Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 136 137 138 139 140 141 142 143 144 ... 298
Перейти на страницу:

Es war höchste Zeit: Das englische Schiff feuerte aus allen Geschützen, doch das Glück war Surcouf an diesem Tag hold; dank seines Befehls wurde keiner seiner Männer getroffen; und sobald Surcouf sich in der Flanke des Gegners sah, ließ er sich zurückfallen, um dessen Heck zu umrunden und ihn backbord in Luv zu entern; um diesem Vorhaben auszuweichen, wendete die Standard – so wie ein Stier sich schnell im Kreis dreht, um dem Feind die Hörner zu zeigen -, was wiederum die Revenant nötigte, schnell über Steuerbordbug zu segeln und dem Widersacher den Wind zu nehmen, um ihn ein drittes Mal zu überholen. Als die Engländer sahen, dass ihr Gegner sich nicht abschütteln ließ, begriffen sie, dass er zum Entern entschlossen war. Der englische Kapitän steuert, um zu wenden; die Standard, deren Großsegel gerefft wurde, damit man feuern konnte, geht hoch an den Wind, ohne aufholen zu können; da das Wenden ihr nicht gelingt, fällt sie ab, und bald befindet sich die Revenant unter dem hohen festungsähnlichen Heck des Engländers. Um die Standard nicht ganz zu überholen und um die eigene Geschwindigkeit zu drosseln, lässt Surcouf alle Segel backbrassen; dann lässt er längsseits an der Standard anlegen, ruft: »Feuer!« und verpasst ihr beim Anlegen eine Doppelsalve aus Kugeln und Kartätschenladung. Im nächsten Augenblick ertönt lautes Krachen und Knirschen, die Rahen der zwei Schiffe verfangen sich, das Tauwerk verhakt sich, und die Schiffe stoßen gegeneinander; sie liegen nun so eng nebeneinander, dass sich die Läufe ihrer Kanonen fast berühren.

Im gleichen Moment ertönt auf beiden Schiffen der Befehclass="underline" »Feuer!«, und zwei Vulkankrater speien Feuer und Rauch, doch die niedrige Revenant liegt unterhalb der Schusslinie der Geschütze der Standard, während die Salve der Revenant die Verschanzung der Standard einen Fuß oberhalb des Decks zerfetzt und alles niedermäht, worauf sie trifft. Daraufhin bricht an Bord des Engländers entsetzliche Panik aus: Surcoufs Überfall war so tollkühn, dass seine Gegner die Tragweite des Geschehens noch nicht erfasst hatten, sondern glaubten, sie hätten das Kaperschiff mit ihrer Breitseite außer Gefecht gesetzt, denn sie rechneten nicht einmal entfernt mit der Möglichkeit, dass Surcouf mit seiner dreimal kleineren Mannschaft wagen könnte, ihr Schiff zu entern; sie hatten sich auf dem Hackbord versammelt, um nach Herzenslust die Niederlage der Revenant und den Todeskampf ihrer Mannschaft zu begaffen; groß war daher das Erstaunen, besser gesagt: das Erschrecken, als die Enterhaken sich in der Reling festbissen und der schwere Anker der Standard sich in einer Stückpforte der Revenant verfing und eine Hängebrücke bildete, über die man bequem vom einen Schiff zum anderen gelangte; doch noch größer war das Entsetzen der Engländer, als sie den Feuersturm sahen, der soeben über die Standard getobt war und zwanzig bis fünfundzwanzig Tote und Verletzte hinterließ, die sich in ihrem Blut wälzten.

»Auf, Bléas!«, brüllte Surcouf. »Fertig zum Entern!«

»Fertig zum Entern!«, wiederholte die Mannschaft wie aus einer Kehle, und alle stürmten das gegnerische Schiff wie ein Mann.

Surcouf befiehlt den zwei Trommlern, die er bei sich behalten hat, das Signal zum Angriff zu geben. Als der Trommelwirbel ertönt, erklettern die Korsaren die beschädigte Verschanzung, indem sie alles, was sich anbietet, als Trittbrett nutzen; Axt oder Säbel haben sie in der Hand, den Dolch zwischen den Zähnen, ihre Lippen sind zornig verzogen, die Augen blutunterlaufen. Von den Mastkörben der Revenant werfen Guide und Avriot unterdessen Granate um Granate auf das gegenerische Deck. Als sie kurz innehalten, ruft Surcouf ihnen zu: »Avriot, weiter! Guide, weiter! Granaten, Granaten, mehr Granaten!«

»Sofort, Kapitän«, erwidert der Mastwächter Guide von seinem Mastkorb hoch oben am Fockmast; »die zwei Werfer am Ende der Rahe wurden getroffen.«

»Und wenn schon! Dann werft ihr eben statt Granaten die zwei Toten auf die Engländer; so haben sie die Ehre, als Tote das gegnerische Schiff zuerst zu entern!«

Fast im gleichen Augenblick beschreiben die zwei Leichname, von kräftigen Armen geschleudert, eine Kurve und landen auf einer Gruppe englischer Offiziere. Die Umstehenden ergreifen sofort die Flucht.

