Die Schiffe der Erde [The Ships of Earth - de]
- Автор: Кард Орсон Скотт
- Серия: Die Heimkehr #3
- Год: 1995
- Язык: немецкий
- Год: Bastei Lübbe
- ISBN: 3-404-24195-9
- Переводчик: Uwe Anton
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Schiffe der Erde [The Ships of Earth - de]». Краткое содержание книги:
Dann kontrolliere die Abstimmung.
›Wessen Stimme soll ich ändern? Wem von ihnen würde Elemak glauben, wenn er die Reise plötzlich fortsetzen Dann laß es nicht zu der Abstimmung kommen.
›Ich kann Elemak dahingehend nicht beeinflussen‹
Dann sag Nafai, er soll sich nicht widersetzen!
›Er muß sich widersetzen, oder es wird keine Reise zur Erde geben. ›
»Nein!« rief Luet.
Alle sahen sie an. »Was, nein?« fragte Elemak.
»Keine Abstimmung«, sagte sie. »Es wird keine Abstimmung geben.«
»Ah, ja«, sagte Elemak. »Da haben wir also noch eine Freiheitsliebende, der klar wird, daß sie die Demokratie doch nicht so schätzt, wenn sie befürchtet, eine Abstimmung könne zu ihren Ungunsten verlaufen.«
»Wer hat etwas von einer Abstimmung gesagt?« fragte Dol, die nie so genau begriff, was um sie herum vorging.
»Ich stimme dafür, daß wir in die Zivilisation zurückkehren«, sagte Obring. »Ansonsten sind wir die Sklaven unserer Ehe — und darüber hinaus auch noch Elemaks Sklaven!«
»Aber ich habe doch gar nichts von einer Abstimmung gesagt«, fuhr Elemak fort. »Ich habe nur gesagt, daß wir eine Entscheidung treffen müssen, wohin wir gehen wollen. Eine Abstimmung könnte ganz interessant werden, aber ich verpflichte mich nicht, sie anzuerkennen. Ich brauche euern Rat, nicht eure Herrschaft.«
Also berieten sie ihn eloquent — oder versuchten es zumindest. Doch wenn jemand ein Argument vorbringen wollte, das schon jemand vorgetragen hatte, brachte Elemak ihn sofort zum Schweigen. »Das habe ich schon gehört. Hat jemand etwas Neues hinzuzufügen?« Dementsprechend dauerte die Diskussion nicht sehr lange. Eher, als Luet es für möglich gehalten hätte, fragte Elemak: »Sonst noch etwas?«, und niemand antwortete.
Er wartete und musterte sie aus stechenden Augen. Die Sonne ging mittlerweile über den Gipfeln der fernen Berge auf, und seine Augen und sein Haar strahlten in ihrem reflektierten Licht. Das ist sein schönster Augenblick, dachte Luet. Das hat er schon lange geplant — eine ganze Gemeinschaft, einschließlich der Frau seines Vaters, einschließlich seines Bruders Nafai, einschließlich der Wasserseherin und Entwirrerin von Basilika, einschließlich seiner eigenen Braut, und alle warten auf die Entscheidung, die ihr Leben verändern wird. Oder beenden.
»Ich danke euch für euren klugen Rat«, sagte Elemak ernst. »Ich habe den Eindruck, daß wir uns nicht für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden müssen. Diejenigen, die in die Zivilisation zurückkehren wollen, können dies tun, und diejenigen, die im Auftrag der Überseele in die Wüste gehen wollen, können es ebenfalls. Ob wir es nun die Rettung meines Vaters oder den Beginn einer Reise zur Erde nennen — das steht jetzt nicht zur Debatte. Wichtig ist nur, daß alle zufriedengestellt werden können. Wir werden noch eine Weile in südliche Richtung ziehen und dann über die Berge und zu den Städten der Ebene kommen. Dort können wir die zurücklassen, die es nicht ertragen können, unter dem harten Gesetz der Wüste zu leben, und ich kann die Stärkeren dann mitnehmen.«
»Vielen Dank!« sagte Mebbekew.
»Mir ist es gleichgültig, wie er mich nennt, solange ich meine Freiheit habe«, sagte Kokor.
»Narren«, sagte Nafai. »Seht ihr denn nicht, daß er euch nur etwas vormacht?«
»Was hast du gesagt?« fragte Elemak, »Er hatte von Anfang an vor, uns in die Zivilisation zurückzubringen«, sagte Nafai.
»Nicht, Nafai«, sagte Luet, denn sie wußte, was nun kommen würde.
»Hör auf deine kleine Braut, Bruder«, sagte Elemak. Seine Stimme war trügerisch sanft.
