Die Elfenkönigin von Shannara
- Автор: Брукс Терри
- Серия: Erbe von Shannara #3
- Год: 1992
- Язык: немецкий
- Переводчик: Karin Konig
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Elfenkönigin von Shannara». Краткое содержание книги:
»Wenn ich uns nicht in die Irre führe, werden wir bei Einbruch der Nacht oben auf dem – grrrrr – Kamm herauskommen«, hatte der Stachelkater versprochen.
Wren hatte ihn fragen wollen, woher er von den Tunneln wußte, beschloß dann jedoch, daß das Wissen des Stachelkaters wahrscheinlich von den Elfen stammte und daß es ihn nur ärgerlich machen würde, wenn er darüber sprechen sollte. Auf jeden Fall schien er zu wissen, wohin er ging. Die Nase vorgestreckt, drängte er am Rande des Fackellichts vorwärts, als versuche er, sie in seinem Kielwasser voranzuziehen. Er zögerte nicht ein einziges Mal, selbst wenn er auf abzweigende Durchgänge traf und gezwungen war, sich zu entscheiden. Sie drehten und wanden sich durch den kühlen Fels voran, mußten beständig klettern und sich selbst und ihr Gepäck durch die Dunkelheit schleppen. Immer wieder mußten sie die Wassertropfen wegwischen, die mit kalten, stechenden Spritzern auf ihren Gesichtern und ihren Händen landeten. Der Schritt ihrer Stiefel hallte in der tiefen Stille hohl wider, und ihren Atem hörten sie als ein rauhes Zischen. Sie lauschten aufmerksam, ob sie Verfolger hatten, hörten aber nichts.
An einer Stelle waren sie gezwungen, einen ziemlich steilen Abhang zu einer Öffnung hinabzusteigen, wo sich zwei Wege kreuzten und wo die Lava sich aus einem hohlen Kern innerhalb des Berges hervorgedrängt und ein gähnendes Loch hinterlassen hatte, das sich dunkel unter ihnen öffnete. Weiter vorn befand sich eine Höhle, wo sich die Lava eine Zeitlang gesammelt und dabei eine Reihe von Durchgängen geschaffen hatte, die sich kreuz und quer durch den Berg schlängelten. Stresa wußte jeden Augenblick, was zu tun war, welchem Tunnel sie folgen mußten und wo der Durchgang lag, der sie in Sicherheit bringen würde.
Die Stunden verrannen, und ihr Marsch nahm kein Ende. Wren ließ Faun auf ihrer Schulter reiten. Die hellen Augen des Baumschreiers schossen nach links und nach rechts, und seine Stimme drang als leises Murmeln an ihr Ohr. Sie hörte eine Zeitlang auf, nachzudenken, und konzentrierte sich statt dessen darauf, einen Fuß vor den anderen zu setzen, die Bewegung der Schatten im Fackellicht zu beobachten. Diese und ein Dutzend andere irdische, sinnlose Ablenkungen halfen ihr, ihrem erschöpften Geist und ihren Empfindungen die notwendige Ruhe zu verschaffen.
Als die Nacht hereinbrach, kamen sie schließlich aus den Tunneln heraus, traten aus der rauchigen Schwärze mitten in ein Wäldchen aus zierlichen Eschen und Gestrüpp, das an der Vorderseite der Klippe wuchs. Vor ihnen erstreckte sich ein Sims in den Nebel. Hinter ihnen ragte der Berg zu einer zerklüfteten, leeren Kammlinie hinauf. Der Himmel über ihnen war düster und bewölkt, und ein leichter Regen fiel herab.
Sie gingen von den Tunneln fort zu einem Akazienwäldchen am Rande des Blackledge und richteten sich dort für die Nacht ein. Sie breiteten ihre Ausrüstung aus und nahmen eine eilige Mahlzeit ein, und dann wickelten sie sich in ihre Umhänge und Decken und bereiteten sich auf den Schlaf vor. Es war kalt auf dem Berg, und der Wind blies in scharfen Böen über sie hinweg. Weit entfernt konnte Wren das Rumpeln des Killeshan hören und das rote Glühen seines Feuers durch den Dunst schimmern sehen. Die Erde hatte erneut zu beben begonnen, es war eine langsame, beklemmende Erschütterung, die Felsgestein und Erde löste, so daß sie herabfielen, und die Bäume schwanken und die Blätter wie erschreckte Kinder flüstern ließ.
