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Shades of Grey - Geheimes Verlangen

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Shades of Grey - Geheimes Verlangen
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Schon wieder dieser herablassende Tonfall.

»Ich fand es schön, dass du mich Mark als deine Freundin vorgestellt hast«, sage ich leise.

»Wieso? Bist du das denn nicht?« Er hebt eine Braue.

»Bin ich das? Ich dachte, du willst eine Sklavin.«

»Das dachte ich auch, Anastasia, und daran hat sich nichts geändert. Aber ich habe dir ja bereits gesagt, dass ich mir auch noch etwas anderes wünsche. Mehr.«

Endlich spricht er es aus! Ich spüre einen Hoffnungsschimmer.

»Es freut mich sehr, dass du mehr willst«, stoße ich atemlos hervor.

»Wir wollen doch, dass Sie zufrieden sind, Miss Steele.« Grinsend biegt er von der Straße ab und hält vor dem International House of Pancakes an.

»IHOP.« Ich grinse ebenfalls. Nicht zu fassen. Wer hätte gedacht, dass Christian Grey einen Fuß in eine IHOP-Filiale setzen würde?

Es ist halb neun Uhr früh, trotzdem herrscht wenig Betrieb. Es riecht nach Pfannkuchenteig, Frittierfett und Desinfektionsmittel. Nicht sonderlich verführerisch. Christian geht vor mir her zu einer Nische.

»Ich hätte nicht gedacht, dass du in solchen Restaurants isst«, sage ich, als ich ihm gegenüber auf meinen Platz rutsche.

»Mein Dad hat uns immer mitgenommen, wenn meine Mom bei einem Kongress war. Das war unser Geheimnis.« Er grinst verschmitzt, streicht sich sein wirres Haar glatt und greift nach der Speisekarte.

Oh, wie gern würde ich ihm durchs Haar streichen. Ich werfe einen Blick auf die Speisekarte und stelle fest, dass ich einen Bärenhunger habe.

»Ich weiß schon, was ich will«, raunt er mit rauer Stimme.

Ich hebe den Kopf. Er mustert mich mit diesem Blick, unter dem sich sämtliche Muskeln in meinem Unterleib zusammenziehen, und in seinen Augen liegt wieder dieses lodernde Flackern. Gütiger Gott! Ich sehe ihn an und spüre, wie mein Blut in Wallung gerät.

»Ich will das, was du willst«, hauche ich.

Er saugt scharf den Atem ein. »Hier?«, fragt er und lächelt anzüglich, während sich seine Zungenspitze zwischen seine Zähne schiebt.

Sex in einem Pfannkuchen-Schnellrestaurant? Das Grau seiner Augen verdunkelt sich.

»Nicht auf der Lippe kauen«, warnt er. »Nicht hier. Nicht jetzt.« Für einen kurzen Moment wird der Ausdruck in seinen Augen stählern, was ihn immer so herrlich gefährlich aussehen lässt. »Reiz mich nicht auch noch, wenn ich dich hier drin schon nicht haben kann.«

»Hi, ich bin Leandra. Was kann ich … Ihnen … an diesem schönen Morgen … bringen?« Beim Anblick des bildschönen Mannes entfällt ihr glatt ihr Sprüchlein. Sie läuft tiefrot an. Für den Bruchteil einer Sekunde bin ich fast dankbar für ihr Auftauchen, weil es mir gestattet, mich für einen kurzen Moment seinem sinnlichen Blick zu entziehen.

»Anastasia?«, sagt er, ohne sie zu beachten. Ich glaube nicht, dass irgendjemand meinen Namen lüsterner aussprechen könnte als er.

Ich schlucke und bete, dass mein Gesicht nicht dieselbe Farbe annimmt wie das der armen Leandra.

»Ich habe doch schon gesagt, dass ich dasselbe will wie du«, sage ich leise. Sein gieriger Blick ruht auf mir. Liebe Güte, säuselt meine innere Göttin, schaffe ich es, dieses Spielchen mitzuspielen?

Leandra sieht von einem zum anderen. Inzwischen hat ihr Teint dieselbe Farbe wie ihr leuchtend rotes Haar.

»Brauchen Sie vielleicht noch ein paar Minuten?«

»Nein. Wir wissen, was wir wollen.« Ein sexy Lächeln spielt um Christians Mundwinkel. »Wir nehmen zwei Portionen Buttermilchpfannkuchen mit Ahornsirup, dazu eine Extraportion Speck, zwei Gläser Orangensaft, schwarzen Kaffee mit Magermilch und einen English Breakfast Tea, falls Sie welchen haben.«

»Danke, Sir. Sonst noch etwas?«, wispert Leandra, sorgsam darauf bedacht, uns bloß nicht anzusehen. Wir wenden uns ihr zu, woraufhin sich ihr Gesicht noch dunkler färbt und sie eilig den Rückzug antritt.

