Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Krieg und Frieden - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Krieg und Frieden

Электронная книга - «Krieg und Frieden». Краткое содержание книги:

Die spannenden Schilderungen vom Leben auf den russischen Landgütern und in der Stadt, mit seinen Familienfesten, Bällen, Jagden und Schlittenfahrten, wechseln mit Kampfhandlungen, Märschen oder Lagebesprechungen der Schicksalsschlachten von Schöngraben, Austerlitz oder Borodino.
Der atemberaubende Monumentalroman über die schicksalhafte Epoche der Napoleonischen Kriege. Das vielleicht bedeutendste Meisterwerk russischer Erzählkunst in meisterhafter Übersetzung. Über 1600 Seiten voll dramatischer historischer Schilderung.
1 ... 108 109 110 111 112 113 114 115 116 ... 458
Перейти на страницу:

»Das Lob eines großen Feldherrn ist der schönste Lohn für einen Soldaten«, entgegnete Repnin.

»Mit Freuden spreche ich es Ihnen zu«, sagte Napoleon. »Wer ist der junge Mann neben Ihnen?«

Fürst Repnin nannte den Leutnant Suchtelen.

Napoleon musterte ihn und sagte dann lächelnd: »Il est venu bien jeune se frotter à nous.«

»Jugend hindert nicht daran, tapfer zu sein«, erwiderte Suchtelen mit stockender Stimme.

»Eine treffliche Antwort!« sagte Napoleon. »Junger Mann, Sie werden es noch weit bringen.«

Fürst Andrej, der, um die Trophäen an Gefangenen voll zu machen, ebenfalls vorn, vor den Augen des Kaisers, zur Schau gestellt war, mußte unwillkürlich dessen Aufmerksamkeit auf sich lenken. Napoleon erinnerte sich anscheinend daran, ihn schon auf dem Schlachtfeld gesehen zu haben, und wandte sich jetzt mit derselben Anrede, junger Mann, an ihn, mit welcher er ihn schon bei ihrer ersten Begegnung bezeichnet hatte.

»Et vous, jeune homme?« redete er ihn an. »Wie fühlen Sie sich, mon brave?«

Obgleich Fürst Andrej noch vor fünf Minuten ein paar Worte mit den Soldaten, die ihn trugen, hatte sprechen können, schwieg er doch jetzt, die Augen voll auf Napoleon gerichtet … So nichtig erschienen ihm in diesem Augenblick alle Interessen, die den Kaiser beschäftigten, so unbedeutend kam ihm sein Held in seiner kleinlichen Eitelkeit und Siegesfreude jetzt selber vor, im Vergleich zu jenem hohen, gerechten und gütigen Himmel, den er gesehen und verstanden hatte. – Er gab ihm keine Antwort.

Auch alles andere erschien ihm jetzt so zwecklos und nichtig im Vergleich mit jener ernsten und erhabenen Gedankenrichtung, die die Abnahme der Kräfte infolge des Blutverlustes, die Leiden und die Erwartung eines nahen Todes in ihm wachgerufen hatten. Während Fürst Andrej Napoleon ins Auge sah, dachte er an die Nichtigkeit aller Größe und Herrlichkeit, an die Nichtigkeit des Lebens, dessen Bedeutung niemand verstehen kann, und an die noch größere Nichtigkeit des Todes, dessen Sinn keiner, der noch am Leben ist, zu begreifen und zu erklären vermag.

Der Kaiser wandte sich, ohne eine Antwort abzuwarten, um, ritt weiter und sagte zu einem der Kommandeure: »Man nehme sich dieser Herren an und bringe sie in mein Biwak. Mein Leibarzt Larrey soll ihre Wunden untersuchen. Auf Wiedersehen, Fürst Repnin!« und er gab seinem Pferd die Sporen und sprengte davon.

Sein Gesicht strahlte von Selbstzufriedenheit und Glück.

Den Soldaten, die den Fürsten Andrej hier hergetragen hatten, war das silberne Heiligenbild, das Prinzessin Marja ihrem Bruder umgehängt hatte, in die Augen gefallen, und sie hatten es ihm weggenommen. Als sie nun aber sahen, mit welchem Wohlwollen der Kaiser die Gefangenen behandelte, gaben sie ihm schleunigst das Bildchen zurück.

Fürst Andrej sah nicht, wer und wie man es ihm wieder umgehängt hatte, aber er gewahrte plötzlich auf seiner Brust über der Uniform das winzige Heiligenbild an dem feinen silbernen Kettchen.

Das wäre schön, dachte Fürst Andrej, als er das Bildchen sah, das ihm seine Schwester mit so viel Liebe und Andacht übergeben hatte, ja, das wäre schön, wenn alles so klar und einfach wäre, wie Prinzessin Marja sich das vorstellt. Wie schön wäre es, wenn man wüßte, wo man hier in diesem Leben Hilfe suchen kann, und was man dann dort, nach dem Tode, zu erwarten hat. Wie ruhig und glücklich wäre ich, wenn ich jetzt sagen könnte: Herr Gott, erbarme dich meiner! … Aber zu wem soll ich das sagen? Ist jene unbestimmbare, unergründliche Kraft, an die ich mich nicht nur nicht wenden, sondern die ich nicht einmal in Worte fassen kann, das große Alles oder Nichts? Oder ist es jener Gott, den Prinzessin Marja hier auf dieses Amulett aufgenäht hat? Nichts, nichts ist gewiß als nur das eine: alles, was wir verstehen, ist nichtig, und groß und bedeutungsvoll ist nur das, was wir nicht begreifen.

