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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Buckman, ist es möglich, dass die Splits intelligenter sind als wir?«

»Nun, die, mit denen ich zu tun hatte, sind gewiss heller als die meisten Leute, die ich kenne. Zum Beispiel mein Schwager … Aber Sie meinten, im Durchschnitt, nicht wahr?«

Buckman kratzte sich nachdenklich am Kinn. »Sie könnten gescheiter sein als ich. In mancher Hinsicht haben sie verdammt gute Arbeit geleistet. Aber sie haben einen engeren Horizont, als ihnen klar ist. In Millionen Jahren haben sie es nur dazu gebracht, zwei Sterne aus geringerer Entfernung zu untersuchen.«

Buckmans Definition von Intelligenz war ziemlich subjektiv. Bury gab es sehr bald auf, Buckman vor einer Bedrohung durch die Splits zu warnen. Buckman hielt Bury ebenfalls für verrückt — aber Buckman hielt eigentlich jedermann für verrückt.

Allah sei Dank für Buckman.

Die anderen zivilen Wissenschaftler waren zwar recht freundlich, aber mit Ausnahme von Buckman wollten sie nur eins von Bury: eine Analyse der Handelsmöglichkeiten mit den Splits. Bury konnte ihnen eine solche in sechs Worten liefern: Vernichtet sie, bevor sie uns vernichten! Sogar Kutuzov fand diesen Standpunkt voreilig.

Der Admiral hörte ihn höflich genug an, und Bury glaubte, ihn überzeugt zu haben, dass die Split-Botschafter zurückgelassen werden mussten, dass nur leichtsinnige Narren wie Horvath den Feind an Bord des einzigen Schiffes lassen würden, das das Imperium vor der Gefahr warnen konnte. Sicher war er sich dessen nicht.

Das alles gab Bury mehr als genug Gelegenheit, sich in Geduld zu üben. Wenn er je die Beherrschung verlor, dann wusste nur Nabil davon, und Nabil war durch nichts mehr zu überraschen.

44

Kriegsrat

In der Hauptmesse der Lenin hing ein Bild des Kaisers. Leonidas IX. blickte den langen Stahltisch entlang; rechts und links seines Bildes waren kaiserliche Fahnen und Schlachtbanner angeordnet. Gemälde von Flottengefechten aus der Geschichte des Ersten und Zweiten Imperiums schmückten die anderen Wände, und in einer Ecke brannte eine Kerze vor einer Ikone der heiligen Katharina. Sie war sogar mit einem eigenen Ventilationssystem versehen, um auch bei Schwerelosigkeit zu brennen.

David Hardy musste immer über diese Ikone lächeln. Ein solches Heiligenbild in einem Schiff dieses Namens war eine amüsante Kombination; er vermutete, dass Kutuzov entweder nichts über die Geschichte des Kommunismus wusste — schließlich war das ja ziemlich lange her — oder dass seine Begeisterung für alles Russische sich darüber hinwegsetzte. Vermutlich traf ersteres zu, denn für die meisten Bürger des Imperiums war Lenin der Name eines Helden der Vergangenheit, eines nahezu legendären Mannes, über den man nichts Genaueres wusste. Es gab eine ganze Reihe solcher Namen: Cäsar, Iwan der Schreckliche, Napoleon, Churchill, Stalin, Washington, Jefferson, Trotzki — Männer, die mehr oder weniger als Zeitgenossen betrachtet wurden (außer von gut ausgebildeten Historikern). Die Geschichte des präatomaren Zeitalters scheint zusammenzuschrumpfen, wenn man sie aus genügender zeitlicher Entfernung betrachtet.

Nach und nach füllte sich der Messeraum, als Wissenschaftler und Offiziere eintrafen und ihre Plätze einnahmen. Die Infanterieposten hielten zwei Sitze frei, den am oberen Ende des Tisches und den Platz unmittelbar rechts davon, auf den sich Horvath niederlassen wollte. Der Wissenschaftsminister zuckte die Achseln, als der Posten mit einem Schwall Russisch protestierte, und ging zum anderen Ende, wo er sich den Platz eines Biologen aneignete und dann noch einen Wissenschaftler von dem Platz zu seiner Rechten verscheuchte, um David Hardy diesen Sitz anzubieten. Wenn der Admiral sich mit Prestigespielchen abgeben wollte, mochte er das ruhig tun, aber Anthony Horvath verstand auch einiges davon.

Er beobachtete die anderen beim Hereinkommen. Cargill, Sinclair und Renner trafen zugleich ein. Dann kamen Sally Fowler und Kapitän Blaine — seltsam, fand Horvath, dass Blaine jetzt einen Raum ohne jedes Zeremoniell betreten konnte. Ein Infanterist wies ihnen die Sitze links vom Ehrenplatz an, aber Rod und Sally setzten sich an die Mitte des Tisches. Er kann es sich leisten, dachte Horvath. Er hat seine Stellung geerbt.