Wren lehnte sich gegen eine abgestorbene Akazie zurück, deren entblößte Wurzeln sich auf dem Felsgestein kaum mehr festhielten. Für kurze Zeit lag der Ruhkstab vergessen auf ihrem Schoß. Faun verbarg sich, solange das Beben anhielt, an ihrer Schulter, und verschwand dann schutzsuchend unter ihrer Decke. Sie beobachtete, wie die schlanke, kräftige Gestalt von Dal, der die erste Wache übernahm, an ihr vorbeiglitt. Ihre Augen waren schwer, während sie hinaus in die Dunkelheit schaute, aber sie stellte fest, daß sie noch nicht bereit war zu schlafen. Sie mußte erst noch eine Weile nachdenken. Kurz darauf tauchte plötzlich Gavilan hastig aus der Dunkelheit auf.
»Tut mir leid«, entschuldigte er sich eilig. »Kann ich mich eine Weile zu dir setzen?«
Sie nickte schweigend, und er setzte sich neben sie. Er hatte seine eigene Decke lose um die Schulter gelegt, und sein Haar war zerzaust und feucht. Sein hübsches Gesicht war von Müdigkeit gezeichnet, aber dennoch erschien ein Hauch des vertrauten Lächelns.
»Wie fühlst du dich?«
»Es geht mir gut«, antwortete sie.
»Du siehst sehr müde aus.«
Sie lächelte.
»Ich wünschte, wir hätten es gewußt«, murmelte er.
Sie schaute zu ihm hinüber. »Was gewußt?«
»Alles. Irgendwas! Etwas, das uns besser auf das vorbereitet hätte, was wir durchmachen.« Seine Stimme klang für sie seltsam, fast als sei er wahnsinnig. »Es ist fast, als würde man ohne Karte auf einem Ozean ausgesetzt und bekäme gesagt, man solle in Sicherheit steuern, aber gleichzeitig davon absehen, den Rest Trinkwasser zu gebrauchen, den man glücklicherweise dabei hat.«
»Was meinst du?«
Er wandte sich ihr zu. »Denk darüber nach, Wren. Wir besitzen sowohl den Loden als auch die Elfensteine – genug Magie, um fast alles zu vollbringen. Und dennoch haben wir anscheinend Angst, diese Magie anzurufen, fast als würden wir davon zurückgehalten, es zu tun. Aber das werden wir doch nicht, oder? Ich meine, was sollte uns daran hindern? Denk daran, wieviel besser die Dinge wurden, als du die Elfensteine benutztest, um einen Weg aus Eden’s Murk heraus zu finden. Wir sollten diese Magie bei jedem Schritt unseres Weges benutzen! Wenn wir das getan hätten, könnten wir jetzt vielleicht schon am Strand sein.«
»So geht es nicht, Gavilan. Sie kann nicht alles.«
Aber er hörte nicht zu. »Noch schlimmer ist es, wie wir die Magie mißachten, die im Loden enthalten ist. Ja, sie wird gebraucht, um die Elfen und Arborlon auf der Reise zurück ins Westland zu behüten. Aber ist dazu die ganze Magie nötig? Ich glaube das keinen Augenblick!« Er ließ seine Hand kurzzeitig auf dem Ruhkstab ruhen. Seine Worte wurden plötzlich inbrünstig. »Warum sollen wir die Magie nicht gegen die Wesen gebrauchen, die uns jagen? Warum sollen wir uns nicht einfach einen Weg mitten durch sie hindurch brennen? Oder noch besser, warum sollen wir nicht etwas erschaffen, das dort hinausgehen und sie zerstören kann!«
Wren sah ihn an und konnte nicht glauben, was sie hörte. »Gavilan«, sagte sie ruhig. »Ich weiß alles über die Dämonen. Eowen hat es mir gesagt.«
Er zuckte die Achseln. »Es war an der Zeit, nehme ich an. Es lag an Ellenroh, daß es dir niemand vorher gesagt hat.«
»Wie auch immer«, fuhr sie fort, senkte ihre Stimme und verlieh ihr Festigkeit, »wie kannst du nur vorschlagen, die Magie dazu zu benutzen, etwas anderes zu erschaffen?«
Sein Gesicht verhärtete sich. »Warum? Weil etwas schiefgegangen ist, als sie früher benutzt wurde? Weil jene, die sie gebraucht haben, nicht die Fähigkeit oder die Kraft oder das Gefühl dafür hatten, sie angemessen zu benutzen?«
Sie schüttelte schweigend den Kopf.
»Wren! Die Magie muß benutzt werden! Sie muß es! Dafür vor allem ist sie gedacht! Wenn wir keinen Gebrauch davon machen, wird jemand anderes es tun, und was dann? Das ist kein Spiel. Soviel weißt auch du. Es gibt Wesen dort draußen, die so gefährlich sind, daß...«
»Wesen, die die Elfen geschaffen haben!« sagte sie ärgerlich.
»Ja. Durch einen Fehler, das gebe ich zu! Aber andere hätten sie geschaffen, wenn wir es nicht getan hätten!«