Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
»Du kannst noch von Glück sagen«, zischte Bigwig, blutend und fluchend, »daß ich dich nicht umbringe.«
Ohne zu warten, was Bartsia tun würde, sprang er in das Loch zurück. Er sah, daß Blackavar mit dem anderen Posten rang. Gleich hinter ihnen kam Hyzenthlay mit Thethuthinnang an. Bigwig gab dem Posten einen kräftigen Knuff gegen den Kopf, der ihn quer durch den Lauf und in die Nische des Gefangenen beförderte. Er rappelte sich auf und starrte Bigwig wortlos an.
»Beweg dich nicht«, sagte Bigwig. »Es wird dir schlimm ergehen, wenn du dich bewegst. Blackavar, bist du in Ordnung?«
»Ja, Sir«, sagte Blackavar, »aber was tun wir jetzt?«
»Folgt mir«, sagte Bigwig, »alle! Los!«
Er lief voraus nach draußen. Von Bartsia war keine Spur zu sehen, aber als er zurückblickte, um sicherzugehen, daß die anderen folgten, erhaschte er einen flüchtigen Blick des erstaunten Gesichts von Avens, der aus dem anderen Loch herausguckte.
»Hauptmann Chervil will dich sprechen!« rief er und schoß davon ins Feld.
Als er den Distelhaufen erreichte, wo er an jenem Morgen mit Kehaar gesprochen hatte, erklang langes Donnerrollen aus dem Tal dahinter. Ein paar große warme Regentropfen fielen. Am westlichen Horizont bildeten die tiefhängenden Wolken eine einzige purpurfarbene Masse, gegen die sich ferne Bäume deutlich und scharf abhoben. Die oberen Ränder ragten ins Licht, ein fernes Land phantastischer Berge. Kupferfarben, gewichts- und bewegungslos, vermittelten sie den Eindruck von glasiger Zerbrechlichkeit wie bei starkem Frost. Bestimmt würden sie, wenn der Donner sie wieder traf, vibrieren, zittern und zerbrechen, bis warme Scherben, scharf wie Eiszapfen, aus den Ruinen herunterfielen. Durch das ockergelbe Licht rasend, wurde Bigwig von Spannung und Energie wie wahnsinnig vorangetrieben. Er spürte die Wunde in seiner Schulter nicht. Er war der Sturm. Der Sturm würde Efrafa besiegen.
Er befand sich weit draußen in dem großen Feld und hielt Ausschau nach dem fernen Bogen, als er auf dem Boden die ersten dumpfen Alarmsignale spürte. Er hielt an und blickte sich um. Es schien keine Nachzügler zu geben. Die Weibchen - wie viele es immer sein mochten - waren dicht bei ihm, aber auf beide Seiten verteilt. Kaninchen auf der Flucht neigen dazu, Abstand voneinander zu halten, und die Weibchen hatten sich verteilt, als sie das Loch verließen. Wenn eine Patrouille zwischen ihm und dem Eisenweg war, würden sie nicht ohne Verlust an ihr vorbeikommen, außer sie schlossen sich dichter zusammen. Er würde sie trotz der Verzögerung sammeln müssen. Dann kam ihm ein anderer Gedanke. Wenn sie außer Sicht gelangen könnten, würden ihre Verfolger in Verlegenheit geraten; denn der Regen und das schwindende Licht würden das Spurenlesen erschweren.
Der Regen fiel jetzt schneller, und der Wind schwoll an. Auf der Abendseite drüben lief eine Hecke am Feld zum Eisenweg hinunter. Er sah Blackavar in der Nähe und rannte zu ihm hinüber.
»Ich möchte, daß alle auf die andere Seite dieser Hecke gehen«, sagte er. »Kannst du dir einige von ihnen schnappen und hier hinüberbringen?«
Bigwig erinnerte sich, daß Blackavar nichts wußte, außer daß sie auf der Flucht waren. Es blieb keine Zeit, über Hazel und den Fluß Erklärungen abzugeben.
»Geh sofort zu dieser Esche in der Hecke«, sagte er, »und nimm alle Weibchen, die du unterwegs auflesen kannst, mit. Geh zur anderen Seite hinüber und ich werde zur selben Zeit wie du dasein.«
In diesem Augenblick rannten Hyzenthlay und Thethuthinnang auf sie zu, und zwei oder drei andere Weibchen folgten ihnen. Sie waren ganz offensichtlich verwirrt und unsicher.
