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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»Hier, Mama.« Tossie gab mir die Zeitung und hob den Hut auf. »Du bist ohnmächtig geworden. Hattest du eine weitere Vorahnung?«

»Vorahnung?« fragte Mrs. Mering zögernd und versuchte, ihren Hut festzustecken. »Ich weiß nicht…«

»Du hast Terence angeschaut und dann zu sprechen aufgehört, als ob du einen Geist gesehen hättest. Dann bist du zu Boden gesunken. War es Lady Godiva?«

»Lady Godiva?« Mrs. Merings Stimme klang, als käme sie allmählich zu sich. »Warum, um alles in der Welt, sollte Lady…?« Sie hielt inne.

»Mama?« fragte Tossie besorgt.

»Ich erinnere mich…« sagte Mrs. Mering. »Wir fragten die Geister nach Neuigkeiten über Prinzessin Arjumand und die Türen öffneten sich…« Sie erhob ihre Stimme. »Da ist es passiert… ich fragte, ob sie ertrunken sei…«

Und sank wieder um, als sei ihr das Lebenslicht ausgeblasen. Ihr Kopf fiel seitwärts auf die plüschene Armstütze, der Hut rutschte ihr auf die Nase.

»Mama!« schriekte Tossie.

»Haben Sie irgendwo Riechsalz?« Ich richtete Mrs. Mering auf.

»Jane hat welches«, sagte Tossie. »Ich hol’ es.« Sie hetzte den Gang hinunter.

»Mrs. Mering«, sagte ich, fächelte ihr mit einer Hand Luft zu und stützte sie mit der anderen, denn sie hatte die Tendenz, zur Seite zu kippen. »Mrs. Mering!« Ich überlegte, ob ich ihr Korsett öffnen oder wenigstens ihren Kragen lockern sollte, entschied aber, besser auf Tossie zu warten. Oder Verity. Wo steckten die beiden?

Die Tür sprang auf, und Terence stürzte keuchend ins Abteil. »Ich konnte Baine nirgends finden. Er ist wie vom Erdboden verschluckt. Vielleicht wurde er apportiert.« Sein Blick richtete sich interessiert auf Mrs. Mering. »Ist sie immer noch weggetreten?«

»Nein. Schon wieder«, sagte ich fächelnd. »Hast du ’ne Ahnung, was das verursacht haben könnte?«

»Nicht die geringste.« Er setzte sich auf den Platz gegenüber. »Ich las gerade die Zeitung, und sie schaute mich plötzlich an, als wäre ich Banquos Geist. ›Ist das ein Dolch, was ich vor mir erblicke, den Griff mir zugekehrt?‹[69] — bloß, daß es in diesem Fall die Oxford Chroniclewar. Und, schwupps, schon lag sie. Ob das was mit meinem Lesegeschmack zu tun hat?«

Ich schüttelte den Kopf. »Sie sagte etwas über Prinzessin Arjumand und die Geister.«

Verity kam mit dem Fächer herein. »Was…?«

»Sie ist wieder ohnmächtig geworden«, erklärte ich. »Tossie holt gerade das Riechsalz.«

Tossie eilte ins Abteil, gefolgt von Baine.

»Wo ist Jane?« Ich warf ihr einen kurzen Blick zu. »Haben Sie das Riechsalz mitgebracht?«

»Ich habe Baine mitgebracht«, erwiderte sie, die Wangen von der Hetzerei puterrot.

Baine nahm die Sache sofort in die Hand, kniete sich vor Mrs. Mering und nahm ihr den Hut vom Kopf. Dann öffnete er ihren Kragen. »Mr. St. Trewes, machen Sie bitte das Fenster auf. Mr. Henry, wenn Sie mir etwas Platz machen würden…«

»Vorsichtig«, sagte ich und ließ Mrs. Merings Arm los. »Sie hat die Tendenz nach Steuerbord zu kippen«, aber er hielt sie bereits bei den Schultern. Ich trat zurück, an Veritys Seite, immer noch die gefaltete Zeitung in der Hand.

»Und jetzt«, sagte Baine und drückte Mrs. Merings Kopf zwischen ihre Knie.

»Baine!« sagte Tossie.

»Oh!« Mrs. Mering versuchte sich aufzurichten.

»Atmen Sie tief durch«, sagte Baine, die Hand fest auf Mrs. Merings Nacken. »So ist’s gut. Tief durchatmen.« Dann ließ er sie sich aufsetzen.

»Was…?« fragte sie verstört.