»Es ist absolut unfair«, sage ich, um einen lässigen Tonfall bemüht, und fahre mit dem Finger das Muster auf der Resopaltischplatte nach.

»Was ist unfair?«

»Wie du die Leute um dich herum außer Gefecht setzt. Frauen. Mich.«

»Setze ich dich etwa außer Gefecht?«

Ich schnaube. »Ununterbrochen.«

»Reine Optik, das ist alles, Anastasia«, sagt er milde.

»Nein, Christian, es ist mehr als das.«

Er runzelt die Stirn. »Dabei sind Sie diejenige, die mich außer Gefecht setzt, Miss Steele. Ihre Unschuld, die aus der Masse der Gewöhnlichkeit hervorsticht.«

»Hast du deine Meinung deshalb geändert?«

»Meine Meinung geändert?«

»Ja. Über … äh … über uns.«

Er streicht sich mit seinen langen Fingern übers Kinn. »Ich glaube nicht, dass ich generell meine Meinung geändert habe. Wir mussten nur unsere Parameter neu festlegen, unsere Kampflinien neu ziehen, wenn man so will. Inzwischen bin ich ziemlich sicher, dass es mit uns funktionieren wird. Ich will, dass du dich mir innerhalb meines Spielzimmers unterordnest, und ich werde dich bestrafen, wenn du gegen die Regeln verstößt. Abgesehen davon kann man über alles reden. Das sind meine Voraussetzungen. Was sagst du dazu?«

»Also werde ich auch weiterhin mit dir schlafen? In deinem Bett?«

»Willst du das?«

»Ja.«

»Einverstanden. Außerdem schlafe ich sehr gut, wenn du neben mir liegst. Das hätte ich nicht gedacht.«

»Ich dachte, du verlässt mich, wenn ich nicht mit allem einverstanden bin, was du dir vorstellst«, flüstere ich.

»Ich werde dich nicht verlassen, Anastasia. Außerdem …« Er hält nachdenklich inne. »Wir halten uns an deinen Vorschlag – den Kompromiss. So wie es in deiner Mail an mich stand. Und bisher komme ich gut damit klar.«

»Ich freue mich sehr darüber, dass du auch mehr willst«, sage ich.

»Ich weiß.«

»Woher?«

»Ich weiß es einfach.«

Er verschweigt mir irgendetwas. Aber was?

In diesem Augenblick kommt Leandra mit unserem Frühstück. Zufrieden sieht Christian zu, wie ich meinen Teller bis auf den letzten Krümel leeresse.

»Darf ich mich revanchieren?«, frage ich.

»Wofür?«

»Indem ich fürs Frühstück bezahle.«

Er schnaubt verächtlich. »Ganz bestimmt nicht.«

»Bitte. Ich möchte es aber gern.«

»Versuchst du, mich zu kastrieren?«

»Das ist wahrscheinlich das einzige Restaurant, in dem ich’s mir leisten kann, die Rechnung zu übernehmen.«

»Das ist sehr lieb von dir, Anastasia, wirklich, aber, nein.«

Ich schürze die Lippen.

»Vorsicht«, mahnt er und funkelt mich drohend an.

Natürlich fragt er mich nicht nach der Adresse meiner Mutter. Er kennt sie bereits. Schließlich ist er der König der Stalker. Als er vor dem Haus anhält, verkneife ich mir eine Bemerkung. Es würde ohnehin nichts nützen.

»Willst du mit reinkommen?«, frage ich.

»Ich muss arbeiten, Anastasia, aber wir sehen uns heute Abend. Um wie viel Uhr?«

Verblüfft registriere ich den Anflug von Enttäuschung. Wieso bin ich so versessen darauf, jede Sekunde des Tages mit einem kontrollsüchtigen Sexgott zu verbringen? Ach, stimmt ja – ich habe mich in ihn verliebt, außerdem kann er Flugzeuge und Hubschrauber fliegen.

»Danke … für das mehr

»Das Vergnügen ist ganz meinerseits, Anastasia.« Er küsst mich.

Ich sauge tief seinen köstlichen Duft in meine Lunge.

»Wir sehen uns später.«

»Darauf kannst du wetten.«

Ich stehe im herrlichen Sonnenschein eines Südstaaten-Morgens und winke ihm nach. Noch immer trage ich sein Sweatshirt, in dem mir allmählich warm wird.

Ich finde meine Mutter völlig aufgelöst in der Küche. Schließlich hat sie nicht jeden Tag einen Multimillionär zum Abendessen im Haus, und diese Tatsache macht ihr schwer zu schaffen.

»Na, Schatz, wie geht es dir?«, fragt sie.

Ich laufe rot an – sie weiß garantiert, was ich gestern getan habe.

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