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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Horvath runzelte die Stirn. »Tatsächlich? Nun, vielleicht. Vielleicht habe ich das.«

»Sie müssen ziemlich viel darüber nachgedacht haben. Kam es Ihnen nicht seltsam vor, dass die Splits auch auf diesem Gebiet so zurückhaltend sind?«

»Eigentlich nicht.«

»Mir schon. Ich zerbreche mir den Kopf darüber.«

Horvath zuckte die Achseln und beugte sich vor, um ihnen beiden noch Brandy nachzuschenken. Es hatte ja keinen Sinn, sparsam damit zu sein, wenn doch alles zurückgelassen werden musste. »Sie finden vermutlich, dass ihr Sexualleben uns nichts angeht. Wie viel haben wir ihnen denn über uns erzählt?«

»Eine ganze Menge. Ich war lange und glücklich verheiratet«, sagte Kaplan Hardy. »Ich bin vielleicht nicht gerade ein Experte für ein erfülltes Liebesleben, aber ich weiß genug, um den Splits alles zu erklären, was sie zu wissen brauchen. Ich habe ihnen nichts verheimlicht, und ich nehme an, Sally Fowler auch nicht. Schließlich sind sie uns so fremd, wie es nur geht — wir versuchen sie wohl kaum mit unkeuschen Gelüsten.«

Hardy grinste.

Horvath tat es ihm nach. »Sehr richtig, Doktor.« Er nickte nachdenklich. »Sagen Sie mal, David — warum hat der Admiral daraufbestanden, die Leichen nach der Bestattung zu Asche zu schießen?«

»Nun, ich hätte gedacht, dass — ach so. Ja. Und niemand hatte etwas dagegen. Wir wollten nicht, dass Fremde die sterblichen Überreste unserer Kameraden sezieren.«

»Genau. Nicht um etwas zu verbergen, sondern aus Pietät. Zumindest etwas, wobei der Zar und ich uns einig sein können. Nun, David, wäre es nicht möglich, dass die Splits schon bei Reproduktionen so empfinden?« Hardy überlegte eine Weile. »Durchaus denkbar, wie Sie recht gut wissen. Es gab eine Menge menschliche Gemeinschaften, die, nun, zum Beispiel zu Fotografien eine solche Einstellung hatten. Und es gibt immer noch viele Menschen, die so denken.« Er nahm wieder einen Schluck Brandy.

»Anthony, ich kann das einfach nicht glauben. Ich weiß zwar keine bessere Erklärung, aber ich glaube das nicht. Sie sind da auf etwas gestoßen … Darüber müsste man sich einmal ausführlich mit einem Anthropologen unterhalten.«

»Der verdammte Admiral lässt sie ja nicht an Bord«, knurrte Horvath, beruhigte sich jedoch gleich wieder und grinste. »Ich möchte wetten, dass sie noch immer vor Wut kocht.«

42

Ein Häufchen Elend

Sally kochte nicht. Ihr Vokabular von empörten Ausdrücken war längst erschöpft.

Während Hardy und Horvath und die anderen selig die Geschenke der Splits untersuchen durften, musste sie sich mit Holografien und diktierten Berichten zufrieden geben.

Nicht einmal konzentrieren konnte sie sich. Sie merkte, dass sie denselben Absatz zum fünften Mal las, und schleuderte den Bericht quer durch die Kabine. Zur Hölle mit Rod Blaine. Er hatte kein Recht, sie so stehen zulassen. Er hatte auch kein Recht, dermaßen ihre Gedanken zu beanspruchen. Jemand klopfte an ihre Kabinentür. Sie öffnete hastig.

»Ja — Oh. Tag, Mr. Renner.«

»Jemand anderen erwartet?« erkundigte sich Renner spöttisch. »Diese abgrundtiefe Enttäuschung in Ihrem Gesicht, als Sie merkten, dass ich’s war. Nicht sehr schmeichelhaft.«

»Tut mir leid. Nein, ich habe niemand anderen erwartet. Sagten Sie etwas?«

»Nein.«

»Ich dachte — Mr. Renner, ich dachte, Sie hätten etwas wie ›kaputt‹ gesagt.«

»Gerade fleißig gewesen?« fragte Renner. Er schaute sich in der Kabine um. Ihr sonst so ordentlicher Schreibtisch war ein Chaos von Zetteln, Diagrammen und Computerausdrucken. Einer von Horvaths Berichten lag auf dem Deck in der Nähe der Wand. Renner verzog den Mund zu einem zweifelnden Lächeln.

Sally folgte seinem Blick und errötete. »Nicht besonders«, gab sie zu. Renner hatte ihr gesagt, dass er Rod besuchen wollte, und sie wartete jetzt darauf, dass er etwas sagte.

