Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » In den Klauen des Winters
In den Klauen des Winters - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

In den Klauen des Winters

Электронная книга - «In den Klauen des Winters». Краткое содержание книги:

In den Klauen des Winters
1 ... 98 99 100 101 102 103 104 105 106 ... 210
Перейти на страницу:

Bevor Tuon ging, gab sie noch ein paar Befehle, die die Ernährung und die Übungen der Damane betrafen. Die Sul'dam wussten, was sie zu tun hatten, genau wie die zwölf anderen in Tuons Gefolge, andernfalls wären sie nicht in ihren Diensten gewesen, aber sie vertrat die Meinung, dass man keinem erlauben sollte, Damane zu besitzen, wenn derjenige kein ausgeprägtes Interesse für sie aufbrachte. Sie kannte die Eigenarten einer jeden von ihnen so gut wie ihr eigenes Gesicht.

In der äußeren Kabine nahm die Totenwache in ihren in Blutrot und fast schwarzem Grün lackierten Rüstungen bei ihrem Eintritt Haltung an. Das heißt, sie nahmen Haltung an, wenn Statuen Haltung annehmen konnten. Diese hartgesichtigen Männer und fünfhundert andere ihres Schlages waren persönlich für Tuons Sicherheit verantwortlich. Sie alle würden sterben, um sie zu beschützen. Sie würden sterben, wenn sie starb. Jeder Mann hatte sich freiwillig gemeldet, hatte darum gebeten, ihrer Leibwache beitreten zu dürfen. Als der grauhaarige Hauptmann Musenge den Schleier erblickte, kommandierte er nur zwei seiner Männer dazu ab, sie an Deck zu begleiten, wo zwei Dutzend Ogier-Gärtner in Rot und Grün sich zu beiden Seiten des Niedergangs mit erhobenen, quastengeschmückten Äxten aufbauten und mit grimmig blickenden Augen selbst hier nach Gefahren Ausschau hielten. Sie würden nicht sterben, wenn sie starb, aber sie hatten ebenfalls darum gebeten, in ihre Leibwache aufgenommen zu werden, und sie würde ihr Leben ohne nachzudenken jeder dieser großen Hände anvertrauen.

Die gerippten Segel an den drei hohen Masten der Kidron wurden von dem kalten Wind aufgebauscht, der das Schiff dem voraus liegenden Land entgegentrieb, eine dunkle Küste, die nahe genug war, dass sie Berge und Landzungen erkennen konnte. Das Deck war voller Männer und Frauen. Die Angehörigen des Blutes trugen ihre besten Seidengewänder und ignorierten den Wind, der ihre Umhänge flattern ließ, genauso wie die barfüßigen Männer und Frauen der Besatzung, die zwischen ihnen umherhuschten. Einige der Adligen ignorierten die Besatzung etwas zu auffällig, als könnten sie das Schiff auf den Knien oder unter ständigen Verbeugungen führen. Als das Blut Tuons Schleier bemerkte, führten sie statt der Niederwerfung lediglich angedeutete Verbeugungen durch. Yuril, der Mann mit der scharf geschnittenen Nase, den alle für ihren Sekretär hielten, ließ sich auf ein Knie nieder. Natürlich war er tatsächlich ihr Sekretär, aber auch ihre Hand, die ihre Sucher kommandierte. Die Macura warf sich zu Boden und küsste die Decksplanken, bevor ein paar Worte Yurils sie wieder errötend aufstehen und ihre Röcke glätten ließ. Tuon hatte ihre Zweifel gehabt, sie in Tanchico in ihre Dienste aufzunehmen, aber die Frau hatte gebettelt wie eine Da'covale. Aus irgendeinem Grund hasste sie Aes Sedai bis aufs Blut, und trotz der Belohnungen, die sie für ihre außerordentlich wertvollen Informationen erhalten hatte, hoffte sie, ihnen noch mehr Schaden zuzufügen.

Tuon neigte vor dem Blut den Kopf und stieg von den beiden Männern der Totenwache begleitet zum Achterdeck hoch. Der Wind machte es ihr schwer, den Umhang zu halten, und drückte ihr in dem einen Augenblick den Schleier gegen das Gesicht, um ihn im nächsten über ihren Kopf zu wirbeln. Es spielte keine Rolle; es reichte, dass sie ihn trug. Ihr persönliches Banner — zwei goldene, vor einen uralten Streitwagen angeschirrte Löwen — flatterte am Heck über den sechs Steuermännern, die mit dem langen Ruder kämpften. Man würde die Raben-und-Rosen in dem Augenblick entfernt haben, in dem der erste Matrose, der ihren Schleier entdeckt hatte, die Meldung weitergegeben hatte. Der Kapitän der Kidron, eine breite, wettergegerbte Frau mit weißem Haar und den unglaublichsten grünen Augen, verbeugte sich, als Tuon das Achterdeck betrat, und wandte ihre Aufmerksamkeit sofort wieder ihrem Schiff zu.

