Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Azrael: Die Wiederkehr - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Azrael: Die Wiederkehr

Электронная книга - «Azrael: Die Wiederkehr». Краткое содержание книги:

Azrael: Die Wiederkehr
1 ... 8 9 10 11 12 13 14 15 16 ... 101
Перейти на страницу:

West nahm ihren Dienstausweis wieder entgegen und warf einen verstörten Blick auf das Foto. »Es ist ... keine drei Wochen alt«, sagte sie.

»Genau wie der ganze Ausweis, nehme ich an«, sagte Bremer. »Trotzdem - in einer nassen Bluse sehen Sie entschieden besser aus.«

West starrte ihn eine halbe Sekunde lang an, dann blickte sie an sich herab und fuhr sichtbar zusammen.

»Keine Angst«, fuhr Bremer fort. »Das Wasser war kalt genug. Die zweite Tür links ist das Schlafzimmer. Ganz oben im Schrank finden Sie ein paar Sachen, die eigentlich passen müßten. Und beeilen Sie sich. Mir ist kalt.«

Sie setzte zu einer Antwort an, drehte sich aber dann sehr hastig um und rannte beinahe aus dem Bad. Bremer sah ihr kopfschüttelnd nach, aber sein Lächeln erlosch, kaum daß sie den Raum verlassen hatte. Es war ihm nicht nach Lächeln zumute. Ganz und gar nicht. Er fühlte sich miserabel. Er fror noch immer erbärmlich. Seine rechte Hand klopfte immer heftiger, und dieser verrückte Alptraum oder diese Fieberfantasie oder was immer es auch gewesen sein mochte, hatte ein heilloses Chaos in seinen Empfindungen hinterlassen. Er konnte nicht klar denken, so als wäre er gar nicht wirklich wach, sondern nur von einem Alptraum in den nächsten geglitten.

Zögernd - und mit mehr Unbehagen, als er sich eingestehen wollte - drehte er sich herum und blinzelte in die Badewanne hinab. Das Wasser darin war Wasser, nicht mehr und nicht weniger, und wenn man genau hinsah, konnte man einen ganz leichten rosafarbenen Schimmer erkennen. Blut. Er mußte wirklich heftig geblutet haben - oder wirklich lange. Trotzdem - es war nicht mehr als Wasser. Kein Morast. Keine schleimigen Fäden, die ihn festhielten und in die Tiefe zu zerren versuchten. Und schon gar kein schwarzer Engel.

Aus keinem anderen Grund als dem, die unheimlichen Bilder endgültig aus seinem Kopf zu verjagen, beugte er sich vor und tauchte die unverletzte Hand ins Wasser. Es war tatsächlich so kalt, wie er geglaubt hatte. Eisig. Dabei hatte er es so heiß einlaufen lassen, wie er es gerade noch ertrug. Er mußte eine Stunde in dieser Wanne gelegen haben, bevor West ihn fand, wenn nicht länger. So unwahrscheinlich ihm selbst diese Erklärung auch vorkam, er mußte wohl in der Wanne eingeschlafen sein. Wie es aussah, hatte die Kleine ihm das Leben gerettet. Das beantwortete zwar noch immer nicht die Frage, wo sie herkam, stimmte ihn aber ein wenig versöhnlicher. Vielleicht sollte er ihr - und vor allem sich selbst - einfach noch ein bißchen Zeit lassen, um sich zu sammeln.

Er wartete, bis er sie draußen wieder aus dem Schlafzimmer kommen hörte, dann ging er selbst hin, schloß sorgsam die Tür hinter sich ab (wobei er sich ein ganz kleines bißchen albern vorkam...) und zog sich an.

Bremer ließ sich eine Menge Zeit damit. Seine abgebrochenen Fingernägel erleichterten ihm die Aufgabe nicht unbedingt, auch wenn sie jetzt wenigstens aufgehört hatten zu bluten, und die Zeit, die er im eisigen Wasser gelegen hatte, hatte ausgereicht, ihn wirklich bis auf die Knochen auskühlen zu lassen. Seine Bewegungen waren weniger zielgerichtet als üblich, und nicht annähernd so präzise.

Als er das Schlafzimmer verließ, war das erste, was ihm entgegenschlug, der Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee. Er folgte ihm, ging in die Küche und fand West am Herd stehend, wo sie heißes Wasser aus dem Kessel in einen Filter goß.

Er hatte geglaubt, sich lautlos bewegt zu haben, aber West sagte ohne sich herumzudrehen: »Entschuldigen Sie, daß ich mich in Ihrer Küche breitgemacht habe, aber ich dachte, Sie könnten einen heißen Kaffee jetzt gut gebrauchen.«

»Das stimmt. Aber ich habe eine Kaffeemaschine. Warum benutzen Sie nicht die?« Er wollte noch hinzufügen: Das ist einfacher, aber dann fiel sein Blick auf die Kaffeemaschine, und er ersparte sich den Rest. Die Maschine war noch eingeschaltet, aber jemand - West, wer denn sonst? - hatte den Stecker herausgezogen. Die Glaskanne war leer, doch auf ihrem Boden hatte sich ein Ring aus schwarzer Schmiere festgesetzt. Der Geruch nach verbranntem Kaffee war selbst jetzt noch deutlich zu spüren, obwohl West keine zwei Meter daneben frischen aufbrühte.

