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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Bury zuckte die Achseln. »Bei allem Respekt, Mylady, haben Sie bedacht, was die Splits zu bieten haben? Größeren Reichtum, als das ganze Imperium aufzubringen vermag.

Es sind schon Männer um einen geringeren Preis gekauft worden …«

Ja, zum Beispiel von dir, dachte Sally.

»Wenn sie so gerissen sind, warum haben Sie das nicht schon längst getan?« Kevin Renner fragte das in ziemlich spöttischem Ton, der schon fast einer Respektlosigkeit gleichkam. Da seine Entlassung bei der Rückkehr nach Neuschottland fällig wurde, konnte sich Renner alles erlauben, was ihm nicht gerade eine formelle Anklage einbrachte.

»Wahrscheinlich haben sie es bisher nicht für nötig gehalten«, entgegnete Bury.

»Wahrscheinlich können sie es nicht«, gab Renner zurück. »Und wenn sie wirklich Gedanken lesen können, dann kennen sie unsere sämtlichen Geheimnisse längst. Sie haben sich mit Sinclair unterhalten, der so gut wie alles in der Flotte reparieren kann, und sie hatten ein Fjunch(klick) auf Lord Blaine angesetzt, der wohl sämtliche politischen Geheimnisse kennt …«

»Sie hatten nie direkten Kontakt zu Kapitän Blaine«, erinnerte ihn Bury.

»Aber zu Miss Fowler, so lange sie nur wollten.« Renner kicherte über irgendeinen verborgenen Witz. »Sie weiß sicher mehr über die Politik des Imperiums als irgendeiner von uns. Mr. Bury, die Splits sind tüchtig, aber so tüchtig sind sie nun auch wieder nicht, weder in ihren Überredungskünsten noch beim Gedankenlesen.«

»Ich bin geneigt, Mr. Renner zuzustimmen«, meinte Hardy. »Allerdings wären die von Miss Fowler vorgeschlagenen Sicherheitsmaßnahmen in Erwägung zu ziehen.

Beschränken wir doch den Kontakt mit den Splits auf einige wenige Personen: mich selbst, zum Beispiel. Ich bezweifle, dass sie mich bestechen oder überreden können, und selbst wenn sie es können, habe ich keinerlei Befehlsbefugnisse. Mr. Bury, wenn er möchte. Nicht, möchte ich vorschlagen, Dr. Horvath oder sonst ein Wissenschaftler, der Zugang zu komplizierteren Apparaten hat, und keine Maate oder Soldaten, außer unter Überwachung sowohl direkt als auch über Vidi. Für die Splits mag das alles recht unangenehm sein, aber damit wäre die Gefahr für die Lenin wohl minimal.«

»Hm. Nun, Mr. Bury?« fragte Kutuzov.

»Aber — ich sage Ihnen doch, sie sind gefährlich! Ihre technischen Fähigkeiten sind einfach unglaublich. Allah sei uns gnädig, wer kann wissen, was sie aus völlig harmlosen Gegenständen zusammenbauen? Waffen, Kommunikationsgeräte, Fluchthilfen …« Burys ruhige Gelassenheit bröckelte zusehends ab, und er musste sehr um Beherrschung kämpfen.

»Ich ziehe meinen Vorschlag zurück, dass Mr. Bury Zutritt zu den Splits erhält«, sagte Hardy bedächtig. »Ich bezweifle, dass sie die Begegnung überleben würden. Sie entschuldigen schon, Exzellenz.«

Bury knurrte etwas auf Arabisch. Zu spät fiel ihm ein, dass Hardy Linguist war.

»Oh, gewiss nicht«, sagte Hardy lächelnd. »Dafür kenne ich meine Vorfahren doch zu gut.«

»Wie ich sehe, Admiral«, sagte Bury, »war ich nicht überzeugend genug. Ich bedauere das, denn diesmal habe ich wirklich nichts als die Sicherheit des Imperiums im Sinn. Ich könnte ja auch auf den Profit aus sein — mir sind die Möglichkeiten durchaus bewusst, aus Handelsbeziehungen mit den Splits ungeheuren Gewinn zu schlagen. Aber ich weiß, dass sie die größte Gefahr für die menschliche Rasse darstellen, die es je gegeben hat.«

»Da.« Kutuzov schien zu einem Entschluss gekommen zu sein. »In diesem Punkt könnte ich Ihnen zustimmen, wenn wir ein Wort einfügen: Die größte potentielle Gefahr, Exzellenz. Hier müssen wir entscheiden, wo das geringste Risiko liegt, und solange die Lenin nicht gefährdet wird, ist es offensichtlich ratsamer, die Botschafter mitzunehmen, und zwar unter den von Kaplan Hardy vorgeschlagenen Bedingungen. Dr. Horvath, stimmen Sie zu?«

»Wenn wir sie nur auf diese Art mitnehmen können, ja. Ich finde es allerdings schändlich, Botschafter so …«

»Pah! — Kapitän Blaine. Stimmen Sie zu?«

Blaine rieb sich den Nasenrücken. »Ja, Sir. Sie mitzunehmen ist das kleinere Risiko — wenn die Splits eine Gefahr darstellen, können wir das jetzt doch nicht beweisen, und wir könnten von den Botschaftern auf jeden Fall eine Menge lernen.«

»Mylady?«

»Ich schließe mich Dr. Horvath an …«

»Ich danke Ihnen.« Kutuzov zog ein Gesicht, als hätte er eine Zitrone zerbissen.

