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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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»Sie sollten mit dem Bruder sprechen«, antwortete sie eintönig, »er muß jetzt zu Hause sein.«

»Sie sagen, daß Ilja Iljitsch Ihnen gar nichts schuldet?«

»Keine Kopeke, das ist bei Gott wahr!« schwor sie, auf das Heiligenbild blickend und sich bekreuzend.

»Werden Sie das vor Zeugen bestätigen?«

»Vor allen! Sogar bei der Kommunion! Und was das Silber und die Perlen betrifft, die habe ich nur für meine eigenen Ausgaben versetzt ...«

»Sehr wohl!« unterbrach sie Stolz. »Morgen komme ich mit zwei Bekannten her, und Sie werden sich nicht weigern, vor ihnen dasselbe zu sagen?«

»Sie sollten lieber mit dem Bruder sprechen«, wiederholte sie, »ich bin nicht anständig gekleidet ... alles in der Küche ist in Unordnung, wenn Fremde es sehen, werden sie es bemängeln.«

»Das macht nichts; und mit Ihrem Bruder werde ich noch morgen sprechen, nachdem Sie das Papier unterschrieben haben ...«

»Ich habe jetzt gar nicht mehr die Übung, zu schreiben.«

»Man braucht dabei nicht viel zu schreiben, im ganzen zwei Zeilen.«

»Nein, befreien Sie mich davon; Manjuscha sollte es lieber schreiben; er schreibt so rein ...«

»Nein, weigern Sie sich nicht«, bestand er, »wenn Sie das Papier nicht unterschreiben, bedeutet es, daß Ilja Iljitsch Ihnen zehntausend schuldet.«

»Nein, er schuldet gar nichts, keine Kopeke«, sagte sie, »bei Gott!«

»Dann müssen Sie das Papier unterschreiben. Also auf Wiedersehen morgen!«

»Sie sollten morgen lieber zum Bruder gehen ...« sagte sie, ihn begleitend, »er wohnt hier an der Ecke, man braucht nur über die Straße zu gehen ...«

»Nein, und ich möchte Sie bitten, dem Bruder bis dahin nichts zu sagen, sonst wird es Ilja Iljitsch sehr unangenehm sein ...«

»Ich werde ihm nichts sagen!« antwortete sie gehorsam.

Siebentes Kapitel

Am nächsten Tag bestätigte Agafja Matwejewna Stolz schriftlich, daß sie von Oblomow gar kein Geld verlangte. Mit diesem Dokument begab sich Stolz plötzlich zum Bruder. Das war für Iwan Matwejewitsch ein Blitz aus heiterem Himmel. Er nahm das Dokument heraus und zeigte mit dem zitternden, mit dem Nagel nach unten gekehrten Mittelfinger der rechten Hand auf Oblomows Unterschrift und die Bestätigung des Zeugen hin.

»Das ist gesetzlich«, sagte er, »das geht mich gar nichts an. Ich habe nur die Interessen meiner Schwester im Auge, es ist mir aber unbekannt, was für ein Geld Ilja Iljitsch genommen hat.«

»Damit ist Ihre Angelegenheit noch nicht erledigt!« drohte ihm Stolz beim Fortgehen.

»Es ist eine gesetzliche Sache, und mich geht das gar nichts an!« rechtfertigte sich Iwan Matwejewitsch, die Hände in die Ärmel versteckend.

Sowie er am nächsten Tag in die Kanzlei kam, erschien ein Bote vom General, der ihn sofort zu sich beorderte.

»Zum General!« wiederholte die ganze Kanzlei entsetzt.

Wozu? Was war geschehen? Vielleicht forderte er irgendwelche Akten; was für welche? Schnell, schnell! Die Akten zusammennähen und das Inventar zusammenstellen! Was war los?

Am Abend kam Iwan Matwejewitsch ganz außer sich in die Kneipe. Tarantjew erwartete ihn dort schon lange.

»Was ist, Gevatter?« fragte er ungeduldig.

»Was!« sagte Iwan Matwejewitsch mit eintöniger Stimme. »Was glaubst du?«

»Hat man dich geschimpft?«

»Geschimpft?« äffte Iwan Matwejewitsch ihm nach. »Es wäre besser, wenn man mich geschlagen hätte! Und du bist auch lieb!« warf er ihm vor. »Du hast gar nicht gesagt, was das für ein Deutscher ist!«

»Ich habe dir ja gesagt, daß er ein Durchtriebener ist!«

»Was will das heißen, ein Durchtriebener! Wir haben schon Durchtriebene gesehen! Warum hast du nicht gesagt, daß er so viel Macht hat? Er duzt den General ebenso wie ich dich. Würde ich denn mit so einem anfangen, wenn ich das wüßte!«

»Das ist doch aber eine gesetzliche Sache!« entgegnete Tarantjew.

