Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
»Bist du noch woandershin gegangen?«
»Nein, Sir.«
»Du hast einen der Owsla von der >Linken Flanke<, ein Kaninchen namens Groundsel, kennengelernt.«
»Vermutlich, ich habe nicht alle ihre Namen erfahren.«
»Hast du dieses Kaninchen schon mal gesehen?«
»Nein, Sir. Wie könnte ich?«
Pause.
»Darf ich fragen, worum es hier geht, Sir?« sagte Bigwig.
»Ich stelle die Fragen«, sagte Woundwort. »Groundsel hat dich schon mal gesehen. Er hat dich am Fell auf deinem Kopf erkannt. Wo, glaubst du, hat er dich gesehen?«
»Ich habe keine Ahnung.«
»Bist du je vor einem Fuchs davongelaufen?«
»Ja, Sir, vor ein paar Tagen, während ich hierherkam.«
»Du führtest ihn anderen Kaninchen zu, und er tötete eines von ihnen. Stimmt das?«
»Ich habe nicht beabsichtigt, ihn zu ihnen zu führen. Ich wußte nicht, daß sie da waren.«
»Du hast uns nichts davon erzählt.«
»Es kam mir nicht in den Sinn. Es ist kein Unrecht, vor einem Fuchs davonzulaufen.«
»Du hast den Tod eines Efrafa-Offiziers verursacht.«
»Rein zufällig. Und der Fuchs hätte ihn wahrscheinlich auf jeden Fall gekriegt, selbst wenn ich nicht dagewesen wäre.«
»Hätte er nicht«, sagte Woundwort. »Mallow war kein Kaninchen, das einem Fuchs in die Arme gelaufen wäre. Füchse sind für Kaninchen, die ihr Geschäft verstehen, nicht gefährlich.«
»Es tut mir leid, daß der Fuchs ihn erwischt hat, Sir. Es war wirklich großes Pech.«
Woundwort starrte ihn aus seinen großen blassen Augen an.
»Dann noch eine Frage, Thlayli. Diese Patrouille war einer Bande von Kaninchen auf der Spur - Fremden. Was weißt du von ihnen?«
»Ich sah ihre Spur auch, ungefähr zur selben Zeit. Mehr kann ich Euch nicht sagen.«
»Du warst nicht bei ihnen?«
»Wenn ich bei ihnen gewesen wäre, Sir, wäre ich dann nach Efrafa gekommen?«
»Ich sagte dir bereits, ich stelle die Fragen. Du kannst mir nicht sagen, wohin sie gegangen sind?«
»Ich fürchte, nein, Sir.«
Woundwort starrte ihn nicht mehr an und saß einige Zeit schweigend da. Bigwig fühlte, daß der General auf seine Frage wartete, ob das alles sei und ob er jetzt gehen könne. Er beschloß, ebenfalls zu schweigen.
»Da ist noch etwas«, sagte Woundwort schließlich, »diesen weißen Vogel auf der Wiese heute morgen betreffend. Du hast keine Angst vor diesen Vögeln?«
»Nein, Sir. Ich habe noch nie gehört, daß einer ein Kaninchen angegriffen hätte.«
»Aber sie sind dafür bekannt, trotz deiner großen Erfahrung, Thlayli. Wie dem auch sei, weshalb bist du in seine Nähe gegangen?«
Bigwig überlegte schnell. »Um die Wahrheit zu sagen, Sir, ich glaube, ich wollte Eindruck auf Hauptmann Chervil machen.«
»Nun ja, du könntest einen schlechteren Grund haben. Aber wenn du irgend jemanden beeindrucken willst, fang damit am besten bei mir an. Übermorgen nehme ich eine Weite Patrouille selbst hinaus. Sie wird den Eisenweg überqueren und versuchen, die Spur dieser Kaninchen zu finden - die Kaninchen, die Mallow gefunden hätte, wenn du nicht auf ihn gestoßen wärest. Es wäre angebracht, daß du mitkommst und uns zeigst, wie gut du bist.«
»Sehr schön, Sir; wird mich freuen.«
Wieder Schweigen. Diesmal entschloß sich Bigwig, so zu tun, als ob er ginge. Das tat er, und sofort hielt ihn eine neue Frage zurück.
»Als du mit Hyzenthlay zusammen warst, hat sie dir gesagt, warum sie in das Kennzeichen >Linker Hinterlauf< gesteckt wurde?«
»Ja, Sir.«
»Ich bin gar nicht sicher, daß der Ärger dort vorüber ist, Thlayli. Behalte die Sache im Auge. Wenn sie mit dir sprechen will, um so besser. Vielleicht beruhigen sich diese Weibchen, vielleicht aber auch nicht. Ich möchte es wissen.«
»Jawohl, Sir«, sagte Bigwig.