Die Tragbahren setzten sich in Bewegung. Bei jedem Stoß fühlte er wieder einen unerträglichen Schmerz. Sein Fieberzustand verschlimmerte sich, er fing an zu phantasieren. Jene Träume von seinem Vater, seiner Frau und Schwester und seinem erhofften Sohn, die ganze Zärtlichkeit, die er in der Nacht vor der Schlacht für sie empfunden hatte, die kleine, unbedeutende Gestalt Napoleons und über ihnen allen der hohe, lichte Himmel – dies alles kehrte nun in seinen glühenden Fieberphantasien wieder.

Das stille Leben und ruhige Familienglück in Lysyja-Gory stieg vor seinem Geist auf. Schon wollte er sich diesem Glück hingeben, als plötzlich der kleine Napoleon mit seinem teilnahmslosen, kalten, sich am Unglück anderer labenden Blick wieder vor ihm auftauchte und abermals die Zweifel und Qualen einsetzten, denen nur der hohe Himmel Beruhigung versprach. Gegen Morgen verwirrten sich alle diese Träume zu einem Chaos und versanken in der Finsternis der Bewußtlosigkeit, die, wie Napoleons Arzt Larrey meinte, weitaus wahrscheinlicher den Tod als die Genesung zur Folge haben würde.

»C’est un sujet nerveux et bilieux«, sagte Larrey, »il n’en réchappera pas.«

So wurde Fürst Andrej mit anderen hoffnungslos Verwundeten der Pflege der Einwohner überlassen.

Vierter Teil

1

Zu Anfang des Jahres 1806 fuhr Rostow auf Urlaub nach Hause. Denissow reiste ebenfalls in seine Heimat, nach Woronesch, und Rostow überredete ihn, mit nach Moskau zu fahren und im Hause seiner Eltern Quartier zu nehmen. Auf der vorletzten Station hatte Denissow einen Kameraden getroffen und drei Flaschen Wein mit ihm getrunken, und so lag er denn nun, als sie sich Moskau näherten, neben Rostow auf dem Boden des Postschlittens und schlief trotz des holperigen Weges fest, während Rostow, je näher sie Moskau kamen, immer ungeduldiger und ungeduldiger wurde.

Sind wir denn noch nicht bald da? Diese endlosen Straßen, Läden, Kalatschen[79], Laternen und Fuhrleute! dachte Rostow, als sie bereits in Moskau eingefahren und am Schlagbaum ihren Urlaubspaß vorgezeigt hatten.

»Denissow! Wir sind da! Er schläft«, rief er und beugte sich mit dem ganzen Körper vor, als hoffe er, durch diese Haltung die Fahrt des Schlittens zu beschleunigen.

Denissow rührte sich nicht.

»Da ist die Straßenecke, wo immer Sachar, der Droschkenkutscher, hielt. Und da ist er wirklich auch selber, der Sachar, und hat auch noch dasselbe Pferd … Und da ist das Büdchen« wo wir uns immer Pfefferkuchen kauften. Schneller! Schneller!«

»Nach welchem Hause denn?« fragte der Kutscher.

»Zu dem großen dort, an der Ecke, siehst du das nicht? Da ist unser Haus«, rief Rostow. »Endlich, endlich unser Haus! Denissow, Denissow! Wir sind gleich da!«

Denissow hob den Kopf, räusperte sich und gab keine Antwort.

»Dimitrij«, wandte sich Rostow an den Diener, der auf den Bock saß, »ist dort bei uns nicht noch Licht?«

»Jawohl, gewiß, auch der Herr Papa hat im Arbeitszimmer noch Licht.«

»Ob sie sich schon schlafen gelegt haben? Wie? Was denkst du? Hör mal, vergiß nicht, mir gleich meine neue Husarenjacke herauszugeben«, fügte Rostow hinzu und strich über sein neues Bärtchen.

»Vorwärts, vorwärts, fahr zu!« rief er den Kutscher an. »Aber so wach doch auf, Waska!« wandte er sich an Denissow, der wieder den Kopf hingelegt hatte. »Vorwärts, vorwärts! Drei Rubel Trinkgeld bekommst du, schnell, schnell!« schrie er dem Kutscher zu, als der Schlitten nur noch drei Häuser von der Einfahrt entfernt war.

Ihm kam es vor, als kämen die Pferde nicht von der Stelle. Endlich bog der Schlitten nach rechts zur Einfahrt hinüber, und Rostow sah über seinem Haupt das bekannte Gesims mit dem abgebröckelten Stuck, erblickte vor sich den Prellstein, den Treppenaufgang. Er sprang noch im Fahren aus dem Schlitten heraus und stürmte in den Vorsaal. Das Haus stand stumm und teilnahmslos, als kümmere es sich nicht darum, wer seine Hallen betrat. Im Flur war niemand.

Mein Gott, sie werden doch alle wohlauf sein? dachte Rostow und hielt bangen Herzens einen Augenblick an, stürmte dann aber sogleich weiter den Flur entlang und die wohlbekannten, schiefgetretenen Stufen hinauf. Dieselbe altertümliche Türklinke, über die sich die Gräfin immer so ärgerte, wenn sie nicht blank geputzt war, ließ sich noch ebenso leicht und reibungslos aufklinken. Im Vorzimmer brannte nur ein Talglicht.

вернуться

79

Kalatschen: eine Art Weizengebäck, hier wohl dessen Bäcker und Verkäufer gemeint.

1 ... 108 109 110 111 112 113 114 115 116 ... 458
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)