Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]
- Автор: Уиллис Конни
- Год: 1993
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-06589-1
- Переводчик: Walter Brumm
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
»Friedhof«, sagte Badri.
»Nein«, sagte Dunworthy. »Nein.«
Er saß noch eine Weile länger, rieb Badris Arm, aber diesmal schien es seine Unruhe zu verschlimmern. Er stand auf. »Versuchen Sie zu ruhen«, sagte er und ging hinaus.
Der Pfleger saß am Schreibtisch und las in einem Lehrbuch für Schwesternschülerinnen über die richtige Behandlung und Pflege bettlägeriger Patienten.
»Bitte verständigen Sie mich, wenn…«, sagte Dunworthy und merkte, daß er den Satz so nicht zu Ende bringen konnte. »Bitte verständigen Sie mich.«
»Ja, Sir«, sagte der junge Mann. »Wo sind Sie zu erreichen?«
Er suchte in der Tasche nach einem Stück Papier zum Beschreiben und brachte die Medikamentenliste zum Vorschein. Er hatte sie beinahe vergessen. »Im Balliol College«, sagte er. »Wenn Sie telefonisch nicht durchkommen, schicken Sie einen Boten.« Und er ging hinunter zum Magazin.
»Sie haben das Formular nicht ausgefüllt«, sagte die alte Frau nach einem Blick auf das Formblatt.
»Ich habe die Unterschrift«, sagte er und gab ihr seine Liste. »Füllen Sie es selbst aus.«
Kopfschüttelnd überflog sie die Liste der aufgeführten Artikel. »Wir haben weder Schutzmasken noch Thermometer.«
Sie nahm eine kleine Flasche Aspirin vom Regal. »Synthamycin und AZI sind ausgegangen.«
Das Fläschchen Aspirin enthielt vielleicht zwanzig Tabletten. Er steckte es in die Tasche, verließ das Krankenhaus und ging zur Apotheke in die High Street. Vor dem Eingang stand eine Gruppe aufgebrachter Leute, und er hörte die Worte »unfair« und »Preiswucher!« aus dem erregten Stimmengewirr. Er ging hinein. Schutzmasken waren ausgegangen, Thermometer zum Ankleben und Aspirin unerhört teuer. Er kaufte alles, was sie davon hatten.
Er verbrachte den Abend mit der Verteilung der Medikamente und dem Studium von Badris Krankenblatt, um irgendeinen Hinweis auf den Ursprung des Virus zu finden. Badri hatte am 10. Dezember in Ungarn eine Absetzoperation ins 19. Jahrhundert vorgenommen, aber aus den verfügbaren Unterlagen ging nicht hervor, wo in Ungarn, und William wußte es nicht, und die Telefone waren noch immer außer Betrieb.
Sie waren es auch noch am Morgen, als Dunworthy im Krankenhaus anrufen wollte, um sich über Badris Zustand zu unterrichten. Er konnte nicht einmal ein Amtszeichen bekommen, aber sobald er den Hörer aufgelegt hatte, läutete das Telefon.
Es war Andrews. Dunworthy konnte seine Stimme durch die Störungen kaum verstehen. »Tut mir leid, daß es so lange gedauert hat«, sagte er, und dann noch etwas, was gänzlich verlorenging.
»Ich kann Sie kaum verstehen«, sagte Dunworthy.
»Ich sagte, ich hatte Schwierigkeiten, durchzukommen. Die Telefonleitungen…« Weitere Störungen. »Ich habe die Parameter überprüft, mit drei verschiedenen Ausgangspunkten und einer Triangulation…« Der Rest ging wieder verloren.
»Was war die maximale Verschiebung?« rief er ins Telefon.
Die Leitung war momentan störungsfrei. »Sechs Tage.«
»Das war mit einer…« Neuerliche Störungen. »Ich rechnete die Wahrscheinlichkeiten durch, und das mögliche Maximum für eine Verschiebung innerhalb eines Umkreises von fünfzig Kilometern war noch immer fünf Jahre.« Die Störungen nahmen wieder überhand, und die Verbindung ging verloren.
Dunworthy legte den Hörer auf. Er hätte sich beruhigt und ermutigt fühlen sollen, schien jedoch außerstande, eine Gefühlsregung aufzubringen. Gilchrist hatte nicht die Absicht, das Netz am 6. zu öffnen, ob Kivrin da war oder nicht.
Er griff zum Telefon, um das Schottische Fremdenverkehrsamt anzurufen, und im selben Augenblick läutete es wieder.
»Dunworthy hier«, sagte er und blinzelte in den Bildschirm, aber es war nur Schneetreiben zu sehen.
»Wer?« fragte eine Frauenstimme, die heiser oder angetrunken klang. »Tut mir leid«, murmelte sie, »ich wollte…« und etwas Unverständliches, dann legte sie auf.
