Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » In den Klauen des Winters
In den Klauen des Winters - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

In den Klauen des Winters

Электронная книга - «In den Klauen des Winters». Краткое содержание книги:

In den Klauen des Winters
1 ... 121 122 123 124 125 126 127 128 129 ... 210
Перейти на страницу:

»Ihr Mut ist gebrochen«, sagte Frau Anan und stellte die Lampe auf einem anderen Fass ab. In der Nähe standen andere leere Fässer, die auf ihre Rückkehr zur Brauerei warteten. Die Stelle kam dem am nächsten, was Mat in diesem Keller an freiem Platz entdeckt hatte. »Sie hat sich seit der Ankunft der Seanchaner versteckt. Als sie sich in den letzten Tagen entschieden, die Suche von den Straßen auf die Häuser auszuweiten, mussten ihre Behüter sie mehrmals an andere Orte bringen. Ich schätze, das dürfte reichen, um jedermanns Mut zu brechen. Aber ich bezweifle, dass sie hier suchen werden.«

Wenn man an all die Offiziere oben dachte, hatte sie vermutlich sogar Recht. Trotzdem war Mat froh, dass nicht er dieses Risiko eingehen musste. Er ging vor Joline in die Hocke; ein stechender Schmerz durchzuckte sein Bein und er grunzte. »Ich werde Euch helfen, wenn ich kann«, sagte er. Zwar wusste er nicht, wie er das anstellen sollte, aber da war diese Schuld. »Seid froh, dass ihr so viel Glück hattet, ihnen die ganze Zeit entgehen zu können. Teslyn hatte da weniger Glück.«

Joline riss das Taschentuch von den Augen und starrte ihn böse an. »Glück?«, stieß sie wütend hervor. Wäre sie keine Aes Sedai gewesen, hätte er gesagt, sie würde schmollen, so wie sie die Unterlippe vorschob. »Ich hätte entkommen können! Soweit ich weiß, herrschte am ersten Tag heillose Verwirrung. Aber ich war bewusstlos. Fen und Blaeric haben es gerade noch geschafft, mich aus dem Palast zu tragen, bevor es dort vor Seanchanern wimmelte, doch zwei Männer mit einer reglosen Frau in der Mitte zogen zu viel Aufmerksamkeit auf sich, als dass sie es bis zu den Stadttoren hätten schaffen können, bevor diese gesichert wurden. Ich bin froh, dass Teslyn erwischt wurde! Froh! Sie hat mir etwas verabreicht; da bin ich mir sicher! Darum konnten Fen und Blaeric mich nicht wecken, darum musste ich in Ställen schlafen und mich in Gassen verbergen, immer in der Angst, dass mich diese Ungeheuer finden. Es geschieht ihr recht!«

Die Tirade ließ Mat blinzeln. Er glaubte nicht, jemals zuvor so viel Gift in einer Stimme gehört zu haben, nicht einmal in den alten Erinnerungen. Frau Anan sah Joline missbilligend an und ihre Hand zuckte.

»Egal, ich werde Euch so gut helfen, wie ich kann«, sagte er eilig und richtete sich auf, um sich zwischen die beiden Frauen zu stellen. Er hätte es Frau Anan durchaus zugetraut, Joline zu schlagen, ob sie nun eine Aes Sedai war oder nicht. Und Joline schien nicht in der Stimmung zu sein, an die Möglichkeit zu denken, dass oben Damane sein konnten, die spürten, was auch immer sie zur Vergeltung tat. Es war eine Binsenwahrheit: der Schöpfer erschuf die Frauen, damit das Leben der Männer nicht zu einfach war. Wie beim Licht sollte er nur eine Aes Sedai aus Ebou Dar schaffen? »Ich stehe in Eurer Schuld.«

Ein paar winzige Falten entstanden auf Jolines Stirn. »In meiner Schuld?«

»Die Nachricht mit der Bitte, Nynaeve und Elayne zu warnen«, sagte er langsam. Er befeuchtete die Lippen und fügte hinzu: »Die Ihr auf meinem Kissen hinterlegt habt.«

Sie winkte ab, aber ihre auf sein Gesicht gerichteten Augen blinzelten nicht einmal. »Alle Schulden sind an dem Tag beglichen, an dem Ihr mir helft, aus den Stadtmauern herauszukommen, Meister Cauthon«, sagte sie in einem Tonfall, der so hoheitsvoll wie der einer Königin war.

Mat schluckte. Den Zettel mit der Botschaft hatte man in seine Manteltasche gesteckt und nicht auf seinem Kissen zurückgelassen. Und das bedeutete, er hatte sich in der Person geirrt, der er dafür etwas schuldete.

Er ging, ohne Joline der Lüge zu bezichtigen — es wäre selbst dann eine Lüge gewesen, wenn sie nur seinen Fehler nicht korrigiert hätte —, und er sagte es auch Frau Anan nicht. Das war sein Problem. Es bereitete ihm Übelkeit. Er wünschte sich, er hätte es nie herausgefunden.

