Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » In den Klauen des Winters
In den Klauen des Winters - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

In den Klauen des Winters

Электронная книга - «In den Klauen des Winters». Краткое содержание книги:

In den Klauen des Winters
1 ... 96 97 98 99 100 101 102 103 104 ... 210
Перейти на страницу:

Wie ein Liebender legte Moridin die Hand aufs Herz und drückte Cyndanes Kinn mit den Fingerspitzen nach oben. In ihren Augen brannte Hass, aber ihr Antlitz hätte das leblose Gesicht einer Puppe sein können. Sie ertrug seine Aufmerksamkeiten in der Tat wie eine fügsame Puppe. »Cyndane weiß viele Dinge«, sagte Moridin leise, »und sie erzählt mir alles, was sie weiß. Alles.« Die kleine Frau verzog keine Miene, aber sie erzitterte deutlich sichtbar.

Für Demandred war sie ein Rätsel. Zuerst hatte er geglaubt, sie wäre die reinkarnierte Lanfear. Anscheinend wurden Körper für Seelenwanderungen nach dem ausgewählt, was gerade vorhanden war, aber Osan'gar und Aran'gar waren ein Beweis für den grausamen Humor des Großen Herrn. Er war sich dessen sicher gewesen, bis ihm Mesaana verraten hatte, dass das Mädchen schwächer als Lanfear war. Mesaana und die anderen glaubten, sie würde aus diesem Zeitalter stammen. Dennoch nannte sie al'Thor immer Lews Therin, genau wie Lanfear es getan hatte, und sie sprach von den Choedan Kai wie jemand, der mit dem Schrecken vertraut war, den sie während des Krieges der Macht verbreitet hatten. Allein Baalsfeuer war noch gefürchteter gewesen, und das auch nicht sehr. Oder hatte Moridin ihr das für seine eigenen Zwecke beigebracht? Vorausgesetzt, er verfolgte überhaupt eigene Pläne. Es hatte immer Phasen gegeben, in denen die Handlungen dieses Mannes vom Wahnsinn diktiert worden waren.

»Dann sieht es wohl so aus, als müsste er doch getötet werden«, sagte Demandred. Es fiel ihm nicht leicht, seine Befriedigung /u verbergen. Rand al'Thor oder Lews Therin Telamon, er würde ruhiger schlafen, wenn der Kerl tot war. »Bevor er die Welt und uns zerstören kann. Dies macht es noch wichtiger, ihn zu finden.«

»Ihn töten?« Moridin bewegte die Hände, als würde er etwas abwägen. »Falls es nötig werden wird, ja«, sagte er schließlich. »Aber ihn zu finden ist kein Problem. Wenn er den Choedan Kai berührt, werdet ihr wissen, wo er ist. Und ihr werdet euch dorthin begeben und ihn holen. Oder ihn töten, falls es nicht anders geht. Der Nae'blis hat gesprochen.«

»Wie der Nae'blis befiehlt«, sagte Cyndane eifrig und senkte den Kopf. Das Echo dieser Worte hallte durch den Raum, auch wenn Aran'gar mürrisch, Osan'gar verzweifelt und Graendal seltsam nachdenklich klang.

Den Kopf zu senken schmerzte Demandred genauso sehr, wie diese Worte auszusprechen. Also würden sie sich al'Thor holen — während er versuchte, die Choedan Kai zu benutzen, das müsste man sich einmal vorstellen, während er und irgendeine Frau genug von der Einen Macht tranken, um ganze Kontinente zu zerschmelzen! —, aber es hatte keinen Hinweis gegeben, dass Moridin ihnen zur Seite stehen würde. Oder seine Schoßtiere Moghedien und Cyndane. Im Augenblick war der Mann Nae'blis, aber vielleicht konnte man die Dinge so arrangieren, dass für ihn bei seinem nächsten Tod kein neuer Körper zur Verfügung stand. Und vielleicht konnte man es sogar bald arrangieren.

14

Was ein Schleier verbirgt

Die Sieg von Kidron rollte in ein tiefes Wellental und ließ die vergoldeten Lampen der Heckkabine an ihren Aufhängungen schwingen, aber Tuon saß ganz ruhig da, während das Rasiermesser in Selucias sicherer Hand über ihre Kopfhaut glitt. Die hohen Heckfenster gaben den Blick auf die anderen Großschiffe frei, welche die graugrüne Dünung in weiß aufstiebenden Gischtwolken durchbrachen, Hunderte von ihnen, die sich Bug an Bug bis zum Horizont erstreckten. Viermal so viel waren in Tanchico zurückgelassen worden. Die Rhyagelle, die, die in die Heimat zurückgekehrt waren. Die Corenne, die Wiederkehr, hatte begonnen.

Ein dahingleitender Albatros schien der Kidron zu folgen, in der Tat ein Omen des Sieges, auch wenn die langen Flügel des Tieres schwarz statt weiß waren. Es musste trotzdem das Gleiche bedeuten. Omen veränderten sich nicht, nur weil sich die Gegend änderte. Ein Eulenruf zur Morgendämmerung verkündete den Tod und Regen ohne Wolken einen unerwarteten Besucher, egal, ob man in Imfaral oder Noren M'Shar war.

