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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Die Splits schauten sich um. Charlie verstand anscheinend doch, um was es ging, obwohl sie kein Wort Anglic von sich gab. Die beiden unterhielten sich zwitschernd, dann deutete Whitbreads Split auf das kathedralenähnliche Gebäude. »Da hinein.« Es machte Staley auf die angeblichen Dämonenplastiken an den Simsen und Vorsprüngen aufmerksam. »Alles, was ihr seht, ist harmlos, außer diese Wesen. Das ist die Krieger-Kaste: Soldaten, Leibwächter, Polizisten. Sie sind Schlächter und sehr tüchtig in ihrem Beruf. Wenn ihr ein solches Wesen seht, lauft.«

»Quatsch, laufen«, knurrte Staley. Er packte seine Pistole fester. »Wir treffen uns unten«, rief er den beiden anderen zu. »Was wird aus deinem Braunen?«

»Ich rufe sie«, sagte Whitbreads Split und stieß einen lauten Trillerton aus.

Das Braune kam in den Kuppelbau und brachte Charlie eine Reihe Gegenstände. Die beiden Splits inspizierten sie kurz, dann sagte Whitbreads Split: »Das werdet ihr brauchen können. Luftfilter. Ihr könnt die Helme abnehmen und diese Masken tragen.«

»Unsere Funkgeräte …« wandte Horst ein.

»Nehmt alles mit. Unser Braunes kann später auch die Funkgeräte umbauen. Wollt ihr wirklich eure Ohren unter diesen unpraktischen Helmen haben? Die Luftregeneratoren halten ohnehin nicht ewig.«

»Danke«, sagte Horst. Er nahm einen der Filter und befestigte ihn. Ein weicher Napf bedeckte seine Nase; ein dünner Schlauch führte davon zu einem kleinen Kanister, den er an den Gürtel hängen konnte. Es war eine Erleichterung, den Helm abnehmen zu können, aber er wusste nicht recht, was er nun damit anfangen sollte. Schließlich befestigte er ihn am Gürtel, was auch nicht sehr bequem war. »Schön, gehen wir.« Das Sprechen war ohne Helm leichter, aber er musste daran denken, dass er nicht durch den Mund atmen durfte. Eine spiralförmige Rampe führte hinab. Tief hinunter. Nichts rührte sich unter der schattenlosen Beleuchtung, aber Staley kam sich doch als Zielscheibe für jeden vor, der da unten lauern mochte. Er wünschte sich, Granaten und einen Trupp Infanterie zu haben. Aber er und seine beiden Kameraden waren hier ganz auf sich allein gestellt. Die Splits waren noch da, schon. Aber — Vermittler. »Vermittler kämpfen nicht«, hatte Whitbreads Split gesagt. Daran musste er immer denken. Das Fjunch(klick) benahm sich so sehr wie Jonathon Whitbread, dass er immer die Arme zählen musste, um zu wissen, mit wem er redete, aber es kämpfte nicht. Auch Braune kämpfen nicht.

Wachsam pirschte er sich als erster die Rampe hinunter, seine Waffe schussbereit. Die Rampe endete an einer Tür, und einen Augenblick zögerte er. Hinter der Tür war alles still. Ach, zum Teufel, dachte er und trat hinaus.

Er war allein in einem weiten, zylindrischen Tunnel, an dessen Boden Schienen entlang liefen, von einer Art Bahnsteig auf der einen Seite begleitet. Links von ihm endete der Tunnel in einer Felswand. Auf der anderen Seite führte er geradewegs in die Dunkelheit hinein. Im Gestein der Tunnelwände waren breite Rillen, die wie die Rippen eines riesigen Wals wirkten.

Das Split kam heran und bemerkte, was er anschaute. »Hier war einmal ein Linearbeschleuniger, bevor irgendeine wieder aufsteigende Zivilisation ihn wegen der Metalle ausschlachtete.« »Ich seh keine Wagen. Wie kommen wir zu einem?« »Ich rufe einen. Jeder Vermittler kann das.« »Nicht du. Charlie«, sagte Horst. »Oder wissen sie schon, dass er, ich meine, sie auch an dieser Verschwörung beteiligt ist?«

»Horst, wenn wir auf einen Wagen warten, wird er voller Krieger sein. Der Bewahrer weiß, dass ihr sein Museumsgebäude geöffnet habt. Ich weiß nicht, warum seine Leute nicht schon hier sind. Vermutlich gibt es einen Kompetenzstreit zwischen ihm und meinem Meister. Die Befehlsgeber wachen sehr eifersüchtig über ihre Kompetenzgebiete … und König Peter wird das seine tun, um die Lage weiter zu komplizieren.«

