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Die Meisterin

Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:

Wer über magische Fähigkeiten verfügt, hat in Imardin die Macht. Rücksichtslos setzen sich die Mitglieder der Gilde der schwarzen Magier über die Armen und Gewöhnlichen hinweg. Keiner wagt es, sich zu wehren. Nur Sonea, das Bettlermädchen, begehrt auf...
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Der Krieger runzelte die Stirn. »Dann sollte ich ihn wohl besser aufsuchen. Guten Abend, Lord Rothen, Botschafter Dannyl.«

Als Garrel gegangen war, verzog Larkin das Gesicht. »Ich dachte, Ihr würdet Euch darüber freuen, wenn jemand Euch rettet«, bemerkte der junge Magier. »Nicht dass Ihr das nötig hättet, Botschafter. Einige von uns haben allerdings bemerkt, dass jene, die Garrel in ein längeres Gespräch verstrickt, eine Unterbrechung früher oder später sehr zu schätzen wissen. Vorzugsweise früher.«

»Vielen Dank, Lord Larkin«, sagte Dannyl. Er sah Rothen an und lächelte schief. »Ich dachte, wir wären die Einzigen, denen das aufgefallen ist.«

»Oh, es bedarf einiger Übung, ein solches Geschick darin zu entwickeln, anderen derart Unbehagen zu bereiten. Garrel hielt Euch wohl für ein lohnendes Ziel, nachdem man wieder einmal so viel Wirbel um nichts veranstaltet hat.«

Dannyl zog überrascht die Augenbrauen in die Höhe. »Seid Ihr wirklich dieser Auffassung?«

»Nun, es ist wohl kaum so schlimm wie… wie die Benutzung schwarzer Magie«, antwortete der junge Mann. Dann sah er Rothen an und errötete. »Nicht dass ich den Rebellen Glauben schenken würde, aber…« Er ließ den Blick durch den Raum wandern, dann trat er einen Schritt zurück. »Wenn Ihr mich bitte entschuldigen würdet, Botschafter, Lord Rothen. Lord Sarrin hat mir gerade ein Zeichen gegeben, dass er mich zu sprechen wünscht.«

Larkin nickte ihnen zu, dann eilte er davon. Dannyl sah sich um.

»Wie interessant. Sarrin ist nicht einmal hier.«

»Ja«, erwiderte Rothen. »Es ist tatsächlich interessant. Vor allem die Bemerkung, dass du gerettet werden musstest. Was offenkundig nicht der Fall ist, Dannyl. Tatsächlich glaube ich nicht, dass du meine Unterstützung heute Abend überhaupt benötigt hättest.« Er stieß einen übertriebenen Seufzer aus. »Es ist wirklich sehr entmutigend.«

Dannyl grinste und klopfte Rothen auf die Schulter. »Es muss eine solche Enttäuschung für dich sein, dass deine Novizen ständig irgendwelche Reisen unternehmen.«

Rothen zuckte die Achseln, dann erstarb sein Lächeln. »Ah, wenn diese spezielle Reise nur nicht nach Sachaka führen würde.«

20

Die Strafe der Gilde

Als Dannyl die Tür zu Administrator Lorlens Büro erreichte, hielt er kurz inne, um tief durchzuatmen und die Schultern zu straffen. Die höheren Magier hatten früher, als er erwartet hatte, um eine Zusammenkunft gebeten, und an ihm nagte das Gefühl, dass er sich besser hätte vorbereiten sollen. Er blickte auf den Ordner mit seinem Bericht, dann zuckte er die Achseln. Selbst wenn ihm etwas eingefallen wäre, wäre es jetzt zu spät gewesen, um noch Veränderungen vorzunehmen.

Er klopfte an die Tür. Sie schwang auf, und Dannyl trat ein. Er nickte den Magiern zu, die bereits auf den Stühlen in Lorlens Büro saßen. Lady Vinara und Lord Sarrin waren anwesend, ebenso der Auslandsadministrator Kito. Wie gewöhnlich saß Lorlen hinter seinem Schreibtisch. Der Administrator deutete auf einen freien Stuhl.

»Bitte, setzt Euch, Botschafter Dannyl«, sagte Lorlen. Während Dannyl der Aufforderung nachkam, schwieg Lorlen. »Ich hätte gern bis zu Lord Balkans Rückkehr gewartet«, fuhr Lorlen fort, »bevor ich Euch bat, uns Eure Begegnung mit den Rebellen genau zu schildern, aber die Notwendigkeit, Akkarins Behauptungen sobald wie möglich nachzugehen, hat uns zu dem Schluss geführt, dass diese Angelegenheit keinen Aufschub duldet, und Eure Geschichte könnte durchaus ein wenig Licht auf Akkarins Treiben werfen. Also, erzählt uns, welche Befehle Akkarin Euch gegeben hat.«

»Vor gut sechs Wochen habe ich einen Brief von ihm erhalten.« Dannyl schlug den Ordner auf und nahm den Brief heraus. Dann ließ er ihn auf Lorlens Schreibtisch schweben.

Der Administrator griff nach dem Brief und las ihn laut vor.

