Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
47. Der aufgehobene Himmel
Der alte Bulle stürzte sich mit gesenktem Kopf auf mich. Aber ich zuckte nicht zurück ... Ich ging auf ihn los. Und er zuckte zurück.
Flora Thompson Lark Rise
Als Hazel stampfte, sprang Dandelion instinktiv vom Grasrand. Wenn ein Loch dagewesen wäre, wäre er darauf zugesprungen. In Sekundenschnelle blickte er links und rechts über den Kies. Dann raste der Hund auf ihn zu, und er drehte sich um und sprang auf die erhöhte Scheune zu. Aber ehe er sie erreichte, wurde ihm klar, daß er nicht unter dem Boden Schutz suchen dürfte. Wenn er das tat, würde der Hund bremsen, und sehr wahrscheinlich würde ihn jemand zurückrufen. Er mußte aus dem Farmhof hinaus und zur Straße hinunter. Er änderte die Richtung und raste den Feldweg hinauf zu den Ulmen.
Er hatte nicht erwartet, daß der Hund ihm so dicht auf den Fersen sein würde. Er konnte seinen Atem hören und wie der lockere Kies unter seinen Pfoten aufspritzte.
»Er ist zu schnell für mich!« dachte er. »Er wird mich kriegen!« Im nächsten Augenblick würde er über ihm sein, ihn am Rücken schnappen und sein Leben aus ihm herausreißen. Er wußte, daß Hasen, wenn sie eingeholt werden, ausweichen, indem sie schneller und geschickter Haken schlagen als der sie verfolgende Hund und auf ihrer Spur zurücklaufen. »Ich werde zurücklaufen müssen«, dachte er verzweifelt. »Aber wenn ich's tue, wird er mich den Feldweg rauf- und runterjagen, und der Mann wird ihn heranrufen, oder ich werde ihn abschütteln müssen, indem ich durch die Hecke laufe - dann wird der ganze Plan mißlingen.«
Er jagte über den Kamm und hinunter auf den Viehstall zu. Als Hazel ihm gesagt hatte, was er tun sollte, hatte er gemeint, daß seine Aufgabe darin bestehen würde, den Hund anzulocken und ihn dazu zu bringen, ihm zu folgen. Jetzt aber rannte er einfach um sein Leben, und das in einem Tempo, an das er früher nie herangekommen war und das er nicht beibehalten konnte, das wußte er.
Tatsächlich legte Dandelion die dreihundert Meter zum Viehstall in sehr viel weniger als einer halben Minute zurück. Aber als er das Stroh am Eingang erreichte, schien es ihm, als wäre er eine Ewigkeit gerannt. Hazel und den Farmhof hatte es vor langer, langer Zeit gegeben. Er hatte nie in seinem Leben etwas anderes getan, als in entsetzlicher Furcht diesen Feldweg hinunterzurennen, den Atem des Hundes an seinen Keulen fühlend. Im Tor lief ihm eine große Ratte über den Weg, und der Hund bremste deswegen einen Augenblick. Dandelion erreichte den nächsten Schuppen und sprang Hals über Kopf zwischen zwei Strohballen am Fuß eines Haufens. Es war eng dort, und er konnte sich nur mit Mühe umdrehen. Der Hund war im Nu da draußen, kratzte begierig, winselte und warf loses Stroh hoch, als er unten an den Ballen schnüffelte.
»Bleib still sitzen«, sagte eine junge Ratte aus dem Stroh dicht neben ihm. »Er wird in einer Minute fort sein. Sie sind nicht wie Katzen, weißt du?«
»Das ist es ja gerade«, sagte Dandelion keuchend und das Weiße seiner Augen rollend. »Er darf mich nicht verlieren -und Zeit ist alles.«
»Was?« fragte die Ratte verblüfft. »Was sagst du da?«
Ohne zu antworten, schlüpfte Dandelion zu einem anderen Spalt, sammelte sich einen Augenblick und verließ dann die Deckung, rannte über den Hof zum gegenüberliegenden Schuppen. Er war vorn offen, und er lief direkt zu der Bretterverschalung an der Rückseite durch. Unter dem morschen Ende eines Brettes war eine Lücke, durch die er ins Feld dahinter kroch.
Der Hund folgte, zwängte seinen Kopf in die Lücke und drängte sich, vor Erregung bellend, durch. Allmählich hob sich das Brett wie eine Falltür, bis er sich durchzwängen konnte.
Nachdem er jetzt einen besseren Start hatte, hielt sich Dandelion im Freien und lief über das Feld zur Hecke neben der Straße. Er wußte, daß er im Tempo nachließ, aber auch der Hund schien langsamer zu werden. Er wählte einen dichten Teil in der Hecke, schlüpfte durch und überquerte die Straße. Blackberry huschte von der anderen Böschung auf ihn zu. Dandelion ließ sich erschöpft in den Graben fallen. Der Hund war keine sieben Meter auf der anderen Seite der Hecke entfernt. Er konnte keine genügend große Lücke finden.
