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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Er hat mich an meine Pflichten erinnert. Irgendwie hatte ich vergessen, dass ich noch welche habe. Aber ich glaube, er hat recht, das Leben geht weiter, selbst für einen Kapitän, der sein Schiff verloren hat …« Wieder breitete sich Schweigen aus, und die Luft schien stickig und drückend zu werden.

Was soll ich nur sagen? »Du — du bist ziemlich lange auf der Mac Arthur gewesen, nicht?«

»Drei Jahre. Zwei als Erster und ein Jahr als Kommandant. Und jetzt gibt es sie nicht mehr — aber ich fange lieber nicht wieder damit an. Was hast du denn in letzter Zeit unternommen?« »Na, wenn du schon fragst — ich habe die Daten von Splitter Alpha durchgesehen, und die Berichte, die vom Geschenkschiff hereinkommen, und ich hab’ darüber nachgedacht, wie ich den Admiral überzeugen kann, dass wir die Split-Botschafter einfach mitnehmen müssen. Und es ist so wichtig, dass wir ihn überzeugen, Rod, wirklich. Ich wollte, wir könnten über andere Dinge miteinander reden, aber dazu werden wir noch genug Zeit haben, wenn das Splitter-System hinter uns liegt.« Und wir werden auch viel Zeit füreinander haben, jetzt, da es die Mac Arthur nicht mehr gibt. Ich frage mich — ehrlich, bin ich nicht ein bisschen froh, dass meine Rivalin tot ist? Junge, ich darf ihn nie auch nur ahnen lassen, dass ich zu solchen Gedanken fähig bin. »Aber jetzt, Rod, ist nicht mehr viel Zeit, und ich habe überhaupt keine Ideen …«

Rod tastete über den Buckel an seiner Nase. An der Zeit, dass du aufhörst, den Trauerkloß zu spielen, und dich ein bisschen mehr wie der zukünftige Zwölfte Marquis benimmst, nicht. »Also gut, Sally. Wollen wir mal sehen, was uns einfällt. Unter der Bedingung, dass Kelley uns hier das Essen servieren darf.«

Sie lachte übers ganze Gesicht. »Mylord, einverstanden!«

43

Des Händlers Klage

Horace Bury war nicht glücklich.

Schon mit der Besatzung der Mac Arthur war nicht einfach zurechtzukommen gewesen, aber die der Lenin war um Größenordnungen ärger. Die Leute waren Ekaterinas, fanatische Imperialisten, und außerdem handelte es sich um eine ausgesuchte Mannschaft unter einem Admiral und einem Kapitän ihrer Heimatwelt. Selbst Männer der Spartanischen Bruderschaft wären leichter zu beeinflussen gewesen.

Bury wusste das alles seit langem, aber er stand wie immer unter dem Zwang, seine Umgebung unter allen Umständen zu beherrschen und zu kontrollieren; jetzt allerdings hatte er so gut wie gar keine Handhabe.

Seine Stellung an Bord war undurchsichtiger denn je. Kapitän Michailov und der Admiral wussten, dass er weiterhin Blaines persönlicher Aufsicht unterstand, nicht irgendeines Verbrechens angeklagt, aber auch nicht als freier Mann. Michailov löste das Problem, indem er Bury Infanterieordonnanzen zuteilte und Blaines Faktotum Kelley das Kommando über die Infanteristen gab. So wurde Bury immer, wenn er seine Kabine verließ, überallhin eskortiert.

Er versuchte, mit den Männern der Lenin ins Gespräch zu kommen. Die wenigsten wollten ihm zuhören. Vielleicht hatten sie durch Gerüchte gehört, was er zu bieten hatte, und fürchteten, die Soldaten der Mac Arthur könnten sie melden. Vielleicht verdächtigten sie ihn auch des Hochverrats und Hassten ihn.

Ein Händler muss Geduld haben, und Bury besaß mehr davon als die meisten.

Trotzdem fiel es ihm sehr schwer, sich zu beherrschen, wenn er nichts anderes zu beherrschen fand, wenn er nur dasitzen und abwarten konnte — oft ließ ihn dann sein hitziges Temperament in flammende Wut ausbrechen: nie jedoch in der Öffentlichkeit.

Außerhalb seiner Kabine gab sich Bury ruhig, gelassen, als angenehmer Gesprächspartner, der sogar mit — ja, ganz besonders mit — Admiral Kutuzov auskam.