Baine zauberte ein Brandyfläschchen aus seiner Jackentasche sowie eine kleine Porzellantasse. »Trinken Sie das«, befahl er und legte Mrs. Merings behandschuhte Hand darum. »Ja, so. Gut.«

»Geht’s dir besser, Mama?« fragte Tossie. »Weshalb bist du ohnmächtig geworden?«

Mrs. Mering nahm einen zweiten Schluck Brandy. »Ich weiß nicht…« sagte sie. »Was immer es auch war, jetzt geht es mir besser.« Sie reichte Baine die Teetasse. »Wie lange dauert es noch bis Muchings End?«

»Was ist passiert?« fragte Verity, die dicht neben mir stand.

»Ich habe nicht die geringste Ahnung. Terence las gerade die Zeitung«, sagte ich und hielt sie zur Illustration hoch, »und Mrs. Mering…« Ich hielt inne, starrte, genau wie Macbeth.

Es stand unten auf der Seite, genau unter einem Artikel über den Bootsstau auf der Themse.

»BALLIOL-PROFESSOR ERTRUNKEN« stand da und darunter, in kleinerer Schrift, aber immer lesbar, denn es war die Oxford Chronicleund nicht die Times:

»GESCHICHTSPROFESSOR MATTHEW PEDDICK TÖDLICH IM FLUSS VERUNGLÜCKT!«

21. Kapitel

»Der Fluch hat mich ereilt«, rief das Fräulein von Shalott.

Alfred, Lord Tennyson

Erklärungen und Gegenvorwürfe • Noch eine Vorahnung • Unsere Leibhaftigkeit wird in Zweifel gezogen • Ein Unwetter… • Das Rätsel der Telegramme ist gelöst • Ein ruhiger Abend zu Hause • Eine Ankunft • Spitznamen aus Kindertagen • Wohltätigkeitsbasare werden Tradition • Verfall und Untergang 

Vorwürfe und Gegenvorwürfe dominierten den Rest der Reise. »Hast du nicht gesagt, er hätte seiner Schwester ein Telegramm geschickt?« fragte Terence.

»Das nahm ich an«, sagte ich. »Ich fragte ihn: ›Haben Sie Ihre Telegramme abgeschickt?‹ und er antwortete ›Ja‹ und hielt mir die gelben Empfangsbestätigungen unter die Nase.«

»Wahrscheinlich hat er vergessen, die Telegramme zu bezahlen oder so was Ähnliches. Die Beerdigung ist morgen früh um zehn.«

»Madame Iritosky versuchte mich zu warnen«, sagte Mrs. Mering, drei Kissen und eine zusammengefaltete Decke im Rücken, die Baine ihr eiligst geholt hatte. »›Hüten Sie sich vor Wasser‹, sagte sie. Sie wollte mir sagen, daß Professor Peddick ertrunken ist!«

»Aber er ist nicht ertrunken«, sagte ich. »Es ist alles ein Mißverständnis. Er fiel in den Fluß, und Terence und ich fischten ihn heraus. Wahrscheinlich hat Professor Overforce gedacht, er sei ertrunken, als er ihn nicht mehr fand.«

»Fiel in den Fluß?« fragte Mrs. Mering. »Ich dachte, Ihr Boot wäre gekentert.«

»Tat es auch«, erwiderte Terence. »Aber das war am Tag danach. Wir hörten einen Platscher, und ich dachte, es sei Darwin, weil am Ufer eine Reihe Bäume stand, aber er war’s nicht. Professor Peddick war’s, und es war pures Glück, daß wir gerade in dem Moment vorbeikamen, um ihn zu retten, sonst wäre es aus mit ihm gewesen. Er ging schon zum dritten Mal unter, und es war verdammt schwer…«

»Mr. St. Trewes!« unterbrach ihn Mrs. Mering, offensichtlich wiederhergestellt. »Es sind Damen anwesend!«

Terence schaute verärgert. »Oh, Verzeihung. In der Aufregung des Erzählens…«

Mrs. Mering nickte gnädig. »Professor Peddick fiel in den Fluß, sagten Sie?«

»Nun, eigentlich… Also, Professor Overforce und er stritten sich gerade über Geschichte, wissen Sie, und Professor Peddick sagte…«

Ich hörte nicht weiter zu, sondern starrte gedankenverloren auf die Wand, genau wie Mrs. Mering bei ihrer Vorahnung. Etwas, das jemand gesagt hatte — für einen Moment war es zum Greifen nahe, des Rätsels Lösung, der wichtige Hinweis. Verity hatte recht, wir packten die Sache falsch rum an. Aber es dauerte nur eine Sekunde, dann war es mir entglitten. Es war etwas, das einer von ihnen gesagt hatte. Mrs. Mering? Terence? Ich schielte zu Terence hinüber und versuchte mich zu erinnern.

»…und dann sagte Professor Peddick, daß Julius Cäsar nicht unwichtig gewesen sei, und daraufhin machte Professor Overforce Bekanntschaft mit dem nassen Element.«

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69

Aus: William Shakespeare, Macbeth, 2.Akt, 1. Szene. — Anm. d. Ü.

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