Er wartete, um zu sehen, ob es erneut läuten würde, dann ging er hinüber zum Studentenwohnheim. Die Glocke vom Magdalen College schlug die volle Stunde. Im regnerischen Grau klang es wie eine Totenglocke. Auch Mrs. Piantini schien sie gehört zu haben. Sie stand im Nachthemd auf dem Hof und hob feierlich die Arme in ungehörtem Rhythmus. »Eins und zwei und eins und zwei«, sagte sie, als Dunworthy sie erreichte.
Finch erschien. Er sah verhärmt und aufgeregt aus. »Es sind die Glocken, Sir«, sagte er und ergriff Mrs. Piantini beim Arm. »Das Läuten regt sie auf. Ich glaube, unter den Umständen sollte man auf das Glockenläuten verzichten.«
Dunworthy nahm ihren freien Arm, um sie zusammen mit Finch wieder ins Haus zu führen, aber Mrs. Piantini riß sich los. »Jeder muß ohne Unterbrechung an seiner Glocke bleiben!« rief sie zornig.
»Ganz recht«, sagte Finch. Er packte ihren Arm, als wäre er das Seil einer tonnenschweren Glocke und führte sie hinein.
Drinnen begegnete ihm Colin, naß wie gewöhnlich und blaugefroren. Sein Mantel war offen, und Marys grauer Schal hing ihm nutzlos vom Hals. Er gab Dunworthy einen Zettel. »Von Badris Pfleger«, sagte er. Dann nutzte er die Ruhepause, um eine Bonbontüte aufzureißen und sich einen hellblauen Lutschbonbon in den Mund zu stecken.
Auch der Zettel war naß. Der Text lautete: »Badri verlangt nach Ihnen«, doch war das Wort »Badri« so verwischt, daß er nicht mehr als das B erkennen konnte.
»Sagte er, ob es Badri schlechter geht?«
»Nein, ich soll Ihnen nur die Nachricht bringen. Und Tante Mary sagt, daß Sie Ihre T-Zellen-Verstärkung kriegen, wenn Sie kommen. Sie weiß noch nicht, wann der Impfstoff eintreffen wird.«
Dunworthy half Finch, die widerstrebende Mrs. Piantini in ihr Bett niederzuringen, und eilte zur Klinik und die Treppen hinauf zur Isolierstation. Dort erwartete ihn eine neue Schwester, eine Frau mittleren Alters mit geschwollenen Füßen. Sie hatte die Beine auf einem zweiten Stuhl hochgelegt und verfolgte ein Fernsehprogramm, stand aber sofort auf, als er hereinkam.
»Sind Sie Mr. Dunworthy?« fragte sie. »Dr. Ahrens sagte, Sie sollten gleich zu ihr hinunterkommen.«
Sie sagte es ruhig, sogar freundlich, und er dachte, daß sie ihm Badris Anblick ersparen wollte. Mary sollte es ihm zuerst schonend beibringen. »Es handelt sich um Badri, nicht wahr? Er ist tot.«
Sie sah ihn ehrlich überrascht an. »O nein, es geht ihm heute morgen viel besser. Haben Sie meine Notiz nicht bekommen? Er kann aufrecht sitzen.«
»Aufrecht sitzen?« Er starrte sie an; war sie am Ende selbst ein Opfer des Fiebers?
»Natürlich ist er noch sehr schwach, aber seine Temperatur ist normal, und er ist bei Bewußtsein. Sie sollen zu Dr. Ahrens in die Notaufnahme kommen. Sie sagte, es sei dringend.«
Er blickte verwundert zur Tür des Krankenzimmers. »Sagen Sie Badri, daß ich ihn so bald wie möglich besuchen werde«, sagte er und eilte hinaus.
Unten begegnete ihm Colin, der anscheinend gerade hereingekommen war. »Was tust du hier?« fragte er den Jungen. »Hat einer der Techniker angerufen?«
»Tante Mary sagt, sie traue Ihnen nicht, daß Sie von selbst zur T-Zellen-Verstärkung kommen. Ich soll Sie zu ihr bringen.«
»Das geht jetzt nicht. Ich werde in der Notaufnahme erwartet«, sagte er und ging rasch weiter. Colin rannte neben ihm her. »Nun, dann eben danach. Sie sagte, ich soll Sie nicht gehen lassen.«
In der Notaufnahme wurden sie von Mary erwartet. »Wir haben einen weiteren Fall«, sagte sie mit grimmiger Miene. »Montoya. Kommen Sie mit. Sie wird gerade von Witney hereingebracht.«
»Montoya? Das ist unmöglich. Sie war allein draußen bei der Ausgrabung.«