Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Was mit mir los ist? Wenn du es wissen willst, erzähle ich dir, was mit mir los ist!«, knurrte er mich an. »Ich habe es satt, wieder und wieder beweisen zu müssen, dass du nicht für die Engländer spionierst. Ich habe es satt, dich jede Minute zu beobachten, aus Angst, welche Dummheit du als Nächstes anstellst. Und habe es dermaßen satt, dass mich ständig irgendjemand zwingen will zuzusehen, wie er dich vergewaltigt! Das macht wirklich keine Freude!«
»Und du glaubst, mir macht es Freude?«, schrie ich ihn an. »Willst du damit etwa sagen, dass es meine Schuld ist?!« Jetzt schüttelte er mich tatsächlich leicht.
»Es ist doch deine Schuld! Hättest du dich nicht vom Fleck gerührt, wie ich es dir heute Morgen befohlen habe, wäre all das nie geschehen! Aber nein, du hörst ja nicht auf mich, ich bin ja nur dein Mann, warum solltest du dich daran stören, was ich sage? Du tust einfach, was dir gefällt, und ehe ich mich’s versehe, finde ich dich auf dem Rücken wieder, die Röcke hochgeschoben und den schlimmsten Abschaum des Landes zwischen den Beinen, kurz davor, dich vor meinen Augen zu nehmen!« Sein schottischer Akzent wurde mit jeder Sekunde breiter, ein sicheres Zeichen dafür, dass er erregt war, hätte ich noch weitere Beweise gebraucht.
Wir standen uns jetzt beinahe Nase an Nase gegenüber und brüllten uns gegenseitig an. Jamie war rot vor Wut, und ich spürte, wie auch mir das Blut ins Gesicht stieg.
»Das bist du selber schuld, weil du mir nicht zuhörst und mich ständig verdächtigst! Ich habe dir doch gesagt, wer ich bin! Und ich habe dir gesagt, dass es nicht gefährlich ist, wenn ich dich begleite, aber hast du auf mich gehört? Nein! Ich bin ja nur eine Frau, warum solltest du meinen Worten irgendwelche Aufmerksamkeit schenken? Frauen sind nur dazu da, zu befolgen, was man ihnen aufträgt. Sie sollen mit den Händen im Schoß dasitzen, bis die Männer zurückkommen und ihnen sagen, was sie tun sollen!«
Er konnte sich nicht beherrschen und schüttelte mich erneut.
»Und wenn du das getan hättest, wären wir nicht auf der Flucht vor den hundert Rotröcken in unserem Nacken! Gott, Claire, ich weiß nicht, ob ich dich erwürgen oder dich auf den Boden werfen und dich besinnungslos prügeln soll, aber bei Gott, irgendetwas würde ich gerne mit dir tun.«
An diesem Punkt versuchte ich gezielt, ihn in die Eier zu treten. Er wich mir aus und rammte mir sein Knie zwischen die Beine, so dass jeder weitere Versuch ausgeschlossen war.
»Versuch das noch einmal, und ich ohrfeige dich, bis dir die Ohren klingeln«, knurrte er.
»Du bist ein Barbar und ein Dummkopf«, keuchte ich und versuchte, meine Schultern aus seiner Umklammerung zu winden. »Glaubst du etwa, ich habe mich absichtlich von den Engländern gefangen nehmen lassen?«
»Ja, das glaube ich, um mir die Sache mit den Deserteuren heimzuzahlen!«
Mir klappte der Mund auf.
»Harry und Arnold?«
»Aye! Du glaubst, ich hätte dich dort besser beschützen müssen, und du hast recht. Aber ich konnte es nicht; du musstest es selber tun, und jetzt wolltest du es mir heimzahlen, indem du dich, meine Frau, wissentlich in die Hände eines Mannes begeben hast, der mein Blut vergossen hat!«
»Deine Frau! Deine Frau! Dir liegt doch überhaupt nichts an mir! Ich bin einfach nur dein Eigentum; es interessiert dich nur, weil du meinst, dass ich dein Besitz bin, und du es nicht ertragen kannst, dass dir jemand etwas wegnimmt, was dir gehört!«
»Du gehörst mir ja auch«, donnerte er und drückte mir die Finger in die Schultern wie Stacheln. »Und du bist meine Frau, ob es dir gefällt oder nicht!«
»Es gefällt mir nicht! Nicht im mindesten! Aber das spielt ja keine Rolle, oder? Solange ich da bin, um dir das Bett zu wärmen, ist es dir gleichgültig, was ich denke oder fühle! Das ist doch alles, was eine Frau für dich bedeutet – etwas, in das du deinen Schwanz stecken kannst, wenn dir danach ist!«
Bei diesen Worten wurde er leichenblass, und er begann, mich ernsthaft zu schütteln. Mein Kopf wackelte heftig, und meine Zähne schlugen so fest aufeinander, dass ich mir schmerzhaft auf die Zunge biss.
