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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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»Nun gut; ich werde hinfahren und mit ihnen sprechen.«

»Da kann man lange warten! Gib das Geld her, dann kannst du gehen.«

»Ich hab' keins; ich muß mir welches leihen.«

»Dann bezahle mir jetzt wenigstens für die Droschke,« ließ Tarantjew nicht nach, »drei Rubel!«

»Wo ist denn deine Droschke? Und wofür drei Rubel?«

»Ich habe den Kutscher fortgeschickt. Wieso wofür? Er hat mich gar nicht herfahren wollen: ›Durch diesen Sand?‹ sagt er. Und für die Rückfahrt drei Rubel - macht sechs Rubel.«

»Von hier fährt ein Omnibus für fünfzig Kopeken,« sagte Oblomow, »da hast du!«

Er gab ihm vier Rubel. Tarantjew steckte das Geld ein.

»Du bleibst mir noch zwei Rubel schuldig,« fügte er hinzu. »Und zahle mir mein Mittagessen!«

»Welches Mittagessen?«

»Ich komme jetzt nicht mehr zur rechten Zeit in die Stadt, ich werde genötigt sein, unterwegs in einem Gasthaus zu essen; hier kostet alles viel; ich werde fünf Rubel zahlen müssen.«

Oblomow nahm schweigend einen Rubel heraus und warf ihn ihm zu. Er setzte sich nicht, vor Ungeduld, und erwartete, Tarantjew würde bald fortgehen; doch er ging nicht.

»Laß mir doch einen Imbiß geben,« sagte er.

»Du wolltest doch im Gasthaus essen?« bemerkte Oblomow.

»Das wird mein Mittagessen sein! Jetzt geht es aber erst auf zwei Uhr.«

Oblomow befahl Sachar etwas hereinzubringen.

»Es ist nichts da, wir haben nichts vorbereitet,« gab Sachar trocken zur Antwort, indem er Tarantjew düster anblickte. »Wie ist's, Michej Andreitsch, wann bringen Sie das Hemd und die Weste vom gnädigen Herrn? ...«

»Was für ein Hemd und eine Weste willst du haben?« wich Tarantjew aus, »ich habe das längst zurückgebracht.«

»Wann denn?« fragte Sachar.

»Hab' ich es dir denn nicht in die Hand gegeben, als ihr ausgezogen seid? Und du hast's irgendwohin in ein Bündel gesteckt und fragst jetzt danach ...«

Sachar erstarrte.

»Ach du mein Gott! Ilja Iljitsch, was das für eine Schande ist!« brüllte er, sich an Oblomow wendend.

»Fahr nur in derselben Tonart fort!« entgegnete Tarantjew, »du hast die Sachen wohl vertrunken und fragst jetzt danach ...«

»Nein, ich habe noch mein Lebtag nichts Herrschaftliches vertrunken!« krächzte Sachar, »aber Sie ...«

»Hör auf, Sachar!« unterbrach Oblomow streng.

»Haben Sie unseren Besen und die zwei Schalen fortgetragen?« fragte Sachar wieder.

»Welchen Besen?« donnerte Tarantjew. »O du alter Schurke! Gib lieber den Imbiß her!«

»Hören Sie, Ilja Iljitsch, wie er schimpft?« sagte Sachar. »Es ist kein Imbiß da, wir haben nicht einmal Brot im Hause und Anissja ist fortgegangen!« schloß er und ging.

»Wo ißt du denn?« fragte Tarantjew, »das ist ja ein wahres Wunder; Oblomow geht im Hain spazieren, ißt nicht zu Hause ... Wann ziehst du denn in die Wohnung ein? Es ist doch schon Herbst. Komm und schau sie dir an.«

»Gut, gut, dieser Tage ...«

»Und vergiß nicht, das Geld mitzubringen!«

»Ja, ja, ja ...« sagte Oblomow ungeduldig.

»Übrigens, brauchst du nicht noch etwas in der Wohnung? Man hat für dich die Fußböden und Plafonds, die Fenster und Türen, überhaupt alles angestrichen; das kostet mehr als hundert Rubel.«

»Ja, ja, gut ... Ach ja, ich wollte dir etwas sagen,« erinnerte sich plötzlich Oblomow, »laß mir, bitte, meine Vollmacht von den Behörden bestätigen ...«

»Bin ich denn dein Laufbursche?«

»Ich gebe dir noch etwas fürs Mittagessen.«

»Man zerreißt sich dabei mehr Stiefel, als du mir geben wirst.«

»Fahre nur hin, ich zahle dir dafür.«

»Ich darf nicht hingehen,« sprach Tarantjew düster.

»Warum?«

»Ich habe Feinde; sie zürnen mir und stellen mir Fallen, um mich zu verderben.«

»Nun gut, dann fahre ich selbst hin,« sagte Oblomow und griff nach seinem Hut.

»Wenn du in die Wohnung einziehst, wird dir Iwan Matwejewitsch alles besorgen. Das ist ein goldener Mensch, Bruder, nicht mit einem deutschen Parvenü zu vergleichen! Er ist ein alter russischer Beamter, sitzt seit dreißig Jahren auf demselben Stuhl und leitet das ganze Büro nach seinem Willen, er hat auch Geld, erlaubt sich aber nicht einmal eine Droschke zu nehmen, sein Frack ist nicht besser als der meinige; er ist sehr bescheiden, spricht so leise, daß man es kaum hört, treibt sich nicht im Ausland herum, wie dieser ...«

»Tarantjew!« schrie Oblomow auf und schlug mit der Faust auf den Tisch, »schweig, wenn du etwas nicht verstehst!«

Tarantjew glotzte Oblomow nach diesem unerhörten Ausfall an und vergaß sogar, darüber beleidigt zu sein, daß Stolz ihm vorgezogen wurde.

