand zu feiern – zwanzigtausend Francs, ein teures Vergnügen, aber was soll man tun, wenn es ihm so gefällt; jedenfalls hoffe ich, dass ihr euch dankbar zeigen werdet, und falls er in Gefahr geraten sollte, alles tun werdet, um ihm zu Hilfe zu kommen. Und jetzt an Bord.«

Gegenüber seinen Fenstern hatte Surcouf eine Einschiffungsstelle errichten lassen, die bei Ebbe bis zum Wasserspiegel reichte; da die Flut eingesetzt hatte, waren die untersten Stufen bereits im Wasser verschwunden.

Zum Geräusch der Trommel, die sie an Bord rief, stiegen die Seeleute die Stufen hinunter und setzten mit Schaluppen, die jeweils zwölf Mann transportierten, zur Revenant über. Nach einer Stunde waren alle hundertvierzig Matrosen an Bord ihres Schiffs, und René, der als einer der Ersten an Bord gegangen war, sah sich von dankbaren Kameraden umringt. Nach den einfachen Matrosen kamen die Offiziere an Bord, wo sie von Pfeife und Trommel begrüßt wurden.

Im Handumdrehen war jedermann auf seinem Posten: der Kapitän an seiner Wachtbank, die Mastwächter in den Mastkörben, der Signalmaat neben der Kiste mit den Flaggen und Signalraketen. Dann begann der Zählappell. Die Mannschaft bestand aus insgesamt einhundertfünfundvierzig Mann, und Surcouf rechnete fest damit, sie in den ersten Häfen, in denen er einen Zwischenhalt machen würde, auf einhundertachtzig Mann zu vergrößern.

Nur Bras-d’Acier war nicht mitgekommen. Er hatte Surcouf erklärt, dass dieser keinen Fechtmeister mehr benötige, wenn er René an Bord habe.

Die Barken wurden vor das Schiff gespannt; ein Kanonenschuss und die an der Spitze des Großmasts gehisste Trikolore waren das Signal zum Auslaufen.

Da der Wind die Brigg nicht aus dem Hafen holen konnte, mussten die Ruderer sie dorthin schleppen, wo der Wind war; die Matrosen pullten, was das Zeug hielt, und sangen dazu, während Surcouf, der sich in diesen Gewässern wie in seiner Westentasche auskannte, dem Untersteuermann den Weg wies.

Als das Schiff auf der Höhe von La Roche-aux-Anglas angekommen war, wurde angehalten, und man hörte Surcouf seiner Mannschaft Befehle zurufen, die zugleich ein Abschiedsgruß an die Zuschauer zu Lande waren: »Gutes Wetter, schönes Meer, steife Brise! Ablegen und Kurs hinaus auf die offene See! Marssegel und Vorbramsegel hissen und Kurs aufs offene Meer!«

1 ... 132 133 134 135 136 137 138 139 140 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)