Der Splitter im Auge Gottes
- Автор: Нивен Ларриё, Пурнель Джерри
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-21532-X
- Переводчик: Yoma Cap
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
»Ich meine das ernst. Bis die Lenin heimgekehrt ist und nach Sparta berichtet hat, werden sie das Feld haben. Oder?«
Beide Splits zuckten die Achseln. Trotz der physischen Unterschiede erinnerte die Bewegung bei beiden sehr an Whitbread. »Die Techniker werden sich damit befassen, jetzt, da sie wissen, dass es so was gibt«, sagte Whitbreads Split. »Selbst ohne das Feld haben wir etliche Erfahrung im Weltraumkrieg. Jetzt kommt schon weiter. Herrgott, ihr wisst ja gar nicht, wie knapp wir schon jetzt vor dem Krieg stehen! Wenn mein Meister glaubt, ihr habt die Lenin informiert, wird er einen Angriff auf das Schiff anordnen. Wenn König Peter nicht überzeugt ist, dass es eine Möglichkeit gibt, euch von uns fernzuhalten, könnte er es befehlen.«
»Und wenn wir uns nicht beeilen, ist der Admiral mit der Lenin bereits nach Neukaledonien zurückgekehrt«, ergänzte Potter. »Mr. Staley, wir haben keine andere Wahl. Wir müssen Charlies Meister erreichen, bevor die anderen Meister uns erwischen.
Ganz einfach.«
»Jonathon?« fragte Staley. »Sie fragen Ihre Untergebenen um Rat, Sir?« Whitbreads Split tat sehr erstaunt. Jonathon Whitbread warf ihm einen zornigen Blick zu, dann musste er doch grinsen. »Ja, Sir. Ich finde, Gavin hat recht. Was können wir sonst tun?
Wir können nicht eine ganze Welt bekämpfen, und wir werden aus eigenen Mitteln auch keine sichere Nachrichtenverbindung zusammenbasteln können.«
Staley ließ seine Waffe sinken. »Gut. Also weiter.« Er musterte seinen kleinen Trupp.
»Als Vertreter der Menschheit machen wir nicht viel her, fürchte ich.«
Und sie marschierten weiter über die dunklen Felder auf die hell erleuchtete Stadt zu.
37
Geschichtsstunde
Die (Vogelpfiff-) Stadt war von einer drei Meter hohen Mauer umgeben. Ob sie aus Stein war oder aus einem harten Kunststoff, war in dem düster-rötlichen Licht von Murchesons Auge nicht zu erkennen. Jenseits der Mauer konnten sie große, längliche Gebäude sehen. Noch hoch über ihren Köpfen leuchteten erhellte Fensterreihen.
»Die Tore werden bewacht sein«, sagte Whitbreads Split.
»Ist mir auch klar«, knurrte Staley. »Wohnt der Bewahrer hier?«
»Ja. Beim Untergrundbahnhof. Bewahrer dürfen kein eigenes Anbauland besitzen. Eine solche wirtschaftliche Unabhängigkeit auszunutzen, wäre vielleicht sogar für einen sterilen, männlichen Meister eine zu große Versuchung.«
»Aber wie wird einer zum Bewahrer?« fragte Whitbread. »Du sprichst immer vom Konkurrenzkampf unter den Meistern, aber wie sieht der aus?«
»Herrgott, Whitbread!« fluchte Staley. »Überleg dir lieber, was wir wegen dieser Mauer unternehmen!« »Wir werden durch müssen«, erklärte Whitbreads Split und trillerte Charlie etwas zu. »Es gibt ein Alarmsystem, und sicher bewachen Krieger alle wichtigen Stellen.«
»Könnten wir nicht über die Mauer?«
»Da gerätst du in einen Gammastrahllaser, Horst.«
»Verdammt. Wovor haben sie nur solche Angst?«
»Vor Lebensmittelräubern.«
»Also müssen wir durch. Ist irgendeine Stelle besonders geeignet?«
Das Split zuckte die Achseln. »Vielleicht einen halben Kilometer weiter. Dort ist eine Schnellstraße.«
Sie gingen die Mauer entlang. »Also, wie konkurrieren die Meister miteinander?« fragte Whitbread nochmals. »Wir haben jetzt ohnehin kein besseres Gesprächsthema.«
Staley knurrte etwas, hielt sich aber in Hörweite.