»Wie du bist, Bruder ...« brummte er, indem er nach dem Hut griff, »wo nimmst du die Courage her?«

Er strich mit dem Ärmel über seinen Hut, betrachtete ihn dann und wandte seinen Blick Oblomows Hut zu, der auf der Etagere lag.

»Du trägst deinen Hut nicht, da hast du ja eine Mütze,« sagte er, Oblomows Hut nehmend und ihn anprobierend, »gib ihn mir für den Sommer, Bruder ...«

Oblomow nahm ihm schweigend den Hut ab, legte ihn auf den früheren Platz, kreuzte dann die Hände auf der Brust übereinander und wartete, daß Tarantjew ging.

»Nun, geh zum Teufel!« sagte Tarantjew, sich ungeschickt durch die Tür schiebend. »Du bist heute so ... seltsam, Bruder ... Sprich nur mit Iwan Matwejewitsch und versuch's einmal, ihm nicht zu zahlen ...«

Zweites Kapitel

Er ging, und Oblomow setzte sich verstimmt auf den Sessel und bemühte sich lange Zeit, den unangenehmen Zwischenfall loszuwerden. Endlich erinnerte er sich an den Morgen. Tarantjews widerwärtige Gestalt verschwand aus seinem Hirn, und auf seinem Gesicht erschien ein Lächeln. Er stellte sich vor den Spiegel, richtete sich die Krawatte, lächelte lange und blickte seine Wange an, ob dort nicht eine Spur von Oljgas heißem Kuß zu sehen war.

»Zwei ›Nie‹«, sagte er leise in freudiger Aufregung, »und was für ein Unterschied war zwischen ihnen: das eine war schon verblaßt, und das zweite blühte so reich ...«

Dann versank er in tiefes Sinnen. Er fühlte, daß der lichte, wolkenlose Feiertag der Liebe schon verging, daß die Liebe wirklich zu einer Pflicht wurde, daß sie sich dem ganzen Leben anreihte, eines seiner Bestandteile wurde, zu verblassen und die leuchtenden Farben zu verlieren begann. Vielleicht hatte des Morgens ihr letzter rosiger Schimmer geleuchtet, und sie würde dann nicht mehr hell strahlen, sondern das Leben unsichtbar erwärmen; das Leben wird sie verschlingen, und sie wird eine starke, aber verborgene Triebfeder sein. Und von nun an werden ihre Äußerungen so einfach und gewöhnlich erscheinen. Das Poem geht zu Ende, und die strenge Geschichte beginnt; die Verhandlungen mit den Behörden, dann die Fahrt nach Oblomowka, das Bauen des Hauses, die Anzahlung in den Gouvernementsrat, das Bahnen der Straße, das endlose Ordnen der Angelegenheiten der Bauern, der Arbeit, des Dreschens, des Mähens, das Klopfen des Rechenbrettes, das besorgte Gesicht des Verwalters, die Wahlen, die Gerichtsverhandlungen. Ab und zu wird Oljgas Blick aufleuchten, und es wird Casta diva oder ein heiliger Kuß ertönen, und man muß wieder arbeiten, in die Stadt fahren, dann kommt wieder der Verwalter, und er hört das Klopfen des Rechenbrettes. Es kommen Gäste - aber auch das ist kein Ausruhen; man spricht davon, wieviel Schnaps gebrannt wurde, wieviel Arschin Tuch an die Behörden geliefert wurden ... Was war denn das? Hatte er denn davon geträumt? War denn das das Leben? ... Man lebt aber das ganze Leben so. Und Andrej gefällt es!

Aber die Heirat, die Hochzeit, das war doch die Poesie des Lebens, das war eine üppige, aufgeblühte Blume. Er stellte sich vor, wie er Oljga zum Altar führte; sie trägt einen Orangenblumenzweig und einen langen Schleier auf dem Kopf. In der Menge ertönt ein bewunderndes Geflüster. Sie reicht ihm verschämt die Hand, senkt stolz und graziös den Kopf und weiß nicht, wie sie alle anblicken soll. Bald erstrahlt sie in einem Lächeln, bald kommen ihr die Tränen, bald bewegt sich die Falte über der Braue gedankenvoll. Zu Hause, wenn die Gäste fort sind, wirft sie sich ihm noch in dem reichen Kleid wie heute an die Brust ... »Nein, ich laufe zu Oljga hin, ich kann allein nicht denken und fühlen,« sagte er. »Ich erzähle es allen, der ganzen Welt ... nein, zuerst der Tante, dann dem Baron, ich schreibe es auch Stolz - wie er sich wohl wundern wird! Dann sag' ich es Sachar; er wird sich bis zur Erde verneigen und vor Freude heulen; ich werde ihm fünfundzwanzig Rubel geben. Anissja wird kommen, wird mir die Hand küssen wollen; dann werde ich ihr zehn Rubel geben; dann ... dann werde ich vor Freude laut schreien, damit die ganze Welt es weiß und damit alle sagen: ›Oblomow ist glücklich, Oblomow heiratet!‹ Jetzt laufe ich zu Oljga hin; dort erwartet mich ein langes Flüstern und der geheimnisvolle Vertrag, unsere beiden Leben zu vereinigen! ...«

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Главный герой
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