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Eine letzte Breitseite: Kommodore Bolitho im östlichen Mittelmeer

Электронная книга - «Eine letzte Breitseite: Kommodore Bolitho im östlichen Mittelmeer». Краткое содержание книги:

1798 — vor Korfu und Alexandria: Unter der Führung seines Flaggschiffs «Lysander» kreuzt Kommodore Richard Bolitho durch das Mittelmeer, während sich die französische Flotte vor Korfu sammelt. Bald ist er sich über die Absichten des Feindes im klaren: Die Franzosen wollen die Eroberung Ägyptens und damit den Zugang zum reichen Indien.
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Sie schickten sich zum Hinausgehen an, als Herrick sagte:»Farquhar wäre bestimmt gern dabeigewesen.»

«Aye, Thomas. Begleiten Sie die Kommandanten zu den Booten, und dann sagen Sie Pascoe, er soll dem Geschwader wegen der Verwundeten signalisieren.»

Bolitho hatte gesehen, daß Gilchrist noch etwas auf dem Herzen hatte, und wandte sich ihm jetzt zu.»Nun? Stimmt etwas nicht? Ich dachte, Sie sind mit Ihrem Kommando zufrieden, auch wenn es nur zeitweilig ist.»

«Das bin ich auch, Sir. «Gilchrist sah verlegen zu Boden.»Ich bin kein reicher Mann; meine beste Aussicht ist Karriere im Dienst des Königs. Jetzt haben Sie mir meine erste wirkliche Chance gegeben — «, er schien nahe am Zusammenbrechen zu sein — ,»und ich kann sie nicht annehmen.»

«Warum?«fragte Bolitho unbewegt.»Wegen Captain Probyn? Weil er Sie veranlaßt hatte, die Moral im Flaggschiff zu unterminieren?«Er sah Gilchrists Erstaunen und fuhr fort:»Ich wußte, daß an Bord etwas nicht in Ordnung war. Ein Mann, der bei der Marine Karriere machen und außerdem die Schwester seines Kommandanten heiraten will, würde auf keinen Fall so idiotisch handeln, wenn er nicht vor etwas Angst hätte.»

«Jawohl, Sir. Das ist eine alte Geschichte. Mein Vater sollte wegen Schulden ins Gefängnis. Er war ein kranker Mann, ich wußte, er würde es nicht aushalten. Er hatte gewisse Schwächen, und niemand half ihm. Da entlieh ich mir Geld aus dem Messefond, den wir für Wein und frischen Proviant eingerichtet hatten. Ich wollte es zurückerstatten, sobald ich konnte. Der Erste Offizier aber hat es gemerkt. Ich mußte ein Geständnis unterschreiben; er drohte mir, wenn ich noch eine Pflichtverletzung beginge, würde er es benutzen.»

«Er hat unrecht getan, Mr. Gilchrist. Ebenso wie Sie.»

Gilchrist schien das nicht zu hören.»Als ich auf die Lysander kam und hier Erster Offizier wurde, glaubte ich mich in Sicherheit. Ich bewunderte Captain Herrick und fand seine Schwester außerordentlich liebenswert, obwohl sie gelähmt ist. Dann kamen wir zum Geschwader unter Ihre Flagge, Sir. Und dazu gehörte die Nicator mit Captain Probyn.»

«Der seinerzeit Ihr Erster Offizier gewesen war.»

«Aye, Sir.»

Das war es also. In all den Jahren seit seiner Gefangennahme hatte Probyn seinen Haß gegen Bolitho genährt, den einzigen aus seiner Vergangenheit, den er treffen und verwunden konnte. Und als er wieder auf Gilchrist stieß, hatte er ihm mit dieser alten Sache gedroht, um einen Keil zwischen Bolitho und Herrick zu treiben.

Für Herrick hatte sich das letzten Endes günstig ausgewirkt. Doch andere hatten teuer dafür zahlen müssen, und indirekt war es die Ursache für Farquhars frühen Tod.

Verzweifelt sagte Gilchrist:»Auf keinen Fall darf ich Ihre Güte noch weiter ausnutzen, Sir. «Er lachte bitter auf.»Und mein Vater ist sowieso gestorben. Alles war umsonst.»

Bolitho betrachtete durch das salzfleckige Fenster die anderen Schiffe. Die Buzzard würde jetzt in sicheren Händen sein, dachte er. Leichter ohne ihre Kanonen und auch stärker, weil jeder Kampf, jedes nicht unbedingt notwendige Manöver vermieden werden konnte. Sie würde bestimmt durchkommen.

Gelassen erwiderte er:»Ich gebe Ihnen den Schiffsarzt der Osiris mit, er soll ein tüchtiger Arzt sein. Sorgen Sie gut für die Verwundeten, sie haben genug durchgemacht. Lassen Sie nicht zu, daß sie in Gibraltar liegenbleiben, sondern setzen Sie durch, daß sie nach England gebracht werden. «Er sah die dankbare Überraschung in Gilchrists Zügen.»Ich verlasse mich in dieser Hinsicht auf Ihre Geschicklichkeit.»

