Der Splitter im Auge Gottes
- Автор: Нивен Ларриё, Пурнель Джерри
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-21532-X
- Переводчик: Yoma Cap
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
Es täuschte im weiblichen Stadium dem Körper des Meisters eine Schwangerschaft vor.
Eine massive Dosis führte den Übergang ins männliche Stadium herbei. Und Sterilität.
Als die Mutter starb, ließen die Vermittler den Kaiser mit dem Hormon behandeln.«
»Aber dann habt ihr ja Empfängnisverhütungsmittel!« rief Whitbread. »Damit könnt ihr das Bevölkerungswachstum einschränken …«
»Das glaubte auch dieser Große Narr. Nun, jedenfalls wurde das Hormon ungefähr drei Generationen lang in diesem Kaiserreich angewandt. Die Bevölkerung blieb stabil, das schon. Es gab nicht zu viele Meister. Alles war friedlich. Inzwischen natürlich hatte auf den übrigen Kontinenten die Bevölkerungsexplosion ihren Lauf genommen.(Die übrigen Meister vereinigten sich und fielen in die Domäne des Kaisers ein. Sie hatten jede Menge Krie-8er — und genügend Meister, um sie zu führen. Das war das Ende des Kaiserreichs. Dieser Zeitmaschinenkonstrukteur glaubte, er könnte es so einrichten, dass das Kaiserreich den ganzen Planeten umfasste.« Whitbreads Split schnaufte ärgerlich.
»Es hätte nie funktioniert. Wie bringt man sämtliche Meister dazu, sich freiwillig unfruchtbar machen zu lassen? Irgendwann geschieht das sowieso, aber wer möchte das schon, bevor er Kinder gehabt hat? Und nur dann wirkt das Hormon.« »Oh.«
»Ja. Selbst wenn also der Kaiser den ganzen Planeten in seine Macht bekommen und das Bevölkerungswachstum eingeschränkt hätte — und bedenke, Jonathon, das wäre nur möglich, wenn alle Machthaber ganz darauf verzichtet hätten, jemals Kinder zu bekommen, wodurch die Führung nur auf andere Unterarten übergegangen wäre — selbst wenn sie dazu bereit gewesen wären, hätten die Asteroidenzivilisationen sie eines Tages überrannt.«
»Aber Mensch, es ist wenigstens ein Beginn!« rief Whitbread. »Es muss doch eine Möglichkeiten geben …«
»Ich bin kein Mensch, und es muss nicht eine Möglichkeit geben. Das ist ein weiterer Grund, warum ich keine Beziehung zwischen deiner und meiner Spezies erleben möchte. Ihr seid alle Große Narren. Ihr seid überzeugt, dass jedes Problem eine Lösung hat.«
»Alle menschlichen Probleme haben letzten Endes eine Lösung«, sagte Gavin Potter leise vom Sitz hinter ihnen.
»Menschliche vielleicht«, sagte das Split. »Aber haben Splits eine Seele?«
»Wie könnt’ ich das sagen?« antwortete Potter. Er rutschte ein wenig verlegen auf seinem Sitz hin und her. »Der Herrgott hat mich nicht ins Vertrauen gezogen.«
»Euer Kaplan kann das genauso wenig sagen. Wie könnt ihr erwarten, das herauszufinden? Dazu wäre wohl eine, — eine göttliche Erleuchtung oder so was erforderlich, oder? Ich bezweifle, dass ihr eine bekommt.«
»Habt ihr denn gar keine Religion?« fragte Potter ungläubig.
»Wir haben schon Tausende gehabt, Gavin. Die der Braunen und anderer halbintelligenter Kasten ändert sich kaum, aber jede neue Zivilisation von Meistern schafft sich eine eigene. Meistens ist es eine Art Seelenwanderungsglaube, der das Weiterleben in den Nachkommen betont. Ihr werdet verstehen, weshalb.«
»Du hast Vermittler nicht erwähnt«, sagte Whitbread.
»Ich hab’ euch doch gesagt — wir haben keine Kinder. Es gibt Vermittler, die die Seelenwanderungsidee akzeptieren. Wiedergeburt als Meister zum Beispiel. Was von den menschlichen Religionen noch am ehesten den unseren entspricht, ist der Buddhismus des Kleinen Fahrzeugs. Ich habe mit Kaplan Hardy darüber gesprochen. Er sagt, die Buddhisten glauben, sie könnten sich einst von etwas befreien, das sie Rad des Lebens nennen. Das klingt ziemlich nach den Zyklen. Aber — ich weiß nicht, Jonathon. Ich dachte immer, ich glaubte an Wiedergeburt, doch — wissen können wir so etwas nie, oder?«
»Und ihr habt nichts, das dem Christentum gleicht?« erkundigte sich Potter.