So bekam er Kontakt mit den Offizieren der Lenin, aber die meisten waren sehr förmlich und plötzlich anderweitig beschäftigt, wenn er mit ihnen sprechen wollte. Bury fand bald heraus, dass es nur drei erlaubte Themen gab: Kartenspiele, Splits und Tee. Wenn auf der Mac Arthur alles mit Kaffee gelaufen war, so schien die Lenin nur mit Tee zu funktionieren, und Teetrinker verstehen im allgemeinen mehr von ihrem bevorzugten Getränk als Kaffeetrinker. Burys Schiffe handelten mit Tee, wie sie mit allem handelten, wofür Menschen Geld auszugeben bereit waren, aber er hatte selbst keinen mit und konnte sich auch nicht dafür begeistern. So verbrachte Bury endlose Stunden am Bridgetisch. Zu dreien fanden sich Offiziere der Lenin wie der Mac Arthur auch durchaus bereit, in seine Kabine zu kommen, wo man auf jeden Fall mehr Ruhe und Platz hatte als in einem Aufenthaltsraum. Es war auch leicht, mit den Offizieren der Lenin über die Splits zu sprechen — nie mit einem allein, immer in Gruppen, aber die Leute waren neugierig. Nach zehn Monaten im System der Splits hatten die meisten noch nie eins gesehen. Jeder wollte etwas über die Fremden hören, und Bury war bereit, ihnen alles zu erzählen.

Die Pausen zwischen den Robbers wurden immer länger, denn da berichtete Bury eifrig und anschaulich über die Welt der Splits, von den Vermittlern, die Gedanken lesen konnten, es jedoch ableugneten, vom Zoo, dem Schloss, den Landsitzen mit ihrem befestigten Aussehen, das war Bury durchaus nicht entgangen. Dann lenkte er das Gespräch auf die Gefahren. Die Splits hatten keine Waffen sehen lassen, weil sie einen Angriff planten und die Menschen damit überraschen wollten. Sie hatten die Mac Arthur mit Minis verseucht — das sei nahezu die erste Handlung des ersten Splits gewesen, dem er begegnet war —, und die heimtückisch hilfreichen und sich beliebt machenden Biester hatten das Schiff erobert und waren fast mit sämtlichen militärischen Geheimnissen des Imperiums entkommen. Nur Admiral Kutuzovs Wachsamkeit hätte eine Katastrophe verhindert.

Und die Splits hielten sich für intelligenter als die Menschen. Für sie waren die Menschen nur Kreaturen, die gezähmt werden mussten, mit Güte, wenn möglich, aber gezähmt, um eine weitere untergeordnete Kaste zu werden, die den nahezu unsichtbar bleibenden Meistern diente.

Er sprach von den Splits, und er Hasste sie immer mehr. Bilder flackerten durch seinen Geist, manchmal, wenn er nur an die Splits dachte, und immer des Nachts, wenn er zu schlafen versuchte. Er hatte Alpträume von einem Raumanzug, der von hinten auf ihn zukam. Dreiwinzige Augenpaare glitzerten hinter der Helmplatte. Manchmal löste sich der Traum in einer Wolke von spinnengliedrigen, um sich schlagenden Wesen auf, die im Vakuum erstickten, einen abgetrennten Menschenkopf im Tode umtanzend. Dann konnte Bury endlich schlafen. Manchmal aber versuchte Bury vergeblich, den Wachen der Lenin eine Warnung zuzuschreien, und die Gestalt betrat ungehindert das Kriegsschiff. Dann wachte Bury in kalten Schweiß gebadet auf. Er musste die Ekaterinas warnen.

Sie hörten ihn an, aber sie glaubten ihm nicht. Bury fühlte es. Sie hatten ihn schreien gehört, bevor er an Bord kam, und sie hörten Schreie in der Nacht: sie hielten ihn für ein bisschen verrückt.

Mehr als einmal dankte Bury Allah für Buckman. Der Astrophysiker war gewiss ein Sonderling, aber Bury konnte mit ihm reden. Anfangs hatte die Infanterie-›Ehrenwache‹ vor Burys Tür Buckman etwas verwirrt, aber bald kümmerte sich der Wissenschaftler nicht mehr darum, wie er sich um die meisten unerklärlichen Handlungen seiner Mitmenschen nicht kümmerte. Buckman hatte sich die Forschungsarbeiten der Splits über Murchesons Auge und den Kohlensack angesehen. »Gute Arbeit! Ein paar Dinge werde ich wohl selber noch überprüfen müssen, denn manche ihrer Annahmen kommen mir etwas zweifelhaft vor … Dass dieser verdammte Kutuzov mich nicht die Teleskope der Lenin benutzen lässt!«

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