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Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:

Als ein umherziehender Schausteller in Irland seine beweglichen Puppen vorführt, kommt man schnell seinem Geheimnis auf die Spur: In einem winzigen Kasten muß ein Junge diese Figuren bedienen. Er kommt so zu einer wahren Hexe in die Obhut, in die Armenschule, dann zu einer reichen Schauspielerin, aber nirgends wird dem Findling eine echte Heimat geboten. So schlägt er sich wieder allein durchs Leben und beweist dabei bald seinen unternehmerischen Geist. Ein unaufhaltsamer Aufstieg aus dem Elend beginnt für ihn, bei dem ihm aber nichts geschenkt wird.
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Das Wetter hielt sich noch ziemlich im gleichen, doch der Weg, der mehr aufwärts führte, wurde schon mühsamer. Dieser Theil der Grafschaft Cork hat eine sehr wechselnde Oberfläche. Die von Kanturk nach dem Hauptorte führende Straße durchschneidet das verwickelte Gelände der Boggeraghberge mit steilen Pfaden und vielfachen Windungen. Findling brauchte nur dem Wege nachzugehen, so konnte er sich nicht verirren. Uebrigens besaß er ein Orientierungsvermögen wie ein Chinese oder ein Fuchs, und außerdem begegnete er wiederholt von den Feldern und Wiesen kommenden Landleuten oder auch Wagen, die von dem einen Dorfe nach dem andern fuhren. Wenn nöthig, hätte er sich also stets nach der einzuschlagenden Richtung erkundigen können, er zog es aber vor, nicht erst die Aufmerksamkeit andrer zu erwecken.

Nach einem halben Dutzend schnellen Schrittes zurückgelegter Meilen kam er nach Derry-Gounva, einem kleinen Orte, wo die Landstraße die Bergmasse der Boggeraghs schneidet. Hier fragte ihn in einer Schänke ein Fremder, der eben zu Abend essen wollte, woher er käme, wohin er ginge und wann er wieder aufbrechen wolle. Offenbar befriedigt durch die Antworten des Knaben, bot er diesem an, seine Mahlzeit mit ihm zu theilen, und zwar mit solcher Herzlichkeit, daß Findling es ohne Zögern annahm. Er stärkte sich dabei ordentlich und Birk wurde von dem freundlichen Amphytrio auch nicht vergessen. Es war schade, daß der Fremde nicht in Cork zu thun hatte, denn er hätte dem Knaben gewiß einen Platz in seinem Wagen angeboten; er begab sich aber nach dem Norden der Grafschaft.

Nach ruhig verbrachter Nacht verließ Findling Derry-Gounva mit Tagesanbruch wieder und betrat nun die Engpässe der Boggeraghs.

Dieser Tag wurde anstrengend. Ein steifer Wind heulte durch die bewaldeten Bergeshänge. Zwar aus Südwest kommend, strich er durch die Windungen der Pässe doch je nach deren Richtung hin. Findling hatte ihn immer gerade ins Gesicht, ohne, wie ein Schiff, in der Lage zu sein, dagegen aufzukreuzen. Zuweilen mußte er sich gar an Büschen neben dem Wege festhalten, um über eine scharfe Ecke wegzukommen - kurz, hier ging es unter großer Anstrengung langsam vorwärts. Jetzt hätte ihm ein Wagen, ein Jaunting-car, gute Dienste geleistet; leider traf er keinen solchen an. Diese Gegend der Boggeraghs hat wenig Verkehr. Nach den Dörfern im Lande kann man gelangen, ohne sich in diese Irrgänge zu wagen. Auch Fußgänger sah Findling kaum, und diese hielten dann die entgegengesetzte Richtung ein.

Der Knabe nebst seinem Hunde mußte sich wiederholt einmal niederlegen, um auszuruhen. Im Laufe des Nachmittags überschritt er, etwas schneller gehend, den höchsten Punkt des Bergrückens, hatte im ganzen aber doch nur vier bis fünf Meilen hinter sich gebracht. Das war ein anstrengender Wandertag. Jetzt, nach Ueberwindung des schlimmsten, hoffte er binnen zwei Stunden die Ostseite des Gebirgsrückens zu erreichen.

