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Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:

Als ein umherziehender Schausteller in Irland seine beweglichen Puppen vorführt, kommt man schnell seinem Geheimnis auf die Spur: In einem winzigen Kasten muß ein Junge diese Figuren bedienen. Er kommt so zu einer wahren Hexe in die Obhut, in die Armenschule, dann zu einer reichen Schauspielerin, aber nirgends wird dem Findling eine echte Heimat geboten. So schlägt er sich wieder allein durchs Leben und beweist dabei bald seinen unternehmerischen Geist. Ein unaufhaltsamer Aufstieg aus dem Elend beginnt für ihn, bei dem ihm aber nichts geschenkt wird.
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Zum Glück war Findling nicht Zeuge dieser Scene gewesen. Vielleicht hätte er dabei das Geheimniß seiner Zusammengehörigkeit mit dem Mörder verrathen, vielleicht wäre Birk auch auf ihn zugesprungen und hätte damit dasselbe gethan. Der Knabe hörte jedoch bald genug von dem Vorfalle.

Ganz Trelingarcastle hallte wider von den Klagen des unglücklichen Grafen Ashton. Der Marquis und die Marquise bemühten sich vergeblich, den einstigen Erben ihrer Besitzthümer zu beruhigen. Der wollte aber auf nichts hören. Ehe das Opfer nicht gerächt war, gab es für ihn keinen Trost. Auch das auf Anordnung des Lords veranstaltete »ehrenvolle« Begräbniß des Hundes vermochte seinen Schmerz nicht zu lindern, und als jener nach einer Ecke des Parkes getragen und dort die letzte Scholle Erde auf seine sterblichen Ueberreste hinabgerollt war, zog sich der Graf Ashton traurig und stumm nach seinem Zimmer zurück, das er den ganzen Abend nicht wieder verlassen sollte.

Die Unruhe, die unsern Findling quälte, kann man sich recht wohl leicht vorstellen. Vor dem Niederlegen hatte er noch eine geheime Unterredung mit der Kat, die sich wegen Birks nicht weniger geängstigt zeigte.

»Wir müssen auf der Hut sein, mein Junge, sagte die Frau, und vorzüglich nicht an den Tag kommen lassen, daß der Hund Dir gehört, das fiele auf Dich zurück, und ich weiß nicht, was daraus werden könnte.«

Findling dachte eigentlich kaum, daß er für den Tod des Wachtelhundes verantwortlich gemacht werden könnte, sondern nur daran, daß es für ihn nun sehr schwierig, wenn nicht unmöglich würde, für Birk zu sorgen. Da der Hund sich den jetzt überwachten Wirthschaftsgebäuden ungestraft nicht mehr nähern konnte, würde auch die Kat ihn des Abends schwerlich finden und heimlich Futter bringen können.

Der Knabe verbrachte eine schlechte Nacht - eine schlaflose Nacht, während er sich weit mehr um Birk als um sich selbst absorgte. Er überlegte auch, ob es für ihn nicht gerathen sei, den Dienst bei dem Grafen Ashton gleich morgen aufzugeben, und entschied sich nach Erwägung des Für und Wider, nun auszuführen, was ihn schon seit Wochen bewegte.

Erst gegen drei Uhr früh schlief er ein. Bei hellem Tag wieder erwachend, sprang er aus dem Bett, verwundert, heute von der Klingel seines Herrn nicht wie gewöhnlich gerufen worden zu sein.

Bei dem Entschlusse von der Nacht her sollte es jedenfalls bleiben. Am nämlichen Tage wollte er fortgehen unter der Angabe, daß er sich zu dem Dienste als Groom untauglich fühle. Niemand hatte ein Recht, ihn zurückzuhalten, und wenn er wegen seines Verlangens gescholten werden sollte, so fand er sich damit schon im Voraus ab. In der Erwartung, Knall und Fall weggejagt zu werden, zog er die Kleidung von der Farm her an, die zwar etwas abgenutzt, aber reinlich war, da er sie immer sorgfältig aufbewahrt hatte, und steckte die Börse mit seinem seit drei Monaten gesparten Lohn zu sich. Wenn er dann dem Lord Piborne seine Absicht, das Schloß zu verlassen, in höflichster Form mitgetheilt hätte, wollte er diesen auch noch um seinen halbmonatlichen Gehalt - bis zum 15. September - bitten, und endlich versuchen, der Kat Lebewohl zu sagen, ohne sie bloßzustellen. Hatte er dann Birk in der Nachbarschaft aufgefunden, so würden beide - gleichmäßig befriedigt, von Trelingar-castle wegzukommen - auf und davon gehen.

