Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
Doch statt mich zu schlagen, öffnete er nur die untere rechte Schublade, die ich nicht hatte erforschen können, und zog einen langen dünnen Strick heraus.
»Welcher zivilisierte Mensch bewahrt denn einen Strick in seinem Schreibtisch auf?«, fragte ich entrüstet.
»Einer, der auf alles vorbereitet ist, Madam«, murmelte er und schnürte mir die Handgelenke im Rücken zusammen.
»Geht«, sagte er ungeduldig zu dem Bediensteten und wies mit einem Ruck seines Kopfes zur Tür. »Und kommt nicht zurück, ganz gleich, was Ihr hört.«
Das klang unheilvoll, und meine Vorahnungen bewahrheiteten sich, als er jetzt erneut in die Schublade griff.
Ein Messer hat etwas an sich, das Menschen nervös macht. Die furchtlosesten Kämpfer weichen zurück, wenn sie eine blanke Klinge sehen. Auch ich wich zurück, bis meine gefesselten Hände mit der gekälkten Wand zusammenstießen. Die bedrohlich glänzende Spitze senkte sich und drückte sich zwischen meine Brüste.
»Und jetzt«, sagte er freundlich, »werdet Ihr mir alles sagen, was Ihr über den Herzog von Sandringham wisst.« Der Druck des Messers verstärkte sich, und in meinem Kleid zeichnete sich eine Vertiefung ab. »Lasst Euch ruhig so viel Zeit, wie Ihr braucht, meine Liebe. Ich habe keinerlei Eile.« Es knackte leise, und die Spitze durchbohrte den Stoff. Ich spürte sie als kleinen Fleck direkt über meinem Herzen, kalt wie die Angst.
Randall beschrieb langsam einen Halbkreis unter einer Brust. Der Stoff gab nach, mein weißes Hemd lugte hervor, und meine Brust quoll heraus. Randall schien den Atem angehalten zu haben; jetzt atmete er langsam aus, den Blick fest auf meine Augen gerichtet.
Ich schob mich von ihm fort, doch ich hatte nur sehr wenig Platz zum Manövrieren. Mit dem Rücken kam ich nun zum Schreibtisch aus und hielt mich mit den gefesselten Händen an der Kante fest. Wenn er nah genug herankam, dachte ich, konnte ich mich vielleicht auf meine Hände stützen und Schwung holen, um ihm das Messer aus der Hand zu treten. Ich glaubte nicht, dass er mich umbringen wollte; mit Sicherheit nicht, solange er nicht herausgefunden hatte, was ich über seine Verbindung mit dem Herzog wusste. Doch irgendwie tröstete mich diese Überlegung kaum.
Er lächelte dieses Lächeln, das Franks so enervierend ähnlich sah; dieses liebenswerte Lächeln, das ich schon dabei beobachtet hatte, wie es Studenten verzauberte und selbst den härtesten Universitätsbürokraten dahinschmelzen ließ. Unter anderen Umständen hätte ich vielleicht auch diesen Mann bezaubernd gefunden, aber im Moment … nein.
Er näherte sich überraschend schnell, rammte mir das Knie zwischen die Oberschenkel und drückte meine Schultern nach hinten. Ich verlor das Gleichgewicht, fiel mit voller Wucht rückwärts auf den Tisch und schrie auf, weil ich schmerzhaft auf meinen gefesselten Handgelenken landete. Er schob sich zwischen meine Beine und versuchte mit der einen Hand, meine Röcke hochzuschieben, während sich die andere auf meine entblößte Brust legte, um sie zu kneten und zu kneifen. Ich trat wild um mich, doch meine Röcke waren im Weg. Er packte meinen Fuß, fuhr mir mit der Hand am Bein hinauf und räumte feuchte Unterröcke, Rock und Hemd aus dem Weg, indem er sie mir über die Hüfte warf. Dann sank seine Hand an seine Hose.
Harry, der Deserteur, lässt grüßen, dachte ich wütend. Was in Gottes Namen ist nur aus der britischen Armee geworden? So viel jedenfalls zu ihren ruhmreichen Traditionen.
Es war zwar unwahrscheinlich, dass ein Schrei inmitten einer englischen Garnison irgendwelche Aufmerksamkeit erregen würde, doch ich füllte mir die Lungen und versuchte es trotzdem, schon aus Prinzip. Ich hatte erwartet, dafür geohrfeigt oder durchgerüttelt zu werden, damit ich schwieg. Stattdessen schien es ihm unerwarteterweise zu gefallen.
»Schrei nur, Süße«, murmelte er, während er mit seinem Hosenlatz beschäftigt war. »Es wird für mich viel schöner sein, wenn du schreist.«
Ich sah ihm direkt in die Augen und schimpfte ebenso deutlich wie hilflos: »Du kannst mich mal!«
Eine dunkle Haarsträhne löste sich und fiel ihm verwegen in die Stirn. Er sah seinem Ururenkel derart ähnlich, dass ich von einem grauenvollen Impuls gepackt wurde, die Beine zu öffnen und mich ihm hinzugeben. Er verdrehte mir brutal die Brust, und der Impuls verschwand.
