Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
- Автор: Уиллис Конни
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- Переводчик: Christian Lautenschlag
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:
»Hier, Mama.« Tossie gab mir die Zeitung und hob den Hut auf. »Du bist ohnmächtig geworden. Hattest du eine weitere Vorahnung?«
»Vorahnung?« fragte Mrs. Mering zögernd und versuchte, ihren Hut festzustecken. »Ich weiß nicht…«
»Du hast Terence angeschaut und dann zu sprechen aufgehört, als ob du einen Geist gesehen hättest. Dann bist du zu Boden gesunken. War es Lady Godiva?«
»Lady Godiva?« Mrs. Merings Stimme klang, als käme sie allmählich zu sich. »Warum, um alles in der Welt, sollte Lady…?« Sie hielt inne.
»Mama?« fragte Tossie besorgt.
»Ich erinnere mich…« sagte Mrs. Mering. »Wir fragten die Geister nach Neuigkeiten über Prinzessin Arjumand und die Türen öffneten sich…« Sie erhob ihre Stimme. »Da ist es passiert… ich fragte, ob sie ertrunken sei…«
Und sank wieder um, als sei ihr das Lebenslicht ausgeblasen. Ihr Kopf fiel seitwärts auf die plüschene Armstütze, der Hut rutschte ihr auf die Nase.
»Mama!« schriekte Tossie.
»Haben Sie irgendwo Riechsalz?« Ich richtete Mrs. Mering auf.
»Jane hat welches«, sagte Tossie. »Ich hol’ es.« Sie hetzte den Gang hinunter.
»Mrs. Mering«, sagte ich, fächelte ihr mit einer Hand Luft zu und stützte sie mit der anderen, denn sie hatte die Tendenz, zur Seite zu kippen. »Mrs. Mering!« Ich überlegte, ob ich ihr Korsett öffnen oder wenigstens ihren Kragen lockern sollte, entschied aber, besser auf Tossie zu warten. Oder Verity. Wo steckten die beiden?
Die Tür sprang auf, und Terence stürzte keuchend ins Abteil. »Ich konnte Baine nirgends finden. Er ist wie vom Erdboden verschluckt. Vielleicht wurde er apportiert.« Sein Blick richtete sich interessiert auf Mrs. Mering. »Ist sie immer noch weggetreten?«
»Nein. Schon wieder«, sagte ich fächelnd. »Hast du ’ne Ahnung, was das verursacht haben könnte?«
»Nicht die geringste.« Er setzte sich auf den Platz gegenüber. »Ich las gerade die Zeitung, und sie schaute mich plötzlich an, als wäre ich Banquos Geist. ›Ist das ein Dolch, was ich vor mir erblicke, den Griff mir zugekehrt?‹[69] — bloß, daß es in diesem Fall die Oxford Chroniclewar. Und, schwupps, schon lag sie. Ob das was mit meinem Lesegeschmack zu tun hat?«
Ich schüttelte den Kopf. »Sie sagte etwas über Prinzessin Arjumand und die Geister.«
Verity kam mit dem Fächer herein. »Was…?«
»Sie ist wieder ohnmächtig geworden«, erklärte ich. »Tossie holt gerade das Riechsalz.«
Tossie eilte ins Abteil, gefolgt von Baine.
»Wo ist Jane?« Ich warf ihr einen kurzen Blick zu. »Haben Sie das Riechsalz mitgebracht?«
»Ich habe Baine mitgebracht«, erwiderte sie, die Wangen von der Hetzerei puterrot.
Baine nahm die Sache sofort in die Hand, kniete sich vor Mrs. Mering und nahm ihr den Hut vom Kopf. Dann öffnete er ihren Kragen. »Mr. St. Trewes, machen Sie bitte das Fenster auf. Mr. Henry, wenn Sie mir etwas Platz machen würden…«
»Vorsichtig«, sagte ich und ließ Mrs. Merings Arm los. »Sie hat die Tendenz nach Steuerbord zu kippen«, aber er hielt sie bereits bei den Schultern. Ich trat zurück, an Veritys Seite, immer noch die gefaltete Zeitung in der Hand.
»Und jetzt«, sagte Baine und drückte Mrs. Merings Kopf zwischen ihre Knie.
»Baine!« sagte Tossie.
»Oh!« Mrs. Mering versuchte sich aufzurichten.
»Atmen Sie tief durch«, sagte Baine, die Hand fest auf Mrs. Merings Nacken. »So ist’s gut. Tief durchatmen.« Dann ließ er sie sich aufsetzen.
»Was…?« fragte sie verstört.
Baine zauberte ein Brandyfläschchen aus seiner Jackentasche sowie eine kleine Porzellantasse. »Trinken Sie das«, befahl er und legte Mrs. Merings behandschuhte Hand darum. »Ja, so. Gut.«
»Geht’s dir besser, Mama?« fragte Tossie. »Weshalb bist du ohnmächtig geworden?«
Mrs. Mering nahm einen zweiten Schluck Brandy. »Ich weiß nicht…« sagte sie. »Was immer es auch war, jetzt geht es mir besser.« Sie reichte Baine die Teetasse. »Wie lange dauert es noch bis Muchings End?«
»Was ist passiert?« fragte Verity, die dicht neben mir stand.
»Ich habe nicht die geringste Ahnung. Terence las gerade die Zeitung«, sagte ich und hielt sie zur Illustration hoch, »und Mrs. Mering…« Ich hielt inne, starrte, genau wie Macbeth.
Es stand unten auf der Seite, genau unter einem Artikel über den Bootsstau auf der Themse.
»BALLIOL-PROFESSOR ERTRUNKEN« stand da und darunter, in kleinerer Schrift, aber immer lesbar, denn es war die Oxford Chronicleund nicht die Times:
»GESCHICHTSPROFESSOR MATTHEW PEDDICK TÖDLICH IM FLUSS VERUNGLÜCKT!«
21. Kapitel
»Der Fluch hat mich ereilt«, rief das Fräulein von Shalott.