»Eine gesetzliche Sache!« äffte ihn Muchojarow wieder nach. »Sag das einmal dort; die Zunge bleibt am Gaumen kleben. Weißt du, was der General mich gefragt hat?«

»Was?« fragte Tarantjew neugierig.

»Ist es wahr, daß Sie mit Beihilfe eines Schuftes den Gutsbesitzer Oblomow betrunken gemacht und gezwungen haben, auf den Namen Ihrer Schwester einen Schuldschein auszustellen?«

»So hat er gesagt: ›Mit Beihilfe eines Schuftes?‹ « fragte Tarantjew.

»Ja, wörtlich so ...«

»Wer ist denn dieser Schuft?« fragte Tarantjew wieder.

Der Gevatter blickte ihn an.

»Weißt du das denn nicht?« sagte er gallig. »Oder bist du nicht damit gemeint?«

»Wie hat man denn mich hineinverwickelt?«

»Da bist du dem Deutschen und deinem Landsmann Dank schuldig. Der Deutsche hat alles ausgeschnüffelt und ausgefragt ...«

»Du solltest auf jemand andern hinweisen und von mir sagen, daß ich nicht mit dabei war!«

»Ja, natürlich! Was bist denn du für ein Heiliger?«

»Was hast du geantwortet, als der General gefragt hat: ›Ist es wahr, daß Sie mit Beihilfe eines Schuftes -? ...‹ Da hättest du ihm was vorerzählen sollen.«

»Ihm vorerzählen! Versuch's einmal. Was für grüne Augen er hat! Ich habe meine ganze Kraft gesammelt und habe sagen wollen: Das ist nicht wahr, das ist eine Verleumdung, Exzellenz, ich kenne nicht einmal diesen Oblomow. Das hat alles Tarantjew gemacht; meine Zunge hat sich aber nicht gerührt; ich bin ihm nur zu Füßen gefallen.«

»Wie steht es, wollen sie denn einen Prozeß beginnen?« fragte Tarantjew mit dumpfer Stimme. »Ich bin dabei ja gar nicht beteiligt; nur du, Gevatter ...«

»Du bist nicht beteiligt? Da irrst du, Gevatter, wenn jemand den Kopf in die Schlinge stecken soll, bist du es; wer hat Oblomow zu trinken zugeredet? Wer hat ihm gedroht und ihn beschämt? ...«

»Du hast es mich gelehrt!« antwortete Tarantjew.

»Und bist du denn unmündig? Ich weiß von gar nichts.«

»Gevatter, das ist unverschämt! Dir ist durch mich so viel zugefallen, und ich habe nur dreihundert Rubel bekommen ...«

»Wie, soll ich alles auf mich allein nehmen? Du bist aber schlau! Nein, ich weiß von nichts. Die Schwester hat mich gebeten, da sie als eine Frau nichts vom Geschäft versteht, den Brief beim Notar bestätigen zu lassen - das ist alles. Du und Satjortij wart Zeugen, ihr seid also verantwortlich!«

»Du solltest es der Schwester ordentlich zeigen! Wie hat sie es gewagt, gegen ihren Bruder auszusagen?« sagte Tarantjew.

»Die Schwester ist eine dumme Trine; was soll man mit ihr anfangen?«

»Was sagt sie?«

»Was sie sagt? Sie weint und besteht darauf, ›daß Ilja Iljitsch ihr nichts schuldet und daß sie ihm niemals Geld gegeben hat‹.«

»Du besitzt aber doch einen Schuldschein auf ihren Namen?« sagte Tarantjew, »du verlierst also nichts ...«

Muchojarow nahm aus der Tasche den Schuldschein der Schwester heraus, zerriß ihn in viele Stücke und reichte sie Tarantjew.

»Da, ich schenke es dir, willst du es nicht haben?« fügte er hinzu. »Was soll man bei ihr nehmen? Das Haus mit dem Gemüsegarten? Dafür gibt man mir nicht einmal tausend Rubeclass="underline" es zerfällt schon ganz. Bin ich denn ein Unmensch, der sie mit den Kindern an den Bettelstab bringen will?«

»Jetzt wird also die gerichtliche Untersuchung beginnen?« fragte Tarantjew ängstlich. »Da müssen wir achtgeben, Gevatter; tu, was du kannst, Bruder!«

»Was für eine Untersuchung? Es wird gar keine stattfinden! Der General hat zuerst gedroht, mich aus der Stadt auszuweisen, aber der Deutsche hat ihn davon abgebracht, er will Oblomow keine Schande machen.«

»Wirklich, Gevatter! Mir fällt ein Stein vom Herzen! Trinken wir!« sagte Tarantjew.

»Trinken? Und wer soll es bezahlen? Du vielleicht?«

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