Der Splitter im Auge Gottes
- Автор: Нивен Ларриё, Пурнель Джерри
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-21532-X
- Переводчик: Yoma Cap
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
Der Ingenieur hatte den Apparat jetzt fertig zerschnitten und packte die Teile in die bereitstehende Kiste. Dann goss er alles mit einer rasch erstarrenden Plastikmasse zu und verschloss den Deckel. »Hab’ eine Stahlkiste draußen, Sir. Ich werd’ das mal schnell einschweißen geh’n.«
»In Ordnung«, sagte Blaine. »Ich schau’ mir’s dann später an.« Als der Mann die Kabine verlassen hatte, drehte er sich zu Sally um. »Weißt du, es ist mir nie aufgefallen, aber Horvath hat recht. Du bist wirklich vorsichtiger als ich. Warum?«
Sie zuckte die Achseln. »Mach dir deswegen doch keine Gedanken.«
»Wenn du meinst.«
»Da draußen ist Buckmans Protostern«, sagte sie. Sie schaltete die Kabinenbeleuchtung aus, nahm seine Hand und führte ihn zur Aussichtsluke. »Ich werde nie müde, mir das anzuschauen.«
Es dauerte eine Weile, bis ihre Augen sich adaptierten und der Kohlensack nicht mehr nur tiefschwarz war. Langsam begannen die Rottöne sichtbar zu werden, und bald konnten sie auch einen kleinen rötlichen Spiralnebel vor dem Schwarz ausmachen.
Sie standen ganz nahe beisammen. In letzter Zeit war das oft der Fall, und Rod hatte durchaus nichts dagegen. Er strich mit den Fingern sanft über ihren Rücken hoch, bis er sie schließlich zart’ unter dem rechten Ohr kraulen konnte.
»Du wirst bald mit den Split-Botschaftern sprechen müssen«, sagte sie. »Hast du dir schon überlegt, was du sagen willst?«
»Mehr oder weniger. Es wäre vielleicht besser gewesen, sie ein bisschen vorzuwarnen, aber — sicherer ist’s wohl so, wie der Admiral es haben will.«
»Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied ausmacht. Jedenfalls wird es schön sein, wieder in eine Gegend mit mehr Sternen zu kommen. Ich frage mich — Rod, was glaubst du, wie werden diese Botschafter sein?«
»Keine Ahnung. Aber ich denke, wir werden’s bald genug erfahren. Du redest zuviel.«
»Das wirft mir Onkel Ben auch immer vor.«
Dann sagten sie beide lange Zeit nichts mehr.
»Bereithalten. Sie kommen an Bord.«
»Hangardeckklappen öffnen. Leinenträger los.«
»Winden klar!«
Langsam wurde das Boot in den Schlund der Lenin gezogen. Ein zweites Raumtaxi mit dem Gepäck der Splits schwebte noch draußen. Alles, selbst die Druckanzüge, in denen die Splits auf das Boot umgestiegen waren, war in einem separaten Boot zur Lenin gebracht worden. Das Passagierboot setzte mit einem lauten Klunk auf dem Stahldeck auf.
»Alle Mann, Achtung!«
»Infanterie, Waffen präsentiertttt!«
Die Luftschleuse öffnete sich, und die Bootsmannskapelle spielte etwas Hymnenähnliches auf dem Dudelsack. Ein braunweißes Gesicht erschien. Dann ein zweites. Als die beiden Vermittler das Boot verlassen hatten, tauchte das dritte Split auf.
Es war reinweiß, mit seidigen Pelzbüscheln unter den Armen. Leichtes Grau fleckte sein Fell im Gesicht und am Rumpf.
»Ein älterer Meister«, flüsterte Blaine Sally zu. Sie nickte. Wenn Haarfollikel von kosmischen Strahlen getroffen wurden, hatte das mit der Zeit bei Menschen wie bei Splits die gleichen Auswirkungen.
Horvath ging den Botschaftern bis zum Ende des Infanterie-Ehrenspaliers entgegen.
»Willkommen an Bord«, sagte er. »Ich freue mich, euch begrüßen zu dürfen — dies ist ein historischer Augenblick.«
»Für beide Rassen, wie wir hoffen«, sagte der erste Vermittler.
»Im Namen der Flotte, willkommen an Bord«, sagte Rod. »Ich muss nochmals um Entschuldigung bitten wegen der Notwendigkeit einer Quarantäne, aber …«
»Macht euch deshalb keine Gedanken«, sagte ein Split. »Ich heiße Jock. Das hier ist Charlie.« Es zeigte auf den zweiten Vermittler. »Die Namen sind nur zur Bequemlichkeit, denn unsere könntet ihr nicht aussprechen.« Es wandte sich an den weißen Meister und begann zu zwitschern. Es endete mit »Kapitän Roderick Blaine und Minister Anthony Horvath«, und wandte sich wieder den Menschen zu. »Herr Minister Horvath, darf ich den Botschafter vorstellen. Er ersucht, Ivan genannt zu werden.«
Rod verneigte sich. Er war noch nie zuvor einem Split persönlich begegnet, und es reizte ihn irgendwie, diesen weichen Pelz zu streicheln. Ein männliches Weißes.
