Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 131 132 133 134 135 136 137 138 139 ... 298
Перейти на страницу:

Kaum hatte die Tür sich hinter ihm geschlossen und Meister Brasd’Acier sich in die Rüstkammer begeben, um sich wieder anzukleiden, als die Gäste sich in Lobreden auf den neuen Matrosen der Revenant ergingen.

»Aber was zum Teufel«, rief Surcouf, »kann einen solchen Stutzer dazu bewegt haben, sich als einfacher Matrose zu verdingen?«

»Ich weiß es«, flüsterte Madame Surcouf ihrem Mann ins Ohr.

»Du weißt es?«

»Dahinter steckt ein Liebeskummer.«

»Und wie hast du das erraten?«

»Durch den Riss in seinem Hemd habe ich auf seiner Brust eine goldene Kette mit einem Medaillon gesehen, das eine Zahl aus Diamanten trägt.«

»Da könntest du recht haben«, sagte Surcouf, »was den Liebeskummer betrifft. Aber wie kommt ein so vornehmer Mann auf die Grille, als einfacher Matrose anzuheuern?«

»Oh, das weiß ich allerdings nicht.«

»Das ist das Geheimnis«, sagte Surcouf.

Am nächsten Morgen wurde René von Surcouf und dem Fechtmeister geweckt. Die Nacht und vor allem Surcouf hatten den Fechtmeister eines Besseren belehrt, und er kam, um René um Entschuldigung zu bitten.

54

In See gehen

Acht Tage nach den soeben berichteten Ereignissen – anders gesagt gegen Ende Juli – drängten sich auf den Stadtmauern von Saint-Malo mit Blick auf das Becken im Landesinneren und mit Blick auf den Seehafen sowie auf den Felsen von Saint-Servan, die heute unter einer Straße verschwunden sind, zahlreiche Neugierige, die es nach einem Schauspiel gelüstete, das in Seehäfen jeden Tag aufs Neue geboten wird, ohne dass die Zuschauer seiner je überdrüssig würden; alle Schiffe im Hafen waren beflaggt, ebenso alle Häuser mit Hafenblick, und aus dem Becken im Landesinneren kam eine schöne Brigg von vierhundert Tonnen, geschleppt von vier Barken mit jeweils zwölf Ruderern; um sie anzuspornen, erscholl aus vielen Kehlen folgendes Seeräuberlied:

Auf Kaperfahrt zieht der Korsar

Die Losung heißt Sieg oder Tod

Gegen den Wind, Frankreich lebe hoch!  

Beim Auslaufen aus Saint-Malo

Mit langen Riemen ward gepullt  

Beim Auslaufen aus Saint-Malo

Mit langen Riemen ward gepullt

Gegen den Wind, und viel Glück!  

Auf hoher See gebt Acht, Matrosen!

Die besten Schiffe sind die größten  

Auf hoher See gebt Acht, Matrosen!

Die besten Schiffe sind die größten

Gegen den Wind, unsere Pinasse!  

Unsere Pinasse läuft so geschwind

Fliegt schneller als ein fliegender Fisch

In diesem Augenblick gelangten die Barken und das Schiff, das sie schleppten, in das enge Fahrwasser, das Saint-Servan von Saint-Malo trennt, und unterhalb des Bugspriets wurde ein kunstvoll geschnitztes Skelett sichtbar, das seinen Grabstein anhob und in seinem Leichentuch dem Grab entstieg.

Das war die Revenant, die Kapitän Surcouf auf eigene Kosten hatte bauen lassen, um mit ihr die Meere zu befahren, diesen gewaltigen Schauplatz seiner Heldentaten, und im Atlantik und im Indischen Ozean sollte sie wie ein regelrechter Wiedergänger ihre Auftritte haben.

Als die auf den Felsen verstreute, auf den Mauern hockende und sich in den Fenstern drängende Volksmenge die Rudernden in den Schaluppen gewissermaßen auf Tuchfühlung vor sich sah, rief sie wie aus einem Mund: »Hoch lebe die Revenant! Hoch lebe ihre Mannschaft!«, und die Rudernden hoben ihre Riemen in die Luft, dann erhoben sie sich selbst und riefen: »Hoch lebe Surcouf! Hoch lebe Frankreich!«

Und während die Malouins sechzehn Zwölfpfünder zählten, deren Rohre aus den Stückpforten lugten, ein drehbares langes Geschütz von sechsunddreißig Pfund im vorderen Teil des Schiffs bewunderten und die Mündungen von zwei Vierundzwanzigpfündern bestaunten, die aus der Kapitänskajüte ragten, hatten die Matrosen sich wieder gesetzt und sangen weiter, während sie das Schiff bis zu seinem Platz im Hafen gegenüber von Surcoufs Haus schleppten.  