Nach einer Weile gab sie auf. »Na schön. Ich war nicht fleißig, und wie geht’s ihm?«

»Er ist ein Häufchen Elend.«

»Oh.« Sally fand das Bild empörend und beunruhigend.

»Hat sein Schiff verloren. Kein Wunder, dass er da am Boden zerstört ist. Hören Sie, lassen Sie sich bloß von niemandem sagen, der Verlust eines Schiffes sei wie der Verlust der Ehefrau. Das ist es nicht. Es ist eher so, als würden Sie die Vernichtung Ihrer Heimatwelt miterleben.«

»Ist … Meinen Sie, ich kann etwas tun?«

Renner starrte sie an. »Er ist kaputt, sag’ ich Ihnen. Natürlich können Sie etwas tun. Sie können hingehen und seine Hand halten, um Himmels willen! Oder einfach bei ihm sitzen. Wenn er mit Ihnen vor Augen weiter das Schott anstarren kann, dann muss er einen Treffer abbekommen haben.«

»Er wurde doch nicht verletzt …«

»Natürlich nicht. Ich meinte nur, er müsste dann schon — ach, lassen wir das. Passen Sie auf, geh’n Sie einfach hin und klopfen Sie an seine Tür, ja?« Kevin schob sie hinaus auf den Gang, und ohne recht zu wissen, wie ihr geschah, fand sie sich in Marsch gesetzt. Als sie sich verwirrt umsah, zeigte Renner auf eine Tür. »Ich geh’ inzwischen auf einen Drink.«

Na wirklich, dachte sie. Jetzt erklären schon Handelsschiffer den Aristokraten, wie sie nett zueinander sein sollen … Aber es hatte keinen Sinn, im Korridor stehen zubleiben.

Sie klopfte an.

»Herein.«

Sally trat rasch ein und Schloss die Tür. »Hallo«, sagte sie. Oh Mann. Er schaute fürchterlich aus. Und dieser Sack von Uniform — damit musste etwas geschehen.

»Beschäftigt?«

»Nein. Ich dachte nur über etwas nach, was Mr. Renner sagte. Weißt du, dass Kevin Renner im Innersten seiner Seele wirklich an das Imperium glaubt?«

Sie sah sich nach einer Sitzgelegenheit um. Er war offensichtlich nicht in der Verfassung, ihr Platz anzubieten. Sie setzte sich. »Er ist ein Offizier der Flotte, oder?«

»Ja, schon, natürlich setzt er sich für das Imperium ein, sonst hätte er kein Patent angenommen — aber ich wollte sagen, dass er wirklich an unsere Ziele glaubt.

Erstaunlich.«

»Das tun wir doch auch?« fragte sie unsicher. »Denn wenn wir es nicht täten, wäre die gesamte menschliche Rasse in Schwierigkeiten, nicht?«

»Ich erinnere mich, dass ich einmal dachte, ich täte es«, sagte Rod. Also, das war ja einfach lächerlich. Es gab wohl eine ganze Menge Dinge, die er mit dem einzigen Mädchen im Umkreis von zehn Parsek besprechen konnte, ohne sich in weltanschauliche Grübeleien zu verlieren. »Du siehst hübsch aus. Wie machst du das nur? Du musst doch dein ganzes Gepäck verloren haben.«

»Nein, ich hatte meine Reisesachen mit. Alles, was ich auf Alpha mitnahm, weißt du noch?« Dann konnte sie nicht mehr an sich halten und lachte los. »Rod, hast du eine Ahnung, wie komisch du in Kapitän Michailovs Uniform aussieht? Ihr beide habt aber auch wirklich nicht dieselben Maße. He! Aufhören! Du fängst mir jetzt nicht wieder mit Trübsalblasen an, Rod Blaine!« Sie zog eine finstere Miene.

Es dauerte einen Augenblick, aber dann hatte sie gewonnen. Sie wusste es, als Rod unwillkürlich einen Blick auf die breiten Falten warf, die er in den Uniformrock gekniffen hatte, damit das Ding etwas weniger wie ein Zelt aussah. Er begann zu grinsen. »Ich nehme nicht an, dass mich die Times in die Liste der zehn bestgekleideten Männer des Hofes aufnimmt, oder?«

»Bestimmt nicht.« Schweigend saßen sie einander gegenüber, und sie zerbrach sich den Kopf nach etwas, was sie als nächstes sagen konnte. Verdammt, warum ist es nur so schwer, mit ihm zu reden? Onkel Ben behauptet, dass ich immer zuviel rede, und jetzt fällt mir einfach nichts ein. »Was hat denn Mr. Renner gesagt?«

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