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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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»Was für ein Leben, was für eine Tätigkeit fordert Andrej noch?« sprach Oblomow, die Augen nach dem Essen weit aufreißend, um nicht einzuschlafen. »Ist denn das kein Leben? Ist denn die Liebe kein Dienst? Er sollte es einmal versuchen! Jeden Tag zehn Werst zu Fuß zurückzulegen! Gestern habe ich in der Stadt in einem schlechten Gasthof übernachtet, habe in den Kleidern geschlafen, habe nur die Stiefel ausgezogen und war ohne Sachar, und das alles dank ihrer Aufträge!«

Am qualvollsten war es für ihn, wenn Oljga ihm irgendeine fachwissenschaftliche Frage vorlegte und ihm, wie einem Professor, eine sie befriedigende Auskunft abforderte; und sie tat es häufig, nicht aus Pedanterie, sondern einfach, weil sie wissen wollte, wie sich die Sache verhielt. Sie vergaß sogar oft die Ziele, die sie in bezug auf Oblomow im Auge hatte, und ließ sich von dem Gegenstande selbst hinreißen. »Warum lehrt man uns das nicht?« sagte sie nachdenklich und ärgerlich, während sie manchmal gierig den Bruchstücken eines Gespräches über ein Thema lauschte, das man für Frauen als unnötig zu betrachten gewohnt war. Eines Tages trat sie an ihn mit einer Frage bezüglich der Doppelsterne heran; er beging die Unvorsichtigkeit, sich auf Herschel zu berufen, wurde in die Stadt geschickt, mußte das Buch lesen und ihr so lange daraus erzählen, bis sie befriedigt war. Ein anderes Mal war er unvorsichtig genug, in einem Gespräche mit dem Baron ein paar Worte über die Schulen in der Malerei fallen zu lassen - jetzt hatte er wieder Arbeit für eine Woche; er mußte lesen und erzählen; dann fuhren sie noch in die Bildergalerie, und dort mußte er das Gesehene durch das Gelesene bestätigen. Wenn er irgend etwas aufs Geratewohl sagte, merkte sie es sofort und gab erst recht keine Ruhe. Dann mußte er eine Woche lang in die Geschäfte fahren und Stiche von den besten Bildern suchen. Der arme Oblomow wiederholte das, was er einst gelernt hatte, oder er stürzte in die Bücherläden, um neue Quellen aufzustöbern, und manchmal schlief er eine ganze Nacht nicht, wühlte in den Büchern herum und las, um am nächsten Morgen wie zufällig die gestrige Frage mit den Kenntnissen, die er aus dem Archiv seines Gedächtnisses hervorgesucht hatte, zu beantworten. Sie legte diese Fragen nicht mit weiblicher Zerstreutheit und nicht nach der Eingebung einer augenblicklichen Laune, das eine oder andere zu wissen, sondern energisch und ungeduldig vor, und wenn Oblomow schwieg, strafte sie ihn mit einem langen, prüfenden Blick. Wie erzitterte er bei diesem Blick!

»Warum sagen Sie nichts, warum schweigen Sie?« fragte sie. »Man könnte meinen, daß Sie sich langweilen.«

»Ach!« sagte er, wie aus einer Ohnmacht erwachend, »wie liebe ich Sie!«

»Wirklich? Und wenn ich nicht gefragt hätte, würde es gar nicht danach aussehen.«

»Ja, fühlen Sie denn wirklich nicht, was in mir vorgeht?« begann er. »Wissen Sie, es fällt mir sogar schwer, zu sprechen. Da hier - legen Sie Ihre Hand hierher - stört mich etwas, es ist, als ob hier etwas liegt, das schwer wie ein Stein ist, wie es bei tiefem Unglück geschieht. Ist es nicht seltsam, daß im Leiden und im Glück sich im Organismus derselbe Prozeß abspielt: Es ist so schwer, zu atmen, daß es fast schmerzt, und man möchte weinen! Wenn ich weinen könnte, würden mich die Tränen ebenso wie im Unglück erleichtern ...«

Sie blickte ihn schweigend an, wie um seine Worte zu kontrollieren und damit, was auf seinem Gesichte stand, zu vergleichen, und dann lächelte sie; die Prüfung hatte sie befriedigt. Und ihr Gesicht atmete Glück aus, aber ein so friedliches, daß es unmöglich schien, es durch irgend etwas zu stören. Man sah, daß nichts ihre Brust bedrückte und daß es darin ebenso schön war wie in der Natur an diesem stillen Morgen.