Tiefbewegt nickte Gilchrist.»Sie haben mein Wort, Sir.»

«Dann gehen Sie an Ihren Dienst. Sie haben eine Menge zu tun.»

Bolitho konnte Gilchrists Erschütterung nicht mit ansehen. Hier war ein Mann von einer großen Sorgenlast befreit worden. Vom Schatten des Galgens sogar.

Gilchrist ging zur Tür, unsicher auf seinen langen Beinen, ohne seinen gewohnten Springschritt. Er wandte sich noch einmal um, das Gesicht im Schatten.»Ich werde in der Heimat davon berichten, Sir. Was wir leisteten.»

«Berichten Sie nur, daß wir es versucht haben, Mr. Gilchrist. «Dann hörte er ihn langsam zum Achterdeck gehen.

Mit ernstem Gesicht kam Allday aus der Schlafkajüte.»Darf ich Ihnen ein Glas Wein eingießen, Sir?«fragte er mit einem drohenden Blick zur geschlossenen Tür.»Sie waren viel zu milde mit dem, wenn Sie mir die Bemerkung gestatten.»

«Er hat die Lektion hart gelernt, Allday. Und ich glaube, eines Tages wird es anderen zugute kommen.»

Allday sah zu, wie Bolitho an seinem Wein nippte.»Und was wird mit Captain Probyn, Sir?»

Bolitho lächelte melancholisch.»Berechtigte Frage. Aber er wird kämpfen, wenn er muß. Drei Kapitäne, mehr haben wir nicht. Persönliche Differenzen müssen da eben warten.»

Allday grinste.»Aber einen Kommodore haben wir auch noch, Sir. Und mit allem Respekt, der ist nicht schlecht.»

Bolitho sah ihn lächelnd an.»Geh zur Hölle, Mann!»

«Aye, Sir. Bestimmt komme ich eines Tages hin. «Allday drückte sich zur Tür.»Wenn da vor lauter Admiralen überhaupt noch Platz ist.»

Bolitho schritt zum Fenster und lehnte sich an das warme Holz. Diese wochenlangen Verzögerungen, die zerstörten Hoffnungen — jetzt bekam das alles einen Sinn.

Was hatte er zu Gilchrist gesagt? Berichten Sie nur, daß wir es versucht haben. Es klang wie ein Grabspruch.

Er riß sich zusammen und stellte das Glas weg. In fünf oder sechs Stunden ging die Sonne unter, dann mußte er unterwegs sein. Der Wind behinderte sie jetzt nicht mehr, sondern half; und diesmal würde das Ziel viel zu groß sein, um es zu verfehlen.

In den nächsten Tagen segelte das Geschwader nach Osten und dann nach Süden; jede Woche verlief wie die andere. Bolitho formierte seine kleine Streitmacht in breiter Front, die Lysander am nördlichen, die Immortalite am südlichen Flügel.

Der Wind wurde faul und launisch, kam aber meist von Norden, so daß Bolitho, obwohl während der Nacht die Formation aufbrach, in breiter Linie weitersegeln konnte. Probyns Nicator lief in der Mitte, als ständige Erinnerung an Gilchrists Aussage: das schwächste Glied der Kette, aber doch unter einem Mann, der unersetzlich war, weil er genügend Erfahrung besaß, um einen Zweidecker in der Schlacht zu führen. Fast drei Meilen lagen zwischen jedem Schiff; mit guten Leuten im Ausguck war zu hoffen, daß man auf so breiter Front die feindliche Flotte oder wenigstens eine streifende Patrouille sichten würde.

Bolitho hatte Inch dem Geschwader vorausgeschickt, weil die schnelle, wendige Schaluppe lange vor den schwerfälligeren Linienschiffen in Alexandria sein konnte.

Mit jedem Tag brannte die Sonne heißer, und die erste Begeisterung ging nach und nach in eine realistischere, resignierende Haltung über. Sooft es möglich war, wurde Geschützexerzieren angesetzt; nicht nur um die Leute zu beschäftigen, sondern auch, um die Neulinge in ihre Gruppen zu gewöhnen. Herrick hatte ihm berichtet, daß der Zahlmeister bereits bei den letzten Reihen der Salzfleischfässer angelangt war. Obst gab es nicht, und auch das Trinkwasser wurde knapp, vom Waschwasser gar nicht zu reden.

An Bord der Lysander tat Herrick sein Bestes, um die Männer nicht nur auf Wache zu beschäftigen, sondern sie auch etwas zu ihrer eigenen Unterhaltung beitragen zu lassen, sobald die Sonne am Ende jedes langen Tages unterging: Hornpipe,[28] Ringkämpfe, eine Doppelration Rum als Prämie für die originellste Knüpfarbeit. Sich auf diesem Gebiet immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen, war schwieriger, als den täglichen Borddienst aus Segel-und Geschützübungen zu absolvieren.

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ein Matrosentanz

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