»Nun, wie konkurriert ihr?« fragte Whitbreads Split. »Durch Leistung. Es gibt ein Handelssystem bei uns, wisst ihr, das darauf beruht. Mr. Bury wäre vielleicht erstaunt, wie tüchtig manche unserer Handelsleute sind. Zum Teil kaufen Meister Verantwortung — das heißt, sie zeigen, dass sie eine bestimmte Aufgabe erfüllen können. Sie suchen von anderen mächtigen Befehlsgebern Unterstützung zu erlangen. Vermittler handeln solche Übereinkünfte aus. Verträge — das Versprechen, bestimmte Dienstleistungen zu liefern und so weiter — werden aufgesetzt und veröffentlicht. Manche Befehlsgeber arbeiten auch für andere. Niemals direkt. Aber sie haben zum Beispiel eine Aufgabe zu erfüllen und ersuchen dazu einen mächtigeren Meister um Rat. Ein Meister gewinnt an Ansehen und Autorität, wenn andere Befehlsgeber beginnen, ihn oder sie um Rat zu fragen. Und die Töchter eines Meisters unterstützen ihn natürlich bei seinen Aufgaben.«
»Klingt recht kompliziert«, stellte Potter fest. »Aus der menschlichen Geschichte kenn’ ich kein solches System.« »Es ist auch kompliziert«, sagte Whitbreads Split. »Aber wie könnte es anders sein? Ein Befehlsgeber muss unabhängig sein. Das ist es, was Kapitän Blaines Fjunch(klick) um den Verstand gebracht hat, versteht ihr. Da war euer Kapitän — der absolute Herr über sein Schiff — nur jedes mal, wenn irgendeiner auf der Lenin pfiff, tanzte Kapitän Blaine los.«
»Sprichst du wirklich so über den Kapitän?« erkundigte sich Staley bei Whitbread.
»Ich verweigere die Aussage mit der Begründung, dass sie mir einen Anpfiff einbringen könnte«, sagte Whitbread. »Im übrigen macht die Mauer hier eine Biegung …«
»Etwa hier, Mr. Staley«, sagte Whitbreads Split eingedenk der Anweisungen für militärische Situationen. »Auf der anderen Seite ist eine Straße.«
»Tretet zurück.« Horst hob den Raketenwerfer und drückte ab. Zwei Detonationen — als es wieder ruhig wurde, drang Licht durch eine Lücke in der Mauer. Scheinwerfer huschten die Mauerkrone entlang, und in ihrem Schein war zu sehen, dass auch hier Pflanzen bis dicht an die Mauer standen. »Los, schnell durch«, befahl Staley.
Sie kletterten durch das Loch und auf die Schnellstraße hinaus. Autos und größere Fahrzeuge pfiffen mit wenigen Zentimetern Abstand vorbei. Die Menschen drückten sich gegen die Mauer, während die Splits ungerührt auf die Straße traten.
Whitbread schrie auf und versuchte sein Fjunch(klick) zurückzureißen. Es schüttelte seine Hand ungeduldig ab und marschierte gleichmütig über die Straße. Wagen verfehlten es mehrmals nur um Haaresbreite. Sie schwenkten blitzschnell um die Splits herum, ohne auch nur langsamer zu werden.
Von der anderen Seite aus winkten die beiden Braun-Weißen heftig mit dem linken Arm.
Die Geste war unmissverständlich:
Kommt schon!
Ein greller Lichtstrahl fiel durch die Mauerlücke. Irgend etwas ging vor draußen auf den Feldern, wo sie noch vor einer Minute gewesen waren. Staley bedeutete den beiden anderen, sofort loszumarschieren, und feuerte durch die Bresche hinaus. Die Rakete detonierte etwa hundert Meter entfernt, und der Lichtschein erlosch.
Whitbreads und Potter wanderten zaghaft über die Straße. Staley lud das letzte Projektil in den Raketenwerfer, hob es sich aber noch auf. Bis jetzt war niemand durch das Mauerloch gekommen. Jetzt ging auch er los. Der Verkehr brauste an ihm vorbei. Der Drang, zu rennen, auszuweichen, zurückzuspringen, war beinahe überwältigend, aber er zwang sich, langsam und in gleichmäßigern Tempo zu gehen. Ein Lastwagen sauste wie eine Sturmbö vorbei. Dann noch einer. Nach einer Ewigkeit erreichte er die andere Seite — und mit heilen Knochen.
Gehsteig gab es keinen. Immer noch standen sie im Verkehrsstrom, die Menschen dicht an eine graue, betonartige Mauer gedrückt.
Whitbreads Split trat mitten auf die Straße und machte mit allen drei Armen eine eigenartige Bewegung. Ein langer, eckiger Lastwagen hielt mit kreischenden Bremsen.
Das Split zwitscherte den Fahrern etwas zu, und die beiden Braunen stiegen augenblicklich aus, gingen zur Rückseite des Wagens und begannen, Kisten aus dem Laderaum zu ziehen. Der Verkehr teilte sich, strömte vorbei, ohne auch nur im geringsten langsamer zu werden.
»Das müsste genügen«, sagte Whitbreads Split munter. »Die Krieger werden bald kommen, um das Loch in der Mauer zu untersuchen …«