Das Erbe der Phaetonen [Illustrationen: L. Rubinstein]
- Автор: Мартынов Георгий Сергеевич
- Год: 1969
- Язык: немецкий
- Год: Kultur und Fortschritt
- Переводчик: Traute Stein
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Illustrationen: L. Rubinstein]». Краткое содержание книги:
Hier, unter unseren Füßen schlummern großartige Geheimnisse.
Hoffentlich ist drinnen alles genausogut erhalten wie draußen!“
„Hauptsache, wir kommen rein!“ Vom Raumschiff wurde ein heranziehendes Gewitter gemeldet, und Melnikow und Wtorow begaben sich zum Geländewagen. Aber die Gewitterfront zog seitlich vorüber. Die Frage, ob die Waldkuppel zuverlässigen Schutz gegen den Regen gab, blieb daher nach wie vor ungeklärt.
„Wir müssen zur zweiten Röhre rüber. Hier hat’s keinen Zweck.“
„Und wenn nun ein Gewitter kommt?“
„Dann verkriechen wir uns unter der Röhre. Unsere Anzüge sind wasserdicht. Das haben Romanows Erfahrungen bewiesen.“ Belopolski, dem Melnikow seine Absicht mitteilte, genehmigte den Marsch zum Zentrum der Ringe. Das Scheinwerferlicht an den Helmen würde ausreichen, daß sich die Männer im Wald orientieren konnten. Die Leiter war transportabel.
Damit begann der ungewöhnliche Ausflug in eine ferne Vergangenheit.
Bevor sich Melnikow und Wtorow jedoch zu dem inneren Ring begaben, schritten sie die äußere Rohre noch in ihrer ganzen Länge ab. Sie zählten die Schritte und kamen zu. dem Ergebnis, daß der Durchmesser dieses Ringes tatsächlich etwa zweihundert Meter betrug. Die zweite Röhre verlief genau parallel zur ersten und war alle fünfzehn bis sechzehn Meter durch rhombusartige Konstruktionen mit ihr verbunden. An zwei Stellen, die einander offensichtlich diametral gegenüberlagen, ging von der äußeren Röhre eine dünnere rechtwinklig ab, sie kreuzte die innere und verlor sich zwischen den Bäumen.
„Dort“ — Melnikow wies mit der Hand zum Mittelpunkt der Ringe — „muß noch etwas sein. Eine Art Zentralkugel.“
„Das denke ich auch“, sagte Wtorow.
Nach Beendigung des Rundgangs kehrten sie zu der radialen Röhre zurück. Zum Zentrum gelangten sie am besten auf ihrem Rücken. Die Metallsohlen an den Schuhen machten das Gehen auf dem glatten Metall recht beschwerlich, aber noch beschwerlicher wäre es gewesen, sich einen Weg durch den Windbruch und das hohe Gras zu bahnen.
Melnikow befahl Knjasew, sich mit dem Fahrzeug nicht von dieser Stelle zu entfernen; dann stieg er die von Wtorow gehaltene Leiter hinab. Anschließend half er dem Kameraden beim Herunterklettern.
Sie drangen in die Tiefe des Waldes ein. Nachdem sie den zweiten Ring hinter sich hatten, verblaßte das Scheinwerferlicht des Geländewagens, so daß sie vor sich nichts mehr erkennen konnten. Da ließen sie die Scheinwerfer an den Helmen aufflammen.
Das Gehen auf der Röhre war doch beschwerlicher, als sie gedacht hatten. Fast bei jedem Schritt versperrten in den bizarrsten Formen gekrümmte Baumstämme ihnen den Weg. Sie mußten sie mit Hilfe der Leiter überwinden oder auf die „Erde“ hinuntersteigen und das Hindernis umgehen. Dabei überzeugten sie sich, daß sie zu ebener „Erde“ noch viel langsamer vorwärts kamen — das Gras war so elastisch, daß jeder Schritt große Anstrengungen kostete.
Die Radialröhre, deren Durchmesser etwa zweieinhalb Meter betrug, lag nicht am Boden auf wie die beiden Ringe, sondern hing in der Luft. Das Metall, aus dem sie hergestellt war, mußte außerordentlich stabil sein, da keiner der unter der Röhre hervorwachsenden Bäume sie trotz ihrer Länge hatte verbiegen können. Alle waren um sie herumgewachsen.
„Hinzu kommt“, sagte Melnikow, „daß das Raumschiff schon seit Tausenden von Jahren hier liegt. Kein irdisches Metall hätte eine solche Zeit überdauert.“ Fünfzig Meter vom zweiten Ring entfernt stießen sie auf einen dritten. Er war genauso dick wie die beiden anderen.
„Ein System konzentrischer Ringe“, bemerkte Wtorow. „Ich bin gespannt, was sich im Zentrum befindet.“ Die Bäume lichteten sich. Über ihnen war durch das Blattwerk bereits ein Fetzen Himmel zu sehen.
