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Eine letzte Breitseite: Kommodore Bolitho im östlichen Mittelmeer

Электронная книга - «Eine letzte Breitseite: Kommodore Bolitho im östlichen Mittelmeer». Краткое содержание книги:

1798 — vor Korfu und Alexandria: Unter der Führung seines Flaggschiffs «Lysander» kreuzt Kommodore Richard Bolitho durch das Mittelmeer, während sich die französische Flotte vor Korfu sammelt. Bald ist er sich über die Absichten des Feindes im klaren: Die Franzosen wollen die Eroberung Ägyptens und damit den Zugang zum reichen Indien.
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Da trat Allday ein und sah ihn neugierig an.»Moffitt hat Ihre Befehle für die Harebell fertig Sir. «Er sah zu, wie Bolitho seinen Brief versiegelte und adressierte.»Nach Falmouth, Sir?»

«Ja. Ich habe meiner Schwester geschrieben, daß Sie so widerborstig sind wie immer.»

Ozzard kam herein, und Allday fuhr herum.»Na?»

Ozzard zog sich zurück.»Wünscht der Kommodore noch etwas zu essen oder zu trinken?»

Bolitho stand auf, ging unschlüssig zur Schottwand und betastete seinen Degen.

«Legen Sie mir morgen meine Gala-Uniform zurecht, Ozzard. «Langsam drehte sich Allday zu ihm um.»Dann glauben Sie also.»

Bolitho sah an ihm vorbei.»Ja. Ich spür's in den Knochen. Morgen oder nie.»

«Auf diese Nachricht brauche ich einen Rum, damit ich schlafen kann. «Aber er grinste.»Mehrere, höchstwahrscheinlich.»

Noch bis eine Stunde nach Mitternacht lief Bolitho in der Kajüte auf und ab, dachte an allerlei Menschen und daran, was er mit ihnen gemeinsam erlebt hatte.

Endlich gab er der Deckwache Order, ihn morgen bei Sonnenaufgang zu wecken, und legte sich in die Koje.

Überraschenderweise fühlte er sich ruhiger als jemals seit seinem Fieberanfall, und kaum hatte er die Augen geschlossen, da schlief er auch schon ein.

Eine Hand an seiner Schulter weckte ihn. Herrick stand mit einer abgeblendeten Laterne vor ihm. Das Skylight erglühte im rötlichen Schein.

«Was ist, Thomas?»

Ganz schwach kam es wie ein Echo über die See: Hurrarufe. »Harebell hat beim ersten Licht signalisiert, Sir«, sagte Herrick ernst. »Feindin Sicht.»

XVIII Im Schlachtgetöse

Zusammen mit Herrick schritt Bolitho über das Achterdeck. Schattenhafte Gestalten wichen ihnen aus, und Grubb meldete:»Kurs Ost zu Nord, Sir.»

Veitch, der die Wache hatte, kam ihnen entgegen und faßte grüßend an den Hut. »Harebell hat eben wieder signalisiert, Sir: Schiffe in Nordwest.«Mißbilligend blickte er zu den Signalgasten hinüber.»Mr. Glasson hat seine Männer nicht richtig im Schwung; ich fürchte, ein paar Signale sind uns entgangen.»

Bolitho nickte.»Die Schiffe, die Inch gesehen hatte, waren zweifellos die Vorhut eines größeren Verbandes. Sonst wären sie näher herangekommen.»

Er spähte zu seinem Stander empor. Der glänzte im Licht des neuen Tages, während die unteren Rahen und Wanten noch im Schatten lagen.

«Also — Signal an Geschwader: Vorbereiten zum Gefecht. Haben Ihre Leute gefrühstückt, Mr. Veitch?»

«Aye, Sir. «Mit einem Blick auf Herrick stotterte er:»Jemand hat mir erzählt, der Kommodore hätte wegen heute so ein Gefühl. Da habe ich sie eine Stunde früher wecken lassen.»

Bolitho rieb sich das Kinn.»Ich gehe mich jetzt rasieren und Kaffee trinken, wenn noch welcher da ist. «Die Leinen schnurrten, die Signalflaggen stiegen hoch.»Ich hoffe, die auf der Nicator schlafen nicht und geben das Signal an Javal weiter.»

Er wandte sich um und schaute nach dem schlanken Rumpf der Harrebell aus, doch sie zeigte ihnen nur das Heck und ihre gerefften Marssegel, die sich hell vom Himmel abhoben.

«Wir müssen die Schiffe möglichst vorteilhaft verteilen, Thomas. Ändern Sie gleich den Kurs auf genau Nord und segeln Sie über Steuerbordbug.»

Über die bewegte See drang das Stakkato der Trommeln an sein Ohr: Matrosen und Marine-Infanteristen des Geschwaders rannten auf Gefechtsstationen.