»Ich höre auf die Überseele«, sagte Nafai. »Wir leben nur noch, weil die Überseele eine Räuberbande beeinflußt, die sich keine dreihundert Meter entfernt in einer Höhle verkrochen hat. Die Überseele kann uns sicher durch die Wüste führen, ob nun mit oder ohne Elemak und seinen dummen Wüstengesetzen. Er treibt ein Kinderspiel — wer die kühnsten Drohungen machen kann …«
»Keine Drohungen«, sagte Elemak. »Gesetze, die jeder Wüstenreisende kennt.«
»Wenn wir der Überseele vertrauen, werden wir auf dieser Reise völlig sicher sein. Wenn wir Elemak vertrauen, werden wir auf die Ebene zurückkehren und in den bevorstehenden Kriegen untergehen.«
»Der Überseele vertrauen«, sagte Meb schnaubend. »Du meinst, alles tun, was du sagst.«
»Elemak weiß, daß es die Überseele gibt — er hatte den Traum, der uns in die Stadt zurückführte und dazu brachte, unsere Frauen zu heiraten, nicht wahr?«
Elemak lachte nur. »Plappere weiter, Nafai.«
»Es ist, wie Elemak es sagt. Das ist keine Frage der Demokratie. Diese Sache muß jeder für sich entscheiden. Wenn wir die Reise fortsetzen, wie die Überseele es verlangt, werden wir die größte Fahrt seit vierzig Millionen Jahren unternehmen und für uns und unsere Kinder eine Welt erben. Oder wir kehren in die Stadt zurück, wo ihr eure Ehepartner betrügen könnt, wie einige von euch es bereits vorhaben. Was Luet und mich betrifft, so werden wir niemals in die Stadt zurückkehren.«
»Genug«, sagte Elemak. »Kein Wort mehr, oder du bist auf der Stelle tot.« Er hielt einen Pulsator in der Hand. Luet hatte nicht bemerkt, daß er einen bei sich trug, wußte jedoch, was dies zu bedeuten hatte. Genau darauf hatte Elemak gewartet. Er hatte alles sehr sorgfältig inszeniert, und nun konnte er Nafai töten, und niemand würde es wagen, ihn dafür zu verdammen. »Ich kenne die Wüste, und ihr kennt sie nicht«, sagte Elemak. »Es gibt dort, wo du es behauptest, keine Banditen, oder wir wären schon tot. Wenn es schon in deinem fiebrigen kleinen Hirn als Klugheit durchgeht, Bruder, wäre jeder, der bei dir bleibt, verloren. Aber niemand wird bei dir bleiben, denn ich lasse nicht zu, daß diese Gruppe sich trennt. Das würde den sicheren Tod für jeden bedeuten, der dich begleitet.«
»Eine Lüge«, sagte Nafai.
»Bitte sprich weiter, damit ich dich als Meuterer töten kann. Denn nichts anderes bist du.«
»Hüte deine Zunge, Nafai, um meinetwegen!« sagte Luet.
»Ihr alle habt ihn gehört, nicht wahr?« sagte Elemak. »Er hat eine Rebellion gegen meine Autorität ausgerufen und versucht, eine Gruppe abzusplittern und in den Untergang zu führen. Das ist Meuterei, ein viel schlimmeres Vergehen als Ehebruch, und die Strafe dafür ist der Tod. Ihr alle seid Zeugen. Ihr alle könntet es vor einem Gericht bestätigen, würde es je dazu kommen.«
»Bitte«, sagte Luet. »Laß ihn in Ruhe, und er wird nichts mehr sagen.«
»Stimmt das, Nafai?« fragte Elemak.
»Wenn du weiterhin beabsichtigst, uns zur Stadt zurückzuführen«, sagte Nafai, »hat die Überseele keinen Grund mehr, die Banditen zurückzuhalten, und ihr alle werdet sterben.«
»Seht ihr?« sagte Elemak. »Selbst jetzt noch versucht er, uns mit diesen Phantasien über nicht existente Banditen Angst einzujagen.«
»Hast du nicht dasselbe getan?« fragte Schedemei. »Du hast uns dazu gebracht, das zu tun, was du willst, weil wir befürchten, daß Banditen uns finden.«
Elemak drehte sich zu ihr um. »Ich habe nie behauptet, daß sie nur ein paar Meter entfernt sind und sich in einer Höhle verstecken. Ich habe lediglich gesagt, es besteht die Möglichkeit, daß Banditen uns finden. Ich habe euch nur die Wahrheit gesagt — aber dieser Junge hält euch für so töricht, seine offensichtlichen Lügen zu glauben.«
»Glaubt, was ihr wollt«, sagte Nafai. »Ihr werdet den Beweis bald sehen.«
»Meuterei«, sagte Elemak, »und ihr alle — selbst seine Mutter — werdet meine Zeugen sein, daß ich keine andere Wahl hatte, weil er von seiner Rebellion nicht ablassen will. Wäre er nicht mein Bruder, hätte ich nicht so lange gewartet. Dann wäre er schon tot.«
»Und hättest du keine Gene in dir, die die Überseele für wertvoll hält«, sagte Nafai, »hätte Gaballufix dich getötet, als es dir nicht gelang, Vater in die Falle zu locken.«