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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Dies ist eine militärische Situation, Mr. Whitbread. Sie können mich Horst nennen, wenn gerade niemand auf uns schießt.«

»Jawohl, Sir. Ich möchte darauf hinweisen, dass außer Ihnen niemand geschossen hat.«

Gestank sickerte aus den Wagen: verbranntes Fleisch. Die Splits kamen aus dem Versteck hervor. Staley trat vorsichtig zu den Wagen und spähte hinein. »Dämonen«, sagte er.

Fasziniert musterten sie die Leichen. Außer in Plastiken waren sie dem Typus noch nicht begegnet. Verglichen mit den Vermittlern und Technikern, waren die Krieger drahtige, sehnige Gestalten. Die rechten Arme waren lang, hatten kurze, dicke Finger und nur einen Daumen; die andere Kante der rechten Hände war mit glattem, harten Hornmaterial überzogen. Der linke Arm war noch länger, die Finger glichen Würsten.

Unter dem linken Arm war noch etwas, das nicht recht zu erkennen war.

Die Dämonen hatte lange, spitze Zähne wie richtige Ungeheuer aus Märchenbüchern oder halbvergessenen Sagen.

Charlie zwitscherte Whitbreads Split etwas zu. Als sie keine Antwort erhielt, zwitscherte sie nochmals, schriller als zuvor, und winkte dem Braunen. Die Technikerin näherte sich der Tür des ersten Wagens und begann sie vorsichtig zu untersuchen. Whitbreads Split stand versteinert da und starrte die toten Krieger an.

»Hütet euch vor Fallen!« schrie Staley. Das Braune beachtete ihn nicht und begann vorsichtig an der Tür herumzutasten. »Pass auf!«

»Gewiss sind Fallen daran, aber das Braune wird sie erkennen«, sagte Charlie langsam.

»Ich werde ihr sagen, sie soll vorsichtig sein.« Sie sprach vollkommen akzentfrei und beinahe mechanisch exakt.

»Du kannst ja reden«, sagte Staley.

»Nicht gut. Es ist schwer, in eurer Sprache zu denken.«

»Was hat mein Fjunch(klick)?« wollte Whitbread wissen.

Statt zu antworten, zwitscherte Charlie wieder etwas in immer höheren Tönen.

Whitbreads Split zuckte zusammen und wandte sich um.

»Tut mir leid«, sagte es. »Das sind Krieger meines — meines Meisters. Oh verdammt, was tue ich nur?«

»Sehen wir zu, dass wir in die Wagen kommen«, sagte Staley unruhig. Er hob seine Waffe, um die Seitenwand des Wagens aufzuschneiden. Das Braune studierte immer noch die Tür, sehr vorsichtig, als hätte es Angst davor.

»Lassen Sie mich, Sir.« Whitbread meinte es ernst, obwohl er nur eine Art Kurzschwert mit dickem Griff in der Hand hatte. Horst sah fasziniert zu, wie er in das Metall des Wagens eine rechteckige Öffnung schnitt — mit einer glatten, mühelosen Bewegung.

»Das Ding vibriert«, sagte er. »Zumindest nehm ich das an.«

Der Gestank’’ drang nun auch durch ihre Luftfilter. Für die Splits musste es wesentlich schlimmer sein, aber anscheinend machte ihnen der Geruch nichts aus. Sie kletterten in den zweiten Wagen.

»Schaut sie euch lieber genau an«, sagte Whitbreads Split. Es schien sich wieder beruhigt zu haben. »Man soll seinen Gegner kennen.« Es zwitscherte dem Braunen einen Befehl zu, worauf dieses die Steuerinstrumente des Wagens genau zu untersuchen begann. Schließlich setzte es sich in den Fahrersitz, nachdem es erst einen Krieger davon weggezerrt hatte.

»Seht mal unter den linken Arm«, sagte Whitbreads Split. »Das hier ist ein zweiter linker Arm, rudimentär wie bei den meisten unserer Unterarten. Aber er besteht ganz aus Hörn, wie ein …« Es überlegte einen Augenblick. »Wie ein Huf. Es ist ein Bauchaufschlitzer. Mit einem verdammt kräftigen Muskelansatz.«

Whitbread und Potter verzogen das Gesicht. Auf Staleys Anweisung begannen sie, Dämonen durch das Loch in der Seitenwand hinauszuschaffen. Die Krieger glichen einander wie Zwillinge — mit Ausnahme der verbrannten Stellen, wo der Gammastrahllaser ihr Fleisch gebraten hatte. Die Füße waren an Fersen wie an Vorderkante mit scharfen Hornleisten überzogen. Ein Tritt mit so einem Fuß — nach vorne oder hinten — war wohl tödlich. Der Kopf der Krieger war auffallend klein.

»Sind sie intelligent?« fragte Whitbread.