Herrick nickte.»Aye, Sir, das ist ratsam. Ich lasse signalisieren, sowie die Nicator das letzte Signal bestätigt hat.»

«Hat schon bestätigt, Sir!«Glassons sonst so scharfe Stimme klang gedämpft.

«Melden Sie's gefälligst sofort, Mr. Glasson«, schnauzte Veitch ihn an.»Sonst bleiben Sie für immer Stellvertretender!»

Bolitho hörte diesen Wortwechsel nicht, er dachte nach. Wie stark auseinandergezogen mochte die feindliche Flotte segeln? Hatte sie nur ein Flaggschiff oder mehrere?

«Lassen Sie die Barkasse aussetzen, Captain Herrick«, sagte er.»Sie soll die Depeschen zur Harebell bringen… Und Briefe nach England, falls jemand welche hat.»

Rufe hallten über das Deck, die Bootsmannschaft rannte nach achtern, von Yeo, dem Bootsmann, und seiner mächtigen Stimme angetrieben.

Nochmals sah Bolitho nach seinem Stander. Es war jetzt heller, doch immer noch ziemlich windstill. Auf dem neuen Kurs und Bug würden sie etwas mehr Fahrt machen, aber es konnte trotzdem noch eine Ewigkeit dauern, bis sie Feindberührung hatten.

Pascoe, den schweren Depeschenbeutel unterm Arm, kam herbeigerannt.»Boot ist klar, Sir.»

«Dann ab mit dir, Adam. Halte dich drüben nicht auf und sage Commander Inch, er soll versuchen, die Flotte so schnell wie möglich zu erreichen.»

«Werden wir uns die Luvposition sichern können?«- fragte Herrick.

«Das läßt sich noch nicht sagen, Thomas. «Bolithos Magen zog sich zusammen. Hunger? Angst? Er war sich nicht darüber klar.»Aber wenn der Verband so ist, wie ich ihn mir vorstelle, dann ist er bestimmt so groß, daß wir ihn rechtzeitig sehen.»

Veitch kam wieder nach achtern.»Boot hat abgelegt, Sir. Die pullen wie die Teufel.»

«Danke. «Er zog die Uhr.»In fünfzehn Minuten können Sie gefechtsklar machen lassen. Inzwischen geben Sie Signal an Geschwader: Kurs Nord. Und wenn der Befehl ausgeführt ist, neues Signaclass="underline" Gefechtslinie formieren.»

Als Bolitho ging, schrillten bereits die Bootsmannsmaatenpfeifen, und die Männer rannten auf ihre Stationen. Alles das und noch mehr konnte er Herrick überlassen. Jetzt.

Automatisch zog er unter der Kampanje den Kopf ein. Grubb brüllte:»Klar bei Brassen!«Das Ruder schwang herum, die losen Segel knallten und bespritzten die Männer mit großen Tropfen.

Die Kajüte kam ihm sehr kühl vor; er saß fast reglos in seinem Sessel, während Allday ihn schnell rasierte und Ozzard ihm schwarzen Kaffee servierte.»Das war der letzte, Sir«, sagte er dabei kläglich.

«Macht nichts«, murmelte Allday,»wir holen uns welchen von den Franzosen.»

Von oben kam das Stampfen vieler Füße, das Quietschen der Blöcke und Taljen. Dazu Veitchs Stimme, hohl verfremdet durch das Sprachrohr:»Lebhafter dort drüben! Belegt die Brassen, Bootsmann!»

Im dämmrigen Laternenlicht war die Kajüte besonders dunkel. Im Geiste sah er das Schiff auf Nordkurs vor sich, die anderen in Linie dahinter. Nun mußte es bald soweit sein.

Dann war es auf einmal still; aber schon Sekunden später wirbelten die Trommeln scharf, nervenzerreißend. Leroux' kleine Trommeljungen mußten direkt beim Skylight stehen.

Das Schiff erzitterte. Jedes Deck reagierte auf seine Weise und mit seinen eigenen Geräuschen; Trennwände wurden niedergelegt, Kisten und nicht benötigtes Schiffsgeschirr nach unten geschafft; jeder Geschützführer lief um seine Mannschaft herum wie die Henne um ihre Küken.

Allday trat zurück und wischte das Rasiermesser ab.»In acht Minuten gefechtsklar, Sir. Mr. Veitch hat gelernt, wie Sie's haben wollen.»

Bolitho stand auf und ließ sich von Ozzard in den Galarock helfen.»Letztes Mal hat Captain Farquhar dem Gegner diese Ehre erwiesen«, sagte er, und ihre Augen trafen sich.»Nun noch den Degen.»

Ozzard wartete, bis Allday das Koppel geschlossen hatte, stürzte dann wieder herzu und band Bolithos schwarzes Haar mit einer Schleife im Nacken zusammen.

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