Nun, das wird mein Sohn auch. Meine Arbeit bei dieser Expedition sollte ausreichen, dass mein Name auf die nächste Ehrungsliste gesetzt wird …

»Achtung!«

Die Offiziere erhoben sich, die meisten Wissenschaftler ebenfalls. Horvath überlegte es sich kurz und stand dann auch auf. Er blickte zur Tür und erwartete den Admiral zu sehen, aber Kapitän Michailov trat allein ein. Also müssen wir diesen Zirkus zweimal mitmachen, dachte Horvath.

Der Admiral spielte jedoch allen einen Streich. Er kam herein, als Michailov eben seinen Sitz erreichte, und murmelte: »Weitermachen, meine Herren«, was der Infanterieordonnanz keine Zeit ließ, ihn anzukündigen. Wenn jemand die Absicht hatte, Kutuzov zu brüskieren, dann musste er sich dazu eine andere Gelegenheit suchen.

»Commander Borman wird einen Abschnitt der Expeditionsbefehle verlesen«, verkündete Kutuzov eisig.

»›Abschnitt Zwölf. Kriegsrat. Absatz Eins. Der kommandierende Vizeadmiral wird die Ratschläge des wissenschaftlichen Stabes und der höheren Offiziere der Mac Arthur einziehen, außer wenn eine solche Verzögerung nach Ansicht des Admirals, und zwar allein seiner Ansicht, die Sicherheit des Schlachtschiffes Lenin gefährden könnte.

Absatz Zwei. Wenn der ranghöchste Wissenschaftler der Expedition nicht mit dem kommandierenden Vizeadmiral übereinstimmt, hat er das Recht, einen formellen Kriegsrat zu verlangen, um dem Admiral eine Entscheidungshilfe zu bieten. Der ranghöchste Wissenschaftler kann …‹«

»Das genügt, Commander Borman«, sagte Kutuzov. »In Übereinstimmung mit diesem Befehl und auf formelles Ansuchen von Wissenschaftsminister Horvath ist dieser Kriegsrat zusammengetreten, um in Bezug auf die fremden Intelligenzen, die um Transport in das Imperium ersuchen, seine Ratschläge zu formulieren, die als Entscheidungshilfe herangezogen werden. Die Verhandlung wird aufgezeichnet.

Minister Horvath, Sie können beginnen.«

Auweh, dachte Sally. Das ist eine Atmosphäre hier wie während des Hochamts in der Kapelle von St. Peter in Neurom. Diese Förmlichkeit muss ja jeden, der nicht Kutuzovs Meinung ist, einschüchtern.

»Danke, Admiral«, sagte Horvath höflich. »Angesichts dessen, dass dies eine lange Sitzung werden kann — schließlich, Sir, wollen wir über die vielleicht wichtigste Entscheidung beraten, die wir je treffen werden —, möchte ich vorschlagen, Erfrischungen bereitzustellen. Könnten Ihre Leute uns wohl Kaffee bringen, Kapitän Michailov?«

Kutuzov runzelte die Stirn, fand jedoch keinen Grund, die Bitte abzulehnen.

Die frostige Atmosphäre in der Messe wurde dadurch merklich gemildert. Als Stewards hin und her eilten, und sich der Duft von Kaffee und Tee auszubreiten begann, schmolz ein Gutteil der kalten Förmlichkeit dahin, wie Horvath vorausgesehen hatte.

»Ich danke Ihnen«, sagte Horvath mit strahlendem Lächeln. »Also. Wie Sie wissen, haben die Splits uns ersucht, drei Botschafter in das Imperium zu bringen. Die Botschafter werden, so sagte man mir, jede Vollmacht haben, die Zivilisation des Splitters zu vertreten, Freundschaftsverträge und Handelsabkommen zu unterzeichnen, wissenschaftliche Zusammenarbeit einzuleiten — ich brauche wohl nicht mehr aufzuzählen. Die Vorteile, die sich für uns ergeben, wenn wir sie dem Vizekönig präsentieren, sind offensichtlich. Darin sind wir wohl einer Meinung?«

Zustimmendes Gemurmel erhob sich. Kutuzov saß steif da, seine dunklen Augen unter den buschigen Brauen verrieten nichts, und sein Gesicht wirkte wie eine Maske aus rötlichem Ton.

»Nun«, fuhr Horvath fort, »halte ich es für ebenso offensichtlich, dass es in unserem Interesse liegt, die Split-Botschafter mit größtmöglicher Höflichkeit zu behandeln.

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