»Nach unserem Maßstab ja, aber sie sind nicht sehr erfinderisch«, sagte Whitbreads Split. Seine Stimme klang wie die Whitbreads, wenn er dem Ersten Offizier irgendwelche Vorschriften zitieren musste — emotionslos und knapp. »Sie können jede Waffe reparieren, die es je gegeben hat, aber sie werden selbst keine neuen erfinden.

Ach ja, es gibt auch noch eine Arzt-Variante, eine Kreuzung zwischen dem richtigen Arzt-Typ und Kriegern. Halbintelligent. Ihr könnt euch wohl vorstellen, wie sie aussehen.

Und jetzt solltet ihr unser Braunes besser die Waffen überprüfen lassen, die ihr behalten wollt …«

Der Wagen setzte sich ohne Vorwarnung in Bewegung. »Wohin fahren wir?« fragte Staley.

Whitbreads Split trillerte. Es klang ein bisschen wie der Pfiff einer Spottdrossel. »So heißt die nächste Stadt an der Strecke …«

»Sie werden die Schienen verbarrikadieren. Oder ein bewaffneter Trupp wird auf uns warten«, sagte Staley. »Wie weit ist es?«

»Oh — fünfzig Kilometer.« »Haltet nach der halben Strecke«, befahl Staley.

»Ja, Sir.« Die Stimme des Splits klang jetzt mehr denn je wie die Whitbreads. »Sie haben euch unterschätzt, Horst. Nur so kann ich mir das erklären. Ich habe noch nie gehört, dass ein Krieger von jemand anderem als wieder einem Krieger getötet wurde.

Manchmal vielleicht von einem Meister, aber das ist selten. Wir lassen die Krieger gegeneinander kämpfen. Dadurch halten wir ihre Zahl in Grenzen.«

»Scheußlich«, murmelte Whitbread. »Warum — warum hindert ihr sie nicht einfach an der Vermehrung?« Das Split lachte. Es war ein seltsam bitteres Lachen, sehr menschlich und darum beunruhigend. »Hat sich keiner von euch je gefragt, woran die Technikerin in eurem Schiff gestorben ist?«

»Klar.« »Natürlich.« »Ja, sicher.« Alle drei antworteten zugleich. Charlie trillerte kurz.

»Sie sollen es ruhig wissen«, sagte Whitbreads Split. »Sie starb, weil sie keinen Partner hatte, durch den sie schwanger werden konnte.« Darauf wusste eine Weile keiner mehr etwas zu sagen. »Das ist das ganze Geheimnis. Versteht ihr immer noch nicht? Jedes Individuum aller unserer Unterarten muss schwanger werden, nachdem es das weibliche Stadium erreicht hat. Kind, männliches Stadium, weibliches Stadium, Schwangerschaft, männliches Stadium, weibliches Stadium, Schwangerschaft, ein Teufelskreis. Wenn man im weiblichen Stadium nicht rechtzeitig schwanger wird, stirbt man. Selbst wir. Und wir Vermittler können nicht schwanger werden. Wir sind leider unfruchtbare Mischlinge.«

»Aber …« Whitbread schaute drein wie ein kleiner Junge, der die Wahrheit über den Weihnachtsmann erfahren hat. »Wie lange lebt ihr?«

»Etwa fünfundzwanzig von euren Jahren. Nach der Geschlechtsreife fünfzehn Jahre.

Aber Techniker und Landarbeiter und Meister — vor allem Meister! — müssen binnen ein paar von unseren Jahren schwanger sein. Diese Technikerin, die ihr mitgenommen habt, muss bereits ziemlich am Ende ihrer Frist gewesen sein.«

Schweigend fuhren sie durch den Tunnel dahin. »Aber — Herrgott«, sagte Potter nach einer Weile zögernd, »das ist ja schrecklich.«

›»Schrecklich‹. Du Hundesohn. Natürlich ist es schrecklich. Sally und ihre …«

»Was ärgert dich so?« fragte Whitbread.

»Empfängnisverhütungsmittel. Wir haben Sally Fowler gefragt, was eine Menschenfrau tut, wenn sie noch keine Kinder haben will. Sie nimmt Antibabypillen. Aber anständige Mädchen nehmen so was nicht. Sie haben ganz einfach keinen Geschlechtsverkehr«, sagte das Split zornig.

Der Wagen summte die Schienen entlang. Horst saß im rückwärtigen Teil, der jetzt vorne war, und starrte mit schussbereiter Waffe hinaus. Jetzt drehte er sich halb zu den anderen um. Beide Splits funkelten die Menschen an, die Lippen leicht von den Zähnen zurückgezogen, so dass ihr gewohntes Lächeln noch breiter wirkte. Die Bitterkeit in ihren Worten allerdings strafte das freundliche Aussehen Lügen. »Sie haben einfach keinen Geschlechtsverkehr!« wiederholte Whitbreads Split. (Zorniger Pfiff). »Jetzt wisst ihr, warum wir so viele Kriege haben. Immer wieder Kriege …«

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