»Vorwärts, Freunde!«, ruft Bléas, der diesen Rückzug nutzt. Ein Schwall Angreifer stürzt sich über das Ankertau, das die beiden Schiffe verbindet, an Bord der Standard; die drei ersten Angreifer sind der Neger Bambou, der seinen Anteil an der Prise darauf verwettet hat, als Erster das Deck des Engländers zu betreten, René und Bléas. Bambou, bewaffnet mit einer Lanze, die er wie kein zweiter handhabt, wirft sie zwei-, dreimal und tötet jedes Mal einen Engländer. René hat ebenso oft mit seiner Axt zugeschlagen und mit jedem Schlag einen Mann niedergestreckt.

Doch mit einem Mal hält er inne, verharrt regungslos und betrachtet mit Verwunderung und Erschrecken einen Passagier, der vorbeigetragen wird, eine Wunde in der Brust; die zwei Töchter des Mannes begleiten ihn inmitten des grausigen Gemetzels, ohne der Gefahr zu achten; die eine hält dem Verwundeten den Kopf, die andere küsst ihm die Hände. René kann den Blick nicht von dem bleichen Gesicht des Verwundeten abwenden, gezeichnet von den letzten Zuckungen des Todeskampfes, bis das Grüppchen die Treppenluke hinunter verschwindet.

Als sie fort sind, sieht René ihnen noch immer nach. Bléas muss ihn heftig zur Seite stoßen und mit einem Pistolenschuss den Engländer unschädlich machen, der René soeben den Schädel spalten wollte; erst dann schüttelt René seine unerklärliche Benommenheit ab und stürzt sich wieder in den Kampf.

Surcouf hat sich zur Flagge der Standard hinaufgehangelt und überblickt das ganze Schiffsdeck: Rotröcke, wohin er sieht, und nicht ohne Staunen muss er feststellen, wie schnell neue Soldaten die Gefallenen ersetzen. Vergebens vollbringen Surcoufs Männer wahre Wundertaten; Kernoch schwingt einen Ladekolben wie eine Keule, und jeder Schlag, den der bretonische Herkules führt, kostet einen Gegner das Leben. Doch all diesem heldenhaften Mut zum Trotz sind die Korsaren bisher nicht weiter vorgedrungen als bis zum Großmast.

Surcouf, der wie gesagt über dem blutigen Geschehen schwebt, hat die zwei ersten Sechzehnergeschütze aus ihren Stückpforten entfernen lassen, mit Kartätschenladung laden lassen, und bevor die Engländer ahnen, wie ihnen geschieht, sind die Kanonen umgedreht und zielen auf das Heck des eigenen Schiffs.

»Von den Laufplanken wegtreten!«, ruft Surcouf mit schallender Stimme.

Und jeder, der errät, was Surcouf im Schilde führt, drückt sich hastig backbords und steuerbords an die Reling, um nicht von dem Sturmwirbel der Kartätschenladung getroffen zu werden.

Kaum sind die Korsaren aus dem Weg, ertönt eine furchterregende Detonation, und die zwei Kanonen speien ihre Salven, die Heck und Poop der Standard mit Toten bedecken.

Diese Verheerungen rauben den Engländern fast den Mut, doch ihr Kommandant sammelt sie, und aus der vordersten Luke steigen fünfzig neue Soldaten. Doch zum Unglück der Standard haben Avriot und Guide zwei Körbe voll neuer Munition bekommen und werfen ihre Granaten mit vollen Händen auf das Deck des Engländers; eine der mit Pulver gefüllten Flaschen explodiert am Fuß der Wachtbank, und der englische Kapitän fällt mit dem Gesicht zu Boden.

»Der Kommandant ist tot!«, ruft Surcouf. »Der Kommandant ist gefallen! Falls einer von uns des Englischen mächtig ist, soll er es auf Englisch rufen!«

René hat zwei Sprünge vorwärts getan, erhebt seine blutige Axt und ruft: »The captain of the Standard is dead, lower the flag!«

1 ... 136 137 138 139 140 141 142 143 144 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)