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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Hm«, sagte Whitbread. Die anderen schauten nur das Split an und marschierten weiter auf die ferne Stadt zu. Staley hielt den großen Raketenwerfer in den Armen, als suche er Trost in der schweren Waffe. Hin und wieder legte er auch eine Hand auf den vertrauten Griff seiner Pistole.

»Eine solche Entscheidung würde man nur zu leicht treffen«, sagte Whitbreads Split.

»Aus Neid.«

»Uns beneiden? Worum denn? Um Geburtenkontrolle?«

»Ja.«

Staley schnaubte ungläubig.

»Aber auch damit wäre noch nicht das Ende erreicht. Es würde eine riesige Sphäre von Split-besiedelten Welten entstehen. Die zentralen Systeme würden die Außenwelten gar nicht mehr erreichen können. Die Welten würden sich gegenseitig bekriegen. Nicht endender Krieg, endlos Zusammenbrüche von Zivilisationen. Ich könnte mir vorstellen, dass man einfach dazu übergeht, einen Asteroiden in eine gegnerische Sonne stürzen zu lassen und ihre Welten neu zu besiedeln, wenn die Sonneneruption vorüber ist. Und die Sphäre würde immer weiter anschwellen, immer mehr Systeme umfassen.«

»Ich bin nicht so sicher, dass ihr das Imperium besiegen könntet«, sagte Staley. »Bei der Vermehrungsrate unserer Krieger? Ach, lass nur. Vielleicht würdet ihr uns ausrotten.

Vielleicht würdet ihr auch ein paar von uns für Zoos oder so verschonen. Ihr brauchtet euch jedenfalls keine Sorgen zu machen, dass wir uns in der Gefangenschaft nicht vermehren würden. Im Grunde ist mir das alles gleichgültig. Es ist im übrigen ziemlich wahrscheinlich, dass wir einen Zusammenbruch einfach dadurch auslösen würden, dass wir einen zu großen Teil unserer Industriekapazität dem Bau von Raumschiffen widmen müssten.«

»Wenn ihr keinen Krieg mit dem Imperium plant«, sagte Staley, »warum sind dann wir drei zum Tode verurteilt?«

»Vier. Mein Meister fordert meinen Kopf genauso wie euren … nun, vielleicht nicht genauso. Euch will man zum Sezieren haben.«

Niemand zeigte sich überrascht.

»Ihr seid zum Tode verurteilt, weil ihr jetzt genug Informationen besitzt, um alles, was ich euch eben erzählt habe, durch eigene Überlegung herauszufinden. Wenn nicht ihr, dann eure Biologen. Deswegen will man euch nicht heimkehren lassen. Viele andere Meister billigen die Entscheidung, euch zu töten. Sie befürchten, dass eure Regierung — wenn ihr lebend entkommt — uns als eine Seuche betrachten wird, die sich blitzschnell durch die ganze Galaxis ausbreiten und schließlich das Imperium vernichten würde.«

»Und König Peter? Er will nicht, dass wir getötet werden?« fragte Staley. »Warum nicht?«

Die Splits unterhielten sich wiederum in ihrer vogelhaften Sprache. Whitbreads Split antwortete für das andere. »Er könnte beschließen, euch zu töten. Ich muss euch das ehrlich sagen. Er möchte jedoch vor allem … den Dämon wieder in die Flasche zurückschicken — falls es irgendeine Möglichkeit gibt, zwischen Menschen und Splits wieder das Verhältnis herzustellen, das vor dem Einfangen unserer Narrensonde herrschte — gegenseitige Isolierung —, dann wird er sich dafür entscheiden. Die Zyklen sind besser als … als eine ganze Galaxis voller Zyklen!«

»Und du?« fragte Whitbread. »Wie siehst du die Situation?«

»So wie ihr«, sagte das Split zögernd. »Ich habe das Recht, meine Spezies unvoreingenommen zu beurteilen. Ich bin kein Verräter.« Ein bittender Unterton lag in der Stimme des fremden Wesens, das Jonathon in so vielem ähnlich war. »Aufgrund meines freien Urteilsvermögens muss ich feststellen, dass eine Beziehung zwischen unseren Arten nur zu gegenseitigem Neid führen würde: wir euch um die Möglichkeit der Geburtenbeschränkung, ihr uns um unserer höheren Intelligenz willen. Wolltest du etwas sagen?«