Das morgendliche Ritual mit dem Rasiermesser ihrer Ankleidedame war beruhigend und genau das, was sie heute brauchte. Am vergangenen Abend hatte sie von Wut erfüllt einen Befehl gegeben. Kein Befehl sollte von Wut erfüllt gegeben werden. Sie fühlte sich beinahe sei'mosiev, als hätte sie ihre Ehre verloren. Ihr Gleichgewicht war gestört, und das war ein genauso schlechtes Vorzeichen für die Rückkehr wie der Verlust von Sei'taer, Albatros oder kein Albatros.

Selucia wischte mit einem feuchten Tuch den letzten Rest Rasierseife ab, benutzte dann ein trockenes Tuch und puderte schließlich Tuons glatte Kopfhaut mit einem Pinsel ein. Als ihre Ankleidedame schließlich zurücktrat, erhob sich Tuon und ließ ihren aufwendig bestickten blauen Seidenmorgenmantel auf den mit golden und blauen Mustern verzierten Teppich fallen. Sofort rief die kalte Luft eine Gänsehaut auf ihrer dunklen nackten Haut hervor. Vier ihrer zehn Zofen erhoben sich anmutig von der Stelle, wo sie an der Wand gekniet hatten; ihre hauchzarten weißen Gewänder betonten ihre schlanken, anmutigen Glieder. Sie alle waren sowohl ihres Erscheinungsbildes als auch ihrer Fertigkeiten wegen gekauft worden und sie waren sehr geschickt. Während der langen Reise von Seanchan hatten sie sich an die Bewegungen des Schiffs gewöhnt, und sie eilten los, um die auf den Truhen bereitgelegten Kleidungsstücke zu holen und sie Selucia zu bringen. Selucia erlaubte den Da'covale niemals, ihr tatsächlich etwas anzuziehen, nicht mal die Strümpfe oder die Schuhe.

Als sie ein mit Falten versehenes Gewand von der Farbe gealterten Elfenbeins über Tuons Kopf schob, konnte die junge Frau nicht widerstehen, sie in dem hohen Spiegel, der an der Innenwand befestigt war, verstohlen zu mustern. Die blonde Selucia war eine vornehme, hellhäutige Schönheit mit kühlen blauen Augen. Wäre ihre linke Kopfseite nicht glatt rasiert gewesen, hätte sie jeder für eine hochrangige Angehörige des Blutes halten können und nicht für eine So'jhin. Ein Gedanke, der die Frau bis ins Mark erschüttert hätte. Allein die Vorstellung, über die ihr zugeteilte Stellung hinauszutreten, hätte ausgereicht, Selucia zu erschrecken. Tuon wusste, dass sie selbst niemals eine so dominierende Ausstrahlung haben würde. Ihre Augen waren zu groß und von einem feuchten Braun. Wenn sie vergaß, eine strenge Miene zu machen, war ihr herzförmiges Gesicht das eines schelmischen Kindes. Ihr Scheitel reichte kaum bis an Selucias Augen, obwohl ihre Ankleidedame keine große Frau war. Tuon konnte im Sattel mit den besten mithalten, sie war eine hervorragende Ringerin und verstand mit den zu ihr passenden Waffen umzugehen, aber ihren Verstand hatte sie ständig trainieren müssen, wenn sie jemanden beeindrucken wollte. Sie hatte dieses Werkzeug einer so harten Ausbildung unterzogen wie alle anderen Fertigkeiten zusammen. Wenigstens betonte der breite, aus Goldfäden geflochtene Gürtel ihre Taille genug, damit sie nicht für einen Jungen in Frauenkleidung gehalten wurde. Männer sahen auf, wenn Selucia vorbeiging, und Tuon hatte gehört, wie man leise Bemerkungen über ihre vollen Brüste machte. Vielleicht hatte das ja nichts mit einer dominierenden Ausstrahlung zu tun, aber es wäre schön gewesen, etwas mehr Busen zu haben.

»Das Licht erleuchte mich«, murmelte Selucia und klang amüsiert, als die Da'covale zurückeilten, um sich wieder vor der Wand hinzuknien. »Seit dem Tag, an dem Euer Kopf das erste Mal rasiert wurde, habt Ihr das jeden Morgen getan. Glaubt Ihr nach drei Jahren immer noch, dass ich ein paar Stoppeln übrig lasse?«

Tuon wurde sich bewusst, dass sie über ihren kahlen Kopf gestrichen hatte. Auf der Suche nach Stoppeln, wie sie sich reumütig eingestand. »Wenn du das getan hättest«, erwiderte sie mit vorgetäuschtem Ernst, »hätte ich dich prügeln lassen. Die Vergeltung für all die Male, die du mich mit der Rute geschlagen hast.«

1 ... 96 97 98 99 100 101 102 103 104 ... 210
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)