»Wir können nicht mit dem Flugzeug fliehen. Wir können nicht über die Felder marschieren. Und wir können keinen Wagen rufen«, sagte Staley. »Na gut. Zeichne mir so einen Untergrundwagen auf.«

Das Split skizzierte ihn auf dem Schirm von Staleys Taschencomputer. Eine Schachtel auf Rädern, wie alle Fahrzeuge auf dieser bevölkerten Welt — möglichst viel Innenraum bei möglichst geringem Parkplatzbedarf. »Die Motoren sitzen hier an den Rädern. Die Steuerung ist vermutlich automatisch …«

»Nicht für militärische Unternehmungen.«

»Also dann wäre die Steuerung hier vorne. Die Braunen und die Krieger können aber eine Menge Änderungen durchgeführt haben. Das wäre durchaus wahrscheinlich …«

»Wie eine Panzerung. Panzerglas. Frontgeschütze.« Die drei Splits erstarrten, und Horst lauschte aufmerksam. Er hörte nichts.

»Schritte«, sagte das Split. »Whitbread und Potter.«

»Vielleicht.« Staley huschte lautlos zum Eingang.

»Nur mit der Ruhe, Horst. Ich erkenne den Rhythmus.«

Sie hatten Waffen gefunden. »Das hier ist ein Prachtstück«, sagte Whitbread. Er hielt ein Rohr hoch, das am vorderen Ende eine Linse aufwies, am anderen einen Schaft, der für Split-Schultern geformt war. »Ich hab’ keine Ahnung, wie lang die Energie reicht, aber das Ding hat ein Loch durch eine dicke Steinmauer geschnitten, ganz durch.

Unsichtbarer Strahl.«

Staley nahm die Waffe. »Genau so was brauchen wir. Die anderen könnt ihr mir später zeigen. Jetzt verzieht euch in den Eingang und bleibt dort.« Staley postierte sich am Ende des Bahnsteigs, wo die Eingangshalle in den eigentlichen Tunnel überging. Er stand so neben der Tunnelmündung, dass ihn keiner, solange er im Tunnel war, sehen konnte. Er fragte sich, wie wirkungsvoll eine Splitpanzerung war. Würde das Material einen Gammastrahllaser aufhalten? Es war vollkommen still. Er wartete mit einiger Ungeduld, weil er nicht wusste, ob er das Richtige getan hatte.

Das ist ja verrückt, sagte er sich. Aber was können wir sonst tun? Angenommen, sie kommen in Flugzeugen und landen vor der Kuppel? Wir hätten das Tor schließen und jemanden als Wache zurücklassen sollen. Aber dafür war es noch nicht zu spät.

Er wollte gerade zu den anderen zurückgehen, als er es hörte: ein tiefes Summen in der Ferne über den Schienen. Es ließ ihn irgendwie ruhiger werden. Jetzt brauchte er keine Entscheidungen mehr zu treffen. Horst drückte sich gegen die Wand und umfasste die fremdartige Waffe fester. Der Wagen kam ziemlich rasch näher …

Das Fahrzeug war viel kleiner, als Staley erwartet hatte: ein Spielzeug von Wägelchen wie die kleinen Autos. Es sauste an ihm vorbei, und der Fahrtwind strich ihm ins Gesicht. Der Wagen hielt mit einem Ruck, während Staley ihn mit seiner Waffe bestrich, von einem Ende zum anderen. Stieg da jemand aus auf der anderen Seite? Nein, die Waffe funktionierte anscheinend bestens. Der Strahl war unsichtbar, aber Streifen rotglühenden Metalls zogen sich über den Wagen. Staley ließ den Strahl über die Fenster streichen, wo sich keine Wirkung zeigte, und noch einmal über das Dach, dann trat er schnell in den Tunnel hinaus und feuerte die Schienen entlang.

Ein zweiter Wagen sauste heran. Er sprang zurück in Deckung aber nur so weit, dass er noch auf den nahenden Wagen schießen konnte. Wie zur Hölle sollte er feststellen, wann die Batterie — oder woher immer die Energie stammte — erschöpft war? Das Ding war ein Museumsstück! Der zweite Wagen pfiff vorbei, und auch er hatte kirschrote Streifen abbekommen. Staley gab noch einen Feuerstoß darauf ab, dann sprang er wieder vor, um in den Tunnel zu feuern. Es war jedoch nichts mehr zu sehen.

Kein dritter Wagen. Gut. Systematisch bestrich er den zweiten mit dem Laserstrahl.

Irgend etwas hatte ihn knapp hinter dem ersten zum Stehen gebracht — irgendein automatischer Auffahrschutz? Staley hatte keine Ahnung. Er lief auf die beiden Wagen zu. Whitbread und Potter kamen hervor und rannten zu ihm. »Ich hab’ gesagt, ihr sollt draußen bleiben!« »Tut mir leid, Horst«, sagte Whitbread.

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