»Was geht mit mir vor?« wandte sich Oblomow sinnend gleichsam an sich selbst.

»Soll ich's sagen?«

»Sagen Sie's!«

»Sie sind ... verliebt.«

»Ja, natürlich!« bestätigte er, indem er ihr die Hand von der Arbeit fortriß, sie aber nicht küßte, sondern die Finger nur fest an seine Lippen preßte und lange so zu halten beabsichtigte.

Sie versuchte, sie leise fortzuziehen, doch er hielt sie fest.

»Lassen Sie mich los, es ist genug!« sagte sie.

»Und Sie?« fragte er. »Sind Sie nicht verliebt ...«

»Verliebt - nein ... ich kenne das nicht und fürchte es; ich liebe Sie!« sagte sie und blickte ihn lange und sinnend an, als ob sie auch sich prüfte, ob sie ihn tatsächlich liebe.

»Lie...ben!« sprach Oblomow. »Aber lieben kann man ja die Mutter, den Vater, die Kinderfrau, sogar ein Hündchen; das alles deckt sich mit dem gemeinschaftlichen Sammelnamen lieben, wie mit einem alten ...«

»Schlafrock?« sagte sie lachend. »Apropos, wo ist Ihr Schlafrock?«

»Was für ein Schlafrock? Ich habe gar keinen gehabt.«

Sie blickte ihn mit einem vorwurfsvollen Lächeln an.

»Sie meinen den alten Schlafrock!« sagte er. »Ich warte; meine Seele ist vor Ungeduld zu hören erstarrt, wie aus Ihrem Herzen das Gefühl aufwallen wird, wie Sie dieses Aufwallen benennen werden, und Sie ... Gott sei mit Ihnen, Oljga! Ja, ich bin in Sie verliebt, und sage, daß es ohne das keine eigentliche Liebe gibt; man verliebt sich weder in den Vater, noch in die Mutter, noch in die Kinderfrau, sondern man liebt sie ...«

»Ich weiß nicht«, wiederholte sie, fast flüsternd, sich wieder in sich selbst vertiefend, und suchte zu erfassen, was in ihr vorging. »Ich weiß nicht, ob ich in Sie verliebt bin; wenn es nicht der Fall ist, dann ist vielleicht der richtige Augenblick noch nicht gekommen; ich weiß nur das eine, daß ich weder den Vater, noch die Mutter, noch die Kinderfrau so geliebt habe ...«

»Was ist denn dabei für ein Unterschied? Fühlen Sie etwas Besonderes?« fragte er beharrlich.

»Wollen Sie das wissen?« fragte sie schelmisch.

»Ja, ja, ja! Haben Sie denn gar kein Bedürfnis, sich auszusprechen?«

»Und warum wollen Sie es wissen?«

»Um jeden Augenblick davon zu leben: heute, die ganze Nacht und morgen, bis ich Sie wiedersehe ... Ich lebe nur davon ...«

»Sehen Sie, Sie müssen den Vorrat Ihrer Zärtlichkeit jeden Tag erneuern; das ist der Unterschied zwischen einem Verliebten und einem Liebenden. Ich ...«

»Sie?« fragte er ungeduldig.

»Ich liebe anders«, sagte sie, sich mit dem Rücken an die Bank anlehnend und mit den Augen den treibenden Wolken folgend. »Ich langweile mich ohne Sie; es tut mir leid, Sie für kurze Zeit zu verlassen, und es schmerzt mich, wenn es für lange Zeit ist. Ich habe ein für allemal erfahren und gesehen, daß Sie mich lieben. Ich kann nicht mehr und anders lieben.«

Das klingt wie Cordelias Worte! dachte Oblomow, Oljga voll Leidenschaft anblickend.

»Wenn Sie sterben würden«, sprach sie nach einer Weile weiter, »würde ich ewig nach Ihnen Trauer tragen und würde nie im Leben wieder lächeln. Wenn Sie eine andere lieben, werde ich nicht murren und Ihnen nicht fluchen, sondern werde Ihnen im stillen Glück wünschen ... Für mich ist die Liebe dasselbe wie ... das Leben, und das Leben ...«

Sie suchte nach einem Ausdruck.

»Was ist denn das Leben Ihrer Ansicht nach?«

»Das Leben ist eine Pflicht, folglich ist auch die Liebe eine Pflicht; mir ist, als hätte Gott Sie mir geschickt«, sprach sie zu Ende, indem sie die Augen zum Himmel erhob, »und mir zu lieben befohlen.«

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