Plötzlich ragte etwas Großes, scheinbar Formloses vor ihnen auf. Dieses Etwas, das dicht von Bäumen umstanden war, bildete das Zentrum des Weltraumschiffs.
Die genaue Form dieses Zentrums blieb dem Auge verborgen, da der Wald es eng umschlungen hielt. Doch schien es den beiden Männern weder eine Kugel noch ein Würfel zu sein.
„Konstantin Jewgenjewitsch!“ rief Melnikow.
„Ich höre“, antwortete Belopolski sofort.
„Wir haben das Zentrum erreicht. Es ist so dicht von Bäumen umgeben, daß wir seine Form nicht erkennen können. Aber der Eingang kann sich nur hier befinden. Wir müssen die Bäume aus dem Wege räumen. Dazu müssen wir das Ultraschallgerät holen.“
„Moment mal!“ sagte Wtorow plötzlich. „Hier scheint eine Tür zu sein.“ Wirklich war an einer Stelle, die nicht von Bäumen verdeckt wurde, deutlich eine feine Linie zu erkennen, die ein regelmäßiges Fünfeck bildete.
„Tatsächlich, das sieht wie eine Tür aus“, sagte Melnikow.
„Und sie muß sich von außen öffnen lassen.“
„Es ist aber weder ein Knopf noch ein Schloß zu sehen.“
„Es muß aber so etwas da sein! Vorausgesetzt natürlich, daß es eine Tür ist und nicht etwas anderes.“
„Es sieht aber ganz nach einer Tür aus.“ Das Fünfeck befand sich in Höhe der Röhrenachse, und um es betrachten zu können, mußte man sich tief hinunterbeugen.
Melnikow und Wtorow kletterten von der Röhre herunter.
Doch nun lag die Tür oberhalb ihres Kopfes.
„Setz die Leiter an!“ Als das Scheinwerferlicht auf die Metallhaut fiel, erblickte Melnikow unmittelbar vor sich drei Vorsprünge. Der mittlere hatte die Form eines Fünfecks, die beiden anderen die von Quadraten.
„Das ist zweifellos der Öffnungsmechanismus der Tür“, sagte Wtorow erregt.
„Ja, es scheint so“, antwortete Melnikow zurückhaltend. „Versuchen wir dahinterzukommen.“
„Boris Nikolajewitsch“, ertönte Belopolskis Stimme, „seien Sie äußerst vorsichtig. Wir wissen nicht, was passiert, wenn Sie den Mechanismus auslösen. Wie sieht er aus?“ Melnikow beschrieb ihn.
„Meiner Meinung nach“, schloß er, „kann nichts weiter passieren, als daß sich die Tür öffnet — vielleicht. Bloß daß die Aussichten dafür gering sind. Wahrscheinlich funktioniert der Mechanismus schon längst nicht mehr. Aber vielleicht ist es doch besser, wenn sich einer von uns ein Stück entfernt.“
„Überlassen Sie mir die Sache“, sagte Wtorow, „ich bitte Sie vielmals darum.“ Melnikow sah, wie der junge Ingenieur vor Aufregung blaß geworden war. Eine Ablehnung hätte ihn schwer gekränkt.
„Na gut. Sieh zu, ob du damit fertig wirst. Wenn du’s geschafft hast, ruf mich.“ Er kletterte wieder auf die Röhre und verschwand, ohne sich umzusehen, hinter den Bäumen.
In der Falle
Allein geblieben, betrachtete Wtorow eingehend die Vorsprünge. Sie schienen eins zu sein mit dem Metall, doch wenn es sich um einen Mechanismus handelte, mußten sie sich drücken oder drehen lassen.
Vielleicht ist der Mechanismus längst unbrauchbar geworden, dachte er, und alle Anstrengungen sind vergebens.
Er wünschte leidenschaftlich, daß ihm Erfolg beschieden wäre, zumal er Melnikow gebeten hatte, ihm diese Aufgabe zu überlassen. Es wäre eine Schande, wenn ich nicht dahinterkäme.
Sie würden mich für einen Aufschneider halten.
Die eigenartige Form des Raumschiffes war den Erdenmenschen zwar fremd, doch es stellte das Werk von Wesen dar, deren geistige Entwicklung der ihren ähnlich verlaufen war.
Wtorow war überzeugt, daß die Ideen der Fremden für den Menschen faßlich seien.
„Tuen wir einmal so, als sei es auf der Erde gebaut“, sagte er laut.
„Richtig“, antwortete der unsichtbare Melnikow. „Behalt nur immer die Ruhe, Gennadi!“ Vorsichtig machte sich Wtorow an dem mittleren Fünfeck zu schaffen. Zuerst versuchte er, es in die Wandung zu drücken. Es gab nicht nach. Dann probierte er es mit Drehen. Der Vorsprung bewegte sich. Als Wtorow den Druck verstärkte, ertönte ein langgezogenes Knirschen.