Wieder zurück im Tarasin-Palast begab er sich auf direktem Weg in Tylins Gemächer und breitete seinen Umhang über einen Stuhl, um ihn zu trocknen. Regen prasselte gegen die Scheiben. Er legte seinen Hut auf eine der mit Schnitzereien versehenen, vergoldeten Kommoden, rieb sich mit einem Handtuch Gesicht und Hände trocken und überlegte, den Mantel zu wechseln. An ein paar Stellen war der Regen durch den Umhang gedrungen. Hier und da war sein Mantel feucht. Feucht. Beim Licht!

Er stöhnte angewidert, ballte das gestreifte Handtuch zusammen und schleuderte es aufs Bett. Er schindete Zeit, hoffte sogar, dass Tylin unerwartet hereinkam und dem Bettpfosten einen Stich versetzte, nur damit er das aufschieben konnte, was er nun zu tun hatte. Was er tun musste. Joline hatte ihm keine andere Wahl gelassen.

Der Grundriss des Palasts war einfach, wenn man es so sehen wollte. Diener lebten in der untersten Etage, wo sich die Küchen befanden, und unten in den Kellergewölben. Die nächste Etage enthielt die öffentlichen Repräsentationsräume und die engen Bürosruben der Schreiber, und die dritte Unterkünfte für die weniger angesehenen Gäste; diese Etage wurde zurzeit hauptsächlich vom seanchanischen Blut bevölkert. In der obersten Etage befanden sich Tylins Gemächer sowie die für Ehrengäste wie Suroth und Tuon und ein paar andere. Aber selbst Paläste hatten Dachböden.

Mat blieb vor einer Treppe stehen, die hinter einer unscheinbaren Ecke verborgen war, und holte tief Luft, bevor er langsam nach oben stieg. Der große fensterlose Raum am oberen Treppenabsatz, dessen Decke niedrig war und dessen Boden aus grob bearbeiteten Brettern bestand, war leer geräumt worden. Den frei gewordenen Platz hatte man mit winzigen hölzernen Verschlagen gefüllt, von denen jeder über eine eigene Tür verfügte. Einfache Stehlampen aus Eisen erhellten die Korridore dazwischen. Der Regen, der auf die Dachziegel prasselte, war hier, direkt über seinem Kopf, sehr laut. Auf der obersten Stufe verharrte er erneut und atmete erst weiter, als er begriff, dass er keine Schritte hören konnte. In einem der kleinen Räume weinte eine Frau, aber keine Sul'dam erschien und wollte wissen, was er hier zu suchen hatte. Vermutlich würden sie von seinem Besuch erfahren, aber nicht, bevor er herausgefunden hatte, was er wissen musste, wenn er sich beeilte.

Das Problem war nur, dass er nicht wusste, welches ihr Zimmer war. Er ging zum ersten und öffnete die Tür lange genug, um einen Blick hineinzuwerfen. Eine Atha'an Miere in einem grauen Kleid saß auf einem schmalen Bett, die Hände im Schoß gefaltet. Das Bett und ein Waschständer mit einer Schüssel und einem kleinen Spiegel nahmen den größten Teil des Platzes ein. An Holzpflöcken an den Wänden hingen mehrere graue Gewänder. Die aus Segmenten bestehende silberne Leine eines Adam führte von dem Silberkragen um ihren Hals zu einem silbernen Armreifen, der an einem Haken hing. Sie konnte jede Ecke des Raums erreichen. Die kleinen Löcher, die von ihren Ohrringen und dem Nasenring stammten, hatten noch keine Zeit zum Heilen gehabt. Sie sahen aus wie Wunden. Als sich die Tür öffnete, schreckte sie mit Furcht erfülltem Gesichtsausdruck hoch, der sich in Nachdenklichkeit verwandelte. Und vielleicht Hoffnung.

Er schloss die Tür, ohne ein Wort zu verlieren. Ich kann nicht alle retten, dachte er beklommen. Ich kann es nicht! Licht, wie er das hasste. Die nächsten Türen enthüllten identische Räume und drei weitere Frauen aus dem Meervolk, von denen eine laut schluchzend auf dem Bett lag, dann kam eine schlafende blonde Frau, und bei allen hing ihr A'dam lose an einem Haken. Er drückte die letzte Tür so leise zu, als wollte er Frau al'Vere einen Kuchen direkt unter ihrer Nase stehlen. Vielleicht handelte es sich bei der blonden Frau ja um keine Seanchanerin, aber dieses Risiko wollte er nicht eingehen. Ein Dutzend Türen später atmete er erleichtert auf, schlüpfte hinein und zog hinter sich die Tür zu.

1 ... 121 122 123 124 125 126 127 128 129 ... 210
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)