»Lass mich los!«, kreischte ich. »Lass los, du …« Um ihn zu verletzen, verwendete ich bewusst die Worte, die Harry, der Deserteur, zu ihm gesagt hatte: »… du geiler Bock!« Er ließ tatsächlich los und wich einen Schritt zurück. Seine Augen sprühten Feuer.
»So sprichst du nicht mit mir, du kleines Aas!«
»Ich spreche mit dir, wie es mir gefällt! Du kannst mir nicht vorschreiben, was ich tun soll!«
»Anscheinend ist das so! Du tust, was du willst, ganz gleich, wen du damit verletzt, nicht wahr? Du selbstsüchtiges, halsstarriges …«
»Es ist doch nur dein verdammter Stolz, der verletzt ist!«, schrie ich. »Ich habe uns vor den beiden Deserteuren gerettet, und das kannst du nicht ertragen, nicht wahr? Du hast einfach nur dagestanden! Wenn ich kein Messer gehabt hätte, wären wir jetzt beide tot!«
Bis zu diesen Worten war mir gar nicht klar gewesen, dass ich wütend auf ihn gewesen war, weil er mich nicht vor den englischen Deserteuren beschützen konnte. Wäre ich nicht so aufgebracht gewesen, wäre mir dieser Gedanke niemals gekommen. Ich hätte gesagt, dass es nicht seine Schuld war. Doch jetzt begriff ich … Ob es fair war oder nicht, ob es rational war oder nicht, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es seine Aufgabe war, mich zu beschützen, und dass er mich im Stich gelassen hatte. Vielleicht ja, weil er das selbst so deutlich empfand.
Er funkelte mich an und keuchte, so aufgewühlt war er. Als er jetzt sprach, war seine Stimme leise und rauh vor Leidenschaft.
»Du hast den Pfosten im Innenhof des Forts gesehen?« Ich nickte knapp.
»Nun, an diesen Pfosten war ich angebunden wie ein Tier, und sie haben mich ausgepeitscht, bis mir das Blut über den Körper lief! Die Narben werde ich bis an mein Lebensende tragen. Wenn ich heute Mittag nicht großes Glück gehabt hätte, wäre das das mindeste gewesen, was mir geblüht hätte. Wahrscheinlich hätten sie mich erst ausgepeitscht und dann gehängt.« Er schluckte krampfhaft, dann fuhr er fort.
»Das habe ich gewusst, und ich habe keine Sekunde gezögert, dir dorthin zu folgen, obwohl ich mir nicht sicher war, ob Dougal nicht recht hatte! Weißt du, woher ich die Pistole hatte?« Ich schüttelte betäubt den Kopf, denn auch meine Wut begann jetzt zu verrauchen. »Von dem Wachtposten an der Mauer, den ich getötet habe. Er hat auf mich gefeuert, deshalb war sie leer. Er hat nicht getroffen, und ich habe ihn mit dem Dolch getötet; habe den allerdings in seinem Schlüsselbein stecken lassen, als ich dich schreien gehört habe. Ich hätte ein Dutzend Männer getötet, um zu dir zu gelangen, Claire.« Seine Stimme überschlug sich.
»Und als du geschrien hast, bin ich zu dir gerannt, obwohl ich nur mit einer leeren Pistole und meinen beiden Händen bewaffnet war.« Jamie sprach jetzt etwas ruhiger, doch sein Blick war immer noch wild vor Schmerz und Rage. Ich schwieg. Das Grauen meines Zusammentreffens mit Randall war mir so unter die Haut gegangen, dass ich keinen Gedanken dafür übrig gehabt hatte, welch verzweifelten Mut er aufgebracht hatte, um mir in das Fort zu folgen.
Er wandte sich ab, und seine Schultern sanken zusammen.
»Du hast recht«, sagte er leise. »Aye, du hast vollkommen recht.« Plötzlich war jede Wut aus seiner Stimme verschwunden und einem Ton gewichen, den ich noch nie bei ihm gehört hatte, selbst unter extremen körperlichen Schmerzen nicht.
»Mein Stolz ist verletzt. Und mein Stolz ist mehr oder weniger alles, was mir geblieben ist.« Er stützte die Unterarme an der groben Rinde einer Kiefer auf und ließ erschöpft den Kopf darauf sinken. Seine Stimme war so leise, dass ich ihn kaum hören konnte.