»Er ist schneller, als ich annahm«, keuchte Dandelion, »aber ich habe ihm die Schärfe genommen. Mehr kann ich nicht tun. Ich muß mich ausruhen. Ich bin erledigt.« Es war offensichtlich, daß Blackberry sich fürchtete.
»Frith helfe mir!« flüsterte er. »Ich werde es nie schaffen.«
»Los, schnell«, sagte Dandelion, »bevor er das Interesse verliert. Ich werde dich einholen und helfen, wenn ich kann.«
Blackberry hopste absichtlich auf die Straße und setzte sich auf. Der Hund sah ihn, jaulte und stieß sein Gewicht gegen die Hecke. Blackberry rannte langsam die Straße entlang auf zwei Tore zu, die weiter unten einander gegenüberlagen. Der Hund blieb auf gleicher Höhe mit ihm. Sobald er sicher war, daß er das Tor auf seiner Seite gesehen hatte und darauf losgehen würde, machte Blackberry kehrt und kletterte auf die Böschung. Draußen in den Stoppeln wartete er auf das Nahen des Hundes.
Es dauerte lange, bis er erschien, und als er sich endlich zwischen dem Torpfosten und der Böschung einen Weg ins Feld bahnte, schenkte er ihm keinerlei Aufmerksamkeit. Er witterte am Fuß der Böschung entlang, scheuchte ein Rebhuhn auf, sprang ihm nach und begann dann, in einem Haufen Ampfer herumzuscharren. Eine Zeitlang hatte Blackberry zu große Angst, sich zu bewegen. Dann hopste er in Verzweiflung langsam auf ihn zu, tat so, als habe er seine Anwesenheit nicht bemerkt. Der Hund sprang ihm nach, schien aber fast sofort das Interesse zu verlieren und fing wieder an, am Boden herumzuschnüffeln. Schließlich als Blackberry nicht mehr wußte, was er tun sollte, brach der Hund aus eigenem Antrieb über das Feld auf, trottete neben einer der Reihen gedroschenen Strohs entlang, den zerrissenen Strick nachziehend und bei jedem Quietscher oder Rascheln hin und her springend. Blackberry, der hinter einer Parallelreihe Schutz suchte, hielt sich auf seiner Höhe. Auf diese Art legten sie die Entfernung zur Hochspannungsleitung, auf halbem Weg zum Fuß des Hügellandes, zurück. Da holte ihn Dandelion ein.
»Es ist nicht schnell genug, Blackberry! Wir müssen uns beeilen. Bigwig kann schon tot sein.«
»Ich weiß, aber wenigstens nimmt er den richtigen Weg. Anfänglich konnte ich ihn nicht dazu bringen, sich überhaupt zu bewegen. Können wir nicht -«
»Er muß mit Tempo zum Hügelland heraufkommen, oder es wird keine Überraschung sein. Komm, wir locken ihn gemeinsam an. Aber wir müssen uns zuerst vor ihn setzen.«
Sie rannten schnell durch die Stoppeln, bis sie in die Nähe der Bäume kamen. Dann drehten sie um und kreuzten die Richtung des Hundes in voller Sicht. Diesmal nahm er die Verfolgung sofort auf, und die beiden Kaninchen erreichten das Unterholz am Fuß des jähen Abhangs, knapp zehn Meter vor ihm. Als sie zu klettern begannen, hörten sie den Hund krachend durch den spröden Holunder brechen. Er bellte einmal, und dann waren sie auf dem offenen Hang draußen, und der Hund rannte stumm hinter ihnen her.
Das Blut rann Bigwig über Nacken und Vorderlauf hinunter. Er ließ Woundwort, der auf dem Erdhaufen kauerte, nicht aus den Augen und erwartete jeden Moment, daß er vorspränge. Er konnte die Bewegung eines Kaninchens hinter sich hören, aber der Lauf war so eng, daß er sich nicht hätte umdrehen können, selbst wenn es gefahrlos gewesen wäre.
»Alle in Ordnung?« fragte er.
»Alle in Ordnung«, erwiderte Holly. »Komm, Bigwig, laß mich deinen Posten einnehmen. Du mußt dich ausruhen.«
»Kann nicht«, schnaufte Bigwig. »Du könntest hier nicht an mir vorbei - kein Platz -, und wenn ich zurückgehe, kommt das Scheusal hinterher - und dann hättet ihr ihn ungehindert in den Bauen. Überlaß das mir. Ich weiß, was ich tue.«