Es wäre vielleicht unklug gewesen, nach Sonnenuntergang weiter zu marschieren. Auf diesen hohen Abhängen wird es schnell Nacht und schon von sechs Uhr ab herrscht daselbst tiefe Dunkelheit. So war es wohl besser, auf der Stelle Halt zu machen, da sich keine Farm und kein Gasthaus zeigte. Es war hier sehr öde, eine Art Einschnitt der Landstraße, und Findling fühlte sich nicht besonders sicher. Zum Glück hatte er in Birk einen scharfen und treuen Wächter, auf den er sich wohl verlassen konnte.

In dieser Nacht diente ihm als Obdach nur eine enge Aushöhlung in der Felsenwand des Abhanges, die ein Vorhang von Mauerkraut fast abschloß. Da schlüpfte er hinein und streckte sich auf dem weichen, trocknen Erdboden aus. Birk legte sich zu seinen Füßen nieder, und beide schlummerten unter der Obhut Gottes ein.

Am folgenden Tag ging es frühzeitig wieder vorwärts. Das Wetter war unsicher, feucht und kalt geworden. Noch eine Strecke von fünfzehn Meilen, und Cork mußte am Horizonte auftauchen. Um acht Uhr waren die Engpässe der Boggeraghs überwunden und nun fiel der Weg merkbarer. Die beiden gingen schnell, sie hatten aber Hunger. Der Vorrathsbeutel wurde allmählich leer. Birk trottete herüber und hinüber auf der Straße und suchte mit der Nase an der Erde nach Nahrung. Dann kam er zu seinem Herrn zurück, den er ansah, als wollte er sagen:

»Nun, giebt's denn heute gar nichts?

- Bald, warte nur noch ein wenig,« antwortete Findling.

Gegen zehn Uhr machten beide in einem Weiler, ZehnMeilen-Haus genannt, Halt.

Hier wurde der Geldbeutel des jungen Wandrers in dem bescheidenen Gasthofe um einen Schilling erleichtert, wofür er das gewöhnliche irische Essen erhielt, nämlich Kartoffeln, Speck und ein großes Stück von dem rothen »Cheddarkäse«. Birk bekam ein gutes Futter, sogar mit etwas Fleischbrühe dran. Nachher ruhten beide ein wenig aus und machten sich dann mit frischen Kräften auf den Weg. Die Gegend war noch immer hügelig, doch da und dort angebaut, und die Bauern fuhren die in diesem Klima sich verspätigende Gersten- und Roggenernte ein.

Findling befand sich also nicht allein auf der Straße; er bot den vorüberkommenden Landleuten einen Guten Morgen. und diese erwiderten treuherzig seinen Gruß. Kinder waren kaum zu sehen - wenigstens nicht solche, die um einen Copper bettelnd jedem Wagen nachliefen. Freilich kamen auch nur selten Touristen in diese Gegend, das Geschäft wäre also nicht lohnend gewesen, obwohl es Findling nicht übers Herz gebracht hätte, einem armen Kinde das erbetene Almosen zu verweigern.

Um drei Uhr nachmittags erreichten sie den Punkt, von wo aus die Landstraße sieben bis acht Meilen weit neben einem Flusse oder größeren Bache hin verläuft. Es war das die Dripsey, ein Zufluß der Lee, die sich in einer der südwestlichsten Baien verliert.

Wollte er die Nacht nicht wieder unter freiem Himmel zubringen, so mußte Findling noch bis zu dem, von Cork nur noch drei bis vier Meilen entfernten Flecken Woodside zu gelangen suchen. Das war von hier noch eine große Strecke, die er jedoch noch zurücklegen zu können glaubte.

»Also vorwärts, sagte er für sich, tüchtig ausschreitend. Da unten werd' ich ja Zeit haben, um ausruhen zu können.«

Zeit, ja, daran würde es ihm wohl nicht fehlen, wenn nur sein Geld ausreichte. Doch darum beunruhigte er sich nicht. Er besaß ja vier Pfund in gutem Gelde, ohne die Pence, die noch darüber waren. Mit einem solchen Schatze konnte er ja wochenlang wandern.

Der Himmel ist bedeckt; der Wind hat sich gelegt. Wenn es anfinge zu regnen, ohne daß man ein andres Obdach hat als vielleicht einen Heuhaufen, so ist das kein besondres Vergnügen, wenn man in einem der Gasthöfe von Woodside ein trocknes Fleckchen finden kann.

Findling und Birk beeilten sich nach Kräften und waren etwas vor sechs Uhr abends nur noch drei Meilen von ihrem heutigen Ziele entfernt, als Birk ganz auffällig zu knurren anfing.

Findling blieb stehen und sah nach der Straße hinaus, bemerkte aber nicht das geringste.

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