»Also zum dritten Mal«, sagte er. »Wer sind Sie, und was tun Sie hier?«

West goß das restliche Wasser in den Filter, stellte den Kessel auf den Herd zurück und schaltete sorgsam die Platte ab, bevor sie sich zu ihm herumdrehte und antwortete:

»Mein Name ist...«

»...Angela West, ich weiß.« Angela? Wenn das ein Witz sein sollte, war es kein besonders guter. »Aber was tun Sie hier, verdammt? Und bevor Sie sich die Mühe machen: Ich will keine Antworten in der Preisklasse: Ich habe Ihnen das Leben gerettet, oder ich koche Kaffee.«

»Aber das habe ich«, antwortete sie mit einem treuen Augenaufschlag. Bremer starrte sie nur an, und West wurde sofort wieder ernst und fuhr fort: »Kriminalrat Nördlinger hat mich geschickt. Ich habe geklingelt, aber niemand hat aufgemacht.«

»Brechen Sie immer in fremde Wohnungen ein, wenn Sie klingeln und niemand aufmacht?« fragte Bremer.

»Ich bin nicht eingebrochen«, antwortete sie betont. »Die Tür war nicht abgeschlossen. Ich habe verdächtige Geräusche gehört, also bin ich reingekommen.«

»Verdächtige Geräusche?«

Die junge Frau machte ein ärgerliches Gesicht. »Zum Teufel, was soll das? Ich will ja nicht darauf herumreiten, aber wenn ich mich nicht sehr irre, dann habe ich Ihnen gerade wirklich das Leben gerettet. Bedanken Sie sich immer dafür, indem Sie ihren Lebensretter einem hochnotpeinlichen Verhör unterziehen?«

»Nein«, antwortete Bremer. Ihr aufmüpfiger Ton sollte ihn wütend machen, aber das genaue Gegenteil war der Fall. Sie stimmte ihn nicht nur milder, sondern weckte auch sein schlechtes Gewissen. Sie hatte nämlich recht.

»Entschuldigen Sie«, sagte er. »Ich bin wohl ... ein bißchen durcheinander.«

»Das kann ich mir vorstellen.« West fuhr sich mit gespreizten Fingern durch das Haar, und plötzlich wurde ihm bewußt, wie nahe er ihr war. Näher noch als gerade im Bad, obwohl hier viel mehr Platz war. Er wich einen halben Schritt zurück, dann noch einen ganzen.

»Was war denn überhaupt los?« fragte sie.

»Ich ... weiß es nicht«, gestand Bremer. »Ich muß wohl eingeschlafen sein.«

»Und im Schlaf haben Sie mit Ihrer Badewanne geboxt?« West machte eine Kopfbewegung in Richtung seines Gesichts. »Und wie es aussieht, hat sie sich ganz schön gewehrt.« Bremers Finger folgten ihrer Geste, und er spürte vier dünne, aber sehr lange, parallel verlaufende Kratzer, die über seine rechte Wange verliefen. Sie taten nicht weh, deshalb hatte er sie bisher gar nicht bemerkt.

»Sie haben ... Geräusche gehört?« fragte er. Er hatte keine Lust, auf eine Frage zu antworten, deren wirkliche Antwort er gar nicht hören wollte. »Was für Geräusche?«

Woher um alles in der Welt hatte er diese Kratzer? Er konnte sich erklären, wie und wo er sich die Fingernägel abgebrochen hatte. Aber die Kratzer?

»Geräusche eben«, sagte sie achselzuckend. »Ein Platschen ... glaube ich.«

»Glauben Sie?«

»Als ob jemand in der Badewanne ausgerutscht wäre. So etwas in der Art. Ehrlich gesagt, ich habe gar nicht lange nachgedacht, sondern bin einfach losgelaufen.« Der letzte Satz war wahrscheinlich der einzig ehrliche, den sie bisher gesprochen hatte. Der Rest klang zu sehr nach einer Ausrede, um irgend etwas anderes zu sein.

»Gott sei Dank sind Sie das«, sagte Bremer. »Nördlinger hat Sie hergeschickt, sagen Sie? Warum?«

»Ich habe Ihnen doch gesagt: Ich bin Ihre neue Partnerin. Er war ziemlich verstimmt - um es vorsichtig auszudrücken. Möchten Sie hören, was genau er gesagt hat?«

1 ... 8 9 10 11 12 13 14 15 16 ... 101
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)