»Kapitän Michailov. Sie werden alle Vorkehrungen für eine Internierung der Splits treffen. Unter dem Vorwand der drohenden Seuche — aber Sie werden dafür sorgen, dass sie nicht entkommen können. Kapitän Blaine. Sie werden die Splits informieren, dass wir ihre Botschafter an Bord nehmen; es ist jedoch möglich, dass sie gar nicht mehr mitkommen wollen, wenn sie die Bedingungen erfahren, die wir stellen müssen. Keine Werkzeuge oder Geräte. Keine Waffen. Das Gepäck wird untersucht und versiegelt und steht ihnen während des Fluges nicht zur Verfügung. Keine Miniatur-Exemplare oder andere dienende Kasten, nur die Botschafter persönlich. Was Sie ihnen an Gründen nennen wollen, liegt ganz bei Ihnen, diese Bedingungen sind jedenfalls unabänderlich.«

Er stand abrupt auf.

»Admiral, was ist mit dem Geschenkschiff?« fragte Horvath eilig. »Können wir es nicht auch …« Er brach ab, denn Kutuzov hatte, um auf ein derartiges Ansinnen nicht antworten zu müssen, schon die Messe verlassen.

45

Der Narrensprung

Kutuzov nannte ihn den Alderson-Punkt. Die Überlebenden der Mac Arthur hatten sich angewöhnt, vom »Narrenpunkt« zu sprechen, und mit der Zeit übernahmen auch Leute der Lenin die Angewohnheit. Der Punkt lag oberhalb der Ebene des Systems Splitter und war meist nur schwer aufzuspüren. Diesmal würde das jedoch kein Problem sein.

»Sie brauchen nur die Bahn des Split-Schiffes zu extrapolieren, bis sie die Verbindungslinie zwischen Splitter und Murchesons Auge schneidet«, teilte Renner Kapitän Michailov mit. »Damit kommen Sie ziemlich genau hin, Sir.«

»Die Astrogation der Splits ist dermaßen’ exakt?« fragte Michailov ungläubig.

»Mhm. Es ist zum Verrücktwerden, aber sie schaffen so was. Nehmen Sie konstante Beschleunigung an.«

»Ein zweites Schiff hält vom Split-Planeten auf diesen Punkt zu«, sagte Kutuzov. Er langte an Kapitän Michailov vorbei, um einige Daten für die Brückenbildschirme einzugeben. Eine Vektordarstellung leuchtete auf. »Es wird erst eintreffen, wenn wir schon eine Weile fort sind.«

»Ein Tankschiff«, sagte Renner überzeugt. »Und ich gehe jede Wette ein, dass das Schiff der Botschafter ein leichtes, durchsichtiges und so augenscheinlich harmloses Ding ist, dass niemand es irgendwelcher feindlicher Absichten verdächtigen könnte, Sir.«

»Nicht einmal ich, meinen Sie«, sagte Kutuzov ohne die Spur eines Lächelns. »Danke, Mr. Renner. Sie werden weiterhin Kapitän Michailov zur Seite stehen.«

Die Trojanerasteroiden hatten sie bereits passiert. Jeder Wissenschaftler an Bord wollte natürlich an die Teleskope der Lenin, um diese Kleinstwelten zu studieren, und der Admiral hatte nicht einmal Einwände erhoben. Niemand wusste, ob er nun einen Angriff in letzter Minute von den Asteroiden erwartete, oder ob er nur den Wunsch der Zivilisten teilte, soviel wie möglich über die Splits zu erfahren — jedenfalls bekamen Buckman und die anderen ihre Chance.

Buckman verlor jedoch bald das Interesse. Die Asteroiden waren besiedelt und allesamt in künstliche Bahnen gebracht worden, wodurch sie für den Astrophysiker wertlos wurden. Die anderen teilten seine Ansicht allerdings nicht. Sie beobachteten das Licht von Fusionsantrieben der Splits, maßen die Neutrinostrahlen von Reaktoren, entdeckten hellbeleuchtete Flächen, die bei der Analyse das für Chlorophyll charakteristische Spektrum aufwiesen — und begannen sich zu wundern. Der einzig mögliche Schluss war, dass sich dort unter Kuppeln riesige Pflanzungen befanden. Und jeder auch gerade nur noch erkennbare Felsbrocken wies den typischen großen Einzelkrater auf, der eindeutig bewies, dass der Asteroid bewegt worden war.

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