Ich fühlte mich furchtbar wütend, angewidert, erniedrigt und abgestoßen, hatte aber seltsamerweise keine besonders große Angst. Ich spürte ein schlaffes Klatschen an meinem Bein, und plötzlich begriff ich, warum. Es würde nur dann schön für ihn sein, wenn ich schrie – und möglicherweise nicht einmal dann.
»Oh, so ist das also, ja?«, sagte ich und erntete auf der Stelle einen schallenden Schlag ins Gesicht. Ich schloss grimmig den Mund und wandte den Kopf ab, um mich nicht zu weiteren unklugen Bemerkungen hinreißen zu lassen. Ganz gleich, ob ihm die Vergewaltigung gelang oder nicht, ich begriff, dass mich seine unberechenbare Wut in beträchtliche Gefahr brachte. Während ich den Blick von Randall abwandte, sah ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung am offenen Fenster.
»Ich wäre Euch dankbar«, sagte eine kühle, gelassene Stimme, »wenn Ihr die Finger von meiner Frau nehmen würdet.« Randall erstarrte, eine Hand immer noch auf meiner Brust. Jamie kauerte im Fensterrahmen, eine große, mit Messing beschlagene Pistole auf dem Unterarm.
Im ersten Moment stand Randall reglos da, als könnte er seinen Ohren nicht trauen. Während sich sein Kopf langsam dem Fenster zuwandte, ließ seine rechte Hand, die vor Jamies Blick abgeschirmt war, von meiner Brust ab und bewegte sich verstohlen auf das Messer zu, das er neben meinem Kopf auf den Tisch gelegt hatte.
»Wie war das gerade?«, fragte er ungläubig. Seine Hand ergriff das Messer, und er drehte sich so weit um, dass er sehen konnte, wer da gesprochen hatte. Wieder hielt er einen Moment inne und starrte vor sich hin, dann fing er an zu lachen.
»Großer Gott, es ist der schottische Wildfang! Ich dachte, ich wäre ein für alle Mal mit dir fertig gewesen! Dann ist dein Rücken also doch wieder geheilt? Und das ist deine Frau, sagst du? Ein echter Leckerbissen, genau wie deine Schwester.«
Randall hob das Messer, das immer noch durch seinen halb abgewandten Körper verdeckt wurde, und drückte es mir an die Kehle. Ich konnte Jamie über seine Schulter hinweg sehen; er hockte auf der Fensterbank wie eine sprungbereite Katze. Der Pistolenlauf bewegte sich nicht, und er verzog keine Miene. Der einzige Hinweis auf seine Gefühle war das dunkle Rot, das ihm am Hals emporkroch; sein Kragen stand offen, und die kleine Narbe an seinem Hals war brennend rot entflammt.
Beinahe beiläufig hob Randall jetzt langsam das Messer so weit, dass die Spitze meinen Hals fast berührte. Er wandte sich Jamie noch weiter zu.
»Vielleicht solltest du die Pistole lieber hierherwerfen – es sei denn, du bist des Ehelebens müde. Wenn du natürlich lieber Witwer wärst …« Ihre Blicke schlangen sich ineinander wie zwei Liebende, die sich umarmen, und eine ewige Minute lang bewegte sich keiner von ihnen. Jamie war der Erste, der sich entspannte. Er atmete mit einem resignierten Seufzer aus und warf die Pistole ins Zimmer. Mit einem lauten Knall schlug sie auf dem Boden auf und rutschte Randall fast vor die Füße.
Randall bückte sich und hob sie mit derselben fließenden Bewegung auf. Sobald das Messer von meiner Kehle abließ, versuchte ich, mich zu setzen, doch er presste mir die Hand auf die Brust und drückte mich wieder flach. Während er mich mit einer Hand festhielt, zielte er mit der anderen auf Jamie. Das Messer hatte er losgelassen; es lag irgendwo in der Nähe meiner Füße auf dem Boden. Hätte ich doch nur Greifzehen gehabt … Der Dolch in meiner Tasche war leider so unerreichbar, als wäre er auf dem Mars.
Das Lächeln war Randall seit Jamies Auftauchen nicht aus dem Gesicht gewichen. Jetzt wurde es so breit, dass ich seine spitzen Eckzähne sah.
»Nun, so ist es schon besser.« Seine Hand ließ von meiner Brust ab, um an seinen schwellenden Hosenlatz zurückzukehren. »Ich war gerade beschäftigt, als du eingetroffen bist, mein Lieber. Du wirst verzeihen, wenn ich fortfahre, ehe ich mich mit dir befasse.«