Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]
- Автор: Буджолд Лоис Макмастер
- Серия: Chalion (de) #2
- Год: 2005
- Язык: немецкий
- Год: Bastei L
- ISBN: 3-404-20505-7
- Переводчик: Alexander Lohmann
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]». Краткое содержание книги:
Es war kein Wunder, dass sie eine Art verlorenen Helden in ihm sah, als sie heranwuchs. Joen konnte nicht in die gewaltigen Fußstapfen ihres Vaters treten, denn ihr Geschlecht schloss sie von Kriegführung und Politik aus. Hatte sie versucht, ihn in einem Sohn gleichsam wiederzuerschaffen? All diese Schwangerschaften … Ista hatte zwei davon erlebt, und sie unterschätzte nicht den ungeheuren Zoll, den sie dem Körper und der Kraft einer Frau abverlangten.
Ista runzelte die Stirn. »Ich dachte daran, was Cattis Dämon gesagt hat. Sie kommt, hat er gerufen, als wäre es ein grässliches Ereignis. Ich hatte es auf mich bezogen, denn ich glaube, dass mein von den Göttern berührter Zustand für Dämonen eine Heimsuchung ist. Aber ich komme nicht, ich bin schon hier. Also macht es keinen Sinn … wie das Meiste von dem, was der Dämon sagte.«
Illvin meinte nachdenklich: »Wenn am Hof von Jokona tatsächlich jemand in Zauberei verstrickt ist, um gegen Chalion vorzugehen, läuft es bisher nicht allzu gut für ihn. Wenn Ihr Recht habt, hat er seine beiden dämonenbesetzten Abgesandten verloren — die bedauernswerte Umerue und der Befehlshaber des Heerzuges —, als ihr Können das erste Mal auf die Probe gestellt wurde.«
»Das mag sein«, sagte Ista. »Jedoch nicht, ohne die jokonische Sache voranzubringen. Die Heilige in Rauma ist tot, und Porifors … ist ziemlich abgelenkt.«
Auf diese Worte hin blickte er sie eindringlich an. »Arhys führt uns immer noch. Ist es nicht so?«
»Ja, im Augenblick noch. Aber es ist deutlich zu sehen, dass seine Reserven schwinden.«
Das erinnerte Illvin daran, noch einen Bissen Brot zu sich zu nehmen, wobei er nachdenklich das Gesicht verzog. »Wie mir scheint« meinte er, »haben wir jemanden, der die intimsten Pläne unseres Feindes kennt. Wenn es am Hofe Sordsos tatsächlich jemanden gibt, der hinter allem steckt. Ich meine den Dämon. Wir sollten ihn ein weiteres Mal befragen, und diesmal entschlossener.« Nach kurzem Nachdenken fügte er hinzu:
»Es wäre vielleicht besser, wenn Arhys nicht dabei wäre.«
»Ich sehe, worauf Ihr hinauswollt. Hier, vielleicht, morgen?«
»Wenn es sich einrichten lässt. Ich bin mir nicht sicher, ob Catti einverstanden ist, wenn Arhys sie nicht überredet.«
»Man muss sie dazu bringen.«
»Das überlasse ich Euch.«
Und zwar mit größter Erleichterung, falls Ista seine Miene richtig deutete. »Aber waren die beiden verlorenen Zauberer alle, die Jokona aufzubieten hatte, oder waren es nur zwei von vielen?«, gab sie zu bedenken. »Wenn all die Elementargeister, die in letzter Zeit in Chalion gefunden wurden, aus derselben Quelle stammen, verloren gingen oder entkommen konnten, wie viele wurden dann eingefangen, wie beabsichtigt? Und wie? Vielleicht wurden die beiden Zauberer geopfert — so, wie der Befehlshaber eines großen Heeres mehrere Krieger in eine Lücke schicken würde und die Verluste in Kauf nimmt, weil er davon ausgeht, dass der Gewinn es aufwiegt. Hätte er nur wenige Krieger, würde er so etwas nicht tun. Es sei denn, er wäre sehr verzweifelt …« Sie klopfte mit den Fingern auf die Armlehne. »Nein, Joen kann es nicht sein. Sie würde keinen Dämon in ihre eigene Tochter setzen.« Sie schaute zu Goram hinüber. »Es sei denn, sie wäre bezüglich der Natur und der Auswirkungen dieser Kreaturen schrecklich unwissend — und in diesem Fall wüsste ich nicht, wie sie auch nur einen Zauberer beherrschen sollte, geschweige denn viele.«
Illvin warf ihr einen seltsamen Blick zu. »Ihr liebt Eure Tochter sehr, nehme ich an.«
»Wer würde das nicht?« Istas Lächeln wurde weicher. »Sie ist der strahlende Stern Chalions. Mehr, als ich hätte hoffen können oder verdient habe, denn während meiner dunklen Zeiten konnte ich sehr wenig für sie tun.«
»Hm.« Er schenkte ihr ein merkwürdiges Lächeln. »Und doch sagt Ihr, dass Ihr nie jemanden so sehr geliebt habt, dass Ihr Euch Gedanken über ein Wiedersehen im Himmel gemacht hättet.«
Sie machte eine knappe, entschuldigende Handbewegung. »Ich glaube, die Götter geben uns Kinder, um uns zu lehren, was wahre Liebe tatsächlich bedeutet, damit wir schließlich ihrer Gesellschaft würdig sind. Eine Lehre für jene, deren Herzen zu teilnahmslos oder träge sind.«
»Träge? Oder bloß …«
Die Leine aus weißem Feuer wurde dicker; kraftlos fiel seine Hand auf die Decke nieder. Goram blickte betreten auf die vielen Speisen, die auf dem Servierbrett zurückgeblieben waren. Ista sah, wie Illvin nach hinten sank und seine Augen zufielen, und sie biss ohnmächtig die Zähne zusammen. Sie wollte diesen Verstand auf ihrer Seite haben, wenn sie den Rätseln hier entgegentrat; doch Arhys’ Körper schien dieser Tage gleichermaßen gebraucht zu werden. Sie wünschte sich, es wäre Winter, und sie könnte eine weitere Stunde für Illvin abzweigen. Aber es war entsetzlich heiß, sodass sie es nicht wagen konnte, den Grafen der Verwesung auszusetzen.