»Das Stampfen, Thlayli!« keuchte Thethuthinnang. »Sie kommen!«
»Na, dann rennt«, sagte Bigwig. »Haltet euch alle in meiner Nähe.«
Sie waren bessere Läufer, als er zu hoffen gewagt hatte. Als sie auf die Esche zurannten, schlossen sich ihnen noch mehr Weibchen an, und es schien, daß sie es jetzt mit einer Patrouille aufnehmen könnten, es sei denn, sie wäre besonders stark. Als er die Hecke durchquert hatte, wandte er sich nach Süden und führte sie, der Hecke folgend, den Abhang hinunter. Da, vor ihm, war der Bogen in der überwucherten Böschung. Aber würde Hazel dasein? Und wo war Kehaar?
»Nun, und was sollte danach geschehen, Nelthilta?« fragte General Woundwort. »Vergiß nicht, uns alles zu erzählen, weil wir schon eine Menge wissen. Laß sie in Ruhe, Vervain«, fügte er hinzu. »Sie kann nicht reden, wenn du sie dauernd knuffst, du Dummkopf.«
»Hyzenthlay sagte - oh! oh! - sie sagte, ein großer Vogel werde die Owsla-Posten angreifen«, keuchte Nelthilta,»und wir würden in der Verwirrung davonlaufen. Und dann -«
»Sie sagte, ein Vogel werde die Posten angreifen?« unterbrach Woundwort verdutzt. »Sagst du die Wahrheit? Was für ein Vogel?«
»Ich weiß - ich weiß es nicht«, keuchte Nelthilta. »Der neue Offizier - sie sagte, er habe dem Vogel gesagt -«
»Was weißt du über einen Vogel?« wandte Woundwort sich an Chervil.
»Ich habe es gemeldet, Sir«, erwiderte Chervil. »Vergeßt bitte nicht, Sir, daß ich den Vogel meldete -«
Draußen vor dem überfüllten Ratsbau hörte man ein Schlurfen, und herein kam Avens.
»Der neue Offizier, Sir!« rief er. »Er ist fort! Hat eine Menge Kennzeichen-Weibchen mitgenommen. Sprang Bartsia an und brach ihm ein Bein, Sir! Blackavar hat sich losgerissen und ist auch fortgerannt. Wir hatten keine Möglichkeit, sie zu stoppen. Weiß der Himmel, wie viele sich ihm angeschlossen haben. Thlayli - das hat Thlayli getan!«
»Thlayli?« rief Woundwort. »Großer Frith, ich blende ihn, wenn ich ihn erwische! Chervil, Vervain, Avens - ja, und ihr beide auch - kommt mit. Welche Richtung hat er eingeschlagen?«
»Er lief den Abhang hinunter, Sir«, antwortete Avens.
»Zeig uns den Weg, den du ihn nehmen sahst«, sagte Woundwort.
Als sie aus dem Crixa herauskamen, waren zwei oder drei der Efrafa-Offiziere im trüben Licht und im zunehmenden Regen auf Kontrollgang. Aber der Anblick des Generals war weitaus alarmierender. Sie verhielten nur, um den FluchtAlarm zu stampfen, und brachen dann hinter ihm in Richtung Eisenweg auf.
Sehr bald stießen sie auf Blutspuren, die der Regen noch nicht weggewaschen hatte, und diesen folgten sie zur Esche in der Hecke westlich des Geheges.
Bigwig kam auf der anderen Seite des Eisenbahnbogens heraus, setzte sich auf und blickte sich um. Kein Anzeichen von Hazel oder Kehaar.
Zum erstenmal, seit er Bartsia angegriffen hatte, fühlte er sich unsicher und besorgt. Vielleicht hatte Kehaar seine rätselhafte Sprache an jenem Morgen nicht verstanden? Oder hatte eine Katastrophe Hazel und die übrigen ereilt? Wenn sie tot waren - zerstreut -, wenn niemand mehr lebte, um zu ihm zu stoßen? Er und seine Weibchen würden in den Wiesen umherirren, bis die Patrouillen sie zur Strecke brächten.
»Nein, dazu wird es nicht kommen«, sagte Bigwig zu sich selbst. »Schlimmstenfalls können wir den Fluß überqueren und uns in der Waldung verstecken. Hol diese Schulter der Teufel! Sie wird lästiger, als ich dachte. Nun, ich werde versuchen, sie alle wenigstens zur Bohlenbrücke hinunterzukriegen. Wenn wir nicht bald eingeholt werden, wird der Regen vielleicht diejenigen entmutigen, die hinter uns her sind; aber ich bezweifle es.«