»Nein. Es hat Prophezeiungen von einem Erlöser gegeben, der die Zyklen beenden würde. Aber — alles hat es in unserer Geschichte schon gegeben, nur keinen Erlöser.
Das ist verdammt sicher, Gavin.«
Unten glitt das uferlose Lichtermeer der Stadt vorbei. Nach einer Weile sank Potter in seinem Sitz zurück und begann leise zu schnarchen. Whitbread warf ihm einen staunenden Blick zu.
»Du solltest auch schlafen«, sagte sein Split. »Du bist schon sehr lange auf den Beinen.«
»Ich hab’ zu viel Angst. Aber ihr werdet rascher müde als wir — du solltest schlafen.«
»Ich hab auch zu viel Angst.«
»Oh Bruder, jetzt krieg ich aber wirklich kalte Füße.« Hab ich es eben Bruder genannt?
Nein, ich hab sie Bruder genannt. Ach, zum Teufel damit. »In eurem Kunstmuseum gab es viele Dinge, die wir nicht verstanden haben, richtig?« »Mhm. Dinge, die wir euch lieber nicht erklären wollten. Etwa das Ärztemassaker. Ein Ereignis, das vor sehr langer Zeit stattfand und fast nur mehr eine Legende ist. So eine Art Kaiser hatte beschlossen, auf der ganzen Welt die gesamte Ärztekaste auszurotten. Ist ihm auch fast gelungen.«
Das Split reckte sich müde. »Es tut gut, mit dir reden zu können, ohne lügen zu müssen.
Wir sind nicht zum Lügen geschaffen, Jonathon.«
»Warum sollten die Ärzte vernichtet werden?«
»Um die Bevölkerungszunahme zu vermindern, Dummkopf! Natürlich hat es nicht funktioniert. Einige Meister haben eine geheime Zucht retten können, und nach dem nächsten Zusammenbruch waren diese Ärzte …«
»… ihr Gewicht in Iridium wert.«
»Man glaubt, dass sie tatsächlich die erste Grundlage für ein Handelssystem wurden.
Wie Rinder auf Tabletop.«
Jetzt blieben endlich die Lichter der riesigen Stadt zurück, und das Flugzeug zog über den dunklen Ozean hinaus. Der düsterrötliche Lichtfleck von Murchesons Auge näherte sich dem Horizont, während im Osten unter dem schwarzen Rand des Kohlensacks andere Sterne aufgingen.
»Wenn sie uns abschießen wollen, wäre es hier am günstigsten«, sagte Staley. »Wo die Trümmer nichts treffen. Weißt du wirklich, wohin wir fliegen?«
Whitbreads Split zuckte die Achseln. »In König Peters Machtbereich. Wenn wir es schaffen.« Das Split warf einen Blick nach hinten auf Potter. Der Kadett hatte sich in seinem Sitz zusammengerollt und schnarchte mit leicht offenem Mund. Die Beleuchtung in der Kabine war gedämpft, alles war ruhig und friedlich — die einzige Dissonanz war der Raketenwerfer, den Staley im Schoß hielt. »Du solltest auch etwas schlafen.«
»Ja, vielleicht.« Horst lehnte sich in dem Sitz zurück und schloss die Augen. Seine Finger umklammerten die Waffe so fest wie zuvor. »Er schläft sogar in Habtacht-Haltung«, sagte Whitbread. »Oder versucht’s wenigstens. Ich glaube, Horst hat genauso viel Angst wie wir.«
»Ich frag’ mich die ganze Zeit, ob das alles überhaupt noch einen Sinn hat«, murmelte das Split. »Wir stehen sowieso verdammt knapp vor einem Zusammenbruch. Ihr habt auch in diesem Zoo einiges übersehen, weißt du. Zum Beispiel das Fleischtier. Eine Split-Abart, fast ohne Arme, unfähig, sich gegen uns zu verteidigen, aber mit einem beträchtlichen Überlebensvermögen. Auch eins unserer Verwandten, in einem schändlichen Zeitalter als Fleischlieferant! gezüchtet, vor langer Zeit …«
»Mein Gott.« Whitbread holte tief Atem. »Aber ihr würdet so etwas heute nicht tun.«
»Oh nein.«
»Warum hast du dann davon gesprochen?«
»Weil es einen seltsamen statistischen Zusammenhang gibt, den du vielleicht interessant findest. Es gibt keinen Zoo auf dieser Welt, der nicht eine Zucht von Fleischtieren hätte. Und die Herden nehmen jetzt rascher zu …«
»Herrgott! Müsst ihr denn immer an den nächsten Zusammenbruch denken?«
»Ja.«
Murchesons Auge war seit langem untergegangen. Jetzt färbte sich der Osten blutrot und kündete einen Sonnenaufgang an, der Whitbread noch immer faszinierte. Rote Sonnenaufgänge sind auf bewohnbaren Welten ziemlich selten.