»Kommt zurück, schimmernde Ista«, hauchte er mit einem leisen Seufzer. »Bringt Catti …«
Fort. Es war, als müsse man ihm beim Sterben zusehen, jeden Tag. Sie wollte sich nicht daran gewöhnen.
Ista wandte sich der Treppe zum steinernen Innenhof zu. »Dy Cabon, begleitet mich bitte. Wir müssen reden.«
»Und ich, Majestät?«, fragte Liss erwartungsvoll.
»Du kannst es dir in Rufweite bequem machen.«
Liss verstand den Hinweis und schlenderte zur Bank auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes. Nach einem Augenblick der Unsicherheit folgte ihr Foix, der anscheinend nicht verärgert war. Kaum hatten sie sich gesetzt, steckten sie auch schon die Köpfe zusammen.
Ista führte dy Cabon zurück zu der Bank im Schatten des Säulenganges. Sie bedeutete ihm, sich zu setzen, und er ließ sich mit einem Schnaufen nieder. Die Tage auf dem Pferd und in ständiger Aufregung hatten ihn sichtlich Kraft gekostet: Seine fleckigen weißen Roben hingen lose herab, und sein Gürtel war einige Löcher enger geschnallt. Ista erinnerte sich an den riesigen Körperumfang und die überbordende Fülle des Gottes, als dieser für den Traum dy Cabons Aussehen angenommen hatte. Es fiel ihr schwer, im derzeitigen Zusammenschrumpfen eine Verbesserung zu sehen.
Sie setzte sich neben ihn. »Ihr habt gesagt, Ihr wart bei der Bannung eines kleineren Dämons zugegen«, sagte sie. »Wie wurde der Bewohner des Frettchens aus der Welt geschafft? Was habt Ihr beobachtet?«
Er zuckte mit den breiten Schultern. »Da war nicht viel zu sehen, mit meinen unzureichenden Augen. Der Erzprälat von Taryoon führte mich zu der Geistlichen, die sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet hatte, eine ältere Frau, die hinfällig in einem Bett des Siechenhauses lag. Sie schien bereits zu drei Vierteln von der Welt losgelöst. Die Welt der Materie bereitet uns viele Freuden, dass es mir undankbar erscheint, ihrer müde zu sein. Die Frau aber sagte mir, sie habe schon zu viel Leid ertragen müssen und würde diesen Tisch nun mit Freuden verlassen und sich zu einem besseren Bankett gesellen. Sie sehnte sich nach ihrem Gott, wie sich ein müder Reisender nach dem eigenen Bett sehnt.«
Ista warf ein: »Ein Mann, der unter außergewöhnlichen Umständen einer mystischen Vision teilhaftig wurde, erzählte mir einmal, er habe die Seelen der Sterbenden wie Blumen im Garten der Göttin emporsteigen sehen. Er war allerdings von der Frühlingsherrin erwählt worden. Ich nehme an, jeder Gott hat seinen eigenen bildlichen Ausdruck — prachtvolle Tiere für den Herbstsohn, starke Männer und schöne Frauen für den Vater und die Mutter. Und für den Bastard?«
»Er nimmt uns so, wie wir sind. Hoffe ich.«
»Hm.«
»Aber nein«, fuhr dy Cabon fort. »Es gab keine besonderen Kniffe oder auch nur Gebete. Die Geistliche sagte, so etwas brauchte sie nicht. Da sie diejenige war, die starb, stritt ich nicht mit ihr darüber. Ich fragte sie, wie es denn sei, zu sterben. Sie schenkte mir einen seltsamen Blick aus dem Augenwinkel und sagte ein wenig beißend, wenn sie es herausgefunden hätte, würde sie es mich wissen lassen. Der Erzprälat bedeutete mir, dem Frettchen die Kehle durchzuschneiden, und das tat ich, über einer Schale. Die alte Frau seufzte, und dann schnaubte sie, als hätte sie noch so eine dumme Bemerkung gehört wie die meine, von der wir aber nichts mitbekommen hatten. Und dann … erlosch sie einfach. Sie brauchte nur einen Augenblick, um vom Leben zum Tod überzugehen. Und das war es dann. Vom Saubermachen nachher abgesehen.«