Wir entern und wir kapern sie

Mir geht Paris nicht aus dem Sinn

Gegen den Wind, ihr Landratten!  

Freibeuter haben mich reingelegt

Aufs Trockene gesetzt und eingelocht  

Freibeuter haben mich reingelegt

Aufs Trockene gesetzt und eingelocht

Gegen den Wind! Ach und Weh!  

Mit einem Schuh an einem Fuß

Bin ich an Bord zurückgekehrt  

Mit einem Schuh an einem Fuß

Bin ich an Bord zurückgekehrt

Gegen den Wind! Halunkenbrut!  

Die schlimmsten unter den Korsaren

Kreuzen nicht gegen Englands Fahne  

Die schlimmsten unter den Korsaren

Kreuzen nicht gegen Englands Fahne

Gegen den Wind! Denn die Notare  

Die Richter und die Advokaten

Das sind die blutrünstigsten Piraten!

Jetzt waren sie gegenüber der Porte de Dinan und Surcoufs Haus angekommen. In den Fenstern des Hauses sah man Surcoufs Ehefrau, sein Kind, seine Verwandten und Freunde; sie wirkten ungeduldig und nervös, denn das Schiff sollte zur Mittagsstunde ablegen. Bald würde es elf Uhr schlagen, doch von Surcoufs Mannschaft war weit und breit nichts zu sehen. Surcouf schickte seinen ersten Offizier Bléas in die Stadt, damit er herausfand, was die Männer anstellten, die sich bei Madame Leroux und in der Rue Traversière aufhielten. Bléas kam zurück und flüsterte ihm zu, wie Cäsar, der nach Spanien aufbrechen wollte und dem seine Gläubiger sich in den Weg stellten, sähen seine Leute sich von den Juden festgehalten, die ihnen auf ihre Vorschüsse Geld geliehen hatten und sie nun nicht ziehen lassen wollten, wenn sie ihre Schulden nicht beglichen. René stand in der Nähe; als er sah, dass Surcouf intervenieren wollte, bat er ihn, an seiner statt handeln zu können, um zu sehen, ob sich ein Vergleich zwischen Schuldnern und Gläubigern aushandeln ließe.

Wer noch nie ein Schiff unter solchen Umständen in See stechen sah, hat eines der sehenswertesten und merkwürdigsten Schauspiele verpasst, die man sich vorstellen kann.

Kaum haben die Matrosen im Kontor ihre Vorschüsse ausbezahlt bekommen, fallen Frauen und Gläubiger über sie her, um ihnen so viel zu entreißen, wie sie können; es muss gesagt werden, dass die Frauen dabei noch rücksichtsloser vorgehen als die Gläubiger: Die Schreie, die Tränen, das Gejammer der wehklagenden Gattinnen mischen sich in die Drohungen der Juden und übertönen sie; und mögen die Geldverleiher noch so geldgierig sein, gelingt es den Frauen doch fast immer, als Erste an ihr Geld zu kommen; zudem wissen die unseligen Raubvögel sehr wohl, dass nicht nur die Allgemeinheit, sondern auch die Richter im Zweifelsfall den Frauen den Vorzug vor ihnen geben, und deshalb lassen sie es fast immer zu, wenn auch zeternd und mit großem Missvergnügen, dass die Familien zuerst zufriedengestellt werden; doch kaum ist die letzte Frau bezahlt, stoßen die Kormorane mit neuem Ingrimm wieder auf ihre Beute hernieder. Wenn nun die ersten Matrosen, mit denen die Juden zu tun haben, sich kulant zeigen und zahlen, dann ist ihr Beispiel doppelt wirksam, und die anderen lassen sich auch das Geld abnehmen, machtlos fluchend die einen, ergeben seufzend die anderen; wenn aber der erste Gläubiger nicht auf die Vernunft hören will und sich nicht mit der Hälfte des geforderten Betrags zufriedengibt (was ihm noch immer einen hübschen Profit einbringt), wenn der erste Schuldner unwillig ist, sich widerborstig zeigt und seine Gefährten aufwiegelt, bis zu guter Letzt Militär und Polizei eingreifen müssen, dann liefern sich der erboste Matrose und der unversöhnliche Gläubiger Wortgefechte, die denen homerischer Heroen in nichts nachstehen.

1 ... 131 132 133 134 135 136 137 138 139 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)