Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
Zwanzig Minuten später hielt Lucy das Kaninchen so ruhig, wie sie konnte, während Doktor Adams es hier und da sanft mit zwei Fingern drückte.
»Nun, es ist nichts von Bedeutung, soweit ich sehen kann«, sagte er schließlich. »Nichts gebrochen. Aber irgend etwas ist mit diesem Hinterlauf, doch das ist schon vor einiger Zeit passiert, und es ist mehr oder weniger verheilt - soweit es je heilen wird. Die Katze hat es hier gekratzt, siehst du, aber das ist nicht erheblich. Ich denke, es wird in Kürze wieder in Ordnung sein.«
»Aber es hat keinen Zweck, es zu behalten, Doktor, nicht wahr? Im Verschlag, mein' ich.«
»O nein, es könnte in einer Kiste nicht leben. Wenn es nicht herauskäme, würde es bald sterben. Nein, ich würde den armen Kerl laufenlassen - wenn du ihn nicht essen willst.«
Lucy lachte. »Aber Dad wird böse sein, wenn ich es irgendwo in der Nähe freilasse. Er sagt immer, wo ein Kaninchen ist, sind bald hundertundeins.«
»Nun, ich will dir was sagen«, meinte Doktor Adams und zog seine flache Taschenuhr heraus. Er hielt sie in Armeslänge von sich und blickte darauf, denn er war weitsichtig. »Ich muß ein paar Kilometer die Straße hinauf, um eine alte Dame in Cole Henley zu besuchen. Wenn du im Wagen mitkommen willst, kannst du es zwischen den Hügeln freilassen, und ich bringe dich noch vor dem Essen zurück.«
Lucy hüpfte. »Ich will bloß Mum fragen.«
Auf dem Kamm zwischen Hare Warren Down und Watership Down hielt Doktor Adams an.
»Ich glaube, hier ist es so gut wie anderswo«, sagte er. »Da kann es nicht viel Schaden anrichten, wenn man sich's überlegt.«
Sie gingen ein Stückchen ostwärts von der Straße fort, und Lucy setzte das Kaninchen ab. Es saß etwa eine halbe Minute verblüfft da und sprang dann plötzlich über das Gras davon.
»Ja, irgend etwas stimmt nicht mit seinem Lauf, siehst du«, sagte Doktor Adams und deutete hin. »Aber es könnte noch jahrelang ausgezeichnet leben, was das anlangt. Ein echtes Kaninchen, in einem Dornenstrauch geboren.«
49. Hazel kehrt heim
Nun, wir sind beide glückliche Teufel gewesen Und haben's nicht nötig, ein Gelübde oder einen Eid Zu leisten, um unsere wunderbare Freundschaft zu besiegeln. Durch festeren Stoff Eng genug gebunden.
Robert Graves Two Fusiliers
Obgleich bei Woundwort zum Schluß erste Anzeichen von Verrücktheit erkennbar gewesen waren, erwies sich das, was er tat, dennoch als nicht ganz sinnlos. Es gab keinen Zweifel daran, daß, wenn er es nicht getan hätte, an jenem Morgen auf Watership Down mehr Kaninchen getötet worden wären. So schnell und still war der Hund hinter Dandelion und Blackberry den Hügel heraufgekommen, daß einer von Campions Wachtposten, der nach einer langen Nacht unter einem Grasbüschel döste, in dem Augenblick, als er sich umdrehte und fortzuspringen versuchte, heruntergerissen und getötet wurde. Später - nachdem er Woundwort liegengelassen hatte - trieb sich der Hund einige Zeit auf der Böschung und im offenen Gras herum, bellte und stürzte auf jeden Busch und jeden Haufen Unkraut zu. Aber inzwischen hatten die Efrafas Zeit gehabt, sich zu zerstreuen und zu verstecken, so gut es möglich war. Außerdem zeigte der Hund, der unerwartet gekratzt und gebissen worden war, ein gewisses Widerstreben, sich auf einen Kampf einzulassen. Doch zum Schluß gelang es ihm, das Kaninchen zu stellen und zu töten, das tags zuvor durch Glas verletzt worden war, und damit verzog er sich wieder auf dem Weg, den er gekommen war, und verschwand über den Rand der Böschung.
Von einem erneuten Angriff der Efrafas auf das Gehege konnte jetzt keine Rede mehr sein. Keiner dachte an etwas anderes als daran, sein Leben zu retten. Ihr Führer war verschwunden. Der Hund war von den Kaninchen, die sie hatten töten wollen, auf sie gehetzt worden - da waren sie ganz sicher. Es stand im Einklang mit dem geheimnisvollen Fuchs und dem weißen Vogel. In der Tat hatte Ragwort, das phantasieloseste Kaninchen, das lebte, es unter der Erde vernommen. Campion, der mit Vervain und vier oder fünf anderen in einem Nesselhaufen kauerte, traf auf nichts als zitternde Zustimmung, als er sagte, er sei sicher, daß sie sofort diesen gefährlichen Ort verlassen sollten, wo sie schon viel zu lange geblieben waren.