Erst gegen neun Uhr kam Findling nach dein Hofe hinunter, wo er mit Verwunderung hörte, daß der Graf schon seit Sonnenaufgang ausgegangen sei. Sonst brauchte dieser stets seinen Groom, um ihm beim Ankleiden behilflich zu sein, was niemals ohne Nörgeleien und grobe Vorwürfe abging.

Zu dieser Verwunderung kam aber bald noch eine sehr gerechtfertigte Beunruhigung, als er bemerkte, daß weder Bill, der Piqueur, noch die Hunde da waren.

Kat stand eben an der Thür des Waschhauses und winkte ihn zu sich heran.

»Der Graf ist mit Bill und den beiden Hunden aufgebrochen, flüsterte sie ihm zu, sie wollen auf Birk Jagd machen.«

Vor Erregung und Ingrimm konnte Findling zuerst gar nicht antworten.

»Nimm Dich in Acht, mein Junge, setzte die Wäscherin hinzu. Der Verwalter beobachtet uns; es darf nicht sein,.

- Es darf nicht sein, daß Birk getödtet wird, rief er endlich, da hab' ich auch ein Wort mit dreinzureden,.

- Was sagst Du da, Groom, und was machst Du überhaupt hier?« fragte Scarlett, der einige Brocken des Gesprächs aufgefangen hatte.

Der Groom wollte sich in keine Verhandlung mit dem Schloßverwalter einlassen und erwiderte darauf ruhig:

»Ich wünsche nur mit dem Herrn Grafen zu sprechen.

- Das kannst Du, wenn er zurückkommt, erwiderte Scarlett, wenn er dem verwünschten Köter draußen eins aufs Fell gebrannt hat,.

- Das wird er nicht thun, fiel Findling ein, der sich zwingen mußte, ruhig zu bleiben.

- Wirklich?,

- Nein, Herr Scarlett; und wenn er ihn aufjagt, sag' ich Ihnen, daß er das Thier nicht tödten wird.

- Und warum nicht?,

- Weil ich ihn daran hindern werde!

- Du?,

- Ich, Herr Scarlett! Jener Hund gehört mir und ich lasse ihn nicht tödten!«

Während der Verwalter von dieser Erklärung noch ganz verblüfft dastand, stürmte Findling schon aus dem Hof und hatte bald den Saum des Waldes erreicht.

Hier zwängte er sich wohl eine halbe Stunde lang durch das Buschwerk, wobei er zuweilen innehielt, um zu hören, ob ihn ein Geräusch auf die Spur des Grafen Ashton führen könnte.

Der Wald war todtenstill, und ein Gebell hätte von sehr weit her vernehmlich sein müssen. Nichts wies aber darauf hin, daß Birk von den Wachtelhunden des jungen Piborne etwa wie ein Fuchs gehetzt würde; ebensowenig konnte er sich klar werden, welche Richtung er wohl einzuschlagen hätte.

Das war eine Ungewißheit zum verzweifeln! Möglicherweise befand sich Birk, wenn die Hunde ihn verfolgten, schon sehr fern von hier. Wiederholt rief er dessen Namen in der Hoffnung, daß das treue Thier seine Stimme hören würde. Er fragte gar nicht, was er thun würde, um den Grafen Ashton und dessen Rüdenmeister an der Tödtung Birks zu verhindern, wenn ihnen dieser zum Schusse kam - er wußte nur, daß er ihn vertheidigen würde, und daß ihm die Kraft nicht fehlen würde, das zu thun.

So auf gut Glück weiter gehend, hatte sich Findling schon gegen zwei Meilen vom Schlosse entfernt, als er aus der Entfernung von einigen Hundert Schritten und hinter einer Gruppe großer Bäume, die neben einem Teiche aufragte, lautes Bellen hörte.

Findling blieb stehen: er hatte die Stimme der Wachtelhunde erkannt.

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