Anath stand von Kopf bis Fuß in schwarze Seide gekleidet an der Reling, trotz des fehlenden Umhangs schien sie der kalte Wind nicht zu stören. Sie war eine schlanke Frau, die selbst für einen Mann groß gewesen wäre. Ihr holzkohleschwarzes Gesicht war wunderschön, aber ihre großen dunklen Augen erschienen so durchbohrend wie Ahlen. Tuons Soe'feia, ihre Wahrheitssprecherin, nach Neferis Tod von der Kaiserin ernannt, mochte sie ewig leben. Das war eine Überraschung gewesen, war doch Neferis Linke Hand ausgebildet und bereit, an ihre Stelle zu treten, aber wenn die Kaiserin vom Kristallthron sprach, war ihr Wort Gesetz. Man sollte sich nicht vor seiner Soe'feia fürchten, aber das tat Tuon, zumindest ein bisschen. Sie gesellte sich zu der Frau, ergriff die Reling und musste die Hände wieder lösen, bevor sie einen lackierten Nagel brach. Das hätte böses Unglück bedeutet.

»So«, sagte Anath und das Wort bohrte sich wie ein Nagel in Tuons Schädel. Die große Frau sah stirnrunzelnd auf sie herab und in ihrer Stimme lag Verachtung. »Ihr verbergt — in gewisser Weise — Euer Gesicht und jetzt seid Ihr nur die Hochlady Tuon. Nur dass trotzdem jeder weiß, wer Ihr wirklich seid, selbst wenn sie es nicht erwähnen. Wie lange wollt Ihr diese Farce durchhalten?« Anaths volle Lippen verzogen sich höhnisch und sie machte mit einer schlanken Hand eine knappe, herablassende Geste. »Ich vermute, dieser Irrsinn kommt daher, weil Ihr die Damane mit dem Stock habt prügeln lassen. Ihr seid eine Närrin, wenn Ihr glaubt, wegen einer solchen Kleinigkeit betrübt sein zu müssen. Was hat sie gesagt, was Euch so wütend machte? Keiner scheint das zu wissen, nur dass Ihr einen Wutanfall bekommen habt, den ich leider verpasst habe.«

Tuon zwang ihre Hände, ruhig auf der Reling zu liegen. Sie wollten zittern. Mühsam kontrollierte sie ihre Züge, um weiterhin streng zu erscheinen. »Ich werde den Schleier tragen, bis ein Omen mir sagt, dass die Zeit gekommen ist, ihn wieder abzunehmen«, sagte sie und zwang ihre Stimme zur Ruhe. Es war reines Glück gewesen, dass niemand Lidyas rätselhafte Worte gehört hatte. Jeder wusste, dass Damane die Zukunft vorhersagen konnten, und hätte jemand vom Blut es gehört, hätten sie alle hinter vorgehaltener Hand über ihr Schicksal geklatscht.

Anath lachte grob und fing erneut an, ihr zu sagen, was für eine Närrin sie doch war, diesmal nur ausführlicher. Viel ausführlicher. Sie gab sich keine Mühe, ihre Stimme zu senken. Kapitän Tehan starrte stur geradeaus, aber ihre Augen drohten ihr aus dem runzligen Gesicht zu fallen. Tuon hörte aufmerksam zu, obwohl ihre Wangen immer heißer wurden, bis sie fürchtete, der Schleier würde gleich in Flammen aufgehen.

Viele Angehörige des Blutes nannten ihre Stimmen Soe'feia, aber Stimmen des Blutes waren im legalen Sinn So'jhin und wussten, dass sie bestraft werden konnten, falls ihren Besitzern missfiel, was sie sagten, selbst wenn sie Soe'feia genannt wurden. Von einem Verkündet der Wahrheit wurde verlangt, die nackte Wahrheit zu sagen — ob man sie nun hören wollte oder nicht —, und er hatte auch dafür zu sorgen, dass man sie sich anhörte. Diejenigen des Blutes, die ihre Stimmen Soe'feia nannten, vertraten die Meinung, dass Algwyn, der letzte Mann, der auf dem Kristallthron gesessen hatte, verrückt gewesen war, weil er seine Soe'feia leben und ihr Amt weiterhin bekleiden ließ, nachdem sie ihm vor dem versammelten Hof eine Ohrfeige gegeben hatte. Sie verstanden die Traditionen ihrer Familie genauso wenig wie der ungläubige Kapitän. Die Mienen der Männer der Totenwache hinter dem verbergenden Wangenschutz blieben reglos. Sie verstanden es.

1 ... 98 99 100 101 102 103 104 105 106 ... 210
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)