Ohne Campion wäre wahrscheinlich nicht ein einziges Kaninchen nach Efrafa zurückgekehrt. Doch konnte auch seine Kunst als Patrouillenführer nicht einmal die Hälfte derjenigen, die nach Watership gekommen waren, heimführen. Drei oder vier waren geflüchtet und hatten sich zu weit verlaufen, als daß man sie wiederfinden konnte, und was aus ihnen geworden war, erfuhr man nie. Es waren wahrscheinlich vierzehn oder fünfzehn Kaninchen - nicht mehr -, die mit Campion etwas vor ni-Frith aufbrachen, um die lange Wanderung anzutreten, die sie erst tags zuvor in entgegengesetzter Richtung unternommen hatten. Sie waren nicht fähig, die Entfernung bis zum Dunkelwerden zurückzulegen, und es dauerte nicht lange, da hatten sie gegen Schlimmeres als ihre eigene Erschöpfung und ihre niedergedrückte Stimmung anzukämpfen. Schlechte Nachrichten verbreiten sich schnell. Den Gürtel hinunter und darüber hinaus verbreitete sich das Gerücht, daß der furchtbare General Woundwort und seine Owsla auf Watership Down in Stücke gehauen worden waren und was von ihnen übrigblieb, sich in schlechter Verfassung südwärts schleppte, kaum in der Lage, wachsam zu bleiben. Die Tausend begannen heranzurücken - Wiesel, ein Fuchs, selbst ein Kater von einer nahe gelegenen Farm. Bei jedem Halt fehlte wieder ein Kaninchen, und keiner konnte sich erinnern, gesehen zu haben, was ihm zugestoßen war. Eines davon war Vervain. Es war von Anfang an klar, daß ihm nichts mehr blieb, und tatsächlich hatte er wenig Veranlassung, ohne den General nach Efrafa zurückzukehren.
Während all dieser Furcht und Mühsal blieb Campion standfest und wachsam, hielt die Überlebenden zusammen, dachte voraus und ermutigte die Erschöpften, weiterzulaufen. Am Nachmittag des folgenden Tages, während das Kennzeichen »Rechter Vorderlauf« bei silflay war, kam er mit einer Handvoll von sechs oder sieben Kaninchen durch die Postenlinie gehinkt. Er selbst war einem Zusammenbruch nahe und kaum imstande, dem Rat Bericht über die Katastrophe zu erstatten.
Nur Groundsel, Thistle und drei andere hatten die Geistesgegenwart gehabt, den geöffneten Lauf hinunterzuspringen, als der Hund kam. Zurück in der Honigwabe, ergaben sich Groundsel und seine Mitgeflohenen sofort Fiver, der immer noch von seiner langen Trance benebelt und kaum soweit zur Besinnung gekommen war, zu begreifen, was vor sich ging. Schließlich, als die fünf Efrafas immer noch in dem Bau kauerten und auf die Geräusche des oben jagenden Hundes lauschten, erholte sich Fiver, ging zur Mündung des Laufes, wo Bigwig halb bewußtlos lag, und es gelang ihm, Holly und Silver begreiflich zu machen, daß die Belagerung beendet war. Es fehlte nicht an Helfern, die verstopften Löcher in der Südwand wieder aufzureißen. Zufällig war Bluebell der erste, der in die Honigwabe durchbrach, und noch viele Tage später ahmte er Hauptmann Fiver an der Spitze einer Menge von Efrafa-Gefangenen nach - »wie eine Blaumeise, die einen Haufen sich mausernder Dohlen zusammentreibt«, wie er sich ausdrückte.
Niemand jedoch hatte Lust, ihnen zu dieser Zeit viel Aufmerksamkeit zu schenken; denn alle Gedanken des Geheges waren bei Hazel und Bigwig. Bigwig schien sterben zu müssen. Er blutete aus einem halben Dutzend Wunden, lag mit geschlossenen Augen in dem Lauf, den er verteidigt hatte, und gab keine Antwort, als Hyzenthlay ihm sagte, die Efrafas wären besiegt und das Gehege gerettet. Nach einiger Zeit gruben sie vorsichtig, um den Lauf zu verbreitern, und als der Tag sich dahinschleppte, blieben die Weibchen abwechselnd neben ihm, leckten ihm die Wunden und horchten auf sein leises unregelmäßiges Atmen.
Zuvor hatten Blackberry und Dandelion sich aus Kehaars Lauf durchgegraben - er war nicht sehr fest verstopft gewesen - und erzählten ihre Geschichte. Dandelion konnte nicht sagen, was mit Hazel geschehen war, nachdem der Hund sich losgerissen hatte, und bis zum frühen Nachmittag befürchtete jeder das Schlimmste. Schließlich bestand Pipkin in großer Unruhe und Sorge darauf, nach Nuthanger aufzubrechen. Fiver sagte sofort, er würde mit ihm gehen, und zusammen verließen sie den Wald und brachen nach Norden über die Hügel auf. Sie waren erst eine kurze Strecke gelaufen, als Fiver, der sich auf einem Ameisenhügel aufrichtete, um sich umzublicken, ein Kaninchen über die Anhöhe im Westen kommen sah. Sie liefen beide näher heran und erkannten Hazel. Fiver lief ihm entgegen, während Pipkin in die Honigwabe zurückraste, um die Nachricht zu überbringen.