»Nein.«

»Ich komme zu dem Urteil, dass eine Ausbreitung meiner Rasse in den Weltraum hinaus riskant wäre und das Schema der Zyklen nicht durchbrechen würde. Jeder Zusammenbruch würde dadurch nur um vieles schrecklicher. Wir würden uns schneller vermehren, als wir uns ausbreiten könnten, bis der Zusammenbruch jedes mal für Hunderte Planeten zugleich eintreten würde, regelmäßig …«

»Aber«, wandte Potter ein, »du bist doch zu diesem unvoreingenommenen Urteil gelangt, indem du unseren Standpunkt übernommen hast — oder eigentlich Whitbreads.

Du verhältst dich so sehr wie Jonathon, dass wir immer mal wieder Arme zählen müssen.

Was ist aber, wenn du den menschlichen Standpunkt wieder aufgibst? Würde das nicht dein Urteil — ufff!«

Der linke Arm des Splits verkrallte sich in Potters Uniformhemd und zog ihn daran hinunter, bis seine Nase nur mehr Zentimeter von dem Karikatur-Gesicht des Fremden entfernt war. »Sag so was nie. Denk so was nie. Das Überleben unserer Zivilisation, jeder Zivilisation hängt völlig von dem gerechten Urteil meiner Kaste ab. Wir verstehen alle Standpunkte und wählen zwischen ihnen. Wenn andere Vermittler zu einem anderen Schluss kommen als ich, dann ist das ihre Sache. Vielleicht sind sie nicht umfassend informiert, oder sie verfolgen andere Ziele. Ich urteile nach den Informationen, die mir zur Verfügung stehen.«

Das Split ließ ihn los. Potter stolperte zurück. Das Split entfernte mit den Fingern der einen rechten Hand die Mündung von Staleys Waffe aus seinem Ohr.

»Das war nich’ nötig gewesen«, schnaufte Potter. »Du hast mir zugehört, oder? Kommt weiter, wir verschwenden unsere Zeit.«

»Einen Moment.« Staley sprach leise, aber in der nächtlichen Stille verstanden ihn alle sehr gut. »Wir wollen also diesen König Peter suchen, der uns hilft oder auch nicht, eine Nachricht zur Lenin zu senden. Das genügt mir nicht. Wir müssen dem Kapitän berichten, was wir wissen.«

»Und wie willst du das machen?« fragte Whitbreads Split. »Ich hab’ dir schon gesagt, wir helfen dir nicht, und ohne uns kannst du es nicht. Ich hoffe, du hast nicht irgendeinen Blödsinn vor, wie uns mit Erschießen zu bedrohen? Wenn ich davor Angst hätte, glaubst du, ich wäre dann hier

»Aber …«

»Horst, es müsste auch deinem Kommissschädel irgendwann endlich mal eingehen, dass das einzige, was die Lenin vor der Vernichtung bewahrt, die Übereinkunft von meinem Meister und König Peter ist, sie nicht zu zerstören! Mein Meister will, dass die Lenin mit Dr. Horvath und Mr. Bury heimkehrt. Vor allem diese beiden werden sich sehr überzeugend für uns einsetzen, wenn wir euch richtig analysiert haben. Sie werden für freien Handel und friedliche Beziehungen mit uns plädieren …«

»Mmja«, meinte Potter nachdenklich. »Und ohne unsere Nachricht gab’s keinerlei Opposition … warum verständigt dieser König Peter die Lenin nicht selber?«

Charlie und Whitbreads Split zwitscherten miteinander. Charlie antwortete: »Weil er nicht sicher ist, ob das Imperium nicht alle seine Macht dahinter setzen wird, die Split-Welten zu zerstören, sobald man die Wahrheit über uns weiß. Und solange er nicht sicher ist …«

»Wie um Himmels willen kann er aus einem Gespräch mit uns etwas derartiges entscheiden?« wollte Staley wissen. »Ich bin mir ja selber nicht sicher. Wenn mich Seine Majestät in diesem Augenblick fragte, wozu ich raten würde — Herrgott, wir sind doch nur ein paar Kadetten von einem kleinen Raumkreuzer. Wir können nicht für das Imperium sprechen.«

»Wären wir dazu imstande?« fragte Whitbread. »Ich beginne daran zu zweifeln, dass das Imperium euch vernichten könnte …«

»Verdammt, Whitbread«, protestierte Staley.

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