Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
Aber während sie den Anstieg fortsetzten, dachte sie über Akkarins Plan nach. Es gab keinen Grund, warum sie es nicht trotzdem versuchen sollten. Sie fragte sich, ob sie das Thema noch einmal anschneiden sollte, beschloss dann jedoch, bis zur nächsten Rast zu warten.
Als es immer schwieriger wurde, den Weg vor ihnen zu erkennen, erreichten sie den Fuß eines steilen Kliffs. Akkarin blieb stehen und betrachtete das Land unter ihnen. Dann ließ er sich zu Boden sinken und lehnte sich gegen das Kliff. Als Sonea sich neben ihn setzte, fing sie den schwachen Geruch seines Schweißes auf. Plötzlich war sie sich seiner Nähe und des Schweigens zwischen ihnen mit allen Sinnen bewusst. Eigentlich war dies der Zeitpunkt, zu dem sie mit ihm über sein Vorhaben, die Ichani auszuspionieren, hätte reden wollen, aber sie konnte sich nicht dazu überwinden zu sprechen.
Was ist nur los mit mir?, fragte sie sich.
Liebe, flüsterte eine Stimme in ihrem Kopf.
Nein. Mach dich nicht lächerlich, antwortete sie. Ich bin nicht verliebt. Und er ist es offensichtlich auch nicht. Ich bin eine halb ausgebildete, ungehorsame Novizin. Je eher ich mir diese törichten Ideen aus dem Kopf schlage, umso besser.
»Wir haben Gesellschaft.«
Akkarin zeigte auf einen Punkt in der Ferne. Sonea ließ den Blick über das Land gleiten, das sie in der vergangenen Nacht durchwandert hatten.
Weit unter ihnen löste sich eine dunkle Gestalt aus dem Schatten eines Felsens. Es war schwer zu schätzen, wie groß der Abstand zwischen ihnen war. In der Stadt hatte sie solche Entfernungen niemals abschätzen müssen.
Die Bewegungen der Gestalt waren eigenartig und eindeutig nicht die eines Menschen.
»Es ist ein Tier«, sagte sie.
»Ja«, erwiderte Akkarin. »Ein Yeel. Das ist eine kleinere, domestizierte Form des Limek. Die Ichani bilden sie aus, um Fährten zu suchen und zu jagen. Siehst du, sein Besitzer folgt dem Yeel.«
Eine zweite Gestalt trat in das Mondlicht hinaus.
»Noch ein Ichani?«
»Wahrscheinlich.«
Sonea wurde bewusst, dass ihr Herz hämmerte, aber das hatte nichts mit irgendwelchen törichten Ideen von Liebe zu tun. Ein Ichani vor ihnen, einer hinter ihnen.
»Wird er uns finden?«
»Wenn ihr Yeel unsere Fährte aufnimmt.«
Ihr Yeel? Sonea betrachtete die Gestalt genauer. Ihr Gang hatte tatsächlich etwas Weibliches, fand sie. Sie sah Akkarin an. Er runzelte die Stirn.
»Was jetzt?«
Er blickte an der steilen Felswand hinauf. »Es widerstrebt mir, dort hinaufzuschweben, weil wir damit nur Kraft vergeuden, aber weiter oben werden wir sicherer sein. Wir müssen dort einen Riss oder eine Kluft im Felsen finden, um uns zu verstecken.«
»Und dann?«
»Machen wir uns auf die Suche nach Wasser und etwas zu essen.«
»Dort oben?«, fragte sie skeptisch.
»Wenn man weiß, wo man suchen muss, kann man überall ein wenig Leben finden. Und je weiter wir nach Süden kommen, desto einfacher wird es werden.«
»Dann gehen wir also nach Süden?«
»Ja. Nach Süden.«
Er erhob sich und hielt ihr die Hand hin. Sie ergriff sie und ließ sich von ihm auf die Füße ziehen. Als er sich abwandte, entglitten seine Finger den ihren, und dort, wo er sie berührt hatte, nahm sie ein eigenartiges Kribbeln auf der Haut wahr. Sie sah ihre Hand an und seufzte.
Es würde nicht einfach sein, sich diese törichten Ideen aus dem Kopf zu schlagen.
Als die Tür zu seinem Quartier sich schloss, stieß Dannyl einen Seufzer der Erleichterung aus. Er setzte sich in einen der Sessel in seinem Empfangsraum und dämpfte seine Lichtkugel zu einem schwachen Leuchten.
Endlich war er allein. Trotzdem fühlte er sich nicht besser als zuvor. Rastlos ging er im Raum umher und betrachtete die gerahmten Landkarten und Pläne, die er vor Jahren gesammelt und aufgehängt hatte.