»Die Ehrenwache wird euch in euer Quartier bringen«, sagte Rod. »Ich hoffe, es ist groß genug; es besteht aus zwei angrenzenden Kabinen.« Und vier fluchenden Offizieren, die ausquartiert worden waren; die Folgen dieser Maßnahme pflanzten sich wie eine Druckwelle die gesamte Hackordnung der Flotte hinunter fort, bis zum Schluss ein jüngerer Leutnant im Geschützraum bei den Kadetten der Lenin landete.
»Eine Kabine würde ausreichen«, sagte Charlie ruhig. »Wir benötigen keine Intimsphäre. Das ist etwas, worauf unsere Spezies verzichten kann.« Irgend etwas in Charlies Stimme klang vertraut, Rod wusste nicht recht was, und es störte ihn.
Die Splits verbeugten sich zugleich in perfekter Nachahmung höfischer Manieren; Rod fragte sich, woher sie das gelernt hatten. Er erwiderte die Verbeugung, ebenso Horvath und die anderen im Hangarraum. Dann führten die Infanteriewachen die drei Splits weiter; ein zweiter Trupp Schloss sich der Prozession an. Kaplan Hardy würde sie in ihren Kabinen erwarten.
»Ein männlicher Meister«, überlegte Sally laut.
»Interessant. Die Vermittler haben ihn als Botschafter bezeichnet, obwohl uns früher gesagt wurde, alle drei hätten die gleichen Vollmachten. Die Splits sagten, sie müssten einstimmig handeln, um Verträge abschließen …«
»Vielleicht sind die Vermittler nicht seine Vermittler«, warf Sally ein. Ich werde fragen — ich finde bestimmt eine Gelegenheit. Rod, bist du sicher, dass ich jetzt nicht mitgehen darf? Gleich?«
Er grinste. »Du kommst schon noch dran. Lass doch jetzt mal Hardy sein Sprüchlein aufsagen.« Das Hangardeck leerte sich jetzt rasch. Von der Besatzung der Lenin war nicht ein Mann dabei gewesen, auch nicht in den Booten, die die Splits von ihrem Schiff abgeholt hatten. Nun wurde noch das Gepäckboot an seinen Platz gezogen und versiegelt.
»Achtung. Sprungstationen bemannen, alles klar für Alderson-Antrieb. Sprungstationen bemannen!«
»Er verschwendet keine Zeit, was?« sagte Sally.
»Nein. Wir beeilen uns besser.« Er nahm sie bei der Hand und half ihr bis in seine Kabine, während die Rotation der Lenin sich immer mehr verminderte, bis Schwerelosigkeit herrschte. »Ich vermute, dass die Splits die Rotation gar nicht brauchten«, meinte Rod, als sie die Kabine erreichten. »Aber so ist der Admiral. Was er tut, tut er korrekt.«
»Alles klar für Alderson-Antrieb. Alles auf Sprungstation!«
»Komm schon«, drängte Rod. »Wir haben gerade noch Zeit, die Split-Kabinen auf dem Vidi einzustellen.« Er hantierte an den Schaltern herum, bis das Quartier der Splits auf dem Bildschirm sichtbar wurde.
Kaplan Hardy sagte eben: »Wenn ihr etwas braucht — vor eurer Tür wird immer eine Ordonnanz bereitstehen, und dieser Schalter hier verbindet euch direkt mit meiner Kabine. Ich bin auf dieser Reise euer offizieller Gastgeber.«
Warnsignale schrillten durch das Schiff. Hardy runzelte die Stirn. »Ich muss jetzt wohl in meine Kabine — ihr werdet auch während des Alderson-Übergangs wahrscheinlich lieber allein sein. Ich würde vorschlagen, dass ihr euch auf den Liegen festschnallt und dort bleibt, bis der Übergang vorbei ist.« Er musste sich zurückhalten, um nicht zuviel zu sagen. Seine Anweisungen waren klar: die Splits durften nichts erfahren, bis sie ihr Heimatsystem verlassen hatten. »Wird es lange dauern?« fragte Jock. Hardy lächelte dünn. »Nein. Alles Gute.«
»Auf Wiedersehn«, sagte Jock.
»Auf Wiedersehen.« David Hardy ging mit etwas verwirrter Miene. Wer hatte den Splits bloß diesen etwas altmodischen Gruß beigebracht?