»Das ist alles«, sagte Woundwort. »Geh zum Kennzeichen zurück.«
Bigwig lief auf die Wiese. Das silflay war beinahe vorüber, die Sonne war untergegangen, und es wurde langsam dunkel. Schwere Wolken verdüsterten das verbliebene Licht. Kehaar war nirgends zu sehen. Die Posten kamen herein, und das Kennzeichen verschwand allmählich. Er saß allein im Gras und wartete, bis das letzte Kaninchen verschwunden war. Immer noch kein Anzeichen von Kehaar. Er hopste langsam zum Loch. Als er hineinging, stieß er mit einem von der Polizeieskorte zusammen, der die Mündung blockierte, um sicherzugehen, daß Blackavar nicht zu fliehen versuchte, während er hinuntergeführt wurde.
»Geh mir aus dem Weg, du dreckiger kleiner klatschmäuliger Blutsauger«, sagte Bigwig. »Geh ruhig und melde das«, fügte er über die Schulter hinzu, als er zum Bau hinunterging.
Als das Licht vom dicht verhangenen Himmel verschwand, glitt Hazel noch einmal über die harte, kahle Erde unter der Bahnunterführung, kam an der Nordseite heraus und setzte sich auf, um zu horchen. Ein paar Augenblicke später gesellte sich Fiver zu ihm, und sie krochen ein bißchen ins Feld hinaus, auf Efrafa zu. Die Luft war schwül und warm und roch nach Regen und reifender Gerste. Es war kein Geräusch in der Nähe zu hören, aber hinter und unter ihnen, vom Sumpf am diesseitigen Ufer des Test, kam schwach das schrille, unaufhörlich aufgeregte Getue von einem Pärchen Flußuferläufer. Kehaar flog von der Böschung herunter.
»Bist du sicher, daß er heute Abend sagte?« fragte Hazel zum drittenmal.
»Iiiist schlecht«, sagte Kehaar. »Vielleicht sie ihn erwischen, Iiiist Schluß mit Miiister Bigwig. Glaubst du?«
Hazel antwortete nicht.
»Ich kann es nicht sagen«, meinte Fiver. »Wolken und Gewitter. Diese Stelle das Feld hinauf - es ist wie das Bett eines Flusses. Alles könnte darin passieren.«
»Da drüben ist Bigwig. Ob er tot ist? Ob sie ihn zum Sprechen bringen -«
»Hazel«, sagte Fiver, »Hazel-rah, du wirst ihm nicht helfen, indem du hier im Dunkeln bleibst und dich sorgst. Wahrscheinlich ist gar nichts schiefgegangen. Er durfte sich aus irgendeinem Grund bloß nicht vom Fleck rühren. Auf jeden Fall wird er heute Abend nicht kommen - das ist jetzt sicher -, und unsere Kaninchen sind hier in Gefahr. Kehaar kann morgen in der Frühdämmerung wieder auffliegen und uns eine neue Botschaft bringen.«
»Du hast sicherlich recht«, sagte Hazel, »aber ich gehe gar nicht gern. Nimm nur an, er würde kommen. Silver soll sie zurückbringen, und ich werde hierbleiben.«
»Du könntest allein nichts ausrichten, Hazel, selbst wenn dein Bein in Ordnung wäre. Du versuchst, Gras zu fressen, das nicht vorhanden ist. Warum gibst du ihm nicht eine Chance, zu wachsen?«
Sie kehrten unter den Bogen zurück, und als Silver aus den Büschen herauskam, um sie zu treffen, konnten sie hören, wie die anderen Kaninchen sich unruhig zwischen den Nesseln regten.
»Wir werden es für heute Abend aufgeben müssen, Silver«, sagte Hazel. »Wir müssen sie über den Fluß zurückschaffen, ehe es vollständig dunkel ist.«
»Hazel-rah«, sagte Pipkin, als er neben ihn glitt, »es wird - es wird alles in Ordnung kommen, nicht wahr? Bigwig wird morgen kommen, nicht wahr?«
»Natürlich«, sagte Hazel, »und wir werden alle hier sein, um ihm zu helfen. Und ich sage dir noch etwas, Hlao-roo. Wenn er morgen nicht kommt, gehe ich selbst nach Efrafa.«
»Und ich komme mit, Hazel-rah«, sagte Pipkin.
Bigwig hockte, gegen Hyzenthlay gedrückt, in seinem Bau. Er zitterte, aber nicht vor Kälte. Die stickigen Läufe des Kennzeichens waren angefüllt mit Donner; die Luft war knapp wie in einer Blätterverwehung. Bigwig war äußerster nervöser Erschöpfung sehr nahe. Seit er General Woundwort verlassen hatte, war er immer tiefer in alle uralten Schrecken des Verschwörers verstrickt worden. Wieviel hatte Woundwort entdeckt? Es war klar, daß ihn jede Information erreichte. Er wußte, daß Hazel und die übrigen von Norden gekommen waren und den Eisenweg überquert hatten. Er wußte von dem Fuchs. Er wußte, daß eine Möwe, die um diese Jahreszeit weit weg sein sollte, sich in der Umgebung von Efrafa herumtrieb und daß er, Bigwig, absichtlich in ihrer Nähe gewesen war. Er wußte, daß Bigwig mit Hyzenthlay Freundschaft geschlossen hatte. Wie lange würde es dauern, ehe er den letzten Schritt tat und alles kombinierte? Vielleicht hatte er es bereits getan und wartete nur darauf, sie, wenn es ihm paßte, zu verhaften?