»Ich beobachte seit einigen Jahren die Anstrengungen einer kleinen Gruppe elynischer Höflinge, ohne die Hilfe oder das Wissen der Gilde Magie zu erlernen. Aber erst vor kurzem war ihnen ein erster Erfolg beschieden. Nachdem es jetzt zumindest einem von ihnen gelungen ist, seine Kräfte freizusetzen, ist die Gilde berechtigt und verpflichtet, sich dieser Angelegenheit anzunehmen. Ich sende Euch mit diesem Schreiben Informationen über die besagte Gruppe. Ihr werdet feststellen, dass Euer Verhältnis zu dem Gelehrten Tayend von Tremmelin sehr dazu beitragen wird, diese Leute davon zu überzeugen, dass Ihr vertrauenswürdig seid.«

Wie Dannyl erwartete, tauschten die anderen Magier verwirrte Blicke.

»Ich nehme an, Akkarin sprach von Eurer Arbeitsbeziehung mit diesem Gelehrten?«, fragte Sarrin.

Dannyl breitete die Hände aus. »Ja und nein. Ich vermute, er bezog sich da auch auf Gerüchte über unsere persönliche Beziehung. Tayend ist, wie die Elyner sagen, ein ›Junge‹.« Sarrin zog die Augenbrauen hoch, aber weder er noch die anderen höheren Magier schienen diesen Ausdruck verwirrend zu finden, daher fuhr Dannyl fort. »Die Elyner stellen, seit Tayend mich bei meinen Nachforschungen unterstützt hat, Spekulationen darüber an, ob uns mehr verbindet als gelehrtes Interesse.«

»Und Ihr habt die Rebellen in dem Glauben gelassen, dies entspreche der Wahrheit, so dass sie das Gefühl hatten, Euch erpressen zu können, solltet Ihr ihnen irgendwelche Probleme bereiten?«, fragte Sarrin.

»Ja.«

»Akkarin hat sich nicht sehr genau ausgedrückt. Er könnte gewollt haben, dass Ihr die Rebellen in dem Glauben ermutigt, Euch und Eurem Assistenten würde die Hinrichtung drohen, sollte offenbar werden, dass Ihr Magie unterrichtet.«

Dannyl nickte. »Diese Möglichkeit habe ich natürlich in Betracht gezogen. Aber es hätte nicht genügt, um die Rebellen dazu zu bringen, mir zu vertrauen.« Zu Dannyls Erleichterung nickte Kito.

»Also wollte Akkarin der Gilde mitteilen, dass er Euch gebeten habe, eine Beziehung zu Eurem Assistenten vorzutäuschen«, sagte Vinara, »als Ihr jedoch hier angekommen seid, war er bereits verhaftet worden. Administrator Lorlen hat den Vorschlag gemacht, dass Ihr vorgebt, die Täuschung sei Eure Idee gewesen.«

»Das ist richtig.«

Die Heilerin zog die Augenbrauen hoch. »Und hat das funktioniert?«

Dannyl zuckte die Achseln. »Im Allgemeinen glaube ich, ja. Welchen Eindruck hattet Ihr?«

Sie nickte. »Die meisten haben Eure Geschichte akzeptiert.«

»Und die anderen?«

»Sind als Waschweiber bekannt.«

Dannyl nickte. Wenn er an Lord Garrels Fragen im Abendsaal zurückdachte, fragte er sich, ob Vinara den Krieger ebenfalls zu den »Waschweibern« zählte.

Lorlen stützte die Ellbogen auf den Schreibtisch. »Und nun erzählt uns, wie Ihr die Rebellen kennen gelernt habt.«

Dannyl setzte seine Geschichte fort und berichtete, wie er ein Treffen mit dem Dem Marane und einen Besuch in dessen Haus arrangiert hatte. Er beschrieb den Unterricht, den er Farand gegeben hatte, und Tayends Entdeckung des Buches in Maranes Bibliothek, das den letzten Ausschlag gegeben hatte, die Rebellen zu verhaften.

»Ich hatte in Erwägung gezogen, abzuwarten, ob sie weiter meine Hilfe beanspruchen würden, nachdem Farand die Kontrolle seiner Kraft erlernt hatte«, erklärte Dannyl. »Auf diese Weise hätte ich vielleicht die Namen anderer Rebellen in Erfahrung bringen können. Als ich jedoch sah, wovon das Buch handelte, wusste ich, dass es ein zu großes Risiko gewesen wäre. Selbst wenn der Dem mir gestattet hätte, dieses Buch zu behalten, wäre es durchaus möglich gewesen, dass sich noch andere Bücher im Besitz der Rebellen befanden. Wenn sie verschwunden wären, nachdem Farand seine Magie zu kontrollieren gelernt hatte, hätten sie sich anhand solcher Schriften selbst die Künste der schwarzen Magie beibringen können, und dann hätten wir es mit Schlimmerem zu tun bekommen als wilden Magiern.« Dannyl hielt inne und verzog das Gesicht. »Ich hätte nie gedacht, dass dieser Fall bereits eingetreten war.«

Sarrin rutschte auf seinem Stuhl hin und her und runzelte die Stirn. »Glaubt Ihr, dass Akkarin von diesem Buch gewusst hat?«

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