Ich vermisse Tayend, dachte er. Ich vermisse den geteilten Wein und die stundenlangen Gespräche. Ich vermisse die Arbeit an unseren Nachforschungen. Ich vermisse… alles.
Er sehnte sich danach, Tayend von Akkarins Geschichte zu erzählen. Der Gelehrte würde jede Einzelheit davon erörtern und auf verborgene Ungereimtheiten oder mögliche Bedeutungen hinweisen. Er würde Dinge sehen, die andere niemals auch nur in Betracht gezogen hatten.
Aber Dannyl war froh darüber, dass Tayend nicht hier war. Wenn Akkarins Geschichte sich als wahr erweisen sollte, war es Dannyl lieber, wenn Tayend so weit wie möglich von der Gilde entfernt war.
Er ließ sich alles noch einmal durch den Kopf gehen, was er zur Vorbereitung auf seine Aufgabe als Botschafter über schwarze Magie erfahren hatte, und erwog auch die Dinge, die er in dem Buch des Dem gelesen hatte. Mit Hilfe schwarzer Magie konnte ein Magier von einem anderen Geschöpf zusätzliche Stärke beziehen. Ein Mensch, der selbst über magische Begabung verfügte, konnte mehr Energie liefern als jemand, der diese Begabung nicht besaß – aber das bedeutete nicht, dass ein Magier unbedingt das bessere Ziel abgab. Wenn ein Magier erst einmal besiegt war, verfügte er nicht mehr über allzu viel Energie. Das lohnendste Opfer war also jemand, der zwar magisches Talent besaß, aber nicht in dessen Benutzung ausgebildet war.
Und genau das traf auf Tayend zu.
Dannyl seufzte. Er hatte das Gefühl, als würde er gleichzeitig in zwei verschiedene Richtungen gezogen. Obwohl er sich nichts mehr wünschte, als nach Elyne zurückzukehren und dafür zu sorgen, dass Tayend in Sicherheit war, wollte er auch Kyralia und die Gilde nicht im Stich lassen.
Er dachte an Rothen und lächelte grimmig. Früher einmal hätte ich mich dieser Gruppe von Spionen anschließen können. Jetzt zögere ich, weil ich weiß, wie ich empfinden würde, wenn Tayend zu einer so gefährlichen Mission aufbräche. Ich würde ihm das nicht antun, es sei denn, ich hätte keine andere Wahl.
Dannyl setzte sich an seinen Schreibtisch und zog einen Bogen Papier, Tinte und eine Feder hervor. Dann hielt er kurz inne, um darüber nachzudenken, wie viel er dem Papier anvertrauen durfte.
An Tayend von Tremmelin:
Wie du zweifellos gehört hast, befindet sich die Gilde in einem Zustand des Aufruhrs. Nach meiner Ankunft hier habe ich erfahren, dass der Hohe Lord wegen der Anwendung schwarzer Magie verhaftet worden war. Du wirst sicher wissen, was das für unsere Arbeit bedeutet, aber obwohl dadurch einige Probleme entstanden sind, haben sich diese Dinge bisher doch nicht als unüberwindlich erwiesen.
Anschließend legte er Akkarins Geschichte dar und erklärte, dass er nicht nach Elyne zurückkehren werde, bevor er wusste, dass der Gilde keine Gefahr drohte.
Es würde mich überraschen und nicht wenig verärgern, wenn es mir nicht möglich sein sollte, binnen der nächsten Monate zurückzukehren. Obwohl es gut tut, wieder mit Rothen sprechen zu können, habe ich nicht mehr das Gefühl, hierher zu gehören. Stattdessen komme ich mir vor wie ein Besucher, der auf die Gelegenheit wartet, wieder nach Hause zu fahren. Wenn diese Angelegenheit geregelt ist, werde ich Lorlen fragen, ob ich die Rolle des Gildenbotschafters in Elyne dauerhaft bekleiden darf.
In freundschaftlicher Verbundenheit, Botschafter Dannyl.
Dannyl lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und las den Brief noch einmal sorgfältig durch. Er war förmlicher, als es ihm gefiel, aber er wollte dem Papier keine persönlicheren Angelegenheiten anvertrauen. Wenn es in den Verbündeten Ländern Menschen wie Farand gab, die dafür bezahlt wurden, die Gedankenrede von Magiern abzuhören, musste es auch Leute geben, die die Aufgabe hatten, Post abzufangen und zu lesen.
Er stand auf und reckte sich. Es würde vielleicht Monate dauern, bevor er Kyralia verlassen konnte. Falls Akkarins Behauptungen sich als wahr erwiesen, würde die Gilde so viele Magier wie möglich in Kyralia behalten wollen. Es war durchaus denkbar, dass er für lange Zeit hier festsitzen würde.