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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Die Menschen kletterten rasch in den Laderaum. Das Braune, das ihnen seit dem Museum geduldig gefolgt war, nahm auf dem rechten Fahrersitz Platz. Whitebreads Split wollte schon daneben einsteigen, da trillerte Charlie ihm etwas zu. Die beiden Braun-Weißen pfiffen und zwitscherten hin und her, und Charlie gestikulierte aufgeregt.

Endlich kletterte Whitbreads Split in den Laderaum und zog die Tür zu. Dabei sahen die Menschen, wie die beiden ursprünglichen Fahrer langsam davon wanderten.

»Wohin gehen sie?« fragte Staley.

»Was mich eher interessiert, worum ging der Streit?« wollte Whitbread wissen.

»Eins nach dem anderen«, meinte Whitbreads Split. Der Lastwagen fuhr mit einem harten Ruck an. Das Summen der Motoren und Reifen war hier sehr laut. Das Geräusch Tausender anderer Fahrzeuge drang gedämpft in den Laderaum.

Whitbread lag zwischen harten Plastikkisten eingezwängt und hatte ungefähr soviel Platz wie in einem Sarg. Seine Lage erinnerte ihn jedenfalls unangenehm daran. Die anderen hatten ebenso wenig Ellbogenfreiheit, und Jonathon fragte sich, ob ihnen derselbe Vergleich eingefallen war. Das Wagendach befand sich nur ein paar Zentimeter über seiner Nase.

»Die Braunen werden zum nächsten Frachthof gehen und melden, dass ihr Fahrzeug von einem Vermittler requiriert wurde«, sagte Whitbreads Split. »Und der Streit ging darum, wer vorne beim Fahrer sitzen sollte. Ich habe verloren.«

»Warum habt ihr euch deshalb gestritten?« erkundigte sich Staley. »Traut ihr einander nicht?«

»Ich traue Charlie. Sie traut mir nicht ganz — irgendwie verständlich. Schließlich habe ich meinen eigenen Meister im Stich gelassen. Ihrer Ansicht nach bin ich ein Großer Narr geworden. Deshalb will sie sich lieber selbst um die Dinge kümmern.«

»Aber wohin fahren wir?« fragte Staley.

»Zu Königs Peter Domäne. Das ist der einzige brauchbare Ausweg.«

»Wir können nicht lange in diesem Wagen bleiben«, wandte Staley ein. »Sobald diese Braunen einmal Meldung gemacht haben, wird man danach suchen — ihr müsst doch eine Polizei haben. Eine Möglichkeit, einen gestohlenen Lastwagen wiederzufinden. Ihr habt doch Verbrechen, oder?«

»Nicht in der Weise, wie ihr es euch vorstellt. Wir haben eigentlich keine Gesetze — aber es gibt Befehlsgeber, in deren Kompetenz vermisstes Eigentum fällt. Sie werden den Lastwagen für einen bestimmten Preis suchen. Es wird einige Zeit dauern, bis mein Meister sich mit ihnen geeinigt hat. Erst wird sie nachweisen müssen, dass ich den Verstand verloren habe.«

»Ich nehme nicht an, dass hier irgendwo ein Raumhafen ist?« fragte Whitbread.

»Wir könnten ihn ohnehin nicht benutzen«, sagte Staley tonlos.

Eine Weile lauschten sie dem Dröhnen des Verkehrs. Dann sagte Potter, »Ich hab’ mir das auch schon überlegt. Ein Raumfahrzeug ist zu auffällig. Wenn bereits ein Funkspruch einen Angriff auf die Lenin provozieren könnte, wird man uns wohl kaum erlauben, selber zum Schiff zurückzukehren.«

»Und wie sollen wir je wieder heimkommen?« fragte Whitbread. Gleich darauf wünschte er, er hätte den Mund gehalten.

»’s is’ die alte Sache«, sagte Potter trübsinnig. »Wir wissen mehr, als wir dürften. Und war wir wissen, das ist wichtiger als unser Leben. Ist es nicht so, Mr. Staley?«

»Ja.«

»Ihr wisst nie, wann man aufgeben muss, nicht wahr?« sagte Whitbreads Stimme aus dem Dunkel. Sie begriffen erst nach einigen Augenblicken, dass das Split sprach. »König Peter kann beschließen, euch am Leben zu lassen. Er könnte euch helfen, zur Lenin zurückzukehren. Wenn er überzeugt ist, dass das für uns das beste ist, kann er es arrangieren. Ihr werdet aber keine Gelegenheit erhalten, eine Nachricht zu diesem Kriegsschiff zu senden ohne unsere Hilfe.«

»Quatsch«, rief Staley. »Jetzt spitz mal dein großes Ohr. Du bist ehrlich mit uns gewesen — glaube ich. Jetzt werd’ ich offen mir dir sein. Wenn ich eine Möglichkeit sehe, eine Nachricht zu senden, werde ich das tun.«

»Und danach … danach geschehe Gottes Wille«, sagte Potter ernst.

Wieder hörten sie eine Weile dem Summen des Verkehrs zu. »Du wirst keine Möglichkeit finden, Horst«, sagte schließlich Whitbreads Stimme. »Es gibt keine Drohung, mit der du Charlie oder mich zwingen könntest, ein Braunes anzuweisen, so ein Gerät zu bauen, wie ihr es braucht. Mit unseren Sendern könntet ihr nicht umgehen, selbst wenn ihr einen fändet — nicht einmal ich kann ohne die Hilfe eines Braunen unbekannte Apparate bedienen. Es könnte auch sein, dass es auf dem ganzen Planeten kein geeignetes Gerät gibt.«

»Ach, hör auf«, sagte Staley. »Ihr müsst doch Raumfunk haben, und das elektromagnetische Spektrum hat nun mal nur eine bestimmte Anzahl brauchbarer Frequenzbereiche.«

»Sicher. Aber bei uns bleibt nichts unbenutzt. Wenn wir etwas brauchen, bauen es die Braunen. Wenn wir es nicht mehr brauchen, bauen sie aus den Teilen etwas anderes.

Und ihr braucht etwas, womit ihr die Lenin erreichen könnt, ohne dass jemand davon erfährt.«

»Das würde ich riskieren. Wenn wir eine Warnung an den Admiral senden können, wird er sein Schiff sofort heimbringen.« Horst war fest dazu entschlossen. Die Lenin war vielleicht nur ein Schiff, aber Schlachtschiffe der Präsidentenklasse hatten schon ganze Flotten vernichtet. Gegen Splits ohne Feld würde sie unüberwindlich sein. Er fragte sich, wie er je etwas anderes geglaubt haben konnte. In dem Museum hätte es elektronische Bauteile gegeben, und sie hätten sich eine Art Sender zusammenbasteln können. Jetzt war es zu spät; warum hatte er nur auf das Split gehört.

Sie waren noch etwa eine Stunde unterwegs. Die Kadetten lagen unbequem eingezwängt zwischen harten Kisten im Dunkeln. Staley spürte, wie ihm etwas die Kehle verengte und traute sich nichts mehr zusagen. Vielleicht würde man den Kloß in seinem Hals heraushören, die anderen würden merken, dass er Angst hatte, und das durfte nicht sein. Er wünschte, irgend etwas möge geschehen, ein Kampf, irgend etwas …

Sie hielten mehrmals und fuhren wieder an. Schließlich bog der Lastwagen um eine Kurve und kam mit einem Ruck zum Stehen. Sie warteten atemlos. Die Tür wurde aufgeschoben, und Charlie stand im Scheinwerferlicht vor ihnen.

»Rührt euch nicht«, sagte sie. Hinter ihr standen Krieger, die Waffen im Anschlag.

Mindestens vier.

Horst Staley knurrte erbittert: »Verraten!« Er griff nach seiner Pistole, konnte sie aber wegen seiner beengten Lage nicht ziehen.

»Nicht, Horst!« rief Whitbreads Split. Es zwitscherte und pfiff. Charlie antwortete mit ein paar Summ- und Klicktönen. »Unternehmt jetzt gar nichts«, warnte Whitbreads Split.

»Charlie hat ein Flugzeug requiriert. Die Krieger gehören seinem Besitzer. Sie werden uns nichts tun, wen wir von hier direkt zum Flugzeug gehen.«

»Aber weshalb sind sie hier?« wollte Staley wissen. Er umklammerte immer noch seine Waffe. Die Chancen standen allerdings ganz gegen ihn — die Krieger waren wachsam und kampfbereit, und sie wirkten äußerst gefährlich.

»Hab ich euch doch gesagt«, antwortete Whitbreads Split. »Es sind Leibwächter. Alle Meister haben welche. Beinahe alle jedenfalls. Steigt jetzt aus, langsam, und lasst die Hände von den Waffen. Gebt ihnen keinen Anlass, zu denken, ihr könntet einen Angriff auf ihren Meister versuchen wollen. Wenn sie das glauben, sind wir alle tot.«

Staley schätzte die Lage ab. Nicht gerade gut. Wenn er nur Kelley und einen zweiten Infanteristen bei sich gehabt hätte statt Whitbread und Potter — »In Ordnung«, sagte er.

»Tut, was sie sagt.« Langsam rutschte er aus dem Wagen.

Sie befanden sich in der Gepäckabfertigungsregion des Flughafens. Die Krieger umstanden sie im lockeren Halbkreis, leicht vorgebeugt auf den Ballen ihrer breiten, hornigen Füße. Die Haltung wirkte, fand Staley, irgendwie wie eine Karate-Position. Er gewahrte eine flüchtige Bewegung in der Nähe der Wand. Zumindest zwei weitere Krieger waren dort versteckt. Gut, dass er